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Thema: pour toi (poor toy)

  1. #1
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    Post pour toi (poor toy)

    wahre Poesie
    liegt im Husten
    des Bettlers,
    der ausspuckt
    sich und
    seiner Seele
    Grund -
    Gütiger!
    PPPtttuuiiii!

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    Question AW: pour toi (poor toy)

    Im Husten des Bettlers liegt keine Poesie. Das glauben nur Idioten. Paul, bist du ein Idiot? Nicht, dass ich dir hier irgendwie zu nahe treten will, aber ich kann deine Absicht nicht erfassen, schon gar nicht verstehen. Klär mich Dummkopf doch mal auf!

  3. #3
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    Post AW: pour toi (poor toy)

    Hm, da nehm ich den Idioten in Kauf und mag sein, daß der Husten dieses Zeitgenossen durch einen diversen abusus bedingt... -
    aber ist das nicht der Grund, die Erde, der Nährboden für Poesie - zumindest "auch" - das mag ja wohl keiner abstreiten wollen -
    mag ein wenig Romantik dahinterstecken, (zweifelsohne ein mir anhaftendes Laster, daß ich hege und pflege, als wär's mein Schrebergärtlein, in dem es zuweilen allerhand zu ernten gibt - man kann es auch Datscha nennen...) -
    so laß mir doch den Penner husten, der gar mehr von Poesie versteht, als manch anderer, weil er sie lebt!!! - Ob er das muß oder gar wollte ( hab ich auch schon kennen gelernt, wohlwahr!), das ist eine andere Geschichte!
    Und sei jetzt bitte nicht kleinlich und kariere hier rum, von wegen sozialkritsicher Firlefanz oder Pseudo-Kerouac-Mentalität oder Alt-Hippie-Weisheit - oder geh doch nach Indien.... -
    im Flug eines Adlers steckt genau so viel Poesie,
    wie im Geschaffe einer Ameise,
    das Blinken eines Koffergriffs im Sonnenlicht,
    wie im Blick eines Kindes, beim Berühren eines Balles -
    warum, zum Mephisto, nicht im Husten eines Betllers???


    unruhig hinter den Gitterstäben durchblickend,
    ein idiotischer Panther!

    für Roberto und seinen Film "das Leben ist schön" -
    ich bin kein Held der Technik, nicht einmal der Netznutzung -
    schreibe wie mir der Schnabel gewachsen,
    und "klicke" was das das Zeug hält -
    insofern ist da mancher Dreierpack drin, lieber sind mir nach wie vor sixpacks -
    so verzeih der Ordnung Brechung,
    der Mißbilligung der gebannten Norm -
    konvex versuch ich eh schon zu verdichten,
    was mit bloßem Auge nicht... -
    aber das geht Dich, verzeih' ein weiteres mal, fürwahr bis dato einen feuchten Kehricht an -
    Qualität statt Quantität!
    Fakten, Fakten, Fakten!
    Ein Dreierpack zum Abschluß!
    eine rose ist eine rose ist eine rose
    PaulPaulPaul

  4. #4
    rodbertus
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    AW: pour toi (poor toy)

    No o, sweety! Deine Selbstinterpretation hat mich gefreut. Warum schreibst du nicht nur Interpretationen?
    Fangen wir doch die Geschichte anders an: Du wirst jetzt Interpretationen zu kommenden Werken verfassen, Paul.


    Einen Grund kann niemand ausspucken. Würde er nicht in sich zusammenfallen?

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: pour toi (poor toy)

    Der Dichter und sein Selbstbild.

    Diesen text las ich gestern in Deinem Manifest. Gab ihm eine (interne) Note. Wie will man's sonst machen, bei diesem Wust an texten?


    Was mich stört: Der Text ist zu sehr auf den Effekt gemünzt. So starke und recht unpoetische Worte wie WAHRE oder GÜTIGER, die den text zudem einklammern, behagen ihm letztlich nicht.


    Schon das heutige Geburtstagskind Schiller wußte um die Noth bei der Verwendung des Wortes GUTE oder WAHRE; sie liegen irgendwie schwer im Magen.

  6. #6
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    AW: pour toi (poor toy)

    moin!
    sinnieren ist wie ein wal, immer unter wasser, doch zuweilen mal luft schnappen... -
    ergo, da bin ich wieder, ein paar buchstaben auf der schippe...:
    hm, hab mich menschlich allzu menschlich in diesen bettler verguckt - und jetzt wo wieder kälte durch die nächte stöbert, seh ich sie immer kauern in den eingängen, wo die rein und rausgehen, die so gut riechen... -
    und trotzig, weil die empirie mir a priori immer noch wie seit urgenken eingibt, als hätten diese ein- und ausgänge etwas mit wahr und gütig zu tun.
    so schreib ich's hin.
    unverhohlen.
    die gratwanderung besteht darin, keine (sozial-)kritik betreiben zu wollen, mission liegt mir fern (pfiubah!), eher einen tropfen der aufmerksamkeit in dieses meer träufeln zu wollen, das den bettler als poeten nicht mehr sehen kann... -
    ein sinnschubs nur -
    er, der bettler erkennt, empfindet -
    was rauskommt ist rotz!
    ja, schiller und hölderlin stehen schon bereit - ich werde sie studieren, sie mich nicht mehr...
    ach, die arbeit...

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: pour toi (poor toy)

    Nee, meine nicht Sozialkritik oder so was, meine den Gebrauch abstrakter Begriffe in einem Gedicht. Selbst wenn sie hier in einem umgangssprachlichen Kontext zu gebrauchen sind, so stehen sie doch nicht der Form nach als gesplienes Deutsch da, sondern in der Präsenz eines nicht sagbaren Ausdrucks. GÜTIGER ist kaum zu verwenden, und wenn's hundert Mal ironisch, mit einem touch Ironie, versehen wurde.

  8. #8
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    AW: pour toi (poor toy)

    "präsenz eines nichtsagbaren ausdrucks" -
    weia, was alles gibt...
    nun, der einsam stehende gütige, weil ich das wort "grundgütiger", diesen ausruf des erstaunens, so liebe - kommt er überhaupt an, der grundgütige?
    ja, ich weiß, ich neige dazu zu ballen, mit schweren worten leichtes zu stopfen... - aber wenn einem nur die form des ge-dichts gegeben, und trotz dessen was sagen will, so entsteht daraus, oft, allzu oft (...), monumentales auf kleinem sockel - heißt zu überladen!
    weiß ich wohl. liebe selbst eher die augenblicksbilder... -
    na, ma schaun, ob ich mich nochmals dransetz, an den spuckenden... - wobei ich blut, schweiß und tränen auf spucke, sperma und liquor erwitern könnte (nicht zu vergessen die scheiße, den rotz, urin, schmalz und sperma...

  9. #9
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: pour toi (poor toy)

    Nein, sehe ich auch heute nicht so, daß das Spucken des Bettlers Poesie sein soll. Poesie ist ein wuchtiges Trotzdem. Wo ist hier das Trotzdem? Selig, wer sich OHNE Gram vor der Welt verschließt, nicht aber poetisch, wer auf die Welt scheißt. Tut mir leid, hier sehe ich eine große Aufgabe nicht nur des Dichters, sondern v.a. des Dichtens, eine zeitlose, eine sozialstandlose, eine sozusagen substantielle des Menschseins, gleich ob Priester, König oder Bettler. Am Ende der Tage sind wir doch alle Bettler.

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