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Thema: im glanz

  1. #1
    Mitgestalter
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    Post im glanz

    im glanz
    deiner augen
    entdecke ich
    die tiefe unseres schweigens -


    wir fallen
    in trunkene glückseligkeit
    und sterben
    einen gemeinsamen tod -


    gurrend
    lacht der wahn
    wir bluten
    lecken tränen -


    kinder wir
    vergossen wie träume
    schlummern
    wissen uns zu -


    am morgen
    der glanz
    deiner augen -
    nackt essen wir ein ei.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: im glanz

    kinder wir
    vergossen wie träume


    nackt essen wir ein ei

    hallo paul,
    diese beiden zeilen sind die einzigen mit denen ich was anfangen kann: die erste spricht mich an, weil sie nach all den liebe & wahnsinn klischees ein echtes geheimnis auftischt, das mir in seiner - auch grammatikalischen - mehrdeutigkeit einen gedankenspielraum gibt, eine typische "geschenkte zeile".
    und der schlusssatz, weil er in seiner banalen tatsächlichkeit zwar auf den rest des textes passt wie die faust aufs aug, aber da kann ich mir wenigstens ein bild machen, und zwar ein unkitschiges, auch wenn es natürlich etwas erheiterndes an sich hat, wenn nacktheit & eier aufeinandertreffen.


    wolfgang



    [Diese Nachricht wurde von Wolfgang R am 05. Juni 2000 editiert.]

  3. #3
    Mitgestalter
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    AW: im glanz

    hab Dank, Wolfgang R., meine zu verstehen, was Du meinst - komme wie immer nicht umhin, "Klischees", Sinnüberladenes, Schwangeres zu entkräften und in liebliche Form zu packen -
    ich kenne das Lied...
    doch wenn schon, dann seien wir auch genau - von "Liebe" war nicht die Rede! Obacht, Genosse... -
    verbindlichst
    Paul

  4. #4
    walfisch
    Laufkundschaft

    AW: im glanz

    mir gefaellt auch das
    "schlummern
    wissen uns zu-"


    warum treten die brueche erst
    in den letzten strophen auf?

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: im glanz

    Ist mir zu verquollen und bruchstückig. Das ist nicht Dein Weg, Paulchen.

  6. #6
    Pasquale
    Laufkundschaft

    AW: im glanz

    Meinst du einen stilistischen oder inhaltlichen Bruch? Oder beides?
    Ich finde den Bruch gut, denn der Wahn ist ein Teufel, wenn er lacht.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: im glanz

    Die Zwischentöne, die ein Gedicht feiern muß, die fehlen hier, so klingt es nicht, es setzt die Töne in oberen und unteren Intervallen. Darum PRÄTENTIÖS/verquollen.
    Der Bruch in der dritten Strophe besagt im Grunde nichts, nach der TRUNKENEN GLÜCKSELIGKEIT und dem TOD gurrt auf einmal etwas; zusammenhanglos. Das Lecken ist ebenso keine Tätigkeit, die aus dem Nichts entsteht, sie bedarf eines Grundes, der hier nicht genannt, nicht einmal angedeutet ist.


    Aber: Mir gefällt diese Ausgreifende; es ist eben hier nur so, daß das Zwischenbindende fehlt, so hängen die Arme in der Luft, mutlos.

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