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Thema: Michael Amon

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Arrow Michael Amon

    Michael Amon ist ein österreichischer Schriftsteller. Ein zutiefst österreichischer und doch universaler Autor. Ich spare mir weitere Attribute wie links, konservativ, liberal oder antiirgendwas. Er ist mein Freund seit Schultagen, einer meiner wenigen besten Freunde. Er kämpft seit fast 2 Jahren einen heroischen, schier nicht enden wollenden Kampf gegen eine lebensbedrohende Krankheit. Ein Kampf, der übermenschliche Kräfte erfordert, der dir alles abverlangt, wirklich alles. Ich bewundere seine Haltung, trotz aller unwürdigen und widerlichen Zumutungen, die diese Krankheit mit sich bringt, Würde zu bewahren und sich nicht unterkriegen zu lassen. Ich hätte mich an seiner Stelle wohl längst vom Acker gemacht. Er kämpft unverdrossen.

    Hier ein link auf seine homepage. Vielleicht weckt sie ja das ein oder andere Interesse. Er kann jeden guten Gedanken brauchen, jeden Leser auch:

    http://michaelamon.com/

    (eulenspiegel)

  2. #2
    rodbertus
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    Question AW: Michael Amon

    Der Mann ist fleißig gewesen, dünkt mich. Welches Buch zum Einstieg empfiehlst Du? Besprechung nach Lektüre folgt.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Michael Amon

    Mein Lieblingsroman ist 'Yquem - schlafende Konten' - melancholisch, voll Esprit, guten Weinen und sehr Amon-isch.

    sehr autobiographisch ist 'Fromme Begierden' - ein Internatsroman
    aber auch '1968 - ein Lächeln im Mai' - eine herrlich pointierte Abrechnung mit den Ereignissen 1968, den Stones (seine Lieblingsband) und den Wiener Verhältnissen damals

  4. #4
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Michael Amon

    Das 1968er Buch werde ich bestellen. Besprechung des Buches in zirka zwei Wochen.

    Ich habe eine Aufnahme von Dir, "honky tonk woman", spieltst Du da mit Amon zusammen?

  5. #5
    Klaus Norbert.
    Laufkundschaft

    AW: Michael Amon

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Michael Amon ist ein österreichischer Schriftsteller ... Er kann jeden guten Gedanken brauchen ...

    Wie meinen Sie die Sache mit den Gedanken, gute Gedanken als guten Trost? Oder um daraus seine Werkstatt zu befeuern?
    Vielleicht schreiben Sie als Österreicher, wahrscheinlich, dann wird es umgangssprachlich Trost meinen. Ja?

    Ich habe den Text über die 24-Stunden-Pflege gelesen. Unabhängig von den Äußerlichkeiten, stelle ich mir das für den Betroffenen vor, schrecklich wie fürchterlich.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Michael Amon

    ad Klaus Norbert:

    Ich bin zwar kein idealistischer Spinner oder Esoteriker, Voodoo-Anhänger oder Animist, doch denke ich, dass ein guter Gedanke, also ein wohlwollender, von Sympathie und Wertschätzung getragener Gedanke, ihm sicher nicht schaden wird. Im Übrigen drückt der Satz aus, dass es ihm nicht gut geht und er jede Art von Unterstützung brauchen kann.


    ad Robert:

    Jössas, das hast du noch! Ist ja rührend. Nein, Michael macht da nicht mit. Es gab zwar einige denkwürdige Sessions zusammen mit ihm, wo wir beide einige Songs unserer Lieblinge coverten, doch zum Glück keine Aufnahmen davon! Er ist ein sehr musikalischer Mensch, doch wenig geübt, hat eine gute Stimme für Blues & Rock, probiert sich auch am Klavier und wir haben einiges zusammen gemacht.

    Es war ja damals in jungen Jahren immer die Frage, Beatles oder Stones? Michael und ich waren damals immer klar auf der Seite der Stones. Inzwischen bin ich ein wenig nachsichtiger geworden und mag auch die Beatles ab 1967, ja finde sie sogar teils genial. Abbey road oder Let it be naked sind schon schwer wiegende Scheiben. Auch von den Stones gefallen mir auch nur Sachen bis max. 1976, danach verlor ich das Interesse an der sog. populären Musik generell. Mag vor allem die Musik von ca. 1965-1975 mit dem Peak um 70 herum. Was danach kam, war mir zu flach, zu sauber und geschniegelt, nur mehr schwacher Aufguss des ewig selben, dazu viel zu sehr elektronisch aufgepeppt, auf Hitparade getrimmt.

    Mit dem 68-er Buch hast du eine gute Wahl getroffen.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Michael Amon

    Gestern starb mein lieber Freund Michael Amon.

    2 Jahre lang kämpfte er gegen diese beschissene Krankheit.
    2 Jahre lang kämpfte er gegen all die Schmerzen, Zumutungen und Entwürdigungen, die diese Krankheit mit sich brachte.
    2 Jahre lang kämpfte er gegen ein Gesundheitssystem, das betriebsblind ist und taub für die Bedürfnisse der Kranken.
    2 Jahre lang kämpfte er gegen eine ausufernde Sozialbürokratie, statt seine Kräfte für den Kampf gegen die Krankheit sammeln zu können.
    2 Jahre lang kämpfte er gegen Mißstände und Gleichgültigkeit in der Pflege schwerstkranker und todkranker Menschen.

    Jetzt hat er all diese Kämpfe verloren.

    Möge er dafür Ruhe und Frieden gefunden haben.

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