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Thema: Versuch über Eurydike

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Versuch über Eurydike

    Mit dir
    durch die Brunnen gehen-
    Lethes Dunst auf den Lippen,
    Das Herz zerrissen:

    Es sterben aus Liebe
    Die Steine.


    Mit dir
    Durch die Tore schreiten -
    Charons Kuss auf der Stirne,
    Das Kupfer gespieen:



    Es wartet noch immer
    Die Schlange.


    [Diese Nachricht wurde von allerleirau am 03. Oktober 2000 editiert.]

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Versuch über Eurydike

    Lethes Dunst?, kein Brunnen geht so tief. Ein Brunnen hat Grund, Lethe nicht.
    Ein zerrißnes Herz braucht Platz. Hat es den? Wo sind die Teile?
    Die Steine sterben nicht. Sie zerfallen. Da ist das Bröseln und das Zerfallen, ein Zerrißnicum.
    Chairon lassen wir mal außen vor. Der schippert nicht über die Donau. Der nimmt auch keinen Kuß von Einstverliebten; der nimmt gar nichts, der tut nur so, als ob er es so müßte. Das ist sein Geheimnis.
    Und die Schlange ist desavouiert. Sie hat zu warten gelernt, aber es macht ihr nichts aus: Ewigkeitssuppe.
    Eine wartende Schlange ist eine Tautologie.


    Von der mythologischen Bedeutung Eurydikes ausgehend, heischend und athmend, aber Vergessen teilt sich nicht durch Lippen mit. Aber doch! magst Du sagen, gerade die Lippen sind es, die Vergessen umspülen, liederlich.


    Steine sterben nicht. Doch, aber es gibt diese Erinnrer, die spüren Leben in Steinen, weil sie doch nur erstarrt sind. Nun, dann eben. Aber der verdacht bleibt, daß die Steine nicht lebten, nie lebten.
    Charon und Chiron. Der Mann Eurydikes wurde durch Chiron erzogen, der war ein Zentaur, Charon erinnert an den Totenschiffer ÜBER den Lethe. Das sind alles so Räume, die sich da auftun, die wollen zaghaft und betulich durchschritten sein.
    Je länger ich über Deinen Text nachdenke, um so weniger gefällt er mir. Du willst zuviel. Das ist dann keine Dichtung, sondern Propaganda. Aber was propagierst Du?

  3. #3
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Versuch über Eurydike

    Was ich noch vergaß: Jau. Gefällt mir gut. Also, gefällt mir weniger, je länger ich drüber nachdenke, weil doch hier zu wenig verdichtet worden ist, aber insgesamt gefällt mir das. Der Kern Eurydikes scheint mir getroffen worden zu sein, ihr Kern ist die Sehnsucht nach dem alter ego, dem abgerißnen Teil vom Selb. Und daß dieses Selb am Ende in der Endlosigkeit einer sich in den Schwanz beißenden Schlange versinnbildlicht worden ist, gefällt mir schon sehrlichst.

    Erstaunlich an diesem Ordner ist die geringe Beteiligung. Dazu ließe sich doch einiges sagen.

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