Surrealer Text


1. Muß versuchen, einen Helden zu konzipieren, der den Leser nicht an sich heranläßt. Ironischerweise muß das durch übergroße Nähe vor sich gehen. (frei nach Adorno)
2. Das Wort darf nicht befreiend wirken; es muß sich in einem Sprachgitter befinden. Real wäre eine Befreiung durchs Wort, irreal eine Verschiebung ins Unwirkliche, surreal eine Verfremdung der Befreiung durchs Wort.
3. Welten müssen übersprungen werden; ein weites Feld dort unten, aber der Himmel ist nicht mal zu sehen, geschweige denn zu ahnen. Schweben ist Faszination, wenn die Hydra schlängelt. Gefährliche Wollust. Wollust ist nur dann gefährlich, nur dann Wollust. In etwa so. Die Körper selbst sind tot, in einer Pose. Entmannt?
4. Zusammenstellung des Disparaten. Dadaismus? Kein Mittel, weil entmannend, und entmannt wollen wir dann doch nicht sein. Also Kraftsprünge über totes Gleis. Gleißnern?
5. Themen: Pygmalion, Nemesis, Parzentiraden, Heiliger Geist, Fabelwesen in gestellten starren Handlungen; Ewigkeitspostulate in concreta. Also muß der Geist gebunden über einem Seidenschalteppich schweben, aus der Ferne grinst das Verhängnis, im Hinterkopf schießt Stülpner-Karl auf Tontauben. Aber wo ist der nahe Held? Der Geist muß woher kommen und wohin gehen; erstarrte Pose.
6. Optische Wirklichkeiten überwinden: Sinn einer Collagentechnik des Schreibens? Das wären dann Worthülsen, also doch Dadaismus: Freude am Laut, des Sinnes beraubt.
7. Wahrscheinlich ist ein Mix, aber Sinn will ich dann doch säen.
8. Eine surreale Lebenssituation schaffen: Nähe bei Ideosynkrasie (Berührungsangst), Buntheit bei klarer Akzentuierung, also Moralinsaures (wie die GRÜNE Politik), semantische Leerstellen schaffen, damit der Leser seine Phantasie einzusetzen lernt...