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Thema: mostiges

  1. #1
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    Post mostiges

    die seele gekeltert
    getreten, gepresst,
    ein winziges
    aroma duftet im
    glas dir entgegen


    stinkendes most
    siecht am wegesrand
    und wartet auf
    zigeuner


    die noten sammeln
    blühende und faule
    und münder biegen
    zu lieblichem gesang

  2. #2
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    Post AW: mostiges

    Boah, bin sprachlos!


    die seele gekeltert,
    getreten, gepresst
    und doch ein zigeuner,
    der stinkendes läßt


    am wegesrand
    raubt den verstand
    lieblicher most,
    der kaum vergoren
    aroma beschworen


    den mündern geboten
    fäulnis nach noten,
    dem hund des zigeuners
    zieht's weg die pfoten


    Julchen, hab ich alles richtig verstanden?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mostiges

    Du schlingel!


    hätts Dir bisschen mehr müh geben können...
    aber ne, musstest wieder in meiner so mühevoll gekochten wortsuppe rumpantschen. das schmeckt gräßlich, nach verfaultem hundeleder und stinkenden zigeunerschweiszfüszen.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mostiges

    Liebe Julika,


    nimmst du deine Worte eigentlich selbst ernst? Kaum stehen sie, schon ermunterst du mit ihnen herumzualbern. Nicht, dass ich was gegen Albernheiten hätte. Sowieso darfst mit deinen Worten machen (lassen) was du für richtig hältst. Doch beschäftigt mich die Frage, aus welcher Motivation heraus du einen Text zum Anschlag bringst.


    Dieser hier hat nämlich durchaus seinen Wert. Und ich würde ihm gerne ohne Albernheiten begegnen.


    Lieben Gruß von
    Trist

  5. #5
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    AW: mostiges

    So, liebe Trist, ist unsere Julika eben. Sie kann nicht immer abwarten, bis man sich ihr widmet.
    In der Tat, Julika, mag der Text eine gewisse Qualität haben, aber nur eine gewisse. Rein assoziativ verbreitest Du hier Stimmungen. In der ersten Strophe ist eine gut getroffen, die weiter gesponnen hätte werden müssen, aber die zweite Strophe schlägt eine andere Tonlage an, führt wieder weg vom Thema. Gut, sagt man sich, da ist ja noch die Dritte, aber die bringt nur eine Variation der Zweiten, hingegen fühlt sich der Leser wiederum getäuscht mit Blick auf den Titel. Hier passt etwas nicht zusammen. Es sind prinzipiell zwei Themenbereiche und zwei Gedichte in einem, aber das ist ein Zuviel, nicht durchgestaltet das Ganze, ein Ganzes ist es nicht geworden. Nimm also, Julika, die erste Strophe Dir nochmal vor und gehe von ihr aus, greife dieses Gefühl noch einmal, spüre es und mach da dann weiter, denk nicht an den Rand des Weges, gehe in der Mitte weiter.


    herzlichst uis

  6. #6
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    Post AW: mostiges

    trist..hast ja recht...weiß auch nicht..


    ja, uisge, so isse..aber gedanken gemacht hat sie sich auch, folgende:


    die seele gekeltert
    getreten, gepresst,
    ein winziges
    aroma duftet im
    glas dir entgegen
    der essenz beraubt
    liegt traubiges most
    seelenlos
    am wegesrand
    und wartet auf
    zigeuner
    die kerne sammeln,
    blühende und faule
    und münder biegen
    zu lieblichem gesang


    ich möcht schon die ZWEI seiten eruieren. den vorzüglichen wein, und seinen abfall. Der Wein transponiert das Wesen, während der abfallende Most noch den Kern enthält, der sich am Wegesrand bemüht, neue Kraft für neue Ernte, neue Essenz und Kerne zu schaffen..rieche ihn...und Du wirst es verstehen


    soweit

  7. #7
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    AW: mostiges

    Zugegeben, es war unfair so direkt zu fragen.


    Kennst du Trester, Grappa, julika? Das was aus den Resten des Weines gebraut und mindestens so verehrt wird, wie der Wein selbst? Gerade an Gebrauchtem, Verwertetem sieht man den Wert. Diesen Gedanken finde ich sehr spannend an deinen Zeilen. Du kannst ihn ruhig noch weiter herausdestillieren. Ich muß auch an Alter denken, an Alte.


    Lieben Gruß von
    Trist

  8. #8
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    AW: mostiges

    trist, ich meine speziell den Most! das was hier am weinbergswegesrand gesammelt hingeworfen wird und ziemlich "duftet". dieses most, das als dünger zwischen den zeiligen reben verstreut wird. die schattenseite, aber auch die erkenntnisreichere frucht des reinen weindestillats. für mich liegt der schwerpunkt im "abfall". diesen will ich hervorheben und betonen. nur die schatten zeigen Dir wo das licht ist.


    [Diese Nachricht wurde von juleika am 19. Dezember 2002 editiert.]

  9. #9
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    AW: mostiges

    Jule, ich will hier nicht klugschwätzen, aber der Most ist das, was vor dem Wein kommt, woraus ein Wein erst wird. Danach kommt der Trester, wenn man aus den ausgequetschten Sachen was machen will.
    http://www.wein-plus.de


    [Diese Nachricht wurde von Trist am 19. Dezember 2002 editiert.]

  10. #10
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    AW: mostiges

    Gefällt mir viel besser so, Julika!

  11. #11
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    AW: mostiges

    trist, Du hast recht....aber so lang ich mich erinnern kann, heisst der gekelterte, zerquetschte traubenabfall, der am wegesrand hier liegt: most. guck mal, do leit der most...obwohl, wie Du sagst, es der vorgärige wein, evt. der federweißer ist. aber im hiesigen trivialplattdeutsch liegt halt der most, vielleicht assoziativ der mist da...keine ahnung. aber um korrekt deutsch zu sein, will ich ein adäquates wort finden. oder schau Du mal nach, wie man diesen abfall ordenlich nennt?

  12. #12
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    AW: mostiges

    Trester oder auch mundartlich "Treber" ist schon richtig, nur eignet sich dies Wort nicht unbedingt als lyrischer Begleiter eines Gedichtanfangs.

  13. #13
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    Post AW: mostiges

    trester
    die seele gekeltert
    getreten, gepresst,
    ein winziges
    aroma duftet im
    glas dir entgegen
    der essenz beraubt
    liegen traubige reste
    seelenlos
    am wegesrand
    und warten auf
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    blühende und faule
    und münder biegen
    zu lieblichem gesang




    Wo ist das Problem?
    Wunderbar gelungen und stimmig so.

  14. #14
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    AW: mostiges

    "check it out man" würde man in chicago sagen!
    aber da sind wir ja nicht!
    der wortsinn ist gut!
    tu das ma weg tun tun!

  15. #15
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: mostiges

    Ich liebe Sätze, die folgenden Aufbau besitzen:

    "Ich möchte ja nicht..., ABER..."

    Juleika, Julika und diverse Abarten traten um 2002 in durchaus wortreicher Haschmischattitüde im KvW-Forum auf. Literarische Ergebnisse blieben qualitativ überschaubar.

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