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Thema: Stichwort "Leitkultur"

  1. #51
    schreibt hier hin und wieder
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    Exclamation AW: Stichwort "Leitkultur"

    Mag es 1 ZuFall sein, in der taz (19.Montag 27. November 2000) Berlin LeitArtikel:


    "Erfolgreich gegen rechte Leitkultur
    Erstmals stoppen Gegendemonstranten einen rechtsxtremen Aufmarsch. Die Berliner CDU, die sich plötzlich in die rechte Ecke gedrängt sieht, tritt die Flucht nach vorn an. Anzeichen für eine neue politische Großwetterlage?"


    Das ist freilich weder Kultur, noch Leit.- noch Literatur.
    Und morgen scheint die Sonne!

  2. #52
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Merkst Du eigentlich, wie sehr Du die Spache dieser Brandstifter sprichst? Jede Selbstdarstellung dieser deutschesten aller Deutschen hat genau die auch von Dir ständig verwendeten Zutaten:
    - Demokratie ist lächerlich
    - Deutschland hat sich nur zur Wehr gesetzt
    - nach dem Krieg wurden wir Opfer von Kulturimperialismus
    - in den Medien werden Vergehen von Linken totgeschwiegen, gegen die Rechten dagegen wird Rufmord betrieben
    - ausländische Verbrecher sofort ausweisen (d.h. das Strafmaß von der Rassenzugehörigkeit abhängig machen)
    - aus der NATO austreten, den Euro abschaffen


    ... nur um zu zeigen, wie sehr diese Diskussion eine Gratwanderung ist, ein Spielen mit dem Feuer. Und wenn man den Begriff Leitkultur als eine Art Landzeichen verwendet, muß man die kulturelle *Realität* als Maßstab nehmen, nicht Wunschvorstellungen.

    In was für einem Land, in was für einem geistigen Klima leben wir eigentlich hier in Deutschland, wenn etwas wie in Sebnitz auch nur vorstellbar ist?


    Anläßlich des in Hamburg von einem Kampfhund totgebissenen Kindes sagte es ein (intelligenter, nicht braun Bekennender) Bekannter so: "Ich war so froh, als ich hörte, daß es ein kleiner Türke war." Und das ist schon deutsche Leitkultur. Fremdes wird als minderwertig begriffen. Wenn überhaupt widerwillig geduldet, hat es sich anzupassen, unterzuordnen.

  3. #53
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Dann wollen wir hier mal ein bißchen genau sein, Achtpanther. Es sind oftmals die kleinen Unterschiede, die einen Falken von einer Taube unterscheiden:


    - Demokratie ist lächerlich



    Fehlt eine entscheidende Vorsilbe, westlich. Ich unterscheide in griechische, westliche, sozialistische und Schweizer Demokratie, wobei sich die Schweizer und griechische nur in Nuancen unterscheiden, die sozialistische genau wie die westliche mit dem Begriff der Volksherrschaft nichts mehr zu tun hat, wohl aber mit dem Begriff der Herrschaft.
    Ich bin kein Anhänger der westlichen und kein Anhänger der sozialistischen Demokratie, wohl aber einer der griechischen. Eigentlich aber halte ich es mit Aristoteles und Platon, die einem gesunden Maß der Mitte (griechisch mesotes) den Vorzug gaben, also einer Mischung aus den ihnen bekannten Herrschaftsformen. Die Demokratie war für Aristoteles eine Depravation von einer erstrebenswerten Gesellschaftsformation. Jetzt komm mir nicht mit dem Argument, daß die keine N a z i s kannten, dementsprechend sich nicht für die Demokratie westlicher Konvenienz als kleinstem aller Übel aussprechen konnten. Es sind Denkmodelle, die von Dingen wie der Suggestion der Macht und dem Unverstand der Massen mehr wußten als wir postmodernen Menschen uns das gelegentlich ausmalen möchten. Das schärfste Argument gegen eine Stellvertreterherrschaft (Abgeordnete und Wahlmänner) lieferte Schiller in seinem Vorspiel bei DEMETRIUS: Man muß die Stimmen wägen und nicht zählen, wo Mehrheit siegt und somit Unverstand entscheidet, da muß der Staat untergehn, früh oder spät.


    Das zum ersten Anklagepunkt. Zum zweiten:


    - Deutschland hat sich nur zur Wehr gesetzt

    Nein. Das behaupte ich nicht, wohl aber behaupte ich, daß es sich zur Wehr setzte. Das NUR stört mich. Wenn zwei feindliche Prinzipien aufeinanderprallen, dann gibt es nun einmal Streit. Dostojewski hat in einem Versuch übers deutsche Wesen sehr viel Kluges gesagt. Moment, ich such meine Adaption mal raus (Dostojewskis genaue Bezeichnungen stehen in der eckigen Klammer), damit die Differenzierung hier klar wird.


    Ein großer Dichter des Ostens hat sich im letzten Jahrhundert mit dem Naturell der Landeskinder beschäftigt, hat Aussagen getroffen, die in ihrer Einzigartigkeit und Richtigkeit aber heute keine Plattform finden, auf der sich's wahrhaftig darüber reden ließe. Zwar wird dieser Dichter in seinen sonstigen psychologisch subtilen Schilderungen ernst genommen, doch verweigern ihm die Verkünder der modernsten Erkenntnisse ethnologischer Studien Kompetenz hinsichtlich der Beschreibung von Volksnaturen, zumal der ihm doch fremden, und weil die Wissenschaft von der Beschreibung jeder Volksnatur den schlechten Atem des Rassismus ins Gesicht des suchenden unbedarften Wissenschaftlers bläst, bleiben die hundert Jahre alten Betrachtungen des Landesfremden lediglich ästhetische Delikatessen für sprachlich Interessierte, wissenschaftlich-inhaltlich dauern sie zumindest in der öffentlichen Meinung als zweifelhafte Fragwürdigkeiten aus, aber sie dauern zumindest aus. Diese Tatsache kann als Indiz stehen für Kleingeist, sie steht aber primär als Sinnbild für die verschobene politische Autonomie des Landes, die so weit in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß man nicht einmal ein Aussprechen anderstönender Wahrheiten percipieren will als der vorgeblasenen.
    Kommen wir zurück auf den großen ausländischen Dichter: Was hatte er Verfängliches geschrieben?
    Er schrieb vom Protestantismus als der dem westlichen, römischen Staatsgedanken hinderlichen Wesensart. Dies zog den Weltkampf zwischen den großen Gedanken von Weltherrschaft [1. der staatlichen und sich darauf gründenden Freiheit des Einzelnen westlicher Herkunft (staatliche Vereinigung der Menschen und dann die menschliche) und 2. der religiösen Allmacht und sich darauf gründenden Selbstgenügsamkeit in politisch gearteten Fragen nach individuellen Freiheiten, die dem Menschen des Ostens seinem Vereinigungsideal mit Gott zuwider laufen (erst Vereinigung in Gott, dann die staatliche)] nach sich, wozwischen die Protestanten säßen, die sowohl gegen den Westen als auch gegen den Osten wichtige Einsprüche zu machen gute Rechte besäßen. Nicht genug, daß diese Ewigprotestierenden gegen beide Prinzipien Einspruchsrechte geltend machten; sie wollten selbst ein eigenes Prinzip worten und suchten nach der neuen Formel, um die Menschheit zu führen. Bei dieser Suche prägten sie die noch heute meistgeachteste Philosophie der Neuzeit. Ein wenig später nach der Hochzeit dieser Suche geborener Philosoph sprach von der Umwertung der bisherigen Werte, sprach vom geltenden Freiheitspostulat des Geistes, dem allein man sich unterwerfen dürfe. Dies war die Kampfansage an beide Weltherrschaftsprinzipien, das des Ostens, dem man die Gefolgschaft in Gott verweigerte und das des Westens, dem man die Gefolgschaft unter die Herrschaft des Leviathan versagte. Die Freiheit im Geiste war die Formel, unter der sich der Protest artikulieren konnte, aber nicht durfte, denn die bekriegten Prinzipien duldeten dieses Geworte nicht, es stand eigenen Plänen entgegen.
    Nun neigen die großen Prinzipien dazu, feindliche zu subordinieren; der Kampf führte zu zwei großen Kriegen, in denen es hauptsächlich dem Westen darum gehen mußte, den aufstrebenden renitenten Widerpart auszuschalten, nach Möglichkeit sich selbst einzuverleiben, was ihnen nach dem zweiten großen Krieg endlich gelang, in ihrem Sinne ausgesprochen.
    Die Möglichkeit dieser Zusammenhänge schwelt heute unter der Oberfläche jedes geäußerten politischen Memorandums, jeder politischen Entäußerung und verursacht ein prinzipielles Unbehagen an den gesellschaftlichen Zuständen, erstickt gleichsam ein frei athmendes Gemeinwesen, erstickt Möglichkeiten, die man vielleicht selbständig schon längst gefunden hätte; doch "schweben die Landeskinder bereits in einiger Höhe ihrer wackeligen Riesenradgondel, so daß sie nicht bereit sind auszusteigen". Sicherlich sind sie nicht mit allem einverstanden, doch verhindert das mittlerweile ausgebildete pragmatische Naturell das Schlimmste.
    Die scheinbare Lösung vom Unbehagen soll liegen in der Verlagerung der eigenen Probleme in die nächstgrößere Dimension, die kontinentale. Unsere Spitzenpolitiker glauben, daß dieses Umschichten den muffigen und spießigen Singsang unterbände; sie vergessen reinweg, daß nur wohlständlerische, nicht ästhetische oder philosophische Gründe einen dickeren Bauch fordern; sie prahlen von wirtschaftlichen Möglichkeiten und erreichen doch nur das Verschieben der Probleme in einen anderen Maßstab...: Das bisherige mangelhafte System soll beibehalten werden!?



    Das ist in etwa der Boden, auf dem ich mit meiner Kriegsschulddebatte stehe. Mehr Schuldzuweisung nicht und weniger auch nicht. Ich behaupte keine deutsche Unschuld, aber auch keine deutsche Alleinschuld. Ist das zu kompliziert für Dich?


    Diese Antwort, die etwas ästhetischer Art ist, paßt auch für Deinen dritten Anklagepunkt:


    - nach dem Krieg wurden wir Opfer von Kulturimperialismus

    Zu den anderen Punkten bringst Du mir erst einmal Belege, bevor ich darauf eingehe. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich vom Totschweigen linker Greuel schrieb. Vielleicht sagte ich etwas von UNgleichgewicht, aber eine gute story ist für einen Reporter eine gute story, da wird auch nicht vor weltanschaulichem Klingonenspringen haltgemacht.


    zum nächsten Anklagepunkt:


    - ausländische Verbrecher sofort ausweisen (d.h. das Strafmaß von der Rassenzugehörigkeit abhängig machen)

    Allerdings JA zum ersten Teil Deiner Ausführungen, NEIN zum zweiten. Ich machte es von der Staatsangehörigkeit abhängig, nicht von der "Rassenzugehörigkeit". Ich tu mich schwer mit einem solchen Wort, denn wer weiß schon, welcher Schwanz in welcher Muschi steckte, vielleicht bin ich ein Einhundertvierundsechzigstel Jude, dazu noch ein Zweihundertsechsundfünfzigstel Inder und ein Vierundsechzigstel Koreaner. ne, auf Rassendiskussionen laß ich mich nicht ein, wohl aber auf fixierbare Größen wie Selbstverständnis und Identität. Denn ich sage Dir gerne, wes Geistes Kind Du bist, wenn Du mir ein Liedchen singst und Deine Fingernägel zeigst, auch über die Kopfform weiß ich ein Liedlein zu trällern, nicht aber über die Form der Lippen. Da habe ich noch Nachholebedarf. Es soll Voodoofrauen geben, die anhand der Lippenform einen Menschen klassifizieren. Früher brauchte man immerhin ein bißchen Leberpastete oder die Asche eines verschnupften Gnus. Oder was weiß ich. Wo waren wir? Ach so. Also, Ausländer, die sich kriminell in einem für sie fremden Land bewegten, werden in das Land zurückgeschickt, dem sie angehören. Man könnte vereinbaren, einmal DUDU zu machen, damit sie's auch begreifen. Aber beim vierten DUDU hört die Ernsthaftigkeit auf. Das hat aber mit Leitkultur nicht viel zu tun. Aber das hatten wir ja schon, daß diese Diskussion gar keine um Kultur ist, sondern eine um innenpolitische Sicherheit.


    letzte Anklagepunkte:
    - aus der NATO austreten, den Euro abschaffen

    Allerdings. Ist mir auch egal, wer es außer mir fordert, dazu stehe ich. Sollen Vegetarier aufhören, Vegetarier zu sein, weil Hitler ein Vegetarier war. Sind Biertrinker die beßren Menschen, weil Hitler kein Bier trank?


    Das ist ein Totschlägerargument, wenn Du sagst, ich redete N a z i s nach dem Mund, weil ich bestimmte Forderungen hätte, die diese auch hätten. Setz Dich mit meinen Argumenten auseinander und zitier mich bitte korrekt, sonst Beule!

  4. #54
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Du hast eine Menge klargestellt in diesem Ordner, Robert, drum möchte auch ich etwas klarstellen: Falls Du das Gefühl hast, daß Dir hier etwas unterstellt werden soll, dann laß Dir gesagt sein, daß ich Dir nichts unterstelle. Daß Deine Formulierungen manchmal ein klitzekleines bißchen unglücklich sind und Du auch ansonsten nicht selten wie die Axt im Wald daherkommst, ist 'n anderes Thema - und vielleicht auch Geschmacksache. Aber das möchte ich wirklich klarstellen.


    Okay?


    Gut, das war jetzt wieder mal nix zum Thema Leitkultur, aber vielleicht wachse ich da ja noch rein.


    Mark


    [Diese Nachricht wurde von Mark am 27. November 2000 editiert.]

  5. #55
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Was "Leitkultur" sein soll, weiß ich nicht, aber was politische Unkultur ist, dafür haben wir gerade in Sebnitz ein schönes Beispiel bekommen:


    1. Keiner der drei Beschuldigten hatte Kontakte zur rechten Szene (Erkenntnis der Soko Rex, die ihre Leute kennt)


    2. Der Hauptbelastungszeuge wurde von der Familie A. durch Zahlung einer Summe und Nennung der Namen der Beschuldigten zu seiner Lügengeschichte animiert (Quelle: MDR, heute abend) und hat unter Tränen gestanden, die Unwahrheit gesagt zu haben.


    3. Es hat nach Zeugenaussagen an dem "Tat"-Tag keine Zusammenrottung von Neo****s in besagtem Bad gegeben.


    4. Eine ganze Region wurde von den gleichgeschalteten Medien dieses Landes diffamiert und in den Dreck gezogen, selbst der Kanzler empfing eine Frau, die Geld für eine wissentliche Falschaussage gezahlt hat!


    5. Radikale Schläger werden durch die Tatsache, daß sie etwas nicht getan haben, nicht besser, aber erinnert uns der Umgang der Medien und der Berufsheuchler, die sich Politiker nennen, mit der Wahrheit nicht an eine sehr dunkle Zeit?


    6. Mark, ich habe diese Geschichte von Anfang an für fragwürdig gehalten, weil sie ebenso furchtbar wie unglaubwürdig war. Daß Leute wie Du bereitwillig in Massen auf diesen Zug gesprungen sind, zeigt mehr über den politisch-moralischen Zustand in diesem Land als die hanebüchene Diskussion über ein falsch gewähltes Wort für eine Selbstverständlichkeit (Wanderer, kommst du nach Rom, dann benehme dich wie ein Römer).


    K.

  6. #56
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Ach Kassandra, von einem Möchtegern-Demagogen wie Dir habe ich, ehrlich gesagt, nichts anderes erwartet, und glaube mir: Die letzten Meldungen sind auch mir nicht entgangen! Daß einem das alles plötzlich von vornherein suspekt war, ist vor diesem Hintergrund (der letzten Meldungen) ja irgendwie noch verständlich - schließlich sind wir alle nur Menschen und sehen uns gern in der Position des Weitblickenden, der es ja immer schon geahnt hat etc. pp.. Daß die Geschichte furchtbar ist, darüber müssen wir wohl nicht streiten, aber unglaubwürdig? - Sag mal, wo hast Du eigentlich in den letzten zehn Jahren gelebt?
    Was in diesem speziellen Fall nun letztendlich dran ist und was nicht, weiß ich nicht, und wenn diese drei Typen tatsächlich unschuldig sind, dann sollen sie - meine Güte, ja, was denn sonst!? - natürlich frei und glücklich weiterleben. Aber aus so einem Fall jetzt 'ne ideologische Schlammschlacht mit gleichgeschalteten Medien (weißt Du eigentlich, wovon Du da redest?) und ähnlichem zu basteln, ist mehr als armselig.
    Paßt aber zu Dir und Deinen immer wieder mal aufblitzenden Aggressionen, von denen ich bis heute nicht weiß, ob das faschistoide an ihnen echt ist oder pure Provokation.


    [Diese Nachricht wurde von Mark am 28. November 2000 editiert.]

  7. #57
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    Lightbulb AW: Stichwort "Leitkultur"

    Armer Mark
    Faschismus=eine nach dem Führerprinzip organisierte ... Bewegung, Herrschaftsform.


    Ich weiß, daß die Begriffsverwirrung im Lager der "Anständigen" groß ist, aber hier möchte ich schon um Präzision bitten, bevor Worte wie "faschistoid" in den Mund genommen werden.


    Was die Gleichschaltung der Medien anbetrifft, weiß ich sehr wohl, wovon ich spreche. Vom Spiegel bis zur Bild, von SAT1 bis ARD wurde sofort die Parole "Kind von Neo****s ermordet" mit Begeisterung aufgenommen und gleichlautend verbreitet. Dabei wissen wir doch nicht erst seit Heinrich Bölls "Die verlorene Ehre der K. B.", daß Bild IMMER lügt oder zumindest die Tatsachen verdreht. Wenn Spiegel und Bild im Gleichschritt marschieren, und das Wort von den "Anständigen" dieser Gesellschaft die Runde macht, dann wird mir übel.
    Zudem haben wir hier in der eigenen Stadt schon zwei dieser verlogenen Medienaktionen hinter uns, die einzig den Zweck haben, den Osten zu diffamieren und dem Bildungsbürger West zu suggerieren, daß in dieser Gesellschaft alles in Ordnung sei, wenn man nicht diese Untermenschen mit ins Boot der westlichen Demokratie hätte zerren müssen.
    Außerdem ist man ja froh, daß man dieses Bild vom Volksfeind Neo**** aufbauen kann, sonst würden die Leute vielleicht über 30% Arbeitslosigkeit (im Osten), die Entwertung der Währung, die Zerstörung der Kultur und den gezielt herbeigeführten Werteverfall nachdenken.


    K.

  8. #58
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Question AW: Stichwort "Leitkultur"

    Kassandra, aber hallo! Sehr klar und präzise in der Analyse. Ich sehe das ähnlich wie Du; zudem freue ich mich, daß Du Dich hier mal wieder meldest. Laß Dir von Möppel nicht ans Bein pinkeln. Ich weiß, daß Du ok bist. Nur eines ist aus meiner Sicht ein bissel unreflektiert: das Wort gleichgeschaltet würd ich so nicht benutzen wollen. Vielmehr dürfte es so sein, daß eben der Oberindianer eine Meinung vertritt - und das ist das Gefährliche - und die in den Nachrichtenstübchen der Rammelsender fragt dann der Chefredakteur seinen Sprecher: "Haste jehört, im Osten ham se wieder einen Neger aufgeklatscht. Sagt der SPIEGEL. Nimm's mal mit rein!" Und der Sprecher, 20 Jahre alt, Praktikant, sagt dann: "Klar, Chef. Wollte ich sowieso."
    Später stellt sich heraus, daß es nicht der Osten war, es in der angesprochenen Stadt gar keine Neger gibt und geklatscht wurde nur über die Benzinpreise. Aber diese Meldung ist langweilig, also kommt keine Gegenmeldung.


    Kassandra, glaubst Du nicht auch, daß es eher so vor sich geht? Es dürfte keine DIREKTIVE von OBEN geben, daß ab sofort diese eine Meldung über die Sender zu verbreiten ist.


    Aber nun mal medias: Sollen diesen Leuten nicht wenigstens die Eier abgeschnitten werden, damit sie sich nicht vermehren können? (Ich meine jetzt die Kinderinswasserschubser. Naja, wenn wir schon dabei sind, dann schneiden wir den Falschmeldern die Eier gleich mit ab, sofern die noch welche haben.)

  9. #59
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Okay, Robert, "gleichgeschaltet" trifft es nicht ganz, da keine diktatorische Weisung "von oben" erging. Aber: Meinst Du nicht auch, daß der vorauseilende Gehorsam, der ein typisch deutsches Phänomen zu sein scheint, nicht noch viel schlimmer ist?
    Ich habe 25 Jahre lang erlebt, wie sich die SED-Handlanger in Politik und Kultur bei der russischen Besatzungsmacht angebiedert haben.
    Und jetzt stelle ich fest, daß es in Deutschland West nicht anders, sondern nur etwas geschickter verpackt abläuft. Und, was das Schlimmste, ist, die Betroffenen bemerken es nicht einmal mehr. Da kann einen hin und wieder schon die Wut packen.


    Viele Grüße
    K.

  10. #60
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Ich dachte, Du bist in der Lage, den Sinn einer Ausführung zu begreifen, hättest es nicht nötig, Dich an plakativen Begriffen (aus dem Zusammenhang gerissen) hochzuziehen. Noch mal deutlicher: Ich warf Dir (und unterschwellig einigen Anderen) vor, mit provokativen Begriffen und Denkmodellen zu kokettieren, die zwar "an sich" nur Diskussionsansätze sind, aber sehr wohl in dieser Häufung und Beharrlichkeit recht typisch für eine ganz bestimmte, gefährliche Geisteshaltung sind. Ich habe Dir nicht vorgeworfen, sie bewußt zu verwenden - möglicherweise bist Du in diesem Kontext einfach nur naiv. Beispiel: ich kann eigentlich nicht mit einer Reichskriegsflagge durch die Stadt laufen und dann harmlos darauf verweisen, sie gehöre nicht zu verfassungsfeindlichen Symbolen. Jeder der sich darüber ernsthaft Gedanken macht weiß, was dahintersteckt. Oder willst Du mir einreden, der schöne Baseballsport hat nach der Wende einen kometenhaften Aufstieg in den neuen Ländern erlebt, deshalb ist es ganz normal, mit den dazugehörigen Sportgeräten durch die Gegend zu laufen...


    Ja Mark, bei einigen fragt man sich tatsächlich, wo sie die letzten Jahre verbracht haben. Wie gesagt: Schon das, was man "den Rechten" (die übrigens nicht zwingend "organisiert" sein müssen!) zutraut, sagt eine Menge über unser Land aus.


    Ich bin weder Zecke noch falle ich als Ausländer auf, aber die Angst, Opfer zu werden, kenne ich schon...


    Und diese Angst ist ebenso verbreitet wie verständlich - Teil unserer Kultur eben.


    Übrigens, Robert: wenn Du griechische mit schweizer Demokratie vergleichst, tust Du den Schweizern Unrecht. Immerhin war es für die griechische Demokratie (die DU ja als Ideal preist) typisch, daß nur ein winziger Teil der erwachsenen Bevölkerung wahlberechtigt waren. Frauen, nicht Eingeborene, Unzuverlässige und Leichtsinnige waren ebenso ausgeschlossen wie Sklaven. Diese Form von Demokratie für die Gegenwart zu empfehlen ist schon "provokativ".


    Zu Kassandra: Ich verabscheue Hexenjagden und Vorverurteilungen. Aber lieber überreagierende Medien (die für begangene Fehler einstehen müssen, genau wie Gerichte Unschuldige freilassen) als eine (Un-) Kultur des Totschweigens. Die Medien haben eben in etwa die Funktion von Hyänen, darüber können wir gern streiten.


    Womit ich jedoch Probleme habe: Viele, die tatsächliche Schweinereien übergehen oder bagatellisieren, neigen zu Hohn und Spott, wenn eine Anklage (und sei es aus Mangel an Beweisen) fallengelassen wird.


    "Daß Leute wie Du bereitwillig in Massen auf diesen Zug gesprungen sind, zeigt mehr über den politisch-moralischen Zustand in diesem Land als die hanebüchene Diskussion über ein falsch gewähltes Wort für eine Selbstverständlichkeit (Wanderer, kommst du nach Rom, dann benehme dich wie ein Römer)."


    Nein, es sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn nicht so Viele angesichts von dumpfer Deutschthümelei und brutalem Hass auf alles Fremde ziemlich verunsichert wären, bräuchten wir auch keine Diskussionen um Leitkultur.


    Und die Römer... wenn ich die kulturelle Vielfalt Roms betrachte - davon sind wir doch ziemlich weit entfernt.

  11. #61
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Womit ich jedoch Probleme habe: Viele, die tatsächliche Schweinereien übergehen oder bagatellisieren, neigen zu Hohn und Spott, wenn eine Anklage (und sei es aus Mangel an Beweisen) fallengelassen wird.



    Nein, Achtpanther, hier geht es nicht um "Mangel an Beweisen", sondern um eine gezielte Kampagne, die auch erst gestartet wurde, als das politische Klima "reif" schien.
    Nach Aussage der Staatsanwaltschaft hat es bei diesem Fall zu keinem Zeitpunkt einen ernstzunehmenden rechtsradikalen Hintergrund gegeben. Wohl aber gibt es in diesem Land ausreichend Verantwortungsträger, denen dieser Vorfall gerade in der Diskussion um das anstehende NPD-Verbot (das an den Problemen nichts ändern wird) sehr gut ins Konzept paßte.
    Welche Blüten dieses Hexenjagdklima treib, kann man daran sehen, daß ein Pfarrer vom Dienst suspendiert und von der Medienmafia West als "brauner Pfaffe" tituliert wurde, nur weil er es gewagt hat, die Wahrheit zu sagen:

    1. daß seines Erachtens die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten,
    2. daß er die Jugendlichen der Stadt eines solchen Verbrechens nicht für fähig hält.

    Beides ist nunmehr offenkundig, aber das Stigma bleibt.


    Der Bildungsbürger West lechzt doch geradezu nach solchen Mord-und-Totschlag-Geschichten über die Untermenschen Ost. Da kann er sich doch erst so richtig als moralisch überlegener Bürger Europas (was auch immer das sein mag) fühlen.


    Dazu paßt dann auch die von Dir aufgestellte Behauptung, was das "übergehen bzw. Bagatellisieren" von Straftaten anbetrifft.


    Mehr ist dazu nicht zu sagen.


    K.

  12. #62
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    Post AW: Stichwort "Leitkultur"

    Kassandra, ich glaube, Du spitzt allzusehr zu. Ich mag den geschliffnen Ton, nicht eine ausschließliche Pointierung.


    Ich hab auch schon darüber nachgedacht, welche Rolle die Medien heutzutage spielen.
    Sie finden und organisieren sich in Deutschland neu. Daß hier auf die Interessen eines etwaig gearteten westdeutschen Bildungsbürgers zu legen, halte ich für unzureichend ausgelotet. Es gibt keinen westdeutschen Bildungsbürger, aber es gibt den typischen westdeutschen 68er, den es im "Osten" so nicht gibt. Und es gibt ihn in MItteldeutschland nicht, weil wir hier einen zwanzigjährigen Vorsprung in bezug auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus haben. In West-Deutschland fand bis 1968 keine Auseinandersetzung damit statt. Bis 68 war die Presse fest in rechtspopulistischer Hand. Träger der 68er-Bewegung waren die in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg geradezu massenhaft vorkommenden Intelligenzler. Das hatte folgenden Grund: Es gab damals in Deutschland eine Masse von 45 überflüssig gewordenen Akademikern. Der Nationalsozialismus hatte in zwölf Jahren den Planungs- und Verwaltungsapparat aufgebläht, er hatte in die Betriebe Planungsoffiziere und hunderttausende Armeeoffiziere gebracht. Da das Beamtentum im Nationalsozialismus nicht abgeschafft wurde, besaßen die meisten staatlichen Institutionen im Dritten Reich für Intellektuelle große Anziehungskraft. Sie strömten in diese Institutionen. Die Kinder der ehemaligen ****-Beamten und Offiziere aller Couleur gingen aufgrund der von ihren Eltern vermittelten sozialen Wertorientierung (Jakobus Wässner: Soziologie. Eine Einführung und Grundlegung. Köln, Wien 1986, S. 61 ff.) auf eine Hochschule oder Universität und dort vor allem in die Kulturwissenschaftlichen Institute (Margareth Kuckuck: Student und Klassenkampf. Studentenbewegung in der BRD seit 1967, Hamburg 1974, S. 49.) Die Autorin stellt fest, daß die Energie der Bewegung vor allem von Studenten dieser Institute ausging. -; sie wurden Träger der Studentenrevolte.
    Das Aufbegehren gegen die Alt****s, die ihre Eltern waren, wurde Ausdruck eines Unbehagens an einer selbstgerechten und sattsam kapitalistischen BRD.


    Und heute haben wir keine (alte) BRD mehr - immerhin haben wir ein Rumpfdeutschland -, und diese Leutchen sitzen in den Führungsetagen aller führenden Zeitungen und aller medialen und politischen Machtorgane, bis hinauf zum Kanzleramt.
    Was nimmt es da wunder, daß schon der Verdacht nationalsozialistischer Handlungserstreckung ausreicht, um ein Sperrfeuer auf einen vermeintlichen Gegner zu richten.
    Der Meinungskampf tobt. Er ist zum Kulturkampf fürs 21. Jahrhundert geworden. Insofern ist die Mutmaße, daß sich hier ein Kulturwertestreit entspinnt nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist die CDU der falsche Vertreter, diesen Kampf zu führen. Diesen Kampf müssen vielmehr Leute wie wir führen, die archaische Grundmuster für ihr natürliches und selbstbewußtes Handeln besitzen, Menschen, die sich nicht in einem ideologischen Kanon bewahrheiten müssen, sondern frei sind.


    Die 68er sind nur vor dem Hintergrund ihres Aufbegehrens gegen die Alt****s zu begreifen; ein freies Menschengeschlecht sind sie nicht. Diesen Leutchen gilt der Kampf. Sie verteufeln, was nicht political correct, will heißen grundgesetzanhimmelnd ist.


    Die Kunst ist archaisch, nicht vernünftig!

  13. #63
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Ja, Scilbung, die Kunst ist archaisch und nicht vernünftig, und ich bin auch archaisch und nicht vernünftig, und ich bin frei, frei wie ein Vogel, lasse mir meine Gedanken nicht diktieren, von keiner Ideologie, von keinem Massenmedium, ebensowenig wie Du, von nichts und niemandem.

    Die Kunst ist archaisch und nicht vernünftig, und ich ... - ja, wenn ich allerdings geahnt hätte, daß ich jemals so unvernünftig sein könnte wie hier, indem ich - wie absurd! - glaubte, es ginge gar nicht um Kunst, dann hätte ich von vornherein die Fresse gehalten.
    Wo hatte ich bloß meinen Kopf!?
    Du siehst, ich bin mit eurer Ideenschmiede hoffnungslos überfordert und verlasse mit eingekniffenem Schwanz (und allerdings noch nicht abgeschnittenen Eiern) die Bühne.

    Das Markilein

  14. #64
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    bin ich der einzige hier, der glaubt, daß diese sternchen***, die nicht nur bei "unanständigen worten" im sinne gewisser bürgerlicher moralvorstellungen, sondern auch bei unliebsamen politischen begriffen, die schon mal als schipfworte verwendung zu finden drohen, die getippten buchstaben erschlagen, etwas mit dem hier behandelten thema zu tun haben könnten? (uff, der satz is zu verschnörkelt, aber wird wohl verstanden werden). das hat was mit verdrängung zu tun denk ich und das scheint mir zum teufel genau das zu sein, was hier manchem die feder führt. wenn ich mich hier nicht ausschreiben kann, kann ich mich auch nicht aussprechen. hab ich schon öfter beanstandet, aber hier wirds mir besonders augenfällig.


    bigvogel

  15. #65
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Nun ja, diesmal war der "Bildungsbürger" ironisch gemeint, aber das werde ich das nächste Mal dazuschreiben. Kennst Du einen 68er, der sich NICHT für intellektuell hält?
    Der Bildungsbürger klassischer Prägung existiert in diesem Lande höchstens noch als hochbetagtes Fossil.


    Viele Grüße
    K.

  16. #66
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Was für eine Phrasendrescherei!

    "Der Bildungsbürger klassischer Prägung..." - Wow!
    "Kennst Du einen 68er, der sich NICHT für intellektuell hält?" - Na super!
    Und mir wird vorgeworfen, ich könne nicht differenzieren? Ich würde mit irgendwelchen Massen auf irgendwelche Züge springen?
    Ich fasse es nicht!

    Oder ist das bloß einer von diesen überaus wichtigen Beiträgen, deren einzige Funktion darin besteht, bestimmten Leuten mit anderer Meinung klarzumachen, daß man sie mit stoischer Ruhe ignoriert? - Dann Glückwunsch! Wirklich sehr geschickt!

  17. #67
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Nein, Achtpanther und Mark, so billig kommt Ihr nicht davon.


    Aber lieber überreagierende Medien (die für begangene Fehler einstehen müssen, genau wie Gerichte Unschuldige freilassen) als eine (Un-) Kultur des Totschweigens.


    Aha, die Medien müssen für begangene Fehler einstehen? Das wußte ich noch gar nicht. Fakt ist, daß ein großer deutscher TV-Sender Glatzen dafür bezahlt hat, daß sie in Sebnitz vor dem Haus der Apothekersfamilie randalieren (Quelle: Freie Presse Chemnitz).
    Die Bilder sind um die Welt gegangen, ebenso wie die schreienden BILD-Schlagzeilen (Ich vermute mal, daß man in der Springer-Redaktion damit rechnet, dafür bald den nächsten Orden zu bekommen). Der materielle und immaterielle Schaden für die Kleinstadt und die Region ist nicht wieder gutzumachen.
    Die Internet-Seiten von Sebnitz wurden und werden von Geistesgrößen wie Euch mit wilden Beschimpfungen zugemüllt, von denen "****stadt" noch die harmloseste ist.
    Die Frau, die unser Kanzler empfangen hat, hat bis zu 15mal Gelder an die "Zeugen" bezahlt. Sie hatte noch etwas übrig, da sie bereits vor Jahren 65.000 DM von der Stadt wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht des Badpersonals erhalten hatte. Damals war von Neo****s noch nicht die Rede.
    Das alles hätte VOR der widerlichen Kampagne recherchiert werden können und müssen.


    Origianlton Mark:
    Unter anderem heißt deutsch zu sein auch, daß ein Horde von Ariern einen sechsjährigen nicht-arischen Jungen ermordet, während eine ganze Gemeinde von anderen Ariern angeblich nichts gesehen haben will. Auch das ist Teil unseres Erbes und unserer Geschichte; auch das ist DEUTSCH; nicht nur Schiller und Goethe!
    Und manchmal möchte ich kotzen auf alles, was deutsch ist



    "Was immer auch geschehen mag,
    nie dürft ihr so tief sinken,
    von dem Kakao, durch den man euch zieht
    auch noch zu trinken."

    Erich Kästner


    Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.


    Und wenn ich Eure dümmlichen Statements lese, dann möchte ich kotzen.


    K.



    [Diese Nachricht wurde von kassandra am 29. November 2000 editiert.]

  18. #68
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Hi Kassandra,
    du gibst hier gerade ein tolles Lehrbeispiel für Streitkultur - und bestätigst damit leider nur meine Behauptung zu Hohn und Spott. Und natürlich - ich vergaß es leider - die Entrüstung ob solcher bolschewistischer Greuelpropaganda. Gefahr von Rechts - das ist doch nur eine Erfindung der linken Kampfpresse! Du reagierst, als hättest Du einen großen rhetorischen Sieg errungen - "so billig kommt ihr nicht davon" - und noch einmal zugetreten. Dabei bist Du doch auf das von mir Gesagte nicht mal eingegangen.


    PS: kommt es auch in der realen welt häufiger vor, das Du Leute mit abweichender Meinung beschimpfst?

  19. #69
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Leider bist Du es, Kassandra, dem jegliches Talent zur Differenzierung abgeht, wenn Du in diesem Zusammenhang Dinge wie "Geistesgrößen wie euch..." in den Raum schmeißt. Sobald es polemisch wird, verlierst Du den Überblick und holst zum unkontrollierten Rundumschlag aus gegen alles, was auch nur Deinen Verdacht erregt, von links zu kommen.
    Ich will mich hier bestimmt nicht hinter die Presse stellen, weder die links-liberale, noch die konservative (wie käme ich dazu? hab mich oft genug darüber geärgert). Allerdings finde ich den Begriff "Hexenjagd" mehr als nur bedenklich, wenn es um N A Z I S geht, denn damit erhebst Du sie in den Märtyrerstand.
    Es ist ärgerlich, daß ich Sebnitz ins Gespräch gebracht habe, denn daran haste Dich nun festgebissen - (hätte ich an Deiner Stelle vielleicht auch getan, was weiß ich!). Es geht aber nicht um diese drei Typen, es geht um eine Tendenz in diesem Land, um abgefackelte Asylantenheime, um totgeschlagene Schwarze (schon klar, Robby, alles 'ne Frage von Gruppendynamik), um Massenaufmärsche von Rassisten und dumpfen Wirrköpfen, die dummerweise auch noch von unserem Grundgesetz geschützt werden. Oder sind das alles nur Zeitungsenten gewesen? Von Stalinisten sehe ich dieses Land z. Zt. jedenfalls nicht bedroht, was nicht bedeutet, daß die mir sympathisch sind.
    Massenhysterie und Hexenjagden aller Art sind mir ein Greuel. Das ist Sache des Pöbels, der in jeden sich anbietenden Arsch kriecht, das Maul nicht aufkriegt, sich dann aber hinter einer grölenden Gruppe versteckt und lauthals mitschreit. Eine breitangelegte "Hexenjagd" auf N A Z I S habe ich in diesem Land allerdings noch nicht erlebt - höchstens hilfloses Kopfschütteln, stumme, und damit wertlose Ablehnung, ebenso stumme, aber weitaus gefährlichere Zustimmung und eine Presse, die gelegentlich über die Stränge schlägt (in allen Bereichen, nicht nur bei diesem Thema), weil der Leser halt sein billiges, aber scharf gewürztes Freßchen braucht.
    An der Sache ändert es nichts.

  20. #70
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Ich beschimpfe Menschen mit abweichender Meinung nicht, aber ich halte ihnen gelegentlich den Spiegel vor (ihre eigenen Aussagen, die dann plötzlich nicht mehr so gemeint sind)
    Kein Mensch wird zum Beispiel auf die Idee kommen, rassistische Gewalttäter zu verteidigen. Mit "Rechts" oder "Links" als politische Kategorien haben diese Leute absolut nichts zu tun. Die wollen die Gesellschaft, die sie aus unterschiedlichen Gründen hassen, nur mit dem provozieren, was am meisten verpönt ist. Und sie wissen zudem absolut nichts Substanzielles über die NS-Zeit.


    Die Worte "Rechter" oder "****" sind dagegen Kampfbegriffe, der mit der politischen Realität nichts zu tun haben.
    Der Slogan "Kampf gegen Rechts" gilt in Wirklichkeit nur vordergründig den Schlägern, sondern in Wirklichkeit all jenen, die es neuerdings - wie einige jüngere Politiker - wagen, den Begriff "Nation" oder "Vaterland" oder gar "deutsches Volk" zu benutzen und die es als Nachgeborene satt haben, sich von bestimmten Interessengruppen weiter schulmeistern und indoktrinieren zu lassen.


    Um kriminelle Straftäter in die Schranken zu weisen, bedürfte es dieses Kriegsgeschreis überhaupt nicht, es würde ausreichen, die geltenden Gesetze auszuschöpfen und auf die Tat die Strafe folgen zu lassen.


    Das fällt allerdings ein wenig schwer, da man sich ja gleichzeitig als Hort des Liberalismus sieht und eine Armee von Anwälten dafür bezahlt, daß die Gesetze (des Straf- aber auch des Asylrechtes) weiterhin mit Füßen getreten werden können.


    Fakt ist auch, daß in diesem Lande jeder fröhlich behaupten kann, daß der Kommunismus eine tolle Sache ist, was die in den Gulags und den kambodschanischen Killing Fields Erschlagenen vermutlich so nicht bestätigen würden.
    Aber es gibt eben Opfer 1., 2. und 3. Klasse.
    Wer in welche Kategorie einzuordnen ist, das entscheiden hierzulande die politisch Korrekten, was einzig zur Folge haben wird, da? die Kluft zwischen dem Volk und seinen sogenannten Vertretern immer größer wird. Und darin liegt die wirkliche Gefahr für das Gemeinwesen.


    Ich glaube allerdings nicht, daß Ihr in der Lage seid, darüber auch nur eine Sekunde nachzudenken.


    K.

  21. #71
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Original erstellt von kassandra:
    Fakt ist auch, daß in diesem Lande jeder fröhlich behaupten kann, daß der Kommunismus eine tolle Sache ist, was die in den Gulags und den kambodschanischen Killing Fields Erschlagenen vermutlich so nicht bestätigen würden.

    Der Kommunismus ist eine Ideologie (mit der ich übrigens nichts am Hut habe), die von ihrem Denkansatz her auf eine Befreiung des Menschen (des Menschen, nicht des Deutschen) hinzielt. Ich bin kein Kommunist, weil ich nicht daran glaube, daß alle Menschen gleich sind. Rechtlich sind sie gleich (oder sollten es sein), nicht aber essentiell, und man kann nicht alle in eine vom Staat vorgegebene Form pressen, auf daß sie dann funktionieren. Der Kommunismus war und ist zum Scheitern verurteilt, aber der Gulag und sonstige stalinistische Auswüchse haben mit der reinen Ideologie zunächst mal nichts zu tun.
    Der Nationalsozialismus... (ich vermeide das Wort Faschismus, weil mich Deine kleinen etymologischen Belehrungen langweilen)... der Nationalsozialismus lebt per definitionem vom Haß auf alles Fremde, Andersartige, Andersseiende, Andersdenkende. Der Vergleich hinkt also ganz gewaltig, auch, wenn unter Stalin die gleichen Verbrechen begangen wurden, wie unter Hitler.
    Wenn jemand sagt, daß er den Kommunismus für 'ne tolle Sache hält, dann denkt er dabei wahrscheinlich weniger an die roten Khmer als an die marxistische Idee (eine Unterstellung von mir, in der Tat). Wer hingegen den Nationalsozialismus für 'ne tolle Sache hält, der schließt die Konzentrationslager in diese tolle Sache mit ein, denn viel mehr gibt der Nationalsozialismus (als Idee) nicht her.

    Die Sache mit den Opfern 1., 2. und 3. Klasse haste Dir übrigens selbst zusammengebastelt. Jedenfalls innerhalb dieser Diskussion. Mag sein, daß manche Leute auf diese Weise Unterschiede machen, aber stell's bitte nicht so dar, als wäre ein solcher Schwachsinn hier von irgendeinem Beitrag impliziert worden.
    Und verwisch nicht die Begriffe! Es geht durchaus um N a z i s, auch wenn sie noch so doof sind und noch so wenig von der Geschichte begriffen haben!
    Oder gerade deshalb.


    [Diese Nachricht wurde von Mark am 30. November 2000 editiert.]

  22. #72
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Zitat Kassandra: "Ich beschimpfe Menschen mit abweichender Meinung nicht, aber ich halte ihnen gelegentlich den Spiegel vor (ihre eigenen Aussagen, die dann plötzlich nicht mehr so gemeint sind)
    .....
    Ich glaube allerdings nicht, daß Ihr in der Lage seid, darüber auch nur eine Sekunde nachzudenken"


    Soso, Du beschimpfst also keine Menschen. Was bitte bin ich dann für Dich? Was sind jene, denen Du mit schöner Regelmäßigkeit Beleidigungen an den Kopf knallst? Und damit meine ich noch nicht mal so sehr die permanenten Vorwürfe nicht vorhandener Intelligenz - mir ist schon klar, daß in dieser Hinsicht niemand mit Dir mithalten kann.


    Ich habe mir sicherheitshalber noch mal meine "Beiträge" durchgelesen. Beschränkt, wie ich bin, kann ich noch nicht mal die Aussagen finden, die dann plötzlich nicht mehr so gemeint waren.
    ---------------------------------
    Zitat Kassandra: "Der Slogan "Kampf gegen Rechts" gilt in Wirklichkeit nur vordergründig den Schlägern, sondern in Wirklichkeit all jenen, die es neuedings - wie einige jüngere Politiker - wagen, den Begriff "Nation" oder "Vaterland" oder gar "deutsches Volk" zu benutzen und die es als Nachgeborene satt haben, sich von bestimmten Interessengruppen weiter schulmeistern und indoktrinieren zu lassen."


    Das hast Du genau richtig erkannt. Noch gefährlicher als die doch eher dumpfen Schlägertypen sind jene, die Verbrechen der Vergangenheit relativieren oder verharmlosen. Jene, die mit ihren scheinbar so einfachen Wahrheiten und Lösungsansätzen erst den fauligen Bodensatz erzeugen, auf dem die verschiedensten Übel so wunderbar gedeihen..
    ------------------------------------
    Zitat Kassandra: "Außerdem ist man ja froh, daß man dieses Bild vom Volksfeind Neo**** aufbauen kann, sonst würden die Leute vielleicht über 30% Arbeitslosigkeit (im Osten), die Entwertung der Währung, die Zerstörung der Kultur und den gezielt herbeigeführten Werteverfall nachdenken."


    Willst Du damit unterschwellig andeuten, daß die jetzt einer Hexenjagd ausgesetzten möglicherweise in der Lage sind, uns aus der Misere zu führen? So nach dem Motte "Damals war ja nicht alles schlecht"? Oder ist es doch nur (die zugegebenermaßen weitverbreitete) Paranoia?

  23. #73
    rodbertus
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Was ich sagen wollte, will:


    In diesem Ordner existieren verschiedene Argumentationsstränge, wohl auch unterschiedliche Intentionen, und nicht zuletzt wird hier ein wenig am Thema vorbeigerammelt. Nicht will ich behaupten, daß das Thema nicht erfaßt würde, aber als langjähriger Grammatikator muß ich doch um mehr Contenance bitten! Also, meine Herren!


    Da haben wir meine Intentionen, ich möchte gern über das sprechen, was Kultur ausmacht.
    Dann ist da Mark, der mit seinem Gutmenschentum Kassandras Galle reizt. Dazu ein Schuß 68er Replikation, eine Nuance Zynismus und eine klitzekleine Prise Entertainment, fertig haben wir eine lockerleichte und doch bisweilen schwerflockige Allerweltsstreiterei über historische und minderhistorische Befindlichkeiten.
    Achtpanther würde wohl auch gern über Kultur reden, wird aber durch die zuweilen dümmlichen Provokationen Kassandras daran gehindert.
    Kassandra wiederum wehrt sich zurecht gegen die Stäuper der oberflächlichen Medien, allerdings weist er sich als arg retardierend aus, weil: Die Richtung des Gesprächs, in die er drängt, ist wenig fluktuent.


    Also, Leute, wie wollen wir's denn jetzt handhaben?


    Ich schlage vor, daß wir uns auf die Eingangsreplik des Ordners beziehen, daß wir über Kultur sprechen, über den Sinn eines Wortes wie Kultur und in diesem Kontext vielleicht auch archaische Muster abhandeln, aber nur in diesem Kontext, nicht von vornherein.

  24. #74
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Zitat Achtpanther: Willst Du damit unterschwellig andeuten, daß die jetzt einer Hexenjagd ausgesetzten möglicherweise in der Lage sind, uns aus der Misere zu führen? So nach dem Motte "Damals war ja nicht alles schlecht"? Oder ist es doch nur (die zugegebenermaßen weitverbreitete) Paranoia?


    Ganz gewiß nicht, und das weißt Du auch. Aber es macht sich halt so schön als Unterstellung.


    Noch gefährlicher als die doch eher dumpfen Schlägertypen sind jene, die Verbrechen der Vergangenheit relativieren oder verharmlosen.


    Aha, hier entlarvst Du Dich: Wer den Begriff "deutsches Volk" verwendet, verharmlost also Verbrechen? Tut mir leid, aber primitiver geht's nimmer. Und das, vW, hat schon etwas mit dem Streit um die sogenannte "Leitkultur" zu tun.


    Aber Mark treibt's noch etwas intellektueller:
    Kommunismus - wunderbare Idee, leider mißverstanden.
    Wenn die Opfer bloß Russen und ein paar Minderheiten sind, kann man da schon ein wenig nachsichtig sein.
    Zum anderen Teil Deiner Aussage, die nicht weniger infantil ist, äußere ich mich nicht.
    Die Teletubbies lernen Geschichte.


    K.

  25. #75
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stichwort "Leitkultur"

    Ausnahmsweise weiter mit dem Quoten:


    Noch gefährlicher als die doch eher dumpfen Schlägertypen sind jene, die Verbrechen der Vergangenheit relativieren oder verharmlosen.


    Aha, hier entlarvst Du Dich: Wer den Begriff "deutsches Volk" verwendet, verharmlost also Verbrechen? Tut mir leid, aber primitiver geht's nimmer. Und das, vW, hat schon etwas mit dem Streit um die sogenannte "Leitkultur" zu tun.
    -----------
    Tja Kassandra, so willst Du mir die Worte im Munde verdrehen - den zweiten Satz unterschlägst Du gleich ganz, ("Jene, die mit ihren scheinbar so einfachen Wahrheiten und Lösungsansätzen erst den fauligen Bodensatz erzeugen, auf dem die verschiedensten Übel so wunderbar gedeihen.. ")- hätte Deiner Polemik vielleicht etwas von ihrer Schärfe genommen. Primitiver geht's nimmer, wie wahr. Aber O.K., ich gestehe, mit Leuten, bei denen das Interesse an ""Nation" oder "Vaterland" oder gar "deutsches Volk"" alles andere in den Hintergrund zu drängen scheint, habe ich schon meine Probleme.
    -----------


    Wenn ich Deine Ansichten zu Medien und Regierung(en) betrachte, fühle ich mich tatsächlich an seriöse Beiträge zur Gegenwart wie "Akte X" erinnert. Und Du erscheinst den verblendeten Massen und enthüllst die verborgenen Wahrheiten... Verschwörungstheorien haben in der Literatur ihren Reiz, dafür gibt es viele Beispiele. Aber all dies ernstnehmen? Das hat schon einen Hauch Paranoia.

    Leitkultur! Diese Wortschöpfung suggeriert den Naiven: da soll fremden Menschen, denen die Gebräuche des christlichen Abendlandes in ihrer tieferen Bedeutung nicht immer klar sind, das Wesen des Deutschen schlechthin nahegebracht werden.
    Eigentlich sollte sich unser wichtigster Feiertag ganz besonders dazu eignen, von kultureller Identität zu künden. Doch zu keiner Jahreszeit wird mehr geheuchelt, mehr verdeckt, mehr gelogen und falscher gel?chelt als in der Zeit vor Weihnachten.
    Begriffe wie "Leitkultur" erscheinen vor dem Hintergrund süsslichen Rummels und Kassengeklingels auf allen Strassen und Plätzen noch schwammiger . Ist es das, was der Unkundige als das begreifen soll, was Deutschland im innersten zusammenhält?
    Weihnachtsmänner und Big Brother, Gewalt gegen Andersdenkende und Andersfarbige, Gewalt in S-Bahnen und auf der Strasse.
    Gewalt in den Familien.
    Weihnachten? Advent? Bethlehem begraben unter Steinwürfen und Geschossen, voll von schreienden Kindern und Soldaten in Uniform. Angesichts des Elends in so vielen Teilen dieser Welt (und auch in unseren Familien) hat der Ablaßhandel gerade zu Weihnachten Hochkonjunktur.


    Und dann war da noch die *liebe* Kollegin, die sich fürchterlich erregte, als Letten und Ukrainer sich über deutschen Sperrmüll hermachten, der zum Abtransport auf die Müllhalde vor die Türen gestellt wurde. Kommen in unser Land und wollen uns unser Eigentum wegnehmen!

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