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Thema: Rechtsmarsch

  1. #1
    confusius
    Laufkundschaft

    Post Rechtsmarsch

    Rechtsmarsch


    Die Übung


    Auf das Stampfen hören
    Rechts stampfen
    Nicht auf die Füße schauen
    Nur das Stampfen hören
    Rechts zwo stampfen
    Nicht zögern
    Drei vier
    Nur stampfen
    Rechts zwo drei vier


    Der Marsch


    Den Blick geradeaus
    Rechts
    Nicht nach unten
    Rechts
    Nicht zur Seite
    Rechts
    Dem Vordermann in den Nacken
    Zwo drei vier


    Ein Lied
    Rechts
    Heldenblut
    Rechts
    Heldentod
    Rechts
    Rassentod
    Rechts
    Heldensamen
    Rechts
    Heldenspaß
    Zwo drei vier


    Die Augen
    Rechts
    Die Führer
    Rechts
    Die Hand hoch
    Rechts
    HEIL brüllen
    Zwo drei vier


    Nicht denken
    Die Führer denken rechts zwo drei vier
    Nicht sehen
    Die Führer reden rechts zwo drei vier
    Lachen
    Die Führer lächeln kalt




    -----------------------------


    Hallo liebe Forumatiker,


    nach einigen Tagen Verschnaufpause möchte ich nun mein neuestes Werk zur Diskussion stellen. Insbesondere habe ich ein Problem mit dem letzen Vers. Hebt er sich durch das "kalt" zu sehr aus dem Blickwinkel des Marschierenden? Kann ich es bei dieser Thematik überhaupt verantworten den Blickwinkel des Marschierenden nicht zu verlassen, ohne dabei nicht gewünschte Interpretationsrichtungen zuzulassen?


    Viele Grüße

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Rechtsmarsch

    Au weia, confusius - gesinnungskitsch, wenn du mich fragst. Die "guten", politisch korrekten werden dich loben, aber ästhetisch ist's wirklich ein graus. Aufmarsch der stereotypen.
    Nix für ungut,

    gruß, it

  3. #3
    confusius
    Laufkundschaft

    AW: Rechtsmarsch

    Neulich stieß er beim Aufräumen auf sein altes grünes Barret. Das Eichenlaub war nach Tradition seines Zuges rot unterlegt. Er erinnerte sich an das Stampfen der Füße im Gleichschritt, an diese seltsame Macht, die ihn durchströmte als sie die Lieder sangen. Er erinnerte sich an das, was er war, bevor er zum Bund kam und er erinnerte sich an sein Abgangszeugnis. Dort wird einem Pazifisten, der sich stark genug glaubte, die militärische Maschinerie für 15 Monate durchlaufen zu können, ohne sich beeinflussen zu lassen, bescheinigt, er habe im Dienst in der Jägergruppe als Scharfschütze herausragende Leistungen vollbracht.


    Er kotzte auf ein Blatt Papier.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Rechtsmarsch

    nein!


    so geht's nicht. lies mal in einer musikpsychologie nach.


    a.

  5. #5
    confusius
    Laufkundschaft

    AW: Rechtsmarsch

    Hallo allerleirau,


    die musik und ihre psychologie spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Es geht um Gruppenrituale.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Rechtsmarsch

    du hängst es aber dran auf.
    und es hängt nicht richtig.


    a.

  7. #7
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Angry AW: Rechtsmarsch

    Schund. Ab in den Donnerdrummel damit!

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    Thumbs up AW: Rechtsmarsch

    ein gestriger schreibt über gestriges,

    nö, das gefällt mir nicht, da kann ich nicht mal winken

    Bo

  9. #9
    confusius
    Laufkundschaft

    AW: Rechtsmarsch

    Hallo allerleirau,


    nein. Tue ich nicht. Ich hänge es an der Macht des Marschierens auf. Schwer zu verstehen für jemanden, der diese Macht nicht kennt. Die Reaktionen, die ich bisher gesehen habe, zeigen mir, daß es mir nicht ganz schlecht gelungen ist.

    Hallo nochmal,


    als erstes möchte ich mich dafür entschuldigen für die rabiate Art und Wiese in der ich diese stark emotional behaftete Diskussion beendet habe. Meiner Ansicht nach sind solche Diskussionen in der Öffentlichkeit völlig sinnlos, ja sogar kontraproduktiv. Vor allem möchte ich mich bei allerleirau entschuldigen, da sie die einzige war, die sich ernsthaft Gedanken gemacht hat.


    Nun aber zu den Beiträgen.


    Bo: Wo steht irgendetwas von Vergangenheit? Ich will Gedanken im Moment des Marschierens darstellen - Gedanken eines (sich nicht ganz wohl fühlenden) Marschierenden, die immer wieder durch sein Festklammern an das Marschieren selbst unterbrochen werden. Das (fast) letzte was ich will, ist Vergangenheit darzustellen. Ob da nun links oder rechts steht ist im prinzip fast egal. Lange Zeit stand da tatsächlich links. Dann hätte man das Ding aber auch fast auf ****treffen verteilen können.


    Von Wolkenstein: Aus Deiner Antwort kann ich lediglich ersehen, daß Du Deinen Kopf zum rotwerden benutzt. Tut mir leid, aber ich erbitte mir die Freiheit eine eigene Meinung haben zu dürfen.


    it: Überprüfe Deine Antwort auf das Vorhandensein von Stereotypen.


    allerleirau: Wenn ich es mir recht überlege, dann hänge ich es eigentlich nirgends auf. Ich will darstellen und nicht direkt beeinflussen. Die letzte Strophe habe ich z.B. aus dem gleichen Grund angefügt, der mich dazu brachte rechts statt links zu verwenden.

  10. #10
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Rechtsmarsch

    Stell ich noch einmal zur Diskussion: Muß ein Text, der den Gleichklang der Herzen (und wenn es hier auch recht einfältige Herzen, so das geht, sind) thematisiert, die Macht des Taktes über die Freiheit des einzelnen stellt, darf der so den Takt brechen? Trägt sich der Text durch die ungebrochenen Klischees? Wie muß mit dem Thema des Gleichtaktes literarisch umgegangen werden?

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