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Thema: wehret den anfängen!

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post wehret den anfängen!

    wehret den anfängen


    immer wehrten wir den anfängen,
    obwohl wir das ende nicht kannten.
    wir haben nicht gezeugt,
    weil die kinder missraten könnten
    oder vielleicht die welt untergeht.
    wir wurden nicht geboren,
    weil wir sterben könnten.
    gott hat die welt nicht geschaffen,
    weil sie vergehen könnte.
    so stehen wir heute vor dem nichts,
    weil wir den anfängen wehrten.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: wehret den anfängen!

    Eben nicht. Anfänge sind immer da. Immer wieder. Warum?


    Es gibt einen schönen Satz von Hölderlin: Des Lebens Woge schäumte nicht so hoch empor und würde Geist, wenn nicht der stumme alte Fels, das Schicksal, ihr entgegenstände.


    Wende ich den Gehalt, den Bodensatz dieses fundamentalen Gedankens auf Deine Schreibe an, dann muß ich feststellen, daß Du den Anfang eben nicht setzen kannst, ohne ihm eine Folge zu geben; es gibt aber keinen Anfang ohne Grund. Was hältst Du von dem Gedanken unserer Vorfahren, daß es eine Schöpfung aus dem Nichts nicht geben kann? Daß also einem Anfang immer gewehret werden müsse! Nur dann kann sich der Anfang behaupten (lernen)!


    Deine moralinsauren Attitüden lassen wir jetzt mal außen vor.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: wehret den anfängen!

    was ich im kern sagen will: was soll das ständige endlichkeitsdenken - eigentlich im pragmatischen sinne. wie oft höre ich die argumentation: ich kann keine kinder in diese böse kaputte welt setzen. meine letzten vier zeilen sind nur die konsequenz die wäre, wenn das "sein" sich diesem armseligen schema unterordnen würde.
    ich persönlich glaube weder an eine von gott geschaffene welt, noch daran, dass wir vor dem nichts stehen.
    Anfänge sind immer da. Immer wieder.
    das ist eben die frage. mit welchem mittel willst du entscheiden, dass es den großen anfang gab. nehmen wir an, der urknall war der anfang unseres universums und es wäre nachweisbar; wie aber willst du dann feststellen, ob dieser der einzige war. es ist ebenso möglich, dass universen in unendlicher folge zwischen ausdehnung und kontraktion wechseln. prinzipiell lässt sich unser universum nur bis einen bruchteil einer sekunde nach dem urknall physikalisch zurückverfolgen. der urknall selbst bleibt spekulation.


    Es gibt einen schönen Satz von Hölderlin: Des Lebens Woge schäumte nicht so hoch empor und würde Geist, wenn nicht der stumme alte Fels, das Schicksal, ihr entgegenstände.


    Wende ich den Gehalt, den Bodensatz dieses fundamentalen Gedankens auf Deine Schreibe an, dann muß ich feststellen, daß Du den Anfang eben nicht setzen kannst, ohne ihm eine Folge zu geben; es gibt aber keinen Anfang ohne Grund.

    da bin ich der gleichen meinung wie du. wenn man sich auf dieses eine universum beschränkt, bin ich davon überzeugt, dass die erlangung des bewusstseins die ursache für den urknall ist - auch wenn der kausale grundgedanke eigentlich verletzt wird.


    Was hältst Du von dem Gedanken unserer Vorfahren, daß es eine Schöpfung aus dem Nichts nicht geben kann?

    eine schöpfung aus dem nichts ist ebenso un-/wahrscheinlich wie das ewige sein.
    rein physikalisch lassen materie und antimaterie sich ja zu materiellem nichts vernichten - sie werden in eine energetische form überführt. das ist aber auch mehr, als nichts. ich kann auch niemanden
    daran hindern, es geist zu nennen. dass energie in materie und antimaterie zurückverwandelt werden kann, das weiß ich definitiv.


    das reicht zunächst einmal.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: wehret den anfängen!

    Uranos und Gaja zeugten die Titanen, Anfänge, die im Tartarus schmoren sollten.
    Uranus wollte seine Kinder töten, Gaja beschwerte sich bei Zeus und der hackte Uranus sein riesig gewaltiges Glied ab! Dies wundersame Ding stürzte ins Ägäische Meer und verursachte viel Geschaum und Gewelle. Und doch, seis drum, entstand ein neuer, guter Anfang: Aus diesem ins Meer geschleudertem D?del entsprang schaumgeboren, die VENUS!
    Insofern gibt es kein Unendliches, das nicht durch Anfänge fortgeführt wird. Anfänge sind die Parameter der Ewigkeit!


    Bonus vir semper tiro!

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: wehret den anfängen!

    Das ist gut, Jule. Aber wie lautet die Alternative? Sollten die Titanen am Ende siegen? Die Götter leben ohne Philosophie, wozu? Die Götter leben ohne Phantasie, wozu? Aber ein niedergerungenes Riesengeschlecht zeugte in schlechtem Gewissen uns Menschen und ward verbannt. Wozu?


    Dienen Anfänge?

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: wehret den anfängen!

    Es gibt Orte, die sind von einer eigenartigen, gar paradoxen Attraktivität.
    Ein technisches Phänomen, aber kein menschliches.
    Ziehen an, will man geborgen sein in der Sinnsuche oder nur eine Antwort auf die Frage, ob Sinn nur eine sinnentfremdete Zeichenkette.
    Erhebt man die Hand zur Klinke, um die Tore aufzustossen, durchfährt den Geist und den Körper ein Moment der Befriedigung, ohne überhaupt Befriedigung erfahren zu haben.
    Ein glückverheissendes, fast jungfräuliches Gefühl.
    Ein erhebendes Gefühl, vielleicht zu den Auserkorenen zu reden.


    Das Tor steht offen, ein dunkler Raum.
    Darin stehen Statuen, denen man den Grund ihrer Erstarrung nicht ansieht.
    Ein erfülltes Leben?
    Eine Resignation wegen eines nicht erfüllten Lebens?
    Oder nur die Trauer über ein gescheitertes Konzept?
    Das Konzept, eine entfremdete, abgelöste Welt nicht mit der Welt, die die Mehrheit wahr und real bezeichnet, vereinbaren zu können.


    All die Fragen erstarren mit einem Schlag.
    Jeder Blick dieser unbeweglichen, auf eine Fremdartigkeit hoffenden Augen bedrängt.
    Demut und freie Gedanken?


    Eine Insel, und so soll es auch bleiben.


    Denn die Einsamkeit ist überall im Kern die gleiche.
    Sie ist auch kein neues Ausstellungsstück, an der sich die Auserkorenen mittels musealer Gedanken und miefiger Talargespräche ergötzen können.


    Denn ist die Zeit der Wunderlichkeit vorüber, zücken sie Pinzette, Messer und Bohrer, um den Schatz zu bergen.
    Sie wissen, dass sie kalkulierbar geworden sind, ihre Augen verraten sie immer.
    Darum bedienen sie sich der Negation und ältlich erscheinender, intimer Dialoge.
    Ein Mensch soll doch erscheinen, heisst es heute.
    Wäre doch endlich Krieg, hiess es früher. Kommt beides nicht, wird erfunden.


    Doch sie werden den Schatz weder mit ihrem starren Augenschein oder den geschliffenen Klingen finden.
    Es ist nur eine einfache schmerzlose Operation.
    Ihr Operand trägt den Wert UND.


    Nothing ever changes,

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