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Thema: Septembermorgen

  1. #1
    hawkheel
    Laufkundschaft

    Post Septembermorgen

    Septembermorgen


    Der Schatten beleuchtet den Tag,
    das Wort erschüttert das Schweigen.


    Ich trinke das Wort
    aus dem Mund der Geliebten:
    wir wissen einander wahr.


    Die Zeit legt ihr müdes Gesicht
    uns zur Seite: sie erfüllt sich.


    Der Sommer wuchs in die Ähren:.
    wir schneiden das Brot,
    wir brechen das Wort aus den Herzen,
    wir legen dem Abend sein Kleid an
    und stillen der Nacht ihren Durst.


    Es trinkt sich das Wort
    aus dem Mund der Geliebten:
    wir sagen einander wahr.


    Wir sagen einander.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    20

    AW: Septembermorgen

    Hallo hawkheel, ich sage nur ungern was zu Lyrik. Diesmal sage ich: mehr.
    (und warum erinnert es mich an Celan?)

    Grüße und Willkommen, it

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    10

    AW: Septembermorgen

    Hallo hawkheel! Tatsächlich? Also, sei mir recht herzlich willkommen... Ich schrieb das schon lange nicht mehr?! Also, sei mir recht herzlich willkommen in diesem Forum. Hast Du Dir die Regeln auch durchgelesen? it meinte neulich, keiner lese diese Regeln, die er anfangs unterschriebe (ha!). meanwhile, ich hoffe, Du beteiligst Dich rege an den Projekten und Diskussionen.


    Zu Deinem ersten Text: Celan? Nein, wohl eher ein umschwingender Yeats.


    Ich reibe mich am ersten Vers, er stinkt! Ich werd nicht so gern mit dem Kopf vornüber in expressis antilogis gestoßen. Da wird mein Wesen gestäupt. Warum sollte ein Text so nicht beginnen dürfen? Weil er aufgesetzt nur werden kann.
    Zeit erfüllt sich nicht. Zeit zerstört. Zeit ist in der Welt, um zu zerstören. Eine erfüllte Zeit ist ein Oxymoron, es sei denn, man hält sich moralin im Verborgenen. Oder aber, was noch verwerflicher ist: Man badet im Klischee.
    wir legen dem Abend sein Kle
    Das ist nicht Dein Ernst! Mit solchen Verrenkungen wird dem Genetiv nicht das Wort geredet. Ist zwar korrekt so, aber unschön. Zumal die Konstruktion dieser Strophe mit drei korrelierenden WIR überfrachtet sein muß; nein, diese Art, den Sinnträgern Infinitivformen zu verpassen, diese Art verwirft das Gedicht zum Sinngedicht. Und dabei ist es gar nicht schlecht. Schön ist der untere Teil, dieses Sichauflösen im Angesicht des nahenden Herbstes, auch ein Versprechen gibst Du da. Um so vorwerflicher ist deshalb der Mißbrauch ungebeugten Zuweisens zu einer Horde brachial den Raum füllender Sinnträger.


    So, mehr hab ich erst mal nicht zu sagen.

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