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Thema: Unser Fußball-Ordner - Saison 2018/19

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Unser Fußball-Ordner - Saison 2018/19

    Dieser Tage beginnt die neue Saison für meinen Lieblingsverein, den 1. FC Magdeburg. Wir haben eine Zweitligasaison vor der Brust, in die wir nicht nur schuldenfrei gehen, sondern auch erstmalig dabei sind. Die Zweite Liga kann naturgemäß für die GdW nur eine Durchgangsstation sein, aber da wir die Neuen sind, schauen wir uns das alles erst einmal an und dürften wohl auch mit dem einen oder anderen Rückschlag rechnen. Die Konkurrenz sieht uns nicht als Absteiger, aber auch nicht im Aufstiegsrennen. Das lasse ich beinahe unkommentiert. Vielleicht hat es sich noch nicht herumgesprochen: Wir sind die Könige der Liga, egal welcher, und wo wir sind, ist vorn. Mehr muß ich dazu auch gar nicht sagen. Klare Ansage.

    Den gemeinen Fußballanhänger interessieren neben der Sicherung seines Platzes im Stadion v.a. die Neuzugänge und die wirtschaftliche Ausrichtung des Vereins. Beide Fragen wurden nicht bestmöglich geregelt. Bei den Neuen gibt es m
    it Bülter, Kwado, Preißinger, Hanna, Fejzitzsch, Müller, Berisha und Ignovski sehr unterschiedliche Spieler zu begutachten. Der Reihe nach:

    Bülter: machte einen guten Eindruck. Ohne sich aufzudrängen spielte er solide im Angriff, strahlte aber nicht die Torgefahr aus, für die er in der Regio West gerühmt wurde. Mit 25 Jahren noch vor seinem sportlichen Höhepunkt. Muß an der Schnelligkeit arbeiten und beim Paßspiel der Ball nicht zum (wartenden) Mann, sondern zum sich bewegenden Mitspieler in den Fuß spielen lernen. Könnte als Vorlagengeber mit Lohkemper um einen Platz streiten. - Keine schlechte Verpflichtung.
    Kwado: kömmt von einem Absteiger, was nicht für ihn spricht. Gleich verletzt, was auch nicht für ihn spricht. - Keine Bewertung.
    Preißinger: ein junger Mann, 21, der noch geformt werden kann. Er spielt mannschaftsdienlich und scheint lernwillig zu sein. Hat viel zu leisten, macht aber auf mich den Eindruck, daß er genau das will. Gute Grundausbildung, schnell und athletisch. - Gute Verpflichtung.
    Hanna: siehe Kwado.
    Fejitzsch: 32, kömmt von einem Absteiger, auch noch von Braunschweig. Macht auf mich keinen guten Eindruck, sondern wirkt selbstverliebt und langsam. Das ist bei Torhütern oft so, die und die Linksaußen sind meist die unsympathischten in einer Mannschaft, muß also nichts heißen. Allerdings brauchen wir einen Torwart, der, wie Brunst, das Spiel schnell machen kann, damit wir Konterfußball spielen können. Das bezweifle ich bei F. - Schlechte Verpflichtung.
    Müller: junger und solider Spieler, der an seinen Aufgaben zu wachsen scheint. Dünkt mich karrierebewußt zu ticken, dürfte also bei einem guten Angebot schnell den Dachs machen. Das spricht nicht für ihn. Hat sich aber, auch durch den Ausfall der vorgenannten Neuen, in die Mannschaft gespielt. Aber Charisma spüre ich bei ihm nicht. Und das brauchen unsere IV-Spieler in dieser Liga, denn da kommen allesamt schnelle Jungs, die man nur knackt, wenn man ihnen auf den Füßen steht und klare Ansage macht: "Du kömmst hier nicht durch!" Und das bezweifle ich bei Müller, daß er diese Ausstrahlung wird entwickeln können. Aber, wie gesagt, der Mann ist jung und entwicklungsfähig und kann auch durch uns Zuschauer noch geformt werden. - bin unentschieden, ob er eine gute Verpflichtung ist
    Berisha: keine Ahnung, warum man den geholt hat; wirkt auf mich wie ein weinerlicher, selbstreferentieller Spieler, der weit weg von zu Hause seinen größenwahnsinnigen Plänen nachgeht; habe auch keine Ahnung, welche Position er spielen soll: ist er als Beck-Ersatz gekommen? Dann müßte das Spiel auf ihn zugeschnitten werden, denn er ist kein mannschaftsdienlicher Spielertyp, sondern der klassische Starspielertyp. Das aber das Spiel auf ihn zugeschnitten wird, wie auf Beck unter Petersen, dürfte unter Härtel nicht passieren. Soll er als Joker fungieren? Das dürfte mit dem selbstbezüglichen Berisha kaum machbar sein. Da ist Ärger programmiert. Und wenn er doch aus irgendeinem Grunde einschlagen sollte, dann dürfte er kaum von uns zu bezahlen sein und das bringt uns dann also auch nichts, weil wir dann im Winter das System wieder umstellen müßten, was meist nicht funzt. Was also genau ich hier an Vorteil für den FCM sehen soll, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht klärt mich mal einer auf. - Schlechte Verpflichtung.
    Ignovski: bissiger Spielertyp, der bei uns seine (vor)letzte Chance hat, im deutschen Profifußball Fuß zu fassen. Sollte mich nicht wundern, wenn er das schafft. Ist ein bißchen zu hibbelig und sollte es lernen, sich bei uns hinten anzustellen, aber ich erkenne auch Lernbereitschaft. Das könnte was werden mit ihm. - eher gute Verpflichtung


  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    1. Spieltag: FCM vs. St. Pauli 1:2

    Das war einmal nichts. Wir machten drei grundsätzliche Fehler, die schnellstens vermieden werden sollten.

    • Fehler I: Statt den Ball von hinten heraus systematisch nach vorn zu tragen, ballerte Fejitzsch den Ball ziemlich sinnbefreit mit 90%iger Wahrscheinlichkeit zum Gegner oder in endlos scheinende Kopfballstaffetten, die das Spiel nur langsam machen und Zuschauer wie mich enervieren;
    • Fehler II: Wir versuchten im MF mit Gegenspiel gegenzuhalten, statt schnelles Umkehrspiel bei eigenem Ballgewinn zu präfigieren und
    • Fehler III: Unser Außenspiel spottete jeder Beschreibung; halbhohe oder hohe unterschnittene Innenristpässe ließen kein Dreieckspiel oder gar Doppelpaß zu, außerdem kam so der schnelle Costly nicht ins Spiel, denn dessen Stärke ist das schnelle Umkehrspiel, nicht aber Kleinklein auf engstem Raum.

    Da zudem unser DM-Spiel unsicher wirkte und falsch ausgerichtet war, die beiden IV-Spieler wenig sicher und wenig koordiniert spielten, hatte man eigentlich nie den Eindruck, daß wir eine Chance hätten. Daran änderten auch die Einwechslungen nichts. Wenn wir im ZM/DM-Bereich nicht sicher stehen, werden wir in dieser Liga nichts reißen. Ich hoffe, Härtel verfolgt nicht den Plan, das Nullsummenspiel der anderen Mannschaften zu betreiben, denn das liefe am Ende auf unseren Abstieg hinaus, da wir nur dann eine Chance haben, wenn wir unserem Gegner auf den Füßen stehen und schnelle Konter fahren, vorn draufgehen und hinten sicher stehen und daß wir v.a. unsere Standards versenken. Die waren heute alles andere als gefährlich.

    Zur Einzelkritik:
    Fejitzsch überzeugte nicht. Freistoß sah haltbar aus. Abschläge fast immer zum Gegner, zudem ohne gute Länge. Wirkt behäbig, allerdings auch ruhig. Kann mit ihm keine Entwicklung erkennen. (5)
    Schäfer ohne gutes Zusammenspiel mit seinem neuen Partner. Auch mit dem TW wohl Gesprächsbedarf. Einmal gut marschiert, doch ohne Bindung ans DM. Wirkte nicht unsicher. (4) Müller ohne den Esprit und die Körpersprache, die ich von unseren IV erwarte, aber mit dem Potential zu einem soliden Arbeiter. Kleinere Abstimmungsprobleme, aber immer schnell am Gegner. (4,5) Butzen mit etlichen kleineren Fehlern, wenig Präzision im Spiel nach vorn, aber wie immer gut am Mann. Als Kapitän gefordert, hatte aber heute nicht den Schneid, die Mannschaft straffer zu führen und konnte auch keine Rhythmuswechsel vorgeben. (4,5) Niemeyer ein wenig außer Form. Da kam zu wenig, v.a. vor dem ersten Gegentor muß er konsequenter sein. (5)
    Ignovski als eine Art linker ZM-Spieler mit zwei gravierenden Mängeln: zum einen spielt er den Ball beinahe immer mit dem unterschnittenen Innenrist, so daß der Ball halbhoch und ohne Schärfe auf den Mitspieler kömmt, der damit in den seltensten Fällen etwas anfangen kann. Zudem spielt er, selbst wenn es sich anbietet, keinen Flachpaß in den Fuß, sondern ist immer auf Kleinklein aus. Ich kann nicht glauben, daß er das wird abstellen können. In Zweikämpfen zu oft nur zweiter Sieger. (5,5) Preißinger der dynamischere der beiden DM-Spieler, aber ohne Verve. Spielte nicht unglücklich, sondern falsch in dem Sinne, als daß er den Ball nicht herunternahm und flach und scharf in die Schnittstellen spielte, sondern munter den Ringelpietz der anderen mitspielte. Erwarte hier eine Verhaltensänderung. (4,5) Rother als der andere DM-Spieler unauffällig, also ohne gravierende Fehler, aber auch impulsarm. Wir können diesen Ringelpietz, den 17 andere Mannschaften der Liga spielen, mitspielen, werden auch den einen oder anderen Sieg einfahren, am Ende aber absteigen, weil wir schlichtweg diesen Ringelpietz nicht so gut können wie die anderen. Wir sollten das auch nicht zu lernen versuchen, sondern unser Spiel spielen, also den Gegner kommen lassen, bärbeißig auffangen und dann knallfall kontern. Es war aber nicht Rothers Schuld, daß wir heute verloren; die Impulse müssen andere initiieren. (3,5) Costly falsch eingesetzt. Der Mann muß geschickt und nicht halbhoch verbraten werden. Mir mißfällt seine grundsätzliche Einstiegskörperhaltung bei Zweikämpfen: halbhoch in den Mann. Liegt schnell und legt es darauf an. Das gefällt mir gar nicht. Wenn er das läßt und seinen Mitspielern Räume anzeigt, die er errennen kann, könnte er sich blitzschnell die Herzen der Ostfalen erobern. Schnell genug isser ja. (5)
    Türpitz heute mit dem falschen Fuß aufgestanden. Die zwei brauchbaren Pässe für die Mitspieler waren entweder genial oder verrutscht. Seine zwei Chancen vermasselte er. Hätte sich heute mehr zurückfallen lassen müssen, um das Spiel im OM-Bereich zu koordinieren. Das muß er erkennen. (4) Beck mit einigen Meckereinlagen. Lag auch zu schnell. Beim Tor genau da, wo ein MS sein muß. Sonst eher mäßig, sowohl beim Laufeinsatz als auch beim Mitspiel, kaum gewonnene Kopfballduelle und kaum Zusammenspiel. (3)

  3. #3
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    Pokal: FCM vs. Darmstadt 0:1

    Das Spiel gegen die Südhessen endete 0:1. 20165 zahlende Zuschauer sahen ein eher lahmes Gebolze, in dem es v.a. unserer Mannschaft nicht gelang, ein Spiel aufzuziehen, aus dem heraus sich Chancen kreieren ließen. Härtel hatte die IV umgebaut, was Darmstadt am Anfang des Spiels gnadenlos ausnutzte. Ein Paß in unsere zentrale Abwehr reichte aus, um die noch nicht klar aufgeteilte Zone im zentralen IV-Bereich vor größte Probleme zu stellen. Hammann zerrte (zwar vor dem Strafraum) am Gegenspieler, der die Einladung annahm und zu Boden ging wie ein Sack Kartoffeln. Den fälligen Elfer verwandelte der Schütze mit Karacho. Nach diesem frühen Rückschlag hätten wir nun ein Spiel aufziehen müssen, also den DM-Bereich mit sicheren Pässen erst einmal sichern müssen, vorn draufgehen und hinten auf Nummer sicher. Aber genau das taten wir alles nicht. Wir standen zu weit vorn, konnten die Lücken im DM-Bereich nicht zustellen und kamen auch nicht dazu, die Außen einzusetzen, die statt nach dem Ball zu jagen, den Ball mit Kleinklein nach vorn tragen wollten. Beck hing so in der Luft und im OM-Bereich fand sich auch keiner, der mal auf den Ball trat und zum Doppelpaß einlud. Das war für Darmstadt leicht zu verteidigen. Ein schwacher Schiedsrichter tat sein übriges, pfiff in strittigen Situationen immer gegen uns und muß sich so den Vorwurf gefallen lassen, ob er es nicht deshalb tat, weil Darmstadt vor kurzer Zeit sich in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der derzeit mit Rassismusvorwürfen traktierten DFB-Spitze - die daher solche politischen Statements wie die von Darmstadt gern liest - hier einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen wollte, die sich weigert, dieses faschistoide Ausgrenzen von Fußballfans aufgrund einer möglichen Zugehörigkeit zur AfD zu praktizieren. (Aber darüber schreibe ich noch mal andernorts was Passendes.) Kurzum: der Schiedsrichter war auch nicht für uns, um es freundlich zu sagen. Aber das war nicht spielentscheidend, nur ein Mosaiksteinchen. Entscheidend war vielmehr unser Unvermögen, aus den wenigen Chancen Tore zu machen, Rhythmuswechsel zu kreieren und v.a. ein Spiel über Außen aufzuziehen, das es ermöglichen würde, Flanken auf unseren kopfballstarken MS zu schlagen. Da wir auch nicht nachrückten, um die zweiten Bälle gewinnen zu können, also, die überhaupt gewinnen zu können, konnte Darmstadt sogar Gegenspiel aufziehen, das zwar Alibicharakter hatte, aber unsere Spieler sichtlich nervte. Die Wechsel kamen zu spät, zudem hatte ich nicht den Eindruck, daß die Laufwege der Spieler abgestimmt waren, Zusammenspiel also möglich gewesen wäre. Wir flogen aus dem Pokal wie eine Mannschaft, die nicht weiß, wie Pokal geht. So, wie wir spielten, jedenfalls nicht.

    Zur Einzelkritik:
    Brunst versuchte oft, das Spiel schnell zu machen. Aber er fand keine gut positionierten Mitspieler, um schnelles Gegenspiel zu ermöglichen. Das Gehampele vor dem Strafstoß wäre dann sinnvoll gewesen, wenn er beim Schuß stehengeblieben wäre. Sollte er mal drüber nachdenken. (3,5)
    Niemeyer verbessert, aber noch nicht gut. Kaum Zusammenspiel, dafür viel Gehacke. Ungewohnte Schwächen bei der Ballannahme. (4,5) Hammann anfangs mit Problemen, dann sicherer. Gutes Auge bei seinem Paßspiel, zuweilen aber zu ungenau und mit zu wenig Schärfe. (3,5) Handke solide. Aber der Mann ist kein Aufbauspieler, wurde aber zu oft als solcher positioniert. Sollte sich nicht als solcher einsetzen lassen, sondern seinen jungen Mitspielern Beine machen, ihnen zeigen, wo sie stehen sollen. (4) Müller wirkte hilflos. Zu oft mit Aufbauspiel befaßt; fand keinen Partner im DM-Bereich. Kann keine Pässe nach vorn schlagen, steht aber hinten gut, ist schnell und dynamisch. (3,5)
    Rother katastrophal. Stand schlecht, machte die Räume nicht zu, verpatzte Anspiele und gewann zu wenige Zweikämpfe. (5) Weil ein Totalausfall. Hätte bereits zur Halbzeit raus gemußt. Von ihm sind die Rhythmuswechsel vorzugeben, saubere Pässe und nicht halbhohe Höhe Schienbein resp. ungenau. (5,5) Lohkemper schlampig. Zuweilen gute Ballbehauptungen wechselten mit schlampigen Zuspielen ab. Sollte den Kopf heben und sich mit den Mitspielern absprechen, wer wann wohin laufen soll. Seine guten Anlagen drohen zu veröden, wenn er nicht bald die Kurve kriegt. Kein Offensivdrang, eher verwirbelt. (4,5) Butzen zapplig und stolprig. Keine Präzision in seinem Spiel. Scheint mir auch nicht der Mann zu sein, der die anderen auf Trab bringt. In diesem Spiel ist aber das von unserem Kapitän zu verlangen. Hätte die DM-Leute neu justieren müssen. (4,5)
    Bülter schwach, oft glücklos. Bringt sich nicht in die Position, die ihn gefährlich machen könnte. Keine zweiten Bälle, kaum Zusammenspiel. Muß sich langsam in die Mannschaft reinfinden und v.a. den Doppelpaß üben, damit er die Räume bekommt, um zu flanken. Spürt wohl am deutlichsten die höheren Erwartungen in der neuen Liga. (5) Beck wieder mit zu viel Lamenz. Klar wurde er gezerrt und ein ausgleichender Schiedsrichter hätte in der einen Situation im Strafraum uns einen Strafstoß gegeben. Aber es hätte Beck schon nach wenigen Minuten klarsein müssen, daß der Schiedsrichter kein FCM-Anhänger ist, also sollte er ihm gegenüber seinen Mund halten und statt dessen seinem Gegenspieler mal ne Ansage machen. (5)

  4. #4
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    FCM vs. Ingolstadt 1:1, 25.08.2018

    Unser erstes Spiel gegen die Audimannschaft aus Bayern endete unentschieden. Knapp 19000 Zuschauer erlebten ein anfangs aufregendes Spiel, bei dem der Schiedsrichter wiederholt im Zentrum der Ereignisse stand und sich zu profilieren suchte und zudem wie seine letzten Vorgänger in strittigen Situationen meist gegen uns entschied. Aber damit müssen wir leben, daß die Vereine, die schon länger im Profifußball agieren und ihre Seilschaften ausgeprägt haben, eben von vorauseilend gehorsamen Mitarbeitern in diesen Seilschaften bewußt oder unbewußt präfigiert werden. Es würde uns wahrscheinlich auch so geschehen, wenn wir auf eine Mannschaft wie Traktor Großwalsleben stoßen würden, daß wir bevorzugt würden. Bayern München, um den hiesigen Primus zu nennen, wird meinem Gefühl nach in der Bundesliga stets bevorzugt. Meisterbonus nennt man das wohl euphemistisch. Aber es ist ein Skandal. Der BFC erhielt dieses Privileg zu Ostzeiten - auch aus anderen Gründen, Real Madrid erhält es seit jeher in Spanien, wiederum aus anderen Gründen, und PSG in Frankreich, will man den Fans von Marseille glauben... Das muß entweder eine menschliche Schwäche sein, daß "UNparteiische" sich unbewußt an den mutmaßlich Stärkeren orientieren oder es ist ein Problem der Postmoderne. Vertiefen wir das itzt nicht weiter, sondern nehmen es hin! Eben deshalb ist es von unseren Spielern unsinnig, sich während des Spiels ständig mit dem Schiedsrichter zu fetzen, wie es gestern wiederholt geschah. Der Mann sollte Luft sein. Der sollte gar nicht existieren. Wer aber im Spiel existiert, das ist der Gegenspieler. Dem muß man die Meinung sagen, wenn man gefoult wird, nicht beim Schiedsrichter weinerlich "Gerechtigkeit" einfordern, am besten noch schreiend liegenbleiben, um zwei Minuten später wieder munter weiterzuspielen. Dieses Fehlverhalten erwarte ich von Gastmannschaften, die so Zeit schinden, Spielrhythmus unterbrechen und den Schiedsrichter für sich einnehmen wollen. Aber ich erwarte ein solches Verhalten nicht von unserer Mannschaft. Wir spielen eh gegen zwölf Mann.
    Unsere taktische Ausrichtung war so, wie ich es befürchtet hatte. Härtel wollte mitspielen, ja, er wollte sogar dominieren. Das ist schon vom Papier her gegen eine mehr als doppelt so teure Mannschaft unsinnig, erst recht, wenn man die Spielererfahrung in der Liga betrachtet. Wenn man von vornherein so plant, geht das meist schief. Einer spielstärkeren Mannschaft kömmt es meist entgegen, wenn der Gegner sie beherrschen will. Die wartet dann ab, zeigt in dem einen oder anderen Gegenstoß an, wozu sie fähig ist und schlägt dann kurz vor Halbzeit- und Spielschluß durch einen gezielten Gegenstoß zu, läßt sich womöglich im Strafraum oder in Strafraumnähe fallen und weiß den Schiedsrichter auch im Zweifelsfall auf ihrer Seite. Eine ziemlich sichere Angelegenheit, sich so Punkte zu ergattern. So ähnlich machte es deshalb gestern auch Ingolstadt. Wir luden sie quasi zu dieser sie bevorteilenden Spielweise ein. Die individuelle Unterlegenheit unserer Einzelspieler wurde im Laufe des Spieles immer offensichtlicher. Und da Härtel die Mannschaft offensichtlich nicht für Konterspiel instruiert hatte (keine Abstimmung der Laufwege), vergaben wir auch die wenigen Kontermöglichkeiten, die sich zum Ende der jeweiligen Halbzeiten für uns hätten ergeben können. Da wurde der Ball durchs Mittelfeld gegen eine spielerische Übermacht zu tragen versucht, meist mit Ball am Fuß. Da gab es nur in unserer Hälfte Dreieckspiel, da gab es keine Flügelläufe, sondern Flügelkleinklein, da fehlte es an Flanken ins Zentrum, Jagd auf die zweiten Bälle und zudem wurden die Standards wie schon in den letzten Spielen verschlampt. Ein träge und nervig spielender Zeitlupenfußballer in unserem Tor machte dann auch noch jede Hoffnung auf Gegenspiel zunichte. Aber da Härtel nicht auf die schnellere Variante bei der Torwartauswahl setzte, soll das mutmaßlich so geschehen. Spielverschleppung bei eigenem Aufbauspiel! So werden wir in dieser Liga nicht bestehen können. Wir hatten noch Glück, daß die Ingolstädter kurz vor Ende nicht das gleiche taten wie die Spieler von St. Pauli vor kurzem. Das Spiel gestern jedenfalls war beinahe ein Abziehbild des Spiels gegen St. Pauli. Als ob wir nicht lernfähig sein wollten!

    Zur Einzelkritik:
    Fejitzsch langsam, beinahe behäbig. Wenn der Ball langsam auf ihn zukömmt, wartet er, nimmt ihn dann irgendwann auf, schaut, schaut... schaut und schlägt ihn dann mit 90%iger Wahrscheinlichkeit zum Gegner. In Halbzeit II einige wagemutige Abwürfe, die schon öfter ihr Ziel fanden. Schlecht in der Strafraumbeherrschung und kein Mut beim Herauslaufen. Verstehe diese Verpflichtung nicht, denn er spielte schon in Braunschweig so. Wo das endete, wissen wir. (5)
    Erdmann mit einer guten Leistung. Bissig am Mann, zuweilen theatralisch, aber nicht mit dem Schieri. Der Mann begreift den Fußball so, wie ich ihn begreife, als Kampfspiel. Ein schönes Tor. (2,5) Butzen verbessert. Gewann etliche Zweikämpfe, auch um Spiel nach vorn bemüht, aber zu ungenau. (3,5) Müller wie gegen St. Pauli. (3,5) Ignjovski hatte einige gute Szenen wegen seiner Terriernatur, die mir gefällt. Verlor aber insgesamt gesehen zu oft in Zweikämpfen und brachte zu viele Pässe nicht zum Mann. Raumorientierungsprobleme und fehlendes Durchsetzungsvermögen im Spiel nach vorn. Ist ein Unsicherheitsfaktor im LV-Bereich. (4,5) Handke solide. Diesmal nicht mit dem Spielaufbau beauftragt, was ihm behagte. Hatte seine Gegenspieler jeweils meist im Griff, obwohl die viel schneller und trickreich waren. Seine Einwürfe ungenau und berechenbar. (3) Rother mit einigen guten Defensivaktionen, aber ohne Gespür für die Spielsituation, Genauigkeit und Strategie. Ich habe aber das Gefühl, daß er über diese Fähigkeiten verfügen wird, wenn er seinen Weg weitergeht. Er will, und das rechne ich ihm hoch an. (4)
    Preißinger zuweilen mit guten Dribblings, denen aber am Ende das präzise Abspiel in der torgefährlichen Zone fehlte, die also letztlich fruchtlos waren. Diese Spielweise ist zwar zuweilen schön anzusehen, aber entspricht nicht dem, was wir im MF leisten müssen, nämlich präzises und schnelles Gegenspiel zu organisieren. Ich tue mich hier schwer mit einer Bewertung, denn schlecht spielte er nicht, aber wir brauchen eine solche Spielweise nicht, sie bringt nichts. Unser ZM-Mann muß auf den Ball treten, Dreieckspiel organisieren und dann die schnellen Außen schicken, nicht aber mit dem Ball am Fuß durch die gegnerischen Reihen tänzeln wollen. (4) Costly falsch eingesetzt. Ich kann mich an eine Szene erinnern, in der er ansatzweise das zeigen konnte, wozu wir ihn brauchen. Statt dessen versuchte er mit dem Ball am Fuß, den anderen wegzurennen oder den Ball aus eher schlechten Positionen aufs gegnerische Tor zu jagen. Seine Stärke liegt m.M.n. darin, daß er auf den Außenpositionen einsetzbar ist und entsprechend geschickt werden muß. Ein Konterspieler. Bei der gestrigen Spielweise verpuffte sein Spiel. Er ist KEIN Wühler, spielte gestern aber wie einer. (4,5) Türpitz verbessert. Ist ein Mann für die wichtigen Pässe im OM-Bereich, nicht aber im Kleinklein vor dem gegnerischen Strafraum. Steht auf zweite Bälle, manchmal aber zu weit weg. Schußpech kam dazu. (4) Beck lief, fiel leicht und lamentierte. In einer Szene erhielt er einen Schlag ins Gesicht. Hätte er zuvor dem Schiedsrichter nicht mehrfach die Meinung gesagt, ich wette drauf, hätte er hierfür den berechtigten Elfer bekommen. (5)

  5. #5
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    FCM vs. Arminia Bielefeld 0:0, 17.09.2018

    Das Spiel vor knapp 20000 Zusehern endete torlos. Daß wir kein Tor bekamen, lag am glänzend haltenden Brunst, der einige Chancen der Ostwestfalen vereitelte. Daß wir Ostostfalen kein Tor schossen, lag an unserer mangelnden Fähigkeit, (mehrere) Torchancen überhaupt herauszuspielen, und die wenigen (zwei?) knapp zu versemmeln.
    Wir begannen abwartend. Gut so. Gegen spielstärkere Mannschaften muß man stabil im DM-Bereich stehen, ihnen allmählich die Freude am Kleinklein verderben, sie zermürben, um dann, nachdem der Gegner eingelullt oder berauscht an der eigenen Spielfähigkeit, nachlässig im Defensivbund wird, ihn durch eigenes Angriffsspiel ausknocken. Dann nämlich könnte man Gegenstöße organisieren, muß allerdings zielsicher sein. Doch unsere Aufstellung war nicht passend für diese Aufgabe. Statt unseren bissigsten DM-Mann (Erdmann) eben dorthin zu beordern, spielte der im IV-Bereich, wo er anfangs mehrere Male mit dem wenig formstarken Bregerie ins Gehege kam, zudem mit Brunst einen neuen TW hinter sich wußte, was einige Stellungsfehler und wenig geordnetes Spiel nach vorn nach sich zog. Da auch Rother anfangs zu oft knapp den Schritt zu spät kam, auf den Außen aber das Zusammenspiel nicht funktionierte, sahen die Zuseher ein Lirumlarum-Spiel, bei dem Bielefeld in unserem DM-Bereich den Ball zirkulieren ließ, aber sehr wenige Chancen erzeugte, brotloses Geponge. Brunsts Abschläge kamen zwar beinahe immer zielsicher auf den Nüschel unseres Sturmführers, aber dessen Ablagen fanden keinen Abnehmer, was daran lag, daß weder Lohkemper noch Costly Spieler sind, die einen zweiten Ball gut festmachen können. Lohkemper kann Dreieckspiel, nicht aber den per Kopf abgelegten Ball behaupten, und Costly braucht den schnellen Ball in den Lauf oder Fuß, nicht aber einen unterwegs verhungernden hohen Ball, auf "dem Schnee liegt", wie Härtel kürzlich formulierte. Für eben diese Spielweise ist ein Paßgeber zwingend erforderlich, der von mir seit Jahren geforderte und durch seine Mitspieler abgeschirmte Aufdenballtreter, der scharf die Flügelspieler einsetzt. Unser Preißinger ist dieser Mann nicht. Seine Stärke liegt im Ballschleppen, auch im Abräumen im MF, auch in der läuferischen Präsenz. Er spielte heute besser als zuletzt, weil er das Ballschleppen weitgehend unterließ, aber einen gescheiten Paß habe ich nicht von ihm gesehen. Doch der Mann ist jung, vielleicht lernt er das noch. Wenn dann doch mal ein Ball zu Beck kam (außer denen von Brunst), konnte der diesen nicht festmachen. Das ist auch nicht seine Stärke, und so sollte er auch nicht eingesetzt werden. Er ist KEIN Verteiler, sondern der klassische Knipser, muß also, wie das EIN einziges Mal erfolgte, im Zentrum gesucht werden, allerdings nicht im OM-Bereich, sondern im MS-Bereich des gegnerischen Strafraums. Dort erst kann Beck seine Fähigkeiten entwickeln.
    Nun, ich war mit dem gestrigen Auftritt unserer Mannschaft zwar nicht zufrieden, aber doch halbwegs froh, daß wir die Null hielten und zu unserer bewährten Spielweise zurückzufinden scheinen. Wenn wir es itzt noch lernen, die genannten Mängel abzustellen, werden wir auch diese Liga rocken. ich freue mich schon auf den Tag, an dem die Gegner in der Pressekonferenz behaupten werden, sie hätten das Spiel gemacht, wir aber die Tore. So mote it be.

    Einzelkritik:
    Brunst gut. Präzise Abschläge. Gutes Strafraumverhalten. Kein Gegenspiel möglich. Seine Mitspieler trabten bei möglichem Gegenspiel in ihre Positionen. Zum Haareraufen, aber (noch) nicht seine Schuld. (2)
    Bregerie unter Form. Oft zu spät, wenig Effizienz im Paßspiel, Raumaufteilungsprobleme. Steigerte sich im Laufe des Spiels, aber gut war sein Auftritt nicht. (4) Erdmann für mich auf der falschen Position. Einige Fouls. Sah auch ein Handspiel im Strafraum. Ein Terrier, den wir im DM-Bereich besser gebrauchen können. (4) Schäfer schnell und oft als Ausputzer. Ohne Spiel nach vorn, sehr schlampige Pässe. (4)
    Butzen hielt seine Seite sauber. Sein Paßspiel lausig. Kein Zusammenspiel mit seinem Partner Costly. (4) Niemeyer auf der anderen Seite mit verhungernden Kleinkleinpässen, angestippten Knochenbrecherpässen. Einmal gut, was beinahe unsere Führung nach sich gezogen hätte. Traute sich offenbar nicht richtig. (4,5) Rother anfangs schwach, dann stärker, zum Ende gut. Hatte eine unserer wenigen Chancen, aber zum Knipser wird der nicht. (3,5) Preißinger heute mannschaftsdienlich. So nennt man diese Spielweise wohl. Aber ist das seine Funktion als ZM-Spieler? Nein. Er muß das Spiel an sich ziehen und unsere Außen schicken, damit die Beck bedienen können. Ihm traue ich von unseren Spielern am ehesten zu, Bälle festmachen zu können. Sollte sich also mit Beck absprechen, in seiner Nähe aufhalten, wenn Brunst abschlägt. (3)
    Lohkemper ohne Wirkung. Rannte und lamentierte, brachte aber keinen Paß zum Mann, kein Dreieckspiel, keinen Sturmlauf. Ich sehe gute Anlagen, aber es fehlt der letzte Wille. (5) Costly heute der beste Feldspieler - in Halbzeit I. Mehrere gute Aktionen, die aber allesamt Einzelleistungen waren. Zu ungenau im Zusammenspiel, auch Probleme mit den Räumen, was dazu führt, daß er sich festläuft. (3) Beck heute ohne großes Lamento. Gut so. Gewann viele seiner Kopfballduelle, fand aber keinen Mitspieler, der die behaupteten Bälle weiterverarbeiten könnte. Hier muß was passieren. Sein Posten ist der MS-Bereich, nicht der OM- oder IV-Bereich. (4)

  6. #6
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    FCM vs. MSV 3:3, 26.09.2018

    Das Spiel vor 18000 Zusehern fand bei schönstem Herbstwetter statt. Unsere anfängliche Nervosität führte auch zu einem Koordinationsproblem - bei fast allen Spielern, die entweder einen halben Schritt zu spät kamen, zu früh oder zu spät starteten und im Zentrum auch keinen Mitspieler fanden, der mal Ordnung ins Spiel bringen könnte. Das IST unser zentrales Problem, der fehlende Ordnungsgarant im ZM-Bereich, ein Spieler, der auf den Ball treten kann, Ruhe ausstrahlt, aber zugleich auch den Spielrhythmus bestimmt. Wenn er dann noch Pässe schlagen kann... Aber ich will nicht träumen. Solche ausbalancierten Spieler gibt es nicht, andernfalls hätte unsere Späherabteilung schon längst wenigstens einen gefunden und die sportliche Leitung unter Vertrag genommen. Finden wir uns also damit ab, daß wir zwar so spielen, als ob wir einen hätten, es aber diesen Spieler tatsächlich nicht gibt. Das ist wie das Warten auf Godot. Daß wir während der ersten Halbzeit die Spielkontrolle entwickeln konnten, bleib leider brotlose Kunst, denn weder Butzen noch Niemeyer fanden das entleerte Tor. Ihre Torschüsse sollten eines wenigstens schaffen, AUFS Tor kommen. Das war deprimierend. Ein Optimist würde itzt vielleicht meinen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich herausgespielte Chancen auch verwerten lassen wollen. Der Pessimist dagegen würde darauf verweisen, daß alle unsere Tore aus Standards resultierten, die mehr oder weniger schlitzohrig ausgeführt wurden. Beim ersten Tor reagierte ein Balljunge schnell, beim zweiten Tor stand die Mauer übel, dem dritten Tor ging eine Schiedsrichterfehlentscheidung voraus. Fortuna sei Dank! Mir ist es aber lieber, wenn wir unsere Tore herausspielen und nicht einer wie auch immer gearteten Glücksverheißung zu verdanken haben.

    Zur Einzelkritik:
    Brunst hätte auch mal einen halten können. Der Freistoß! Ja, war gut, aber war auch seine Ecke. Wenn ich Feijitzsch kritisiere, daß er die Torwartecke nicht zumacht, dann muß ich diesen Treffer Brunst auch ankreiden. Das erste war nicht zu verhindern. Das dritte Tor war ein halbes Eigentor. Ausgleichende Ungerechtigkeit, denn es war Handkes Rücken. (4)
    Handke schlecht am Mann, kaum Aufbauspiel, ohne Verve, aber einmal stand er goldrichtig. (4) Schäfer ungenau und verhaspelt. Damit nicht anders als seine Mitstreiter. Aber in der Abwehr ist so etwas besonders schädlich. (4,5) Bregerie mit einigen guten Pässen, denen aber das letzten Quentchen Genauigkeit fehlte. Doch die Abwehrorganisation ist wichtiger, noch wichtiger das Ausschalten von Gefahr in und vor unserem Strafraum - und das ist ausbaufähig. (4,5) Butzen ein Unruhefaktor. Hielt nach hinten weitgehend seinen Raum, machte aber zu viele Fehler im Aufbauspiel, im Zusammenspiel mit Bülter oder Costly ungenau und kraftlos. (4)
    Bülter gut im Einzelspiel, da dynamisch und bissig. Es fehlt nicht viel, um zu glänzen. Stark am Mann, schwach mit den Mannschaftskollegen. Sollte Dreieckspiel üben. Gutes Potential. (3) Rother unter Form. Stellte anfangs die Räume nicht zu und verdaddelte eine gute Chance. Wenig Genauigkeit im Spiel nach vorn. War neben Lohkemper erster Auswechselkandidat. (5) Weil ohne Wirkung. Konnte weder das Spiel an sich reißen, noch Pässe spielen, die ankamen, ungenau in den einfachen Zuspielen und unsicher im Raum. Das war keine Empfehlung. (5) Niemeyer neben sich. Keine Bindung, Probleme bei der Fixierung von Zeit und Raum, wenig Ansehnliches. Dabei blitzte immer mal sein Potential auf, doch heute nur als Stückwerk. Er hat Gespür für die Spielsituation und sollte einen festen Partner bekommen, mit dem sich Laufwege und Doppelpaßspiel üben lassen. (5)
    Lohkemper fehl am Platze.Keine Ballsicherheit, keine Zuspiele, keine Angebote für Mitspieler. (5,5) Costly in Halbzeit I ein Lichtblick, doch glücklos. Er zerrte an den Ketten und brachte sich immer wieder in den Diskurs. Schwächen bei den Zuspielen, aber dynamisch: Zug nach vorn. Braucht unbedint einen Paßgeber, andernfalls entwickelt er sich nicht. Als Verteidiger (Halbzeit II) verschenkt. (3)

    P.S. Eigentlich schreibe ich nichts über Wechselspieler, doch diesmal waren sie spielentscheidend. Ohne Beck und Türpitz hätten wir das Spiel verloren.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Unser Fußball-Ordner - Saison 2018/19

    Ich habe das Spiel gegen Sandhausen [30. September 2018, 7300 Zuschauer, Endstand: 0:1 (Torschütze: Beck)] nicht sehen können. Aus Berichten schließe ich, daß wir zu unserer alten (erfolgreichen) Spielweise zurückgefunden haben sollen. Das bedeutet: hinten dicht, schnell durchs Mittelfeld, irgendwann mal steil zum Außen spielen, flanken, Tor machen, dann alle wieder zurück.

    Fußball ist ein einfacher Sport. Ich liebe ihn.

  8. #8
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    Post FCM vs. SGD 2:2, 6.10.2018

    Tore: Eigentor, Bülter

    23000 Zuschauer erlebten in der Arena ein spannendes Spiel. Häßliche Pufferblöcke verhinderten eine höhere Zuschauerzahl. Ich glaube, für dieses Spiel hätte die Heimmannschaft auch 40000 Karten verkaufen können. Die Sachsen spielten so, wie wir eigentlich spielen. Sie stellten sich hinten rein und wollten über ihre schnellen Angreifer das Spiel für sich entscheiden. Diese Taktik wäre auch beinahe aufgegangen. Ging aber nicht. Wir gerieten durch einen Stellungsfehler schnell in Rückstand, mußten also angreifen. Angreifen und Ballbesitzfußball sind zweierlei. Was wir gestern erlebten, war von unserer Mannschaft Angriffsfußball. Der Ball wurde relativ schnell im MF bewegt, leider aber zu oft aus dem Halbfeld mit geringer Erfolgsaussicht ins gegnerische Verteidigungszentrum geschlagen, wo die sächsische IV den Ball meist lange kommen sah und sich entsprechend positionieren konnte. Wir vermochten es nicht, hinter den gegnerischen Außenverteidiger zu kommen und dann zwei oder drei Optionen zum flanken zu haben, was schon sehr viel schwieriger zu verteidigen ist. So sahen wir zwar Angriffsfußball, aber zwingende Torchancen kamen dabei nicht heraus. Erst in der zweiten Halbzeit kam mit Bülter etwas mehr Schwung ins Außenspiel, zudem wechselte Hammann öfters die Position und Türpitz mimte die Thomas-Müller-Habachtgedächtnistaktik, was Gülle veranlaßte, sich noch tiefer aufzustellen, bei uns aber nun allmählich auch die Chancen energierte. Wenn wir es noch lernen, unserem schnellen Costly den Ball in den Lauf zu spielen und den zu einem beßren Flankenschläger modeln, sollte wir noch erfolgreicher auftreten können. So half uns heute das Glück. Ein scharf geschlagener Effetball Hammanns trudelte abgefälscht ins sächsische Tor, und ein von Bülter mit eigentlich wenig Schmackes geschobener Innenristball von der linken Strafraumecke schlug im äußeren rechten Eck des sächsischen Gehäuses ein, nachdem die Sachsen kurz zuvor einen Elfer versemmelt hatten. Hätte das Spiel noch fünf Minuten länger gedauert... Also 2:2.

    Zur Einzelkritik:
    Brunst sah bei beiden Toren nicht sehr gut aus. Immer aber um schnelles Gegenspiel bemüht, was heute schon besser als zuletzt klappte. (3)
    Schäfer mit Problemen. Stand öfter schlecht zum Ball, brachte auch wenig nach vorn. Muß sich steigern. (4,5) Handke hatte wenig zu tun, weniger als üblich. Konnte sich nicht auszeichnen. Seine Einwurfflanken fanden keinen Abnehmer. Im Vorwärtsgang wenig präzise. (4,5) Hammann mit einigen guten und etlichen weniger guten Szenen, v.a. während der seltenen gegnerischen Angriffe. Sehr gut aber war sein wechselndes Positionsspiel, das unserem Angriffsspiel gut tat. Vor dem gegnerischen Tor merkwürdig zapplig. Seine Standards werden wieder besser. (3) Erdmann im Kampfmodus. Defensiv sehr gut, offensiv mangelhaft, weil zu unpräzise, zudem verhungernde oder zu weit geschlagene Pässe. Gute Ansagen bei Gegnern und Mitspielern. (3)
    Butzen etwas verbessert gegenüber den letzten Spielen, aber immer noch gedanklich VOR dem Ball. (4) Rother mit großem Pensum. Spielt zu ungenau und nicht in den Lauf unserer Außen. (4) Ignjowski unauffällig. Lief viel und bügelte etliches aus. (3,5) Türpitz mit Leistungssteigerung, aber noch nicht da, wo er sein müßte. Mehr Absprache ist nötig. Steht zwei, drei Meter zu nah am gegnerischen Strafraum, um wirklich die zweiten Bälle gut verwerten zu können. (3,5)
    Costly konnte heute seine Qualitäten nicht ausspielen, seine Anwesenheit zwang aber seine Gegenspieler in eine tiefe Stellung, was unserem Angriffsspiel gut bekam, denn so gab es im MF Platz für die anderen Blau-Weißen. Am Ball viel zu hasplig. (4) Beck enfant perdu. Bei solcherart Flanken immer auf verlorenem Posten, denn der Ball hat ja Schnee auf der Kappe, bevor er auch nur in seine Nähe kömmt. War aber wie Costly immer präsent und letztlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis mal einer durchrutscht. Gestern leider nicht. Heute keine Allüren. Besser is. (3,5)

  9. #9
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    AW: Unser Fußball-Ordner - Saison 2018/19

    Es läuft derzeit nicht rund beim Lieblingsverein der Ostfalen. Die Unkenrufer quaken, die Miesepröppel grummeln und die Besserwisser spötteln. Klar doch, der Verein mit dem geringsten Etat muß sich zwangsläufig am Ende der Tabelle wiederfinden. Genau! Wie in den letzten Jahren, als wir auch nicht aufgestiegen sind. Wie vor etlichen Jahren, als uns Schulden drückten und keiner einen Pfifferling für eine Mannschaft in der vierten Liga gab, die gerade glücklicherweise dem Abstieg entrinnen durfte, weil eine Ligareform diesen verhinderte. Puh! Glück gehabt. Doch dann gab es einen Aufschwung, der woran lag? Die gleichen Leute konnten plötzlich siegen, der gleiche Verein konnte plötzlich wirtschaften und die gleichen Zuschauer (und ein paar mehr) wurden im Stadion plötzlich laut. Es lag an einem Systemwechsel. Wir stand plötzlich im DM-Bereich stabil und fühlten uns von den Gegnern nicht mehr dazu genötigt, ihr Spiel mitzuspielen. Der Gegner wurde plötzlich zu einem gleichgültigen Objekt, den man anlaufen ließ, ihm auf den Füßen stand und nervte, bis man ihm dann selber durch blitzschnelles Außenspiel zusetzte, einen torhungrigen MS im Zentrum fand und die Spiele plötzlich gewann, was beim Gegner Verwirrung auslöste und zu Kommentaren führte, die ungefähr so klangen: "Wir waren besser, Magdeburg aber schoß die Tore..."
    Doch in der letzten Saison änderte sich das dann wieder. Anfangs pflegten wir noch unser bekanntgewordenes Spiel, auf das unsere Gegner keine Antwort wußten, zumal der Trainer auch personell wundertütete. Doch manchen reichte das nicht mehr, sie wollten Angriffsfußball sehen, Dominanzfußball, Ballbesitzfußball und dergleichen mehr. Wer so spielen will, braucht eine prall gefüllte Schatulle, weil die meisten Zuschauer so etwas sehen wollen, sofern sie nicht eingefleischte FCM-Anhänger sind. Doch da mit dem Erfolg auch zahlreiches erlebnisorientiertes Publikum ins Stadion strömte, Fernsehanstalten die Spiele des FCM bundesweit ausstrahlen und sich hier so etwas wie ein Integrationsdruck ausbreitet, sehen sich die sportlichen Segensträger mehr und mehr (auch unterbewußt) in eine Rolle gedrängt, die sie dazu zwingen soll, den Zirkus mitzuspielen, fußballerisch und finanzpolitisch, den die anderen Vereine in den höheren Ligen des DFB/DFL hier so veranstalten und der den deutschen Fußball nun so gar nicht weiterbringt: Kleinklein, Ballbesitz, Technik und Standardfetisch.

    Wenn wir unser Spiel nicht wieder zurück zu dem bewährten Stil führen, werden wir die Liga nicht beherrschen, sondern von ihr aufgerieben werden. Das bedeutet nicht, daß es Stillstand geben soll. Nein, jede Spielklasse höher stellt neue Anforderungen, meist höhere. Aber es liegt auf der Hand, daß wir den Zirkus nicht mitmachen können, der veranstaltet wird, sei es das Trainer-, Spieler- oder Beraterkarussell, das mit immer größeren Summen angetrieben wird und systematische Arbeit überflüssig zu machen scheint. Man justiert ein paar Stellschrauben, tauscht aber im übrigen Jahr für Jahr halbe Mannschaften und/oder den Trainer aus, bis sich ein solider Mittelfeldplatz einstellt, manchmal auch ein wenig mehr. Industrielle Akte in der Vergnügungsindustrie, die keine Ziele kennt, nur das eine, sich selber zu erhalten und damit ihrem gesellschaftspolitischen Auftrag nachzukommen, das Volk bei Laune zu halten, damit es nicht über andere Dinge nachdenkt oder sich vielleicht kraftvoll in eben jene anderen Dinge einmischt.

    Die ständigen und für Außenstehende zumeist wenig nachvollziehbaren Wechsel im IV-Verbund verunsichern die Innenverteidigung. Kerzen, kaum passables Spiel von hinten und Probleme bei der Absprache, wer wen wann zu nehmen hat, sind die Folge. Ein Mann wie Schiller wird schmerzlich vermißt, der durch Stellungsspiel und körperliche Präsenz dem Gegner, auch wenn der schneller war, zu verstehen gab. "Du kömmst hier nicht durch!" Weder Bregerie noch Müller erfüllten die Erwartungen. Der Trainer macht nicht klar, wer welche Rolle zu spielen hat, setzt wohl, wenn ich das richtig deute, auf Schnelligkeit statt auf Gegnerbespielung. Mit Schnelligkeit aber wächst keine Sicherheit, mit einer strukturierten Abwehr dagegen schon, einer Abwehr, bei der jeder weiß, wann er wo was zu tun hat. Das bedeutet v.a. die Notwendigkeit des Sicherinspielens, nicht aber die des Wechsels, der seine Beständigkeit hat.
    Im Mittelfeld dagegen gibt es keinen Plan. Wir sollten dem Gegner im DM-Bereich auf den Füßen stehen und nicht mitzuspielen versuchen. Der Ball gehört nach unten, er gehört dem schnellen Außen in den Lauf oder in den Fuß, nicht aber als Hochflugball auf den Kopf oder halbe Höhe. Unendliche Kopfballstaffetten, kaum Dreieckspiel, fehlendes Spiel auf die Außen und eine zumeist zu weit aufgerückte Abwehr lassen unser Spiel unansehnlich wirken, weil wir verkrampft versuchen, Dominanz auszuüben, die uns schlecht zupaß kommen muß, schaut man sich die Zahlen des Marktwertes der einzelnen Spieler an. Das hat doch Gründe, daß die anderen Mannschaften höher bewertet werden! Unser Weg kann es nicht sein, diese Zahlen ad absurdum zu führen, sondern nur so, durch Mannschaftsgeschlossenheit individuelle Mängel wettzumachen und dann mit Hilfe eines wuchtige Trotzdem dem Gegner den Zahn zu ziehen. Soll der doch am Ende das Gefühl haben, besser gewesen zu sein. Das kann uns egal sein. Unser Spiel DARF es nicht sein, durch Kleinklein und technische Feinheiten zum Erfolg kommen zu wollen. Unser Spiel muß in der Athletik und in der besseren Taktik seinen Erfolg suchen, nicht unbedingt im Konterfußball, denn der ist auch leicht ausrechenbar, wenn eine Mannschaft ihn strategisch einsetzt.

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