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Thema: Der Schuppen

  1. #1
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    Der Schuppen

    Rauhe, splittrige Bretter mit Spinnenkindern in der Sonne,
    schiefes Dach mit Besen, Rosenschere und Forke,
    verrostete Zinken in der Teerdecke.
    Innen Heusäcke zum Liegen oder Balgen,
    Kinderdinge, die sich zeigen beim
    Umhergehen zwischen den Holzwänden.
    Ein Bollerwagen beim Bohnenkraut, weißes Sonnenlicht.

    Er sitzt, sieht mir zu in meiner Turnhose, laß uns tauschen,
    sagt er in den Herbst hinein.
    Die Erfahrungen verdichten sich,
    mein Gesicht in dem Spiegelsplitter am Querbalken,
    dünn und furchig, braun verbrannt bei der Gartenarbeit, so
    bleibst du, denkst du, in eigener Heimat:
    Erinnerungen, verwässert durch Anstand, Verwerfen,
    durch Einverständnis.

    Und gehst zurück durch den Garten,
    der Rundbank zu, denkst dich hin zu dem Pagenkopf,
    zum Blätterfallen Merlot.

  2. #2
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    AW: Der Schuppen

    Keine Lyrik mehr, jedoch auch noch keine Prosa!
    Eine Fingerübung mit Potential? Das ja!!

    Gruß und nichts für ungut,
    d.p.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Der Schuppen

    Danke dp. Ich meine: Danke fürs Lesen und Kommentar! Ich fand den Text etwas versteckt in einer Schublade (!). Vielleicht gehört er auch dahin. Aber nach dem zweiten Merlot las ich ihn wieder. Und gar nicht so ungern. Aber so ist das mit den eigenen Kindern: Ungeraten sind sie nie.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Der Schuppen

    Ja, Texte die in Schubladen schlummern wirken nach Jahren oft wie aus der Zeit gefallen. Aber das passt schon so... irgendwie jedenfalls.
    Ungeraten... nein bewahre, ich habe ihn gerne gelesen und mir das meinige zurecht gezimmert. Ich habe zu danken!!

    Gruß d.p.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Der Schuppen

    Nebenbei und überhaupt: ob das nun Lyrik oder Prosa. Es ist ein Text, wohin er gehört ist anderen überlassen. Manche meinen (Luftikus, meine ich, war mal so frei, das zu meinen), Lyrik hat etwas mit Form zu tun. Aber am Anfang ist der Text, nicht die Form. Form stellt sich ein, wenn der Text es will. Prosa wird gebaut, sicher, also: Prosa diese Form drängt sich auf, Lyrik ist schattenhaft, unschlüssig, auch silbenverliebt, und in seiner Ungenauigkeit vielseitig lebendig.
    Was wollte ich eigentlich sagen? Vergessen. Oder: nicht die Noten machen Musik, nicht die Tonart. Musik wird gespielt, gesungen, mögen andere die Tonart bestimmen.
    Das Wort Lyrsa ist witzig, sei es drum.

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