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Thema: Paläolithicum und Mesolithicum

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    Resurrector Avatar von aerolith
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    Paläolithicum und Mesolithicum

    …in der Sage der Krähenindianer spielt er [der Berg] eine Rolle; er ist der Berg Ararat dieser Indianer. Auch die Indsmen sprechen von einer großen Wasserflut, einer Sintflut. Die Krähenindianer erzählen, daß, als alle Menschen ertranken, nur ein einziges Paar übrigblieb. Der Große geist rettete es, indem er ihm eine riesige Schildkröte sandte. Die beiden fanden mit all ihrer Habe auf dem Rücken des Tieres Platz und wohnten da, bis die Flut sich zu senken begann. Der Berg, den wir hier sehen, ist höher als die andern rundum; deshalb ragte er zuerst als Insel aus der Flut. Die Schildkröte kroch auf dieses Eiland, und das Menschenpaar stieg da von ihrem Rücken herab. Die Seele des Tieres kehrte zum Großen Geist zurück; der Körper aber blieb da oben und versteinerte und dient nun als Andenken an das Elternteil der jetzigen roten Männer. Das erzählte mir [Old Shatterhand] Schunka-schetscha, der Große Hund, ein Krieger der Krähenindianer, mit dem ich vor mehreren Jahren am Berg der Schildkröte lagerte. (Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. Berlin 1984. S.169/170.)
    Alt- und Mittelsteinzeit sind Zeitabschnitte zwischen 10000 v.Chr. und 3000 v.Chr. und bilden den Beginn des noch heute andauernden Zeitalters des Holozän. Als Anfang des Zeitalters wird das Aussterben der Großtiere (Mammut, Moschusochse, Säbelzahntiger) bestimmt, was überwiegend durch Klimawandel erklärt werden kann.
    cromagnon.jpg
    Das Beispiel des Mammuts
    : Nach 12000 v.Chr. wurde es zweitausend Jahre lang immer kälter und trockener, und das Mammut wich der von Norden weiter nach Süden vordringenden Kälte aus, um in notwendigen klimatischen Verhältnissen leben zu können. Aber im Süden war es sehr viel feuchter als im zu kalten Norden. Das Mammut hatte die Wahl zwischen erfrieren oder verfaulen. (Das Mammut besitzt keine Talgdrüsen zum Einfetten der Haare, ist also besonders nässeempfindlich. [1] Im Süden konnte die Wärme die Haut schnell trocknen, aber für kalt-nasses Wetter waren diese Tiere einfach nicht gemacht. Kalte und nasse Haut sind für Mammuts der Tod; tiefer und morastiger Boden tun den Rest.
    Für die Mammuts kam die Wetterberuhigung um 9800 v.Chr. zu spät. Sie starben aus. Der Meeresspiegel stieg durch das Wegschmelzen der Eismassen an. Fauna, Flora und Menschen paßten sich den neuen klimatischen Bedingungen an, die mit sehr viel geringeren Schwankungen als zuvor bis heute konstant geblieben sind; die letzte Eiszeit war um 9000 v.Chr. beendet. Britannien löste sich ca. 7000 v.Chr. vom Kontinent, die Ostsee entstand. Schließlich drückten die Wassermassen des Mittelmeers mit großer Kraft gegen die schmale Landbrücke zwischen Europa und Asien, so daß sie 6400 v.Chr. brach, die Sintflut (von sin- wie sein, nicht von Sünde). Diese Wassermassen durchbrachen die Landenge am Bosporus und fielen in das dato hundert Meter tiefer liegende Süßwassergewässer. [2] So bildete sich das, was wir heute Schwarzes Meer nennen. Damit war die heutige geographische Gestaltung der Erde abgeschlossen. Seit dieser Zeit gab es keine Katastrophen mehr, die Einfluß auf die äußere Gestaltung der Erdoberfläche besaßen.
    Die globale Erwärmung der Altsteinzeit [3] setzte ungeahnte schöpferische Kräfte bei den die Eiszeit überlebenden Cromagnon-Menschen freI. Um 7000 v.Chr. erkannten sie, daß das wohlschmeckende und nahrhafte Fruchtfleisch der Haselnuß gesund war und der Strauch zudem Windschutz bot. Also pflanzten sie Haselnußsträucher an. Das war eine Revolution: Seßhaftigkeit! Wer irgendwo festsitzt und nicht mehr umherzieht, der hat Zeit für andere Dinge als Nahrungssuche.

    Aufgaben:


    1. Warum starb das Mammut aus? (I)
    2. Beschreibe die letzte geographische Ausbildung Europas! (II)
    3. Erkläre die Bedeutung des ersten Anbaus der Haselnuß! (III)




    [1] Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas. München 2007. S. 58. Ein andere Auffassung behauptet das Gegenteil: Woolly mammoths exhibited numerous adaptations for heat conservation in their adopted Arctic habitat, including small ears and tails and a thick fur pelage with associated sebaceous glands. (In: Nature Genetics. Adcance Online Publication, 2. Mai 2010; doi: 10. 1038/ng. 574.)

    [2] Die neuesten Forschungen von Giosan, Filip und Constatinescu (2009) erbrachten Ergebnisse, die qualitativ übereinstimmen mit denen, die Kuprin und Sorokin für den nördlichen Sektor des Schwarzen Meeres veröffentlichten [„The Black Sea Flood Question: Changes in Coastline, Climate and Human Settlement“ von Janko-Hombach, W.; Gilbert; Panin, N.; Doluchanow (Eds.), 2007]. Dieses Buch umfaßt fachübergreifend 35 wissenschaftliche Arbeiten, die, ausgehend von der These einer Sintflut, die verschiedenen Aspekte vom kataklysmischen Wassersturz um 6400 v. Chr. beleuchten. Kuprin und Sorokin weisen nach, daß der Anstieg des Spiegels von –100 m synchron mit dem Schmelzen und dem Rückzug des Eisschildes bereits um 17000 v.Chr. einsetzte und bis etwa 8500 v.Chr. auf –25-30 m führte. In den folgenden 1500 Jahren drang mediterrane Fauna ein, begleitet von einem Anstieg des Wasserspiegels auf –20 m, gemessen vom heutigen Wasserspiegel des Schwarzen Meeres. Danach setzte das Vordringen des Meeres (Transgression) ein und führte auf den heutigen Meeresspiegel.

    [3] Man unterscheidet Alt- und Jungsteinzeit. Die Altsteinzeit (Paläolithicum) ist durch roh behauenes Steinwerkzeug gekennzeichnet und kannte keinen Ackerbau. Die Jungsteinzeit (Neolithicum) ist durch geglättete Werkzeuge resp. Waffen gekennzeichnet und v. a. dadurch, daß der Mensch nunmehr nicht nur Jäger und Sammler war, sondern seßhaft wurde, also Ackerbau und Viehzucht betrieb. Er begab sich aus der Abhängigkeit von Zufällen und nahm sein Schicksal selbst in die Hand, anfangs als Wanderwirtschafter (Nomade), der ein Feld nutzte, bis es ausgelaugt war und dann weiterzog; ab 3000 v.Chr. als Kreiswirtschafter, der seine Felder durch die Asche gefällter und verbrannter Bäume düngte und auch Felder brachliegen ließ, damit sie sich wieder erholen konnten. Der Jungsteinzeitmensch abstrahierte. Die größte menschliche Revolution.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Paläolithicum und Mesolithicum

    Aufgrund von Zahnfunden und einem Schädelteil ließ sich folgendes Bild einer Denisova-Frau rekonstruieren. Neanderthaler in Westsibirien.

    denisova_frau.jpg

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