+ Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Kristallnacht

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.514
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    Post Kristallnacht

    Laß nicht unsere Kinder sich zerstreuen, wie eine Herde, verjagt in den Bergen, daß uns nicht verlorengehen Kind und Schüler und nicht die Träne bedecke unseren Tisch.


    Nach diesem Tage wurden die Tische leergefegt, vereinsamten die Häuser, die bis dahin vom Leben gefüllt waren. Und die Nachkommen noch heute hatten ein Gleiches verloren, hatten sich selbst entsetzt aus dem Reich des Lichtes in das der Finsternis.


    Die Reichskristallnacht, wie die Nazis euphemistisch die zweite Stufe eines Vernichtsungsprogramms nannten, fand heute vor 64 Jahren im ganzen Reich statt. Tausende völkischmutig-aufgebrachter Schlägertrupps stürmten, einheitlicher Aufgebrachtheit befohlen, die jüdischen Geschäfte, Einrichtungen und Häuser.


    Unsere Erinnerung heute bedeutet, daß Terror als politisches Mittel von Staats wegen in den politischen Kampf eingriff. Nur, war das noch ein politischer Kampf? Es ist hier nicht von einer einmaligen, sondern von einer sich steigernden Zerstörung in der Kristallnacht die Rede: Von einer Zerstörung der jüdischen Religion, des jüdischen Lebens, von allem, was jüdisch war. Es war die Steigerung eines bereits laufenden Prozesses mit dem Ziel des Völker- und Familienmords im größtmöglichen Umfang, ermöglicht durch aus ihren Fugen gehobene Gesetzlichkeit, durch Verzerrung der Sprache, durch Entziehung der elementarsten Lebensbedingungen.


    Was aber die "gesetzestreuen" Deutschen nicht wußten: Sie rissen sich selbst ein Auge aus. Den Feind im Ich zerstört man nicht, man nimmt ihn an. Und wenn der Jude dann schon als Sinnbild der eigenwohnlichen Feindschaft herhalten muß(te) - was zumindest fragwürdig ist, aber eben auch nicht unumstritten sein kann (doch dazu ein gesonderter Ordner)-, dann stellt sich schon eher die Frage, ob es nicht ein Zeichen von Schwäche ist, sich den eigeninnenwohnenden Ängsten zu entledigen (das zumindest zu glauben), indem man sie in einem Akt barbarischer Gewalt aus dem Kopf (Gesetze), dem Herzen (direkte soziale Kontakte durch "Auslagerung" verhindern) und dem Sinn (letztendliche Vernichtung) reißt!
    Die Reichskristallnacht war die Steigerung, die Klimax der Vernichtung. Mit ihr begann die zweite Phase, die durch die dritte (Wannsee-Konferenz) und dem Beschluß der endgültigen Vernichtung (euphemistisch Endlösung genannt) fortgesetzt wurde.


    Erinnern bedeutet nicht das passive Wahrnehmen von einstigem Geschehen. Vielleicht doch, wenn wir EINSTIG als auch Künftiges begreifen. Darin liegt die Klammerbildung, die Erinnerung an Ge-Denktage hat: Vergegenwärtigung. Erinnerung ist verinnerlichte Bewußtwerdung dessen, was geschah und einen anderen Weg zu suchen. Erinnern heißt, sich unablässig die Gefahr der Vergangenheit vor Augen zu halten, gleich einer Umkehr durch die ständige Auseinandersetzung mit dem eigenen Gewissen.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.514
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    Post Williams und Kaniuk

    In der ZEIT stand am 7.11. ein interessanter Artikel, dem ich teilweise zustimmen kann. Der amerikanische Lyriker C.K. Williams äußerte sich über das Verhältnis von Deutschen und Juden und fand einen Vergleichspunkt, den er leider nicht konstruktiv, sondern - wie es allzuoft Gewohnheit jüdischer Gelehrter ist - nur regressiv betrachtete. Er meinte...
    ...in einem gewissen Sinn hat Schuld - oder ihre Abwesenheit - wenig zu tun mit dem wirklichen Problem der Deutschen: mit der Tatsache, daß sie wie die Juden eine jener Entitäten [in sich abgeschlossene Wesenheiten] sind, die nicht dadurch definiert werden, was sie tatsächlich sind oder tun, sondern durch das, wofür sie stehen. Eher als alles andere sind "die Deutschen" ein Emblem, ein Zeichen.
    Abgesehen davon, daß wir uns im Gegensatz zu anderen im Sinne einer heilsgeschichtlichen Erwartung nicht als das auserwählte Volk betrachteten, mit dem Vergleich, daß die Deutschen ein symbolisches Volk seien, da liegt der Mann, in einem völkerpsychologischen Sinne gesprochen, richtig.
    Aber nun? Was daraus folgern? Ich sehe da keine Folgerung in diesem Artikel. Dafür sollte so ein Artikel doch dasein, oder?


    Ich schlage vor, daß die Deutschen diese Verantwortung wahrnehmen und ein symbolisches Volk sind. Was bedeutet das?
    Sie sind der Park, in dem experimentiert wird. Hier werden neue gesellschaftliche Konzepte entworfen und ausprobiert.


    Aber nein doch! Da wird alles schreien. Wer will schon etwas Neues? Klar, es wird immer gejammert, immer wird gejammert. Und wenn einer dann Vorschläge macht, dann dürfen die bittschön bestenfalls kosmetischen Charakter haben. Immer drauf mit der Schnminke über die Risse im Gebälk!


    Es wird gekämpft. Wer läßt sich schon gern seine Utopie zerhauen? Freiheit ist der Kern des Menschseins!


    Vielleicht ist das die Angst aller Intellektuellen, auch die C.K. Williams?. Deshalb wird vorsichtig eine Tür aufgestoßen, durchgehen sollen die anderen. Ich zum Beispiel.

    Denken und Meinen sind nun nicht f?r alle Ewigkeiten festgeschrieben. Schlimm wär's! Seit einigen Tagen denke ich über mein Verhältnis zu den Juden nach. Angeregt durch einen Buchtip Achtpanthers. Anfangs stand ich diesem Text von Yoram Kaniuk (Der letzte Berliner) wenig freundlich gegenüber. Der Mann ist voller Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit. Er trägt zudem eine zynische Beschaulichkeit zur Schau, die sich nicht bricht, geradezu drastisch immer wieder auf zwei drei Kernworte zurückgreift, durch deren Bedeutung sie sich aus der Selbstumklammrung herauszureißen wähnt. Auschwitz und Holocaust, Kultur... Das alles ist Kaniuk mit Deutschland aufs engste verbunden. So dachte ich anfangs auch auf meinen alten Bahnen und hegte schon ein wenig Groll gegen meinen Freund, daß er mich zwang, dieses zudem schlecht lektorierte Buch zu lesen. Doch in all dem Haß und inmitten all der Ungerechtigkeit und verbohrten Eindimensionalität der Darstellungen Kaniuks dämmerte mir langsam, daß auch mein Denken (in dieser Frage der Beziehung zwischen Juden und Deutschen) nicht sonderlich offen war. Ich stellte es fest, weil ich ständig und auf jeder Seite aufs neueste gereizt, mich als Schnurzel betätigte und immer wieder nein sagte: "Nein nein nein, so ist es doch nicht, Herr Kaniuk, Sie verkennen da vieles. Und, Sie sind doch überhaupt kein Deutscher, woher wollen Sie denn wissen, was und wie wir denken?" Und dann stolperte ich über einen Satz, eine Idee, die öffnete mir eine Tür, durch die ich dann ging. Und seitdem ist meine Welt ein wenig reicher geworden.
    Kaniuk beklagte, daß die Deutschen seit dem letzten Krieg, den wir verloren - wobei ich hier klar zu bedenken gebe, daß es traurig und schade ist, daß wir Deutschen ihn verloren, aber gut, daß die Nazis ihn verloren -, es nicht für nötig hielten, ein Klagelied über den Verlust der Millionen Juden zu schreiben, die doch Deutsche waren; nicht einmal über die schrieben sie ein Klagelied, die Deutschen, die überlebten.
    Das saß! Der Mann hat recht! Warum ist das so? Ja, es gibt unzählige Abhandlungen, unzählige Erklärungen, unzählige Auseinandersetzungen, auch literarische, mit dem Thema: Das Verhältnis der Juden und der Deutschen. Alle - zumindest die allermeisten - in etwa mit dem politisch korrekten Charisma ausgestattet: "Wir sind Sünder. Wir bitten um Vergebung. Wir werden es wieder gutmachen. Wir verlangen Strafe. Wir beugen unser Haupt. Es wird nie wieder vorkommen. Wir haben gelernt..." Aber ich kenne kein Gedicht, das beklagt, was es eigentlich war: Selbstzerstörung. Und da wurde mir mit einem Male klar, warum ich Kaniuk die ganze Zeit nicht mochte: Er stellte zwar eine Bezüglichkeit zwischen Juden und Deutschen auf, im Grunde seines Herzens aber setzte er sie nicht als gegeben, sondern mußte sie konstruieren. Bei mir aber war der Verlust da. Ich mußte da nicht erst etwas konstruieren.
    Und das brachte mich zur nächsten schmerzlichen Gewißheit: Mit Wiedergutmachung und all dem Rotz ist nichts und niemandem gedient. Sie macht glauben, daß alles seinen Preis besitzt. Es geht nur über eine veränderte Einstellung zu den Dingen, einen neuen Blickwinkel.
    Wie aber läßt sich Zukunft gestalten? Wie läßt es sich nun leben, miteinander, ineinander, untereinander...?
    Und gestern las ich diesen Artikel des Amerikaners Williams in der ZEIT. Und nun zählte ich zusammen: Deutschland und Israel begreifen sich fortan als symbolische Völker, denen es aufgegeben ist, symbolisch zu leben, also gerade die Widersprüche, die sich in ihrer Seelen verorten lassen, auszuhalten und auszuleben, jeweils in ihren Kulturkreisen.
    Das bedeutet, daß es dieses Entweder-Oder, was viele immer noch konstruieren, um dann bei diesem widerlichen Antipatriotismus alles das zu verleugnen, was deutsch sein könnte, nämlich die Faustsche Seele, dieses Sowohl-Alsauch, dieses Zwischenliegende - a interregi rectum -, das den Himmel betrübt und die Hölle erfreut, eben das, was die jüdische Seele auch kennt, JAHWE zu versuchen und gleichzeitig seinen Plan zu verfolgen; eben das macht die Deutschen und Juden zu Brüdern des Geistes, zu antagonistischen zwar, aber zu Brüdern des Geistes. Und es liegt ja gerade im Wesen der Deutschen, Himmel und Hölle in sich aufgehoben zu haben, warum dann nicht oder gerade die Juden? Die sind da doch (fast) genauso!


    Und mit diesem Gewinn an Zukunft kann ich jetzt sehr wohl leben.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    27.June 2000
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    54
    Renommee-Modifikator
    0

    Post ein berliner fragment

    ein berliner fragment


    die spree schleicht sich am pergamon vorbei
    du suchst versöhnung hier
    bilder an der brüstung einer brücke
    metapher im schatten der mauer
    beweis für das was möglich ist
    und immer scheitern wird
    narbe
    die ziert und zerrt




    (9.11.2000)

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.514
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    barbaren

    diese barbaren. deutsch sein bedeutet, andere leben zu lassen, so, wie sie es für richtig halten. entwickelte begriffe wie volksschädlinge, fremdkörper und dergleichen beweisen nur das undeutsche dieser "völkischen" bewegung.
    und heute? redet einer vom deutschen, so wird ihm die kristallnacht um die ohren gehauen. von den dummen, den stigmatisierten, denen, die den nazis immer noch auf den leim gehen, diesen braunangestrichenen bolschewisten, die das einzelwesen nicht als sinn begreifen können und menschen verhorden, vertieren, entgeistigen.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    552
    Renommee-Modifikator
    19

    Thumbs up schwach

    schwach, Aerolith. und weinerlich.


    ach, die bösen, bösen antifaschisten-faschisten, die alles deutsche verdammen und hinter jeder deutschen eiche gleich einen nazi riechen, was sind sie doch böse!


    schuldumkehr? statt der opfer zu erinnern, fühlen wir uns selbst als opfer, heß und die bösen nazis waren ja gar keine richtigen deutschen. und die österreicher waren schon gleich gar das erste opfer der barbaren. noch vor den juden!!! hast du das gewusst?


    mein beileid.


    eule.

  6. #6
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: schwach

    ich kann es nur mit den augen eines deutschen sehen. bin kein jude. allerdings würd ich nicht meinen, weinerlich zu sein. zwischen dem weinerlichen und dem trauern möchte ich schon unterscheiden. trauer entsteht immer dann, wenn ein teil meines selbst aus mir herausgerissen wird/wurde. trennungsschmerz. verlustempfindung. und zur trauer gesellt sich wut, wenn der verlust mit einer form des ungerechten (meiner empfindung nach) korreliert bzw. durch ideologische begründungen kompensiert werden soll, die nur meinung sind und nichts mit dem recht auf leben zu tun haben dürfen. schlimm, wenn dann noch ewige begriffe wie glauben, vaterland und recht bemüht werden.
    mit der von dir attestierten "schuldumkehr" kann ich nichts anfangen. ich bin nachgeborener und fühle mich als opfer der nazis. doch zugleich muß ich für mich auch täterschaft annehmen. das ist alles ziemlich schwierig zu beschreiben. ich bin nicht aus dem nichts entstanden.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    552
    Renommee-Modifikator
    19

    mittäter

    also wenn ich mir die bilder der reichskristallnacht als österreicher anschaue, dann krieg ich die gänsehaut. und schäme mich. für das, was meine landsleute getan. und ich fühle mich nicht als opfer sondern als jemand, der glück gehabt hat, damals nicht leben zu müssen. denn entweder wäre ich genauso ein barbar oder halt eben mitläufer und opportunist gewesen oder ich hätte widerstand geleistet, was mir wohl das gleiche schicksal wie den damaligen verfolgten beschert hätte. beides gleich scheisse aus meiner subjektiven sicht. das eine los eben mies, das andere anständig.


    andere sichten wie opfer der nazis oder dass das ja gar keine richtigen deutschen/österreicher gewesen seien, sondern barbaren, die werte wie heimat, vaterland etc. in den schmutz gezogen hätten, kann ich mir nur sehr schwer anziehen. es waren nun mal deutsche und österreicher - und zwar nicht minderheiten, sondern die erdrückende mehrheit, die für das verantwortlich zeichnen.


    und keine frage, es wäre heute nicht anders, wären die umstände vergleichbar. wir sind doch nicht heldenhafter, wahrhaftiger, reiner, edler als unsere väter und mütter es waren!? wer so was glaubt, ist gleich gar nicht ernst zu nehmen!


    ich verurteile nicht, aber ich kann die opferattitüde gleich schon gar nicht goutieren.


    alles, was ich von mir verlange, ist, dass ich mich offen den tatsachen stelle. und mir eingestehe, dass ich schlicht glück gehabt hab, nicht damals leben zu müssen. natürlich war es eine clique von banditen, die hauptverantwortlich dafür ist. doch es war die grosse masse der mitläufer, karrieristen, opportunisten, feiglinge und nutzniesser, die es dieser clique erst ermöglichten, ihr werk zu vollenden.


    eule.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.June 2002
    Ort
    München
    Beiträge
    785
    Renommee-Modifikator
    18

    AW: Kristallnacht

    ich glaube nicht, daß hier eine ausgrenzung der täter als nichtdeutsche oder nichtösterreicher erfolgt, wenn man das kriminelle am faschismus bezeichnet.
    jeder mensch ist unter bestimmten umständen zu allem fähig.
    die umstände in ihrer gemengelage sind auch nicht typisch deutsch oder österreichisch. seht euch die neue dvd "die welle" an. und es ist dennoch auch so, daß eine größere unbekannte mehrheit ihre nächstenliebe trotz gefahr eingesetzt hat, um juden zu retten und zu verstecken.


    mir scheint es eher so, daß manche menschen eine schwäche dafür haben und andere resistent sind dagegen, daß sich ein mensch über den anderen stelle. bei wem diese Abgrenzung: übermensch/mensch oder mensch/untermensch=sache auf fruchtbaren boden trifft, der verliert sein menschsein, seine gotteskindschaft, seine elterlichkeit, seine brüderlichkeit. er qualifiziert einen anderen zu einer sache herab, die man wie man will (gleichgültig, sadistisch, mit "gerechtem haß") zerstören kann. das irrationale der Abgrenzung erkennt er nicht, es könnten auch rote haare, kurze nasen, brille, hexen, schwarze, teetrinker, sachzwänge oder terroristen sein, es wird ihm schon ein wort einfallen, das zielführend ist.
    er erkennt auch nicht, daß er dabei sein eigenes menschsein aufgibt.
    das ist das grundlegende.


    das andere ist familiensinn, verstanden als geiselnahme nicht nur des unbedeutenden ich, und wieder ein anderes angst vor gewalt. wieder ein anderes neid und das gefühl, im leben zu kurz gekommen zu sein. noch ein anderes die aus der erziehung herrührende autoritätsgläubigkeit, gegen die kein aufbäumen erlaubt ist. durch erziehung gebrochene kinderseelen, die meinen, am besten dadurch zu fahren, daß sie nur selbst nicht auffallen, sich einer masse versichern müssen, die sie trägt. heimatlose söldner nach dem ersten weltkrieg, die nicht tritt fassen konnten, durch arbeitslosigkeit und armut entwürdigte.


    wir haben nicht glück, damals nicht geboren worden zu sein, wir könnten heute nur andere skills haben durch diese spezifischen geschichtlichen erfahrungen. wir haben sie aber nicht wirklich entwickelt. und wir haben die damaligen zeiten auch heute, leben mitten darin, nur nicht hier, sondern im globalen dorf etwas weiter entfernt. next door. die abgegrenzten, die auf einmal keine menschen sein sollen, sondern feindliche sachen.

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    19.April 2000
    Ort
    Waldsachsen
    Beiträge
    239
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Kristallnacht

    und keine frage, es wäre heute nicht anders, wären die umstände vergleichbar. wir sind doch nicht heldenhafter, wahrhaftiger, reiner, edler als unsere väter und mütter es waren!? wer so was glaubt, ist gleich gar nicht ernst zu nehmen!
    eule.

    Wenn diese Erkenntnis Allgemeingut wäre, hätten wir ein (großes) Problem weniger: Die Selbstgerechtigkeit der nachgeborenen Berufs-Moralisten, deren denunziatorischer Eifer doch so sehr dem der Zuträger von damals gleicht.


    Gruß
    K.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •