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Thema: Ich bin frei

  1. #1
    alex
    Laufkundschaft

    Post Ich bin frei

    Ich bin frei


    Hier stehe ich,
    Gefangener meines eigenen Körpers,
    Eingeengt in meinem Handeln und Denken.
    Ich möchte frei sein.


    Wind kommt auf.
    Ich gebe mich ihm hin
    Und er trägt mich davon,
    Überall hin, wo ich sein möchte.
    Ich möchte überall sein.


    Ich öffne meine Augen,
    Doch sie sind bereits offen,
    Denn ich bin die Welt,
    Ich bin das Leben,
    Ich bin die Ewigkeit.


    Ich bin frei

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Magdeburg
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    10

    AW: Ich bin frei

    Er möchte, und er ist. Er möchte im Ist sein, ein seiendes Sowollen also. Die Antinomie zum Beginn wird nicht aufgegriffen im weiteren Verlauf, statt dessen wird quasi aufgezählt, ein an bereits begangenen Gleichnissen aufgerollter Faden der Untoten teilt sich da mit.
    Nun, sehen wir es positiv, es geht um die Sinnsuche. Sinnsuche teilt sich aber im Subjekt mit, nicht im Phrasalum. Also, nieder auf die Knie, sub icere!


    Das schreibe ich, es ist ganz allgemein gesprochen, so gar nicht von oben herab, sondern versuchsweise nicht Allgemeinplätze suchend und sich demutsvoll einem Versuch zur Selbstbestimmung annähernd. (Partizipien zur Vermittlung)

    Die Übergänge kommen zu drastisch. Wie soll ich vom ersten Gezeil zum zweiten gelangen, ohne zu stolpern? Fungiert der Wind als Katalysator, ist er gar Deus ex machina? Hat Freiheit etwas mit dem Sichhingeben zu tun? Was für eine begrenzte Freiheit soll das sein? Und wenn Freiheit schon nichts anderes sein kann, als begrenzt zu denken, dann besteht die eigentliche Frage darin, diese Grenzen genauer zu markieren. Markiere sie! überall markiert nichts. Das Thema ist wohl das überall, eine Verbindung von Begrenzung und Indifferenz/Unbestimmtheit.
    Die dritte Strophe ist einfach schlecht, weil sehr pauschal.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
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    Beiträge
    28
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Ich bin frei

    ach robert, hab dich nicht so!


    ich finde das gedicht gar nicht so schlecht...


    hier sind noch ein paar vorschläge von mir:
    stelle "Handeln und Denken" um. du denkst erst und handelst dann...
    *obwohlsiesichdanichtganzsosicherist* *ggg*


    verdichte die sache mehr. mach sie persönlicher und ein bisschen
    undurchschaubarer.


    *meint*


    Bo

  4. #4
    alex
    Laufkundschaft

    AW: Ich bin frei

    Vielen Dank für deine Hinweise und die sarkastische Bemerkung, Bo. Ich gehe stark davon aus, dass du sie nicht auf mich bezogen hast, ansonsten müssen wir noch mal ein Wort miteinander "plaudern".


    Hi Robert, auch Dank für deine Anmerkungen. Sie haben mich noch mal ordentlich ins Grübeln gebracht. Ich habe versucht die Übergänge etwas fließender zu gestalten. Auch deine Aussage, "überall markiert nichts" habe ich aufgegriffen und zusammen mit einigen persönlichen Eingebungen in ein etwas anderes Ende umgewandelt. Was passt an dem Wind ich, er macht sich meiner Meinung ganz gut als Verbindung zwischen den beiden Ebenen.


    Außerdem habe ich rücksichtslos die handelsüblichen Phrasen herausgestrichen (jeder fängt mal klein an!)




    Ich irre umher
    In meinem dunklen Haus
    Auf der Suche nach einer Tür.
    Doch es gibt keine.


    Ich entdecke einen Spalt
    in der kalten Steinwand.
    Ein Windhauch fliegt herein
    Und schwebt durch meine Gedanken.
    Er trägt sie hinaus ins Licht,
    jenseits aller Schranken und Grenzen.


    Ich gleite dahin
    Im Meer der Zeit
    Auf der Suche nach einer Insel.
    Doch es gibt keine.




    Das einzige Problem das ich jetzt noch habe, ist der Titel! Ich bin für alle Vorschläge und weitere Kritik, aber auch Lob offen.


    Alex

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Ich bin frei

    Alex, Du trägst Deine Nase im rechten Wind, sträubst Dich und niest. Lustig.
    Du suchst einen Namen? Ich hab einen: Ich irre verwirrt. Das handelsübliche Reflexiv haben wir herausgestrichen. Handelsübliches taugt eh nichts, gell?

  6. #6
    alex
    Laufkundschaft

    AW: Ich bin frei

    Nein, das handelsübliche Reflexiv taugt nichts. Da habe ich mich lieber an das nicht so handelsübliche Reflexiv gehalten. Der Titelvorschlag gefällt mir aber nicht (- trotzdem vielen Dank).


    Alex

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    27.April 2000
    Beiträge
    28
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Ich bin frei

    na alex, dann lass uns mal plaudern. aber immer wenn ich dich anquatsche, lukst du völlig verstört und genervt hinter deinem buch hervor...


    so. ich hör jetzt auf zu chatten, sonst löscht der große meister das hier noch...


    zum gedicht: braucht es denn unbedingt einen titel?
    das "meinem" in zeile 2 stört mich...


    ansonsten gefällt mir das gedicht ganz gut.


    bis dann!


    *wink*


    Bo






    [Diese Nachricht wurde von Bo am 03. Oktober 2000 editiert.]

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    20

    AW: Ich bin frei

    Du verwendest große Worte, Alex - Gefangener, Welt, Leben, Ewigkeit, aber Du stellst sie dahin als Behauptungen und läßt sie hängen.


    Überall hin, wo ich sein möchte.
    Ich möchte überall sein.


    Ich öffne meine Augen,
    Doch sie sind bereits offen,


    überall/überall, öffnen/offen - das mag ja ein stilistisches Mittel sein, wirkt auf mich aber unbeholfen.
    Auch sprachlich überzeugt es mich leider nicht.


    Sorry, it

  9. #9
    alex
    Laufkundschaft

    AW: Ich bin frei

    Du hast vollkommmen recht it, deshalb habe ich ja eine neue Version des Gedichtes geschrieben, die du noch über deinem Eintrag findest. Nichts für ungut.


    Bo, deine Anmerkung zu dem Wort "meinem" scheint berechtigt. Damit wollte ich eigentlich die Zugehörigkeit des "Hauses" zum Sprecher ausdrücken - was so gesehen völlig falsch ist, da der Sprecher sich überhaupt nicht dort wohl fühlt. "Einem" wirkt irgendwie fremder und zeigt die Ablehnung des Sprechers. Ich spare mir aber, das Gedicht hier nochmals aufzuschreiben.


    Danke Bo und it,


    Alex

  10. #10
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Ich bin frei

    das ist die art von kraftpoetik, vor der mich mein professor immer warnte. bloß nicht dran riechen, an diesen großen begriffen, bloß nicht benutzen, sonst erschlägt den dichter der schwulst, der an ihren angebinde hängt und bloß nicht denken, sonst wird die freiheit zur farce, man kann nicht atmen in deren gezänk.

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