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Thema: Danach

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Danach

    Danach

    Stumpf hallen Schritte am Ende der Nacht
    Kein Gleiten mehr, nur noch die Schwere


    Rattern und Klappern der Züge
    im Vorbeirauschen


    Regennasse Kopfsteine sprechen
    auch Deine Sprache

    Ich ziehe den Kragen hoch
    und lass mich meinen Schritten folgen


    Keine Gänsehaut mehr
    glattgestrichenes Frösteln prallt ab

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Danach

    Uis, kennst Du "Der dritte Mann"?


    Das ist die Stimmung. Die Dichotomien bleiben starr und angewurzelt im Raum, sie entzünden aber nicht meine Phantasie.


    Woran liegt das? Ich glaube, es fehlt Verdichtung und Verweilen. Nun könntest Du sagen, daß es eben nur um eine Momentaufnahme ginge. Gerade dann müßtest Du genau sein.


    Also, um es präziser zu machen, ein Beispiel:


    Ich ziehe den Kragen hoch

    Von wo nach wo? Welches Material? Wo steht das Ich? Trägt es einen Mantel, ein Jacket..


    Das sind, zugegebenermaßen kleinlich klingende Fragen. Es ist die Masse der auftauchenden Fragen, die Deinen kleinen Text unnötig beschweren und das Lesen eben nicht leicht, Verständnis nur erahnbar machen.


    Was ist glattgestrichenes Frösteln?

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Danach

    Von Orson Welles kenne ich auch noch andere Sachen und habe hier nicht unbedingt daran gedacht, obwohl das lyrische Ich Untergründiges hinter sich hat. Mir gefällt Dein Nachdenken, Robert. Man kann nicht immer Stimmungen ausführlichst beschreiben, manches bleibt bruchstückhaft und kryptisch ... leider??? Lass Dir zu "glattgestrichenes Frösteln" den Kopf nicht zu schwer werden, das lyrische Ich hat es auch nur kurz gespürt, und dann war es schon vorbei...

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Danach

    also.. ich finde es eher nicht kryptisch genug.. eine nieselige abendstimmung, tja. nur das glattgestrichene frösteln leuchtet mir sehr ein. ja, von solchen bildern bräuchte das gedicht mehr.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Danach

    Allerdings, iodin.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Danach

    Ich blieb am Titel hängen. 'Danach', wußte gar nicht, dass das so ein interessantes Wort ist.
    Bedeutet ein zeitliches Später, aber es steckt auch 'nach' drin, ein Ziel, örtlich, hm, kann ich vielleicht mal verwenden. Aber lassen wir das.

    Was mir spontan einfiel: Postkoitale Depression...

    Iodin hat Recht, ein paar Dinge wie 'glattgestrichenes Frösteln' wären nicht schlecht, solche Dinge bleiben hängen, können allerdings auch abstoßen, wenn man das Gewollte dran ent-deckt. 2 Dinge, die (mir) noch auffielen (neben dem einsamen Komma im 2. Vers): 'Stumpf' hallende Schritte (oder 'dumpf' hallende Schritte)?. Und warum das 'Deine' in der 3. Strophe großgeschrieben? Ist ER gemeint?



    [Diese Nachricht wurde von lester am 28. Februar 2001 editiert.]

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Danach

    Du könntest Einiges erklärt haben, lester... nur zur info: "Dir", "Du", "Dein" etc. schreibe ich nach Möglichkeit gerne groß und bleib dabei ... ER war hier nicht gemeint, es sei denn ... aber lassen wir das.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Danach

    Kryptische Stimmungen?
    Nein, ich habe ein wenig nachgedacht über den "postkoitalen depressivus regus", über schleiechende Vereinsamung nach dem Erregungszustand; aber streicht der etwas glatt? Erregung streicht nichts glatt, sondern läßt dem Tale einen Berg folgen. Nur, berg hatten wir neulich erst in einem ganz anderen Sinnzusammenhang. Der berg steht, dem Berge ging ein Stehen voran. Und DANACH ist doch keine Depression zu spüren, so die Erregung zu beiderseitigem "Glätten" führte. Die Griechen nannten diesen Zustand, glaube ich, Mesotes, finde das beiderseitig günstigste Mittelmaß, den Gleichklang der Seele.

    P.S. ich glaube, ich überinterpretiere gerade.

  9. #9
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Danach

    Ein Text kann nicht überinterpretiert werden. Wie sollte das gehen? MEHR in einen Text hineinzulegen, als der Autor sich dachte, das ist immer gegeben. Jeder tut das, auch ein unbelesenes Kind. Insofern frage ich mich, warum ich das einst schrieb?

    Der Ötzi jedenfalls ist gut, wenngleich er zu retardierend und verschlungen daherkömmt.

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