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Thema: In Ruhe reift die Liebe

  1. #1
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    In Ruhe reift die Liebe

    Es wickelt sich der Morgen aus dem Schal,
    die Sonne hat den Hals noch in der Schlinge,
    geduldig warten all die Schmetterlinge,
    bald schon fällt das erste Licht ins Tal.

    Ein Mädchen treibt die Kühe auf die Alm,
    von tausend Blumen pflückt es nur die eine
    und hilft damit dem Käfer auf die Beine.
    Ein Windstoß wehte ihn von seinem Halm.

    Kniehoch steht ein Baum im satten Gras,
    im kühlen Schatten sitzt ein Hirtenjunge,
    die Süße eines Sommers auf der Zunge,
    im Korb das reife Obst - von dem er aß.

    Der Tag, vom Duft der Wiesen fein gewürzt,
    entkleidet sich im Sog der Dämmerstunde,
    schon geht der Mond auf seine erste Runde,
    bevor ein Sternenmeer die Nacht beschürzt.

    Es wickelt sich der Morgen aus dem Schal,
    die Sonne hat den Hals noch in der Schlinge,
    doch zwei gehn Hand in Hand, sind guter Dinge,
    und küssen sich schon bald das erste Mal.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Ich glaube, diese Szenen spielen sich in Bayern ab. Wegen der Alm.
    Jede Zeile ist erfahrbar, erlebbar weil alle Sinne miteinbezogen werden. Es ist fast wie ein Film vor den Augen.
    So wie ein Tag im Zeitraffer. Auch leicht und lustig, wenn ich mir den Morgen im Schal vorstelle.
    Die Sonne und die Schlinge hat mich an dieses Kinderbuch erinnert, in dem der Indianerjunge versucht, die Sonne einzufangen mit einem Lasso. Auch da hat es nicht geklappt.
    Es ist ja ein Liebesgedicht, aber die Naturbeschreibungen kann man davon nicht trennen oder sie bilden eher den Rahmen für die Liebe, kommt mir so vor.
    Die Überschrift ist schön, entspannend.
    Theoretisch könnte man jeden Tag in der Form wahrnehmen....

  3. #3
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Die Natur und die Liebe tauchen in vielen meiner Gedichte gleichzeitig auf. Die Liebe ist ja auch mit das "natürlichste"...das es gibt. N+L sind für mich der kleinste Nenner des Lebens. Alles andere ist purer Luxus. Kein Wunder also, dass am Anfang die Geschichte von Adam und Eva steht.


    Die Überschrift fügt sich ein...in eine Reihe von Gedichten...die alle mit "In Ruhe reift..." tituliert sind.


    Vielen Dank für deinen Besuch und deine Gedanken zu meinem Text!

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    zu wenig verdichtet, zu viel aufgezählt und passend gemacht. der text wirkt wie ein gemachtes - und das ist meist schlecht.

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Klar ist er auf eine gewisse Art "gemacht", da er mir nicht von A bis Z zuflog - aber er ist nicht konstruiert...falls Du das meinst. Mir gehen solche Metaphern recht leicht von der Hand und ich wende auch keine bestimmten Techniken an, Von anderen weiß ich, dass sie sich Texte dieser Art schablonenhaft erarbeiten müssen...aus-xen, auf Jamben und Trochäen achten usw - das ist bei mir nicht der Fall.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Die Natur und die Liebe tauchen in vielen meiner Gedichte gleichzeitig auf. Die Liebe ist ja auch mit das "natürlichste"...das es gibt.
    Ja, sie spiegeln sich vielleicht (N u. L). Mir fällt dazu noch Weite und Kraft ein. Und beide sind einfach da. Geschaffen, nicht "gemacht".

  7. #7
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Ja, "geschaffen" (lässt alle Optionen offen) ist der bessere Begriff als "erschaffen" (religiös besetzt). Die Liebe ist ein Werkzeug der Natur...das sie zur Produktion oder Reproduktion von Leben benötigt -gerade wenn es um das Leben der Säuger geht. Bisher hat es noch niemand geschafft den Begriff Liebe so zu definieren, dass es jeder unterschreiben könnte. Die vom Trieb gesteuerte Liebe ist eben etwas ganz anderes als die aus der Fürsorge heraus gewachsene Liebe. Wenn jemand sagt er würde für sein Kind sterben, dann klingt das edel und selbstlos...aber in Wahrheit ist das purer Egoismus...weil wir darauf programmiert sind im Zweifelsfall unsere Gene...und nicht uns selbst zu erhalten.

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Man hört oft, dass Menschen mit einer lebensbedrohenden Erkrankung ihren Fokus ruckzuck auf "Liebe" ausrichten. Als wenn es die letztendliche Substanz von allem wäre. Unabhängig vom Trieb, aber den nicht ausschließend. Ich kann das nachvollziehen, ich versuche das jetzt schon. Der komprimierte Weg zur Liebe. Und dann erscheint mir die Natur wie ein Ausdruck dieser "Liebe,die alles durchdringt". Oder umgekehrt, kann die Natur diese Erinnerung an Liebe wachrufen.
    Ich find es auch schwer, einfach nur darüber zu schreiben. Deshalb vermutlich die Lyrik..

  9. #9
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Man hört oft, dass Menschen mit einer lebensbedrohenden Erkrankung ihren Fokus ruckzuck auf "Liebe" ausrichten
    Kann ich mir auf jeden Fall gut vorstellen. Da ich persönlich nicht zum Arzt gehe (das letzte Mal vor 5 Jahren - und das auch nur unfreiwillig), würde ich erst in der Endphase von einer/meiner Krankheit erfahren. Ich werde, wenn überhaupt, ohnehin nur innerhalb einer festen Beziehung krank. In Singlezeiten bin ich stets kerngesund - vielleicht aber auch krank...ohne mir dessen bewusst zu sein. Entscheidend für unser Wohlbefinden ist der gefühlte...nicht der tatsächliche, der eigentliche Zustand.


    Oder umgekehrt, kann die Natur diese Erinnerung an Liebe wachrufen.
    Ein schöner Satz

    Wir können viele...aber nicht alle Geheimnisse der Natur entschlüsseln...und das ist gut so. Die letzte Ungewissheit ist eine Art intimer Rückzugsraum.

    Ich find es auch schwer, einfach nur darüber zu schreiben. Deshalb vermutlich die Lyrik.
    .

    Am sinnvollsten ist es eine Liebe zu leben. Klingt so einfach, dennoch scheitern viele daran.

    Ich "produziere" zwar zu allen Zeiten Lyrik, aber für wirklich gute Lyrik brauche ich die Extreme - ob positiv oder negativ...egal. In Zeiten der "Normalität" erfülle ich nicht mehr als die Norm.

    Wir haben zwar in Sachen Heirat zur Zeit ein Hoch...auch bei den festen Bindungen...aber das ist nur eine Momentaufnahme...ein Ausschlag...langfristig gesehen werden diese Modelle aussterben. Der Mensch hat die Natur in vielen Dingen ausgetrickst...und das wird ihm vermutlich auch bezüglich der Liebe gelingen.

  10. #10
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Die Natur und wir - das ist eine Beziehung...bei der sich jeder dem anderen anpasst. Wenn die Natur lernt, dass wir auch ohne Liebe dazu bereit und in der Lage sind uns fortzupflanzen, wird sie uns das Gefühl der Liebe nehmen. Die Natur kennt keine Verschwendung und ist sehr flexibel. Wenn sich die Natur (uns) anpasst, dann hat das mit Rücksichtsnahme nichts zu tun...da geht es alleine um Effizienz. Und der Mensch ist auf dem besten Wege die Liebe entbehren zu können. Der Mann in den 70er Jahren produzierte noch doppelt so viel Sperma wie der heutige Mann. Das passiert nicht einfach so...das ist bereits eine Reaktion der Natur auf unsere Unlust zu lieben. Sie gibt uns nur das...was wir zu verballern bereit sind.

  11. #11
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Was meinst Du eigentlich mit "Natur"?
    Es ist egal, was wir mit der Liebe machen, sie wird immer da sein und warten.

  12. #12
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    AW: In Ruhe reift die Liebe


    Es gibt eine wissenschaftliche, eine religiöse und eine philosophische Beschreibung der Natur, weshalb "Natur" der harmonischste Begriff für das Große und Ganze ist. Im Prinzip verbietet es sich zu behaupten man könne die Natur verbindlich erklären, denn damit würde man sich selbst über die Natur stellen, wie es z.B. die Religionen auch alle machen. Vieles lässt sich beweisen und erklären, manches nur vermuten. Auch der Wissenschaftler hat Vermutungen, trägt diese aber i.d.R. nicht in die Welt hinaus., während der Geistliche noch nicht mal Vermutungen anstellt...sondern nur mit Behauptungen hausieren geht. Und das ist noch gnädig ausgedrückt, denn in Wahrheit sind das meist Lügen. Wenn ich wider besseren Wissens etwas falsches behaupte, dann sind das Lügen. Wenn ich damit auch noch Geld mache, und alle Religionen machen mit ihren Lügen Geld, dann ist das kriminell. Für mich gibt es also nur eine wissenschaftliche und philosophische Beschreibung der Natur - die religiöse halte ich für unzulässig.



     

    Es ist egal, was wir mit der Liebe machen, sie wird immer da sein und warten.

     
    Nicht jedes Lebewesen kennt das Gefühl von Liebe. Im Gegenteil, dieses Gefühl wohnt nur einer Minderheit inne. Die Liebe ist ein selektives...und kein allumfassendes Gefühl...weshalb ihr Ende absehbar ist.
     
    Lass sie uns bedichten...so lange es sie noch gibt

  13. #13
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Du scheinst Dir mit Vielem im Klaren zu sein. Ich sehe Einiges anders. Wenn man einen Dialog führt, um dann doch nur wieder einen Monolog zu führen, dann wollte man doch nie einen Dialog führen, oder? Ich schließ mich da mit ein und frage mich und Dich das gerade.

  14. #14
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Jetzt weißt Du...warum Politiker unterschiedlicher Parteien nur selten miteinander in den Dialog treten. "Mit vielem im Klaren", das hast Du diplomatisch ausgedrückt. Die eigentliche Aussage ist: "Du hast eine vorgefertigte Meinung". Hättest Du gerne auch so schreiben dürfen..., denn es entspricht durchaus der Wahrheit. Bei einigen Themen bin ich verbohrt...weil ich das Gefühl habe alle anderen Sichtweisen oder Argumente bereits zu kennen -ich mich mit diesen bereits befasste. Kommen ganz neue Aspekte hinzu...bin auch ich wieder nach allen Seiten offen.

  15. #15
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Die eigentliche Aussage war "Du scheinst Dir mit Vielem im Klaren zu sein". Daß das "erarbeitete" bzw. begründete/erprobte Meinungen sind, die Du hast, nehme ich schon wahr.
    Ich bin immer dafür, auch im thematischen Austausch miteinander Erfahrungen zu machen. Ich eben.

    Das stelle ich mir anstrengend vor: Du hast also Deinen Besitz gepachtet und falls da mal jemand kommt, der diesem noch was hinzufügen könnte, der hat dann Glück gehabt? Und was ist, wenn Dir bis dahin etwas entgeht?

  16. #16
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Das stelle ich mir anstrengend vor: Du hast also Deinen Besitz gepachtet und falls da mal jemand kommt, der diesem noch was hinzufügen könnte, der hat dann Glück gehabt? Und was ist, wenn Dir bis dahin etwas entgeht?
    Gute Frage.

    Welche Haltung müsste man denn einnehmen, damit einem nichts entgeht? Und nur selten sagen wir " Mir ist da etwas entgangen" - meist heißt es doch " Dir entgeht etwas". Nur das...was wir im Nachhinein vermissen...ist uns auch wirklich entgangen - und auch nur dann...wenn das Entgangene eine Alternative hätte sein können. Mein Vater z.B., der war ständig auf Abenteuerreise...machte Extremtouren...während wir Kinder mit der Mutter irgendwo im Süden unseren "Familienurlaub" verbrachten. Für seine Abenteuer wurde mein Vater von vielen Menschen bewundert, aber ganz gewiss hörte er auch oft den Satz "dir entgeht etwas". Monate vor einem Tod bestätigte er nochmal, dass er das Leben führte...das er führen wollte. Es gab also nur in den Augen anderer auch eine Alternative.

    Ja, mir entgeht vieles - manches lasse ich entgehen...manches entgeht mir - alles hat seinen Preis. Wie hoch dieser letztendlich ist, das hängt auch von den Dazugewinnen ab. Jeder wird irgendwan Bilanz ziehen müssen...ob er will oder nicht.

    Das stelle ich mir anstrengend vor
    Ist es - für andere noch mehr als für mich selbst

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Es gibt ganz viele Möglichkeiten mit dem umzugehen,was es ggf. noch zu entdecken/erleben/fühlen gibt. Es ist sicher typabhängig.

    Wenn Kinder abhängig vom Verhalten des Vaters/Eltern sind,ist es was Anderes als zwischen Erwachsenen. Ich denke bei Erwachsenen finden sich schon die, die zusammensein wollen. In Abhängigkeitsbeziehungen leiden die,deren Bedürfnisse unerfüllt bleiben,weil sie nicht gesehen werden.
    Mehr fällt mir dazu jetzt auch nicht ein. Ich nehme das bei Dir schon wie eine Art Abgrenzung zum Anderen wahr. Aber wenn das für Dich gut so ist, dann macht mir das nur bewusst, dass ich selbst gerne auf die leisesten Töne hören möchte.

  18. #18
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Das war ein Beispiel...das mir gerade so einfiel - warum gerade dieses...das wird wohl seine Gründe haben, aber ich hätte auch ein aktuelles Beispiel gefunden. Mit zunehmendem Alter weiß ich umso mehr was ich will..bzw nicht mehr will - das wird anderen, auch dir, vermutlich ebenso gehen. In gewisser Weise ist das eine Abgrenzung, ja. Entscheidend ist...egal wie offen oder abgeschottet...ob man selbstbestimmt lebt - und wie es einem dabei geht.

    Jemand, der sich dazu entscheidet in den Wäldern Kanadas als Einsiedler zu leben...der wir dort nicht vieles vermissen. So gesehen bin ich ein Einsiedler in der Mitte der Zivilisation...dabei aber alles andere als einsam. Du hast schon Recht; diese "Einstellung" strahle ich auch aus - und sollte sie sich irgendwann ändern...sind bereits viele Brücken zerschlagen.

    In Ruhe reift die Liebe...so heißt mein Gedicht - und ich hatte mir dabei etwas gedacht. Vermeintlich trifft uns die Liebe auch mal aus heiterem Himmel...bzw das Gefühl des Verliebtseins...doch das passiert nur dann...wenn man innerlich dazu bereit ist. Und dieses Bereitsein ist das Ergebnis eines Reifeprozesses. Zu einer anderen Zeit hätte sich dieses Gefühl...auch wenn die Konstellation die gleiche gewesen wäre...vielleicht nicht eingestellt.

    dass ich selbst gerne auf die leisesten Töne hören möchte.
    Diese Töne höre ich...und da bin ich auch froh drüber...immer noch. Geändert hat sich einzig und alleine ob und wie ich darauf reagiere. Meine Sensibiltät möchte ich auf keinen Fall verlieren, doch "schenke" ich sie nicht mehr jedem. Oberflächliche und unreflektierte Menschen erkennst Du an dem Satz "Ich würde, könnte ich mein Leben nochmal leben, alles genau so machen wie bisher". Frage ich nach (um ihnen die Chance zu geben ihre Aussage zu relativieren)...ist das in 100% der Fälle auch so gemeint. Ich verachte diese Menschen aber nicht dafür. Im Gegenteil, sie sind zu beneiden. Auf eine bestimmte Art sind das Authisten...die sich eine Welt zurecht gelegt haben...in der sie gut und gerne leben...ohne anderen dabei auf die Füße zu treten. Ich lebe auch gut und gerne, aber ich trete.

  19. #19
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Ich glaube nicht, daß das Konzept "Ehe" aussterben wird. Menschen sehnen sich nach festen Bindungen und gingen diese stets ein, auch in Zeiten ohne Trauschein. Und auch, wenn die "Ehe" den christlichen Kontext verliert/verlieren sollte, so wird sie als Institution und Sehnsuchtsmotiv Bestand haben. Aber das oder das Gegenteil mögen wir behaupten wollen, belegen werden wir es nicht; es sei denn, einer von uns, AD, übersteht die nächsten hundert Jahre.
    Daß Partnerschaft krank machen kann, ist genauso vage wie die gegenteilige Behauptung, die davon ausgeht, daß Menschen in Partnerschaft länger leben. Das hängt doch sehr vom Typus ab. Manch einer stürzt sich in die Ehe, wobei er ein Typ ist, der besser allein lebt. Ein anderer sucht händeringend nach einem Partner, weil er sich nicht beschäftigen kann oder oder oder. Abendfüllendes Thema.

    In Deinem Text soll Liebe reifen. Gut möglich. Widerspricht aber meiner Erfahrung. Das zur Aussage.

    Formal meine ich, eine Schleife zu entdecken, also eine Glosse zur empfundenen Dehnung, Ewigkeit gar, Rundung, Vollkommenheit, christlich substituierte Hoffnung. Da Du nun kein Christ bist, kann Hoffnung sich nur trivialisiert mitteilen, also in Form einer pragmatischen Zweisamkeit, idyllisch verbrämt in einem diminuiden Umfeld. Auf mich wirkt der Text angenehm, aber auch kitschig. Doch das mag ich zuweilen.

  20. #20
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    In Ruhe reift die Liebe...so heißt mein Gedicht - und ich hatte mir dabei etwas gedacht. Vermeintlich trifft uns die Liebe auch mal aus heiterem Himmel...bzw das Gefühl des Verliebtseins...doch das passiert nur dann...wenn man innerlich dazu bereit ist. Und dieses Bereitsein ist das Ergebnis eines Reifeprozesses. Zu einer anderen Zeit hätte sich dieses Gefühl...auch wenn die Konstellation die gleiche gewesen wäre...vielleicht nicht eingestellt.
    Das kann ich nachvollziehen. Und ich denk auch, dass jeder Mensch seine eigene Art von Reifeprozeß hat. Und das finde ich dann schon wieder unbegreiflich gut.

  21. #21
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: In Ruhe reift die Liebe

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, daß das Konzept "Ehe" aussterben wird. Menschen sehnen sich nach festen Bindungen und gingen diese stets ein, auch in Zeiten ohne Trauschein. Und auch, wenn die "Ehe" den christlichen Kontext verliert/verlieren sollte, so wird sie als Institution und Sehnsuchtsmotiv Bestand haben. Aber das oder das Gegenteil mögen wir behaupten wollen, belegen werden wir es nicht; es sei denn, einer von uns, AD, übersteht die nächsten hundert Jahre.
    In Sachen Lebensalter steht uns eine Quantensprung bevor. Demnächst werden 200 Jahre möglich sein. Dazu empfehle ich das Buch "Die Tyrannei des Schmetterlings" von Frank Schätzing. Ein sauber recherchierter Bestseller...der auch zu diesem Thema interessantes zu berichten weiß.

    Du hast schon Recht...man kann in Sachen Ehe nur prognostizieren und nicht wirklich wissen. Die Zukunft wird es zeigen. Mir ist das auch relativ egal - ich habe da für mich einen eigenen Entwurf. Könnte ich nochmal von vorne anfangen...dann würde ich es so machen wie der Arzt...in den sich meine Ex-Frau verliebte...nachdem er sie operierte. Er sagte gleich am ersten Tag, dass er nur für sieben Monate an ihrer Seite sein wird...um dann weiterzuziehen. Exakt nach sieben Monaten sagte er Tschüss...obwohl die Beziehung bis dahin hervorragend war. Es stellte sich heraus, dass er das immer so machte...ohne eine einzige Ausnahme - und sehr wahrscheinlich wird er das auch heute noch so praktizieren. Vermutlich ist er da seiner Zeit nur weit voraus. Rückblickend hätte ich das auch so handhaben sollen.

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