Fortsetzung Lektion 140
„Nur von der Erlösung kann man sagen, dass sie heilt“. (1)
9. Wir wollen uns heute nicht durch das irreführen lassen, was uns als krank erscheint. Heute gehen wir über Erscheinungen hinaus und erreichen die Quelle der Heilung, von der nichts ausgenommen ist. Das wird uns in dem Maß gelingen, in dem uns klar wird, dass es niemals eine bedeutsame Unterscheidung zwischen dem geben kann, was unwahr ist, und dem, was gleichermaßen unwahr ist. Hier gibt es keine Grade und keine Überzeugungen, dass das, was nicht existiert, in einigen Formen wahrer als in anderen ist. Sie sind allesamt falsch und können geheilt werden, weil sie nicht vorhanden sind.(2)

Schauen wir auf eine „kranke Welt aus kranken Gedanken“, blicken wir in die Augen der Medusa und „versteinern“ am logischen Trugschluss dieser „Wahrnehmung“. Die Quelle der Heilung wurde in das Reich der anfänglichen Unmöglichkeit verlegt, womit Unterschiede zwischen dem Irrtum bedeutsam erscheinen, das Göttliche in uns könne sozusagen in der Zeit mehr oder weniger „abgeblättert“ sein und daher brauche das „Nicht-Göttliche“ in uns eine Berichtigung oder Korrektur. In Absatz 9 verschmelzen die Unterscheidungen, die Bewertungen und Beurteilungen, die Verurteilungen, und nicht zuletzt die Rache, zu vielen Formen mit gleichem Inhalt. Allesamt bauen sie auf der Grundprämisse auf, das ewig Unveränderliche könne eine Veränderung (durch das Träumen) erfahren.

(Kap 21:IX) „Der innere Wechsel“
https://www.youtube.com/watch?v=w7yk...CzPxZ&index=64

Wenn die letzte Frage beantwortet wurde, kann ein vollständiger und ständiger Wechsel in der Betrachtung des Zweckes der Verleugnung als schon gegeben erkannt und anerkannt werden (5:38). Es steht nichts zwischen der Heiligkeit und unserem Gewahrsein derselben (6:00). Welche Form die auf einer fehlerhaften Grundprämisse aufbauenden, veränderlichen „Inkonstanten“ besitzen, ist im Prinzip nach dem inneren Wechsel bedeutungslos geworden und damit verliert die irrtümliche und eigentümliche Illusion, Heiligkeit könne „abblättern“, ihre „volkstümliche Erscheinung“ und die Form ihre Konsistenz. Substanzlos geworden, können die auf einer fehlerhaften Grundprämisse aufbauenden „Denksysteme“ nicht mehr sinnvoll mit Unterschieden und Graden des Irrtums versehen werden.

Wollten wir wirklich sehen, was wir nun zwischen uns an Graden von eigentlichen Irrtümern wahrnehmen und als „krank“ definieren?

Verlangten wir nach einer Welt, die uns zu beherrschen scheint?
Wollten wir wirklich eine Welt erleben, in der wir hilflos und ohnmächtig sind?

Können fehlerhafte Gedanken dann gefährlich sein?

Nur, wenn es in der Zeit einen Willen gäbe, den Willen der Ewigkeit zu verändern. Nur, wenn der „Glaube“ Einzug hält, unser Bewusstsein sei an den Körper gebunden und Krankheit, Leiden, Angriff, Rache und Tod wären eine „Geißel Gottes“, die Strafe für unsere Träume.

Das „Heilmittel“ für den Traum von möglicher Krankheit in der Zeit ist die Ewigkeit, die in diesem Satz aufleuchtet, wenn er „gedacht“ wird:

„Nur von der Erlösung kann man sagen, dass sie heilt. Sprich zu uns Vater, damit wir geheilt sein mögen“. (2)

Die Konstanz der freudigen Wahrnehmung - von auf ewig geheilter Heiligkeit im Gegenüber - kann ebenso erlernt werden, wie die Gedankengänge, die in die Dunkelheit des selbst gewählten Inkonstanten führen. Eine Veränderung der Ewigkeit bleibt rein physikalisch unmöglich, es kann in der Zeit keinen Willen geben, der die Ewigkeit der gegebenen Heiligkeit auslöscht und damit einem konstanten Zustand der Freude unmöglich zu machen scheint.

„Der innere Wechsel“ baut auf einer Grundprämisse auf, die zum Ende des Hörbuches in diese Worte gefasst wurde:

„Was ist der heilige Augenblick anderes als der Aufruf GOTTES an dich, wiederzuerkennen, was ER dir gegeben hat? Hier ist der große Appell an die Vernunft; das Gewahrsein dessen, was immer da ist, damit es gesehen werden kann; das Glück, das immer dein sein könnte. Hier ist der konstante Frieden, den du immerdar erfahren könntest. Hier wird dir offenbart, was die Verleugnung verleugnet hat. Denn hier ist die letzte Frage schon beantwortet und das, worum du bittest, schon gegeben. Hier ist die Zukunft jetzt, denn die Zeit ist machtlos, weil du nach dem verlangst, was sich nie ändern wird. Denn du hast darum gebeten, dass nichts zwischen der Heiligkeit deiner Beziehung und deinem Gewahrsein ihrer Heiligkeit stehen mögen“. (3)

Die Quelle der Heilung wird dann dort vermutet, wo sie ist. In der Ewigkeit, nicht in den Zeit, wo sie „verloren“ gehen könnte. Wir sind schon, was wir noch suchten. Doch sagen wir, wir sind es nicht, verleugnen wir das, was wir im heiligen Augenblick erneut in unser Gewahrsein holen. Es gibt ein Denksystem, das in zwei Worte zu fassen ist:

GOTT IST.

Es gibt viele Formen von Illusionen, die der Traum von „Gott ist nicht“ annimmt, viele Rollen und Reiter, Wege und Streiter; doch immer sind die Träume von Krankheit darauf aufgebaut, Gott sei nicht. Ist Gott, ist Heiligkeit.

Ist Gott nicht, ist kein Weg aus der Dunkelheit des Labyrinthes der „erlernten Kellerkinddaseins“ vorstellbar. Ein Zustand, dessen „gute Vorsätze“ den Weg zur selbstgemachten Hölle pflastern. Da aus dem Mangelgedanken (Gott sei nicht) heraus lediglich der kausale Irrtum in relative Grade unterschieden wird, wurde der innere Wechsel zu konstanter Freude unmöglich.

So ist es im Labyrinth notwendig, Fehler zu machen und sich beim nächsten „Abbiegen“ daran zu erinnern, welchen Weg wir daher wählen müssen, nicht wieder einem neuen Irrlicht zu folgen.

Wenn Gott jedoch als wahr wahrgenommen wird, beginnen die Grade und Unterschiede zwischen mehr oder weniger wachen Träumenden sich vor dem Licht der Heiligkeit dahinter aufzulösen. Wir sind nicht die „Rollen“ der Streiter im Traum, wollten wir Ross und Reiter einmal nennen, die zur Ego-Körper-Verwechslung führten, mit der Gedanken für Körper „gefährlich“ werden könnten.

Aus der irrigen Annahme, „Gott sei nicht“ geht die Erschaffung des Bewusstseins aus dem Nichts einher und zugleich die Vorstellungswelt, das Bewusstsein würde mit dem Ablegen des Körpers enden. Dieser Gedanke ist „gefährlich“, obwohl er nur die Folge eine fehlerhafte Grundprämisse abbildet, die dadurch keine wirklich beständige Konstanz und Konsistenz ermöglicht. Auf tönernen Füßen aufgebaute Denksysteme erwecken den Anschein von Beständigkeit und ihr „Fallen“ wird als Verlust empfunden, doch was könnte verloren werden, was jeder in sich schon besitzt?

Offenheit für unterschiedslose Heiligkeit macht es möglich, den Gedanken als wahr anzunehmen, dass ALLE geheilt werden könnten, da alle - in alle Ewigkeit mit Heiligkeit „geheilt“ wurden. Es gab niemals etwas, das der Heilung bedurfte. So wird gesucht, was wir immer bei uns trugen. Ist tatsächlich besonders bitter, ich suchte im Winter einmal händeringend meinen Schlüsselbund, den ich die ganze Zeit vorne im Sweatshirt trug, wobei der Schlüssel unter einem dicken Winterpullover und der Winterjacke nicht zu hören war. Wir sind taub geworden für die Lieder und Leiden all der anderen Seelen und tragen ein offenes Herz unter dem dicken Fell verborgen, das im „Überlebenskampf“ nur verleugnet wurde. Lebendige Heiligkeit zu sein, nimmt dem gefährlichen Gedanken des Glaubens an einen Nutzen (des Erblickens einer Welt) von Angriff, Hass, Rache, Kampf und sterbender Körper jegliche Bedeutung.

Transparenz (und damit Offenheit) entsteht, wenn wir bemerken, uns vor Gott in keinerlei Illusionen (von möglicher Sünde und Schuld) „verstricken und verstecken“ zu können. Gott ist und alles, was „Ich bin, der ich bin“ denken kann, lebt in diesem Gedanken. Liebende Gerechtigkeit - als das Fundament eines soliden Denksystems - wird im Prinzip erst möglich, empfindet sich niemand mehr als Nicht-Göttliches-Bewusstsein. Es scheint in der Zeit weit entfernt zu sein, doch da es in der Ewigkeit niemals geschah, wurde die letzte Frage in dem Moment beantwortet, als sie aufkam.

Gott ist nur Liebe und daher sind wir es auch. Der Annahme, ein Angriff auf die Heiligkeit im Gegenüber im Gegenüber könne einen Vorteil bedeuten, muss die Grundlage entzogen werden, indem begriffen wird, dass konstanter Frieden nur im konstanten Aufgeben des Angriffs zu finden ist. Die eigentliche „Sünde“ ist die Annahme, die Ewigkeit der Wahrheit könne von einem - oder von vielen - Irrtümern in der Zeit bedroht werden. Ein Ding der anfänglichen Unmöglichkeit muss es bleiben, als Geschöpf etwas zu sein, was wir nicht sind.

Auf Kapitel 21 „Vernunft und Wahrnehmung“ folgt „Die Erlösung und die heilige Beziehung“, in dem die Vernunft noch einen weiteren Schritt zur Wahrheit macht. Denn wenn wir angreifen, wen Gott zu heilen sucht und die hassen, die ER in Ewigkeit liebt, glauben wir an die Substanz der Wirkungen eines von GOTT verschiedenen Willens. Angriff kann niemals „Erlösung“ bringen, ein Problem, das zunächst erkannt werden muss, um dann vom Heiligen Geist aufgehoben werden zu können. Heilig ist jede Beziehung, in der Angriff nicht mit einem Nutzen verbunden wird und daher Sündenlosigkeit jenseits von Funktionen als Wirklichkeit wirkt. Nur, wenn Heiligkeit wahrgenommen wird, kann Heilung als die Wirkung der Quelle wirksam sein. Wenn wir die Quelle in uns verleugnen, ist Heilung von etwas abhängig, das im Außen „so, so oder auch so“ zu geschehen hätte, damit darin die Grundlage für Heilung zu finden wäre. Doch ist Heilung wirklich das, was wir im Innen und im Außen zu sehen wünschen? Ist es das, was wir wirklich für alle wollen?

Oder sind WIR es, die sich die Rolle eines zornigen Racheengels anmaßen, der strafend durch die Träume erträumter Schuld zieht. Das Ego sagt natürlich, es sei unmöglich, in niemandem irgendeine Schuld zu erblicken. Doch ist Schuld genau das, was wir zu blicken im Geist erwählten, bevor wir die Wahrheit verleugneten.

Aber ist "dies" wirklich das, worauf wir sehen möchten?


Quelle: Ein Kurs in Wundern, Greuthof Verlag 2010
(1) Übungsbuch Seite 270 – 272
(2) Ebd.
(3) Textbuch Seite 467