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Thema: ostalgie

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post ostalgie

    ghgs ostalgie


    ich bin!
    heisst auch-
    ich bin geschichte


    meine mäandernden wege die hier in dieses delta führten
    meine lieben
    meine frauen
    meine männer
    mein tun
    mein lassen
    mein reden
    mein schweigen




    mein schweigen
    vor diesen feisten schweinsgesichtern der macht
    mein schweigen
    vor diesen teigfingern
    die ihre angst ganz einfach weitergaben
    an mich der sie annahm und bei sich behielt
    die grosse furcht der kleinen genossen




    staunend sah ich den dichterfreund
    laut und schrill mit wilden liedern
    vom untergang des staats
    und immer voll das maul
    voll schnaps und wahrheit
    und links ein weib
    und rechts ein weib
    ein leben wie beim manne baal
    "komm borg mir dich! bald ist`s egal."




    der fehlt mir dieser riesenmut
    in jedem vers und jeder zeile
    ich trau mich nur nen partyhahn*
    der andere treibt die keile
    ins fundament des staatssystem
    und sauft und hurt und lacht dabei
    wir wusstens längst
    nur mut macht frei




    so hader ich seit jahren schon
    mit meiner furcht
    mit meinem schweigen
    und wollt am anfang
    so der plan
    der welt den mut den mut doch zeigen




    der mut der bei nem anderen wohnt
    wie all die vielen weiber
    er füllt sie ab
    und horcht sie aus
    beim ineinand der leiber




    nun sind die akten aussortiert
    es war nicht leicht zu finden
    jetzt gehen uns die augen auf
    doch was nützt das den blinden




    sein mut war falsch
    und klein der sinn
    doch das kann mich nicht trösten
    mein mut bleibt schwach
    doch würd ich gern
    dem schwein die zunge rösten


    ich bin!
    heisstauch-
    ich bin geschichte




    05.06.00 newcomerghg




    *partyhahn- verspielte, ausgesprochen sinnfreie erzählung, über eierlikörtrinkende katzen und einen hahn.

  2. #2
    rodbertus
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    AW: ostalgie

    Über Newcomer sind wir augenblicklich selbst nicht sonderlich glücksbeflissenstrammdankbar; wir suchen noch nach einem beßren Namen, doch bevor wir ummodeln, müssen wir erst einmal einige Bücher unter diesem Namen produzieren, dann sehen wir weiter. Ich war ja immer für Fälischer Verlag, konnte mich aber nicht durchsetzen. Denn die Obergurke sitzt in Thüringen, was sich schon in Germanenzeiten der fälischen Besiedlung erfolgreich widersetzte. Wußtest Du, daß in den Tälern Thüringens, neben denen der Schweizer und Bayern selbstredend, die höchste Prozentzahl an Debilität innerhalb der einheimischen Bevölkerung festgestellt worden ist? Jetzt weißtes.


    P.S. Zur literarischen Bedeutsamkeit Deines Textes komme ich, wenn unsere Fußballer morgen die Walachen aus dem Felde schlugen. Falls unsere strammen Recken morgen ins Gras beißen sollten und nur Maulwürfe zu Tage bringen, fällt die Besprechung von meiner Seite aus aus, dann werde ich weinen. Und das willst Du doch nicht, daß ich Deinen Text weinend bespreche, oder etwa doch?

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ostalgie

    hallo herr von wolkenstein
    danke für deinen winker, war das nicht schön als die autos noch winker statt blinker hatten. "schatz, lass dir doch zeit mit den koffern, ich muss noch schnell die winker ölen."
    das mit der debilität in den thüringer tälern denke ich seit vielen jahren jeden morgen vor dem spiegel, weil mehr als sehen kann man ja seine blödheit nicht. ausser in literaturforen. ich werde meiner mutter bericht erstatten und du solltest in zukunft deine mailbox nach emaillebomben absuchen. wahrscheinlich verpackt in ein attachement "echt thüringer rostbratwurst mit senf aus meerane/sachsen für herrn v. wolkenstein." wird sie dir ihre meinung kundtun. und so ein armer philipinischer bänker muss dann wieder in den kahn. (zonenausdruck für strafvollzugsanstalt)aber das weisst du ja.
    so jetzt ist glaube ich schon fussball, die kehligen laute der iberer hallen durch den innenhof. wer spielt da wohl? anrancha sanchez gegen michael schuhmacher? mir egal, ich gehe heute abend mit der toskanafraktion zu nena, die hat uns der honecker auch nicht gegönnt. wie benzfahren. obwohl benzfahren ja wie beatleshören ist. sagt der herr felsenheimer. dem ich glaube.

    ghg

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: ostalgie

    Ich weiß durchaus, wovon Du sprichst, ghg.
    Den ersten Teil des Gedichtes kann ich gut nachvollziehen, obwohl man sich nicht kleiner machen sollte, als man war.
    Man sollte sich wenigstens zur Ehre anrechnen, daß man nicht zu denen gehörte, die "von dem Kakao, durch den man euch zieht" auch noch tranken.
    "Helden" gab es wenige, und einige davon hatten diverse Schweizer Anwälte in der Hinterhand oder eben gleich einen Führungsoffizier. Es ist schwer, ein Held zu sein, und Tollkühnheit ist eher eine Eigenschaft der Narren.
    Der 2. Teil gefällt mir nicht so gut, weil diese Leute nicht einmal unseren Groll verdienen. Man sollte sie totschweigen und das Haus verlassen, wenn sie eintreten.
    Jede Zeile, die man über sie schreibt, wertet sie auf.
    Und was die Weiber, den Schnaps und die wilden Lieder anbetrifft, da kann ich nur mit Bradbury sagen: "Es ist vorbei, also ist es so, als wäre es nie gewesen."


    K.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: ostalgie

    lieber ghg,


    nimm das von wolkenstein nicht so ernst. von der debilität ausgenommen sind selbstverständlich die zugewanderten.


    aber nun zu dir. recht nett, doch in 1-3 rein formalistisch und unmelodisch. jedoch eine gute basis der weiteren diskussion und des möglichen weiteren austausches.
    da möchten wir doch glatt weiter reden wollen.


    mit freundlichen grüßen


    sp

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ostalgie

    guten abend kassandra
    schön das wir nun einmal virtuell zusammen alleine vor dem dingens sitzen und uns zeilen zugedenken. klar, das du weisst wovon ich spreche. deine dankbar aufgenommenen bemerkungen zeigen, das der text viel zu ungenau ist. er ist so ein erstes herauspoltern zu einem komplexen thema, eine SELBSTVERSTÄNDIGUNG. ich denke, das nächste grössere prosastück wird sich damit befassen.
    ich hatte auch meine fertigen meinungen zum thema stasi, das ist seit vierzehn tagen anders. da kann man ins trudeln geraten, auch zehn jahre danach.
    in diesem text, stelle ich mich, der hier tatsächlich identisch mit dem lyrischen ich ist, ganz bewusst im weitwinkel vor, um die relativierung zu betonen. auch wenn da ein spitzel enttarnt ist, sind seine opfer nicht nur opfer. aber das muss genauer in einem längeren text stehen. für mich war/ist verwirrend, wie weit diese alten geschichten in mein jetzt reichen. in der hoffnung das wir uns hier noch oft begegnen,

    Original erstellt von Schwarzes Pferd:
    von der debilität ausgenommen sind selbstverständlich die zugewanderten.

    das mag stimmen. aber wenn die nun aus schweizer bergtälern zugewandert sind?


    ich werde noch ein bisschen am text schrauben, denn irgendwann soll er an die betroffenen versand werden. diskutieren, streiten e.t.c. immer, gern und lang. ich grüsse dich.

    ghg


    p.s. dass man herrn v. wolkenstein nicht immer so tierisch ernst nehmen darf, macht mir dieses forum und den fussballfan sehr sympathisch. ihr könnt euch ja später SYMPATEXT nennen.

  7. #7
    rodbertus
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    AW: ostalgie

    So was hab ich mit 18 geschrieben. Formal versucht, einfallslos in der Diktion, ungebrochen in der Sprache, bemüht. Uaeh! Langweilig.
    Mehr kannst du nicht?

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ostalgie

    ich bin es ghg, ich bin im klinikserver und der kann kein ghg schicken. das war wahrscheinlich auch letzte woche schon mal das problem. jetzt wisst ihr halt, was ghg heissen könnte.

    guten tag robert,
    noch bin ich am hecheln, der sass und wird angenommen. mit der zeit werde ich wahrscheinlich meine gesamte lyrische produktion hier verschrotten. auf jeden fall habe ich ein produktionsstop angewiesen. und die beiden vorgelegten stücke gehen in revision, um sie hier nochmals zu präsentieren. ich liebe deinen ton so, der ist selten. und du hast natürlich recht, mit achtzehn habe ich so was nicht geschrieben. mit achtzehn hab ich rumgetobt.
    einen smilie traue ich mir heute nicht. ihr habt ja auch gar keinen mit gesenktem kopf und tränen in den augen. ich güsse dich

    ghg

  9. #9
    rodbertus
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    AW: ostalgie

    Das musst du doch dazu schreiben, dass du am Wochenende nach Hause darfst. Dann muss ich mir dein Geworte noch einmal durchlesen. Was mich allerdings wundert: Dass die Kranken insbesondere Begabung im Malen der Welt besitzen, ist hinlänglich bekannt, dass sie sie jetzt aber im Worte zu erobern trachten, das hat sich mir bislang verschlossen. Also, nur ZU! Zeig mir, wo der Hammer hängt!

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ostalgie

    geht nicht, alles verbunden. ich bin ein urologischer patient.
    entschuldige das geschussel vorhin, aber ständig betupfen einen hier schwestern mit brennenden flüssigkeiten an empfindlichsten stellen, da kommt man durcheinander.
    "güsse dich" ist doch geil?
    also jetzt: ich krüsse dich.

    ghg

  11. #11
    Mutter des Hauses
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    AW: ostalgie

    Wer hat eigentlich unblutige Revolutionen erfunden??


    Iss nur ne Frage, da ich grad von fetten Weibern träumte und mich beim Aufwachen fragte, ob die jetzt Partys machen, auf denen sie zu "Magdalena" tanzen..


    Die jene Zeit noch kennen, müssen nur einmal kurz den alten Blick in die Runde werfen.


    Kotzen ist zu wenig - und ich bin schon ganz abgemagert.

  12. #12
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    Post AW: ostalgie

    Aber, Euterpe, Du kannst doch gar nicht tanzen. Sah jemand schon mal einen Bären steppen?


    Dieses ICH BIN'S verfolgte mich über Jahre. Ich bin es gewesen, bin es, werde es gewesen sein, in dem BIN ist das Werden, in dem Sein das Kommen. Wen wundert's da, daß die Menschen immer mehr wollen als nur sein!


    Die Konfiguration des Ostens nach 1945


    "Abkommen und Verträge sind Ausdruck der Verhältnisse, die in dem Moment, in dem jene geschlossen werden, zwischen den Vertragspartnern bestehen." (Sorel)


    Die großen Sieger des letzten Krieges übernahmenn die Autorität in dem besiegten Land. In Deutschland sollte es auf absehbare Zeit keine eigenständige Regierung geben. Die Macht übernahmen die Sieger. Das setzte voraus, daß die Sieger untereinander zusammenhalten würden. Nur fehlte ihnen der gemeinsame Feind: Hitler war tot.


    Die Potsdamer Beschlüsse, als man sich traf und die Beute teilte, verkürzte den deutschen Siedlungsraum und ein Viertel, indem die deutschen Länder östlich der Neiße und Oder polnischer bzw. russischer Verwaltung unterstellten. Der Rest wurde unter den Siegern verteilt, je ein Viertel gingen an Rußland, an Frankreich, an Britannien und Amerika.
    Die Deutschen aus den östlichen Gebieten wurden vertrieben, getötet oder verschleppt. Den deutschen Behörden wurde der Befehl gegeben, die einströmenden Flüchtlinge zu ernähren und zu behausen.
    Ostpreußen, Schlesien, Pommern und Teile Brandenburgs - alte deutsche Provinzen - wurden durch die Slawen annektiert, so daß sich Stalin hinstellen konnte und sagte: "Der hundertjährige Kampf zwischen Slawen und Germanen hat mit einem Sieg der Slawen geendet." Die Angelsachsen wollten Deutschland als Puffer gegen die Russen benutzen, buhlten also schon bald um die Gunst der neuen politischen Kräfte in Deutschland.
    Der Londoner "Economist" - eine Wirtschaftszeitung - meinte, die Alliierten hätten den Krieg gegen Hitler mit einem Friedensdiktat im Stile Hitlers beendet. Der Frieden war eine Rache, eine monströse Verschiebung von Menschen und Staatsgrenzen, er war als eine Entschädigung gedacht, die ungeheuren Leiden der Polen und Russen des Krieges wiedergutzumachen, aber er war Unrecht, mit dem Unrecht vergolten werden sollte.


    Jeder der Sieger verfolgte seine speziellen Interessen:
    1. die Russen wollten sich auf Dauern in Mitteleuropa eine Machtbasis schaffen und Deutschland auf Dauer niederhalten;
    2. die Briten suchten Deutschland als Pufferzone gegenüber den Russen zu statuieren;
    3. die Franzosen versuchten Deutschland als Konkurrenten auszuschalten und
    4. die Amerikaner wollten die Wirtschaftsmacht der Deutschen endgültig brechen, andererseits jedoch ein Absatzgebiet für eigene Produkte behalten.


    So entstand ein neues Deutschland, vorerst, ein schwaches mit wenigen Aussichten. Und Deutschland versank nach 1945 in einen mehrjährigen Schlaf, Lethargie und Depression hielten das Land wehrlos; nur langsam entwickelte sich neues Leben.

  13. #13
    rodbertus
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    AW: ostalgie

    an irgend etwas ist dieser Ordner einst entschlafen, wahrscheinlich fehlte das den Körper reizende Gift der historischen Brisanz

  14. #14
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ostalgie

    Original erstellt von Schwarzes Pferd:
    von der debilität ausgenommen sind selbstverständlich die zugewanderten.


    das mag stimmen. aber wenn die nun aus schweizer bergtälern zugewandert sind?


    ich werde noch ein bisschen am text schrauben, denn irgendwann soll er an die betroffenen versand werden. diskutieren, streiten e.t.c. immer, gern und lang. ich grüsse dich.
    ghg
    p.s. dass mann herrn v. wolkenstein nicht immer so tierisch ernst nehmen darf, macht mir dieses forum und den fussballfan sehr sympathisch. ihr könnt euch ja später SYMPATEXT nennen.

  15. #15
    rodbertus
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    AW: ostalgie

    ostalgie ist ein merkwürdiges wort, das einem noch merkwürdigeren grund entspringt und wirkt und wirkt, zumeist bei denen, die nicht wissen, wie es wahr, weil sie es nicht erlebten. andererseits muß man etwas nicht unbedingt erleben, um zu wissen, wie es ist. aber als ein wenig bizarr empfinde ich es schon, wenn mir mein hamburger freund ein büchlein von einem Hessen (Enzensberger) zum geburtstag schenkt, das mir die ddr beschreibt, wie sie wirklich gewesen sein soll. hm, mache ich da.

    Unser DDR-Ordner

  16. #16
    Kurzvormabschussiger
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    Lightbulb AW: ostalgie

    Vielleicht steht doch die Ostalgie dem westlichen Teil des Landes viel eher zu als dem östlichen. Was lernt man schon in der Schule über die böse, böse Scheindemokratie, die Zwangsvereinigung von SPD und SED usw. Ein klares Politbild ist gezogen wurden aber was weiß man von den Menschen??? Man sollte Schleimkeim verordnen, die einzige DDR Punkband die meines Wissens nach die Wendezeit überstanden hat und das Thema mehr als deutlich bearbeitet.


    "Das alles gab es mal bei uns", "Spitzel", usw. man hört aus dem linken Spektrum ein remake des DDR - feelings welches als durchaus kritisch zu werten ist. Also los - DDR für alle!!!


    Falls es jemanden interessiert. Es gibt in Berlin (Schreinerstraße / Friedrichshain) einen Laden, in dem es alles aus Buch, Film und Musik aus DDR-Zeiten gibt - teilweise sogar im Original.

  17. #17
    resurrector
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    AW: ostalgie

    Hier überlegte ich eine Weile, ob ich diesen Ordner mit dem DDR-Ordner zusammenlegen sollte... Allein, es ist ja eigentlich KEIN DDR-Ordner, sondern einer, der sich mit dem soziologisch-psychologischen Phänomen der verklärten Vergangenheitsbewältigung befaßt. Also bleibt er per se.

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