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Thema: Stiller Verfall

  1. #1
    Stonewall
    Laufkundschaft

    Post Stiller Verfall

    Ich spüre den Verfall,
    doch nicht mein Körper!
    Die Bewegung aus mir
    ist erloschen.


    Ich sehe die Zukunft
    nicht vor Augen!
    Das Ziel aus mir
    scheint verschwunden.


    Ich höre meine Worte
    nicht als Klang!
    Ihr Sinn in mir
    klagt mich an.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Magdeburg
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    AW: Stiller Verfall

    Zu Deinem ersten Text hier:


    spüre-sehe-höre


    ich bin ein Freund des Hörens und des Sehens, das Spüren ist mir zu vage, bestenfalls abgeleiteter Natur; wenn Du Dein Gedicht mit dem Spüren beginnst, so werde ich in seichtes Fahrwasser geschoben, erwarte dementsprechend die Suche nach dem Festen
    - Nun, Du bringst mich zu einem DOCH, eine Konjunktion, disjunktiv? Partikel mit Vorhebecharakter?, syndetische Reihung im ersten Satz, also koordinierend? jedenfalls ist die Sache unschwer schwerer geworden, und das im seichten Fahrwasser... searching
    ERLOSCHEN ist das nächste wichtige Wort, das Du an BEWEGUNG bindest. Das erstarrte VERFALL bedarf einer Erläuterung durchs ERLÖSCHEN? Nein, Du verlangst zuviel Satzung im Wort.


    facere est: Die Sinnträger sind in annominativer Bedeutungsunmöglichkeit verknüpft. Vielleicht fehlen nur Adverbien oder deutliche Bezugspunkte, damit der Leser dabeibleibt.


    Wenn wir uns hier einigen können, mache ich gern mit Strophe zwei weiter.

  3. #3
    Stonewall
    Laufkundschaft

    Post AW: Stiller Verfall

    Hallo Ed,


    vielen Dank für die Begrüssung und für die vielen konstruktiven Worte zu so wenigen... - und ja, wir können uns einigen. Tatsächlich war es ein Versuch, mit wenigen Worten viel zu sagen - vielleicht mit zu wenigen...
    Deshalb hier ein neuer Versuch, das Gedicht etwas deutlicher (im Sinne Deiner Anmerkungen) zu modifizieren, hoffend, daß ich das intuitiv verstanden habe, was mir an Worten fremd...:


    Ich rieche den Moder des Verfalls,
    doch nicht mit der Nase !
    Das Feuer in mir
    ist erloschen.
    Ich sehe die Zukunft des Stillstands
    doch nicht mit den Augen!
    Das Ziel in mir
    scheint verschwunden.
    Ich höre meine Worte des Versagens
    doch nicht mit den Ohren!
    Ihr Sinn in mir
    klagt mich an.
    Ich schmecke die Bitterkeit dieser Worte
    doch nicht mit dem Gaumen!
    Das Mahl in mir
    ist noch nicht beendet.


    Besser? Wobei ich gleich dazu sagen möchte, daß mir selbst die "Nase" nicht gefällt - sie klingt etwas zu profan - jedoch mit dem Rest konsequent...

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    Renommee-Modifikator
    21

    Post AW: Stiller Verfall

    Womit bewiesen sein dürfte, daß die Vorlage zum Verdichten nicht ausreichte. Da gefällt mir die geraffte version besser. Die zweite erinnert an Pennäler beim Erstversuch.

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