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Thema: Die CDU

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Die CDU

    Mit dem angekündigten Rückzug Merkels wird diese Partei nun auch interessant für KvW, ein Gegenstand der Befasse. Es dauerte nicht mal einen Tag und schon bringen sich Nachfolger ins Gespräch. Stand heute scheinen sich mehr oder weniger ausdrücklich sechs Personen um den Parteivorsitz zu bemühen, was angesichts des christdemokratischen Paradigmas, daß der Parteivorsitzende auch Kanzler sein soll, nichts anderes bedeutet, als daß so die Kanzlerkandidatur bereits im Dezember 2018, beim Parteitag der CDU in Hamburg, mutmaßlich entschieden werden soll.

    Ins Spiel brachten sich in der Reihenfolge ihrer Erfolgsaussichten:


    1. Kramp-Karrenbauer
    2. Merz
    3. Spahn
    4. Laschet
    5. Kretschmer
    6. Bosbach.


    Wahrscheinlich werden noch weitere Personen ihren Hut in den Ring werfen. Ich betrachte das eine Woche, dann sollte sich eine Meinung klarer abbilden lassen können.

    Die chose ist spannend, zumal ich den Eindruck habe, daß die drei wichtigsten Bestandteile der CDU (christlich-soziales Miteinander, liberale Wirtschaftspolitik und wertkonservative Lebenseinstellung) nunmehr wieder in eine ausgeglichene Balance gebracht werden können, was mir sehrlichst gefallen würde. Nachdem die AfD deutlich eine national-liberale Richtung nimmt, kann das eine gute Chance für die CDU werden, die entsprechenden Wählerschichten zurückzugewinnen, die sie angesichts einer mutmaßlich konservativen Ausrichtung der AfD an diese verloren hat. Wie gesagt, die chose ist interessant. Näheres in einer Woche.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    CDU-Ordner - der Kanzlerwählverein

    erstellt von JF:
    So hat die CDU im Namen der „Modernisierung“ zuerst den Kampf gegen die Neue Ostpolitik aufgegeben, dann die Verteidigung des Leistungsprinzips, dann das klassische Familienbild, dann den bewährten Aufbau des Bildungssystems, dann die Grundsätze gerechter Besteuerung und eines ausgeglichenen Haushalts und zuletzt sogar den Alleinvertretungsanspruch.

    Ich stimme dem zu. Die CDU ist eine Partei ohne Programmatik. Sie stand und steht als die politische Kraft, die sich dem Zeitgeist anpaßt, dabei immer die Statuierung der politischen Verhältnisse im Auge. Sie ist ein Kanzlerwählverein und zieht genau die Menschen an, die an nichts mehr interessiert sind als an Sicherheit und Wohlstand. Insofern ist sie eine Partei des "kleinen Mannes" oder eine Lieschen-Müller-Partei. Das ist ihre historische Funktion und Rolle.
    Da der Zeitgeist linksgrün ist, ist ihre diesbezüglich wachsende Affinität zwangsläufig. Sie ist unfähig, eigene Akzente zu setzen. Aber das ist auch gar nicht ihre Absicht; sie ist, wie bereits mitgeteilt, eine Partei, die sich den Erhalt bestehender Strukturen und die Sicherung des Wohlstands zum Ziel setzt, eine amerikanische Partei letztlich.
    Ich kann darin nichts Schlechtes erkennen. Die Kräfte, sie in ihrer Machtentfaltung zu begrenzen, gibt es in der BRD nicht. Die BRD ist quasi von ihr auf sich zugeschnitten worden. Fällt die CDU in ihre Einzelteile auseinander, wie es itzt zu geschehen scheint, könnte entweder nur eine Nachfolgeorganisation ihre Funktion übernehmen (die GRÜNEN?) oder die BRD würde ihre bisherige Ausrichtung verändern. Wir bekämen einen neuen Staat. - Die zur CDU sich Alternative nennende Partei ist selber nur eine bürgerliche Besitzstandswahrerin, deren Kern liberal, nationalistisch und opportunistisch ist, der CDU ganz ähnlich, wobei die sehr viel weniger liberal ist und nationalistisch nur dann, wenn der Zeitgeist es befiehlt.

  3. #3
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: CDU-Ordner - der Kanzlerwählverein

    Also mich widert die CDU zur Zeit an. Da wird jetzt in Berlin behauptet man ist dagegen...dass die Thüringer Fraktion den Ramelow unterstützt. Alles Quatsch- das wurde im Hinterzimmer genau so geplant...wie es die Tage über die Bühne gehen wird. Hinterher wird man sagen man wollte das so nicht. Eigentlich leicht durchschaubar...eigentlich...denn der Wähler ist auch nicht besser...als die Politiker...denen er ins Amt verhilft.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die CDU

    Der Politwissenschaftler Patzelt setzt sich mit der Zukunft der CDU auseinander. Seine wichtigsten Thesen lauten:


    1. die CDU ist dem Zeitgeist verfallen;
    2. der Zeitgeist ist linksgrün;
    3. das gute Management in der Corona-Krise verschaffte der CDU eine Atempause;
    4. die CDU muß sich positionieren;
    5. der CDU droht Gefahr von einer Meuthen-AfD;
    6. die CDU bewegt sich in einer Einbahnstraße, verlor an Vielfalt..


    Kommentar:
    Die CDU ist immer der Träger des Zeitgeistes. Das ist Teil ihrer DNA.
    Der Zeitgeist ist nicht linksgrün; das ist ein Trugschluß, der entsteht, weil die Medien mehrheitlich dieses Bild entwickeln. Wir leben in der Postmoderne; es gibt keinen anderen, diese Zeit durchdringenden Zeitgeist als den der Dekonstruktion.
    Das gute Management ist weniger einer Regierungsleistung als vielmehr unserer vorzüglichen Verwaltung zuzuschreiben. Es ist aber ein Vorrecht der Regierung, daß sie eben diese Verwaltungsleistung für sich reklamieren darf, schließlich hat sie diese nicht an ihrer Arbeit gehindert. Es sind genug Fehler gemacht worden, wenn man nur an die Peinlichkeit denkt, daß wir von Lieferungen aus dem Ausland abhängig sind, was medizinische Ausrüstung und die Sicherung mit Medikamenten betrifft. Es bleibt abzuwarten, ob aus diesen Kalamitäten die richtigen Lehren gezogen worden sind. Allerdings aber hat die CDU Aufwind in der Krise bekommen,w eil das Volk sich in Krisenzeiten gern um die Regierung schart und die, wie bereits beschrieben, keine gravierenden Fehler beging.
    Die CDU muß sich nicht positionieren. Das widerspräche ihrer Politik seit 1945. Sie macht das, was das Establishment von ihr verlangt. Die die Partei tragenden Lemminge setzen das um.
    Gäbe es eine Meuthen-AfD wäre das der Tod der AfD.
    Die CDU war allerdings eine pluralistische Partei, genauer eine der zwei Flügel und einer starken, murrenden und mitlaufenden Mitte. Die Flügel wurden von christlicher Sozialpolitik (z.B. Blüm) und national-konservativer Krawallpolitik (z.B. Dregger) gebildet und hielten das innerparteiliche Gespräch wach. Merkel hat beide Flügel verdampft, aber das Wesen der Partei waren diese Flügel nicht, sondern der gemeinsame Wille zur Macht. Und der besteht bis heute.

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Die CDU

    ...definitiv aber mitte/links - weshalb viele SPD-Politiker (mE zurecht) glauben, dass die SPD in der Nach-Merkel-Ära einen Aufschwung erleben wird.

    Merkel betreibt das Geschäft der SPD...und macht das Original überflüssig. Aber sie betreibt in Teilen auch die Politik der Grünen - nur mit dem Unterschied, dass sie denen keinen Stimmen abnimmt - und die Grünen Merkels Abgang eher bedauern.

  6. #6
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    AW: Notizen Jänner 2021

    Auf Mutti folgt Papi. Ich prophezeie Arminius ein Schicksal Schulz 2.0.

  7. #7
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    AW: Die CDU

    Da gibt es schon einige Unterschiede:
    1. Schulz wurde seinerzeit mit 100% zum Parteichef gewählt, Laschet mit knapp über 50%.
    2. Schulz wurde als Segensträger gewählt, der die SPD aus einem seinerzeitigen Stimmungstief herausholen sollte und das auch tatsächlich schaffte, denn die SPD kam im halben Jahr nach seiner Wahl zu 40% Zustimmung in der Bevölkerung.
    3. Laschet wird zu einem Zeitpunkt gewählt, in dem die CDU hoch im Kurs steht, 36% oder so, soll also diese Prozente letztlich bloß halten, was typisch für die Politik von Merkel ist: Weiter so!

    Ich glaube allerdings nicht, daß Laschet das Stehvermögen der Kanzlerin hat. Er wirkt irgendwie tuffig.

  8. #8
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    AW: Die CDU

    Laschet bedient die in Teilen der Bevölkerung tief verwurzelte Sehnsucht nach einer Monarchie...seit er verlauten ließ...ein Nachfahre von Karl der Große zu sein.

    Am meisten wird sich die AfD über die Wahl Laschets freuen. Die sah schon ihre Felle davonschwimmen. Die CDU versprach wieder in die Mitte rücken zu wollen - die Wahl Laschets zeugt vom Gegenteil. Das wird viele CDU Wähler sehr verärgern. Ich vermute mal, dass nicht die AfD...sondern vor allem die FDP davon profitieren wird.

  9. #9
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    AW: Die CDU

    Karl der Große? Wir stammen alle irgendwie von ihm ab. Oder meintest Du diese Mitteilung einer seriösen Seite: https://www.rtl.de/cms/ahnenforschun...b-4615371.html

    Daß mit der Zustimmung für die FDP glaube ich auch. Lindner bringt sich langsam in Stellung. Seine heutige Kritik an den politischen Prozeduren in der Reichshauptstadt müffelt zwar immer noch nach beleidigter Leberwurst (Merkel ging lieber mit der SPD als mit der FDP zusammen), aber die Grundhaltung der FDP wird regierungskritischer, was ihr Punkte einbringen dürfte, auch bei mir.

  10. #10
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    AW: Die CDU

    Das ging vor Wochen durch die Presse...als Herr Laschet behauptete ein direkter Nachfahre von Karl der Große zu sein. Also mit ihm in einer Linie zu stehen.

    Die FDP bespielt ein Feld, das von den anderen Parteien vernachlässigt wird. Aber bis zum Herbst vergehen noch ein paar Tage...und wer weiß, was bis dahin noch alles passiert...bzw. wer sich bis dahin noch welche "Fehler" erlaubt. Hinsichtlich der Ethik und der Moral zerbrechen sich die Philosophen seit Jahren den Kopf...was das in der heutigen Zeit bedeutet. Und ich denke, die Pandemie wird uns da einige Antworten liefern.

    Nochmal zu Laschet: habe heute erst erfahren, dass er in der Agenda Syrien in etwa die gleiche Meinung vertritt wie ich auch...als wider dem Mainstream...der landläufigen Meinung. Das macht ihn für mich ein stückweit sympathischer...auch wenn ich ansonsten nur wenig von ihm überzeugt bin.

  11. #11
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    AW: Die CDU

    Ich habe mir vorgenommen aus allen parteipolitischen Diskussionen auf unbestimmte Zeit auszusteigen - weil sie mir die Energie rauben...um das zu tun, das mir wichtig ist. Ausnahme gesellschaftspolitische...eher philosophische Fragen, weil ich daraus Energie ziehe. Bin selbst gespannt...ob mir das gelingt.

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