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Thema: Posten zu vergeben

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Posten zu vergeben

    Posten zu vergeben


    Wir haben in unserer WG den "Verein zur Förderung von Intoleranz und Ausgrenzung" gegründet. Wir sind es leid, auf die Belange unserer Mitbewohner und Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Da ich nie wieder Chef sein will, habe ich den Posten des ersten Vorsitzenden solange einem durchgeknallten Junkie mit akademischen Ambitionen überlassen, bis qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen. Ich bin zum Schriftführer ohne Funktion ernannt worden. Die Posten des zweiten Vorsitzenden und des Kassenwarts sind noch zu vergeben.
    Zweck des Vereins ist es, das Leben untereinander zu erleichtern, weil höfliche Rücksichtnahmen entfallen und mieses, asoziales Verhalten zur Umgangsform par excellence erhoben werden.
    Es ist uns bewusst, dass mit der Erfüllung unserer Vereinsstatuten ein hohes Risiko verbunden ist. Mit jeder asozialen Agitation fordern wir das Toleranzpotential an der Peripherie unseres Einflussbereiches heraus. Selbst Vereins-intern erweist es sich als problematisch, das geforderte Maß an Intoleranz aufrecht zu erhalten, da jede Hinnahme eines miesen Übergriffs den sofortigen Verdacht einer toleranten Verhaltensweise herausfordert.
    Selbstverständlich wird jedes neue Mitglied sofort ausgegrenzt. Deshalb sind Ausländer, Junkies, Penner, Kriminelle, Frauen u.ä. ausdrücklich erwünscht, weil sich diese Personengruppen besonders effektiv ausgrenzen lassen.
    Darüber hinaus haben wir feststellen können, dass mit jeder Frau, jedem Ausländer oder ähnlichem Gesocks die Zahl der Mitglieder in unserem Verein sprunghaft ansteigt. Es zeigt sich sogar, dass innerhalb dieser Personengruppen das Intoleranz- uns Ausgrenzungspotential fast so gut ausgeprägt ist wie bei Akademikern und Studenten. Es versteht sich daher von selbst, dass der Posten des zweiten Vorsitzenden von einem Akademiker (der bekanntlich streb- und arbeitsamer ist als ein Penner oder Junkie) und der des Kassenwarts von einem Studenten (der raffsüchtiger ist als ein Krimineller oder Ausländer) belegt werden muss.
    Akademiker und Studenten haben eine besonders subtile Art von Diskriminierungs- und Ausgrenzungsstrategien entwickelt: die Imagination des Gegenteils. Durch Ausübung von Toleranz und Verständnis für den o.g. Abschaum der Gesellschaft lässt sich die miese dekadente Natur der bezogenen asozialen Gesellschaftsgruppen besonders kontrastreich dokumentieren. Letzteres kann ich aus eigener Erfahrung berichten, da auch ich Akademiker bin und mich aus raffsüchtigen Gründen in ein Junkieloch der Krisenhilfe einer nicht genannten Stadt eingeschlichen habe. Meiner subtilen Toleranz haben diese armen verkifften Penner nichts entgegen zu setzen. Dennoch musste ich das Angebot für den ersten oder zweiten Vorsitz in den VFIA ablehnen, da ich davon überzeugt bin, dass es hier im Forum mindestens einen Kandidaten gibt, der für dieses hinterhältige miese Schwein von HADES sein heuchlerisches Verständnis aufbringt und somit für den angebotenen Posten weitaus qualifizierter ist als ich.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Posten zu vergeben

    Satire lebt vom Redundieren. Es muß aber die Kreise enger und enger zurren, muß sich selbst parodieren können, zumindest im Leser den Gedanken dazu reifen lassen, daß der Ernst schon Ernst ist, aber das Gewand des Sarden trägt. Kennst Du dieses sardonische Lachen, dieses aus dem Halse Räuspern eines bettelarmen Schiffers...
    Böll schrieb mal, daß er bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr auf der Mole saß und den Schiffen beim Auslaufen zusah, dann sprang er auf und wußte, was nun zu tun sei.
    Und Du? Bist Du ein Böll? Ein Böller, dünkt mich.


    Deine Sprache steht. Du entwickelst die Grundgedanken nicht weiter. Mit den ersten Sätzen ist alles gesagt; Du verdichtest nicht, läßt auch die Zügel nicht schleifen, ein gerüttet Maß an Rüttelfestigkeit gibt dem Text eine beinahe intransparente noblesse, ohne wirklich das Gemüt oder den Intellekt anzusprechen.


    Und bevor Du aufjaulst und Dich in grundlosen Präpositionen des Denkens verzettelst, beantworte Dir die Frage, wie Du diesen Text weiterschreiben würdest. Ist nicht alles schon klar? Überrasch mich!

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Posten zu vergeben

    der text hat schon seine anhänger; er braucht keine zusätzlichen. warum sollte ich dich überraschen wollen, edjuschka; das wäre redundanz!

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Posten zu vergeben

    ich glaube, dass du mit dem rainer s., aus dessen monolog ich dir hier einen ausschnitt präsentiere, größte freude!




    Je mehr einer ein Prolo ist, umso besser ist er - infolge dieser verqueren Situation - geschätzt. Die, denen man das Proletensein von aller Ferne ansieht und die zusätzlich vielleicht noch Diebe oder Räuber sind - mit entsprechend niederschmetternder Kindheit selbstverständlich - werden förmlich zu Günstlingen der Guten. Um so ein Günstling zu werden, muss aber nicht nur das Ich-Hatte-Eine-Schlimme-Kindheit-, sondern auch das Ich-Bin-Auch-Sonst-Benachteiligt -Spiel bis ins Letzte ausgereizt werden, wozu nicht jeder Prolet bereit ist. Die haben nämlich mittlerweile auch ihren Stolz. Aber es gibt ja noch Behinderte und an grässlichen Krankheiten leidende Kinder mit finanziell weniger gut gestellten Eltern. Den Guten geht das Material nie aus, so können sie immer die Guten bleiben.
    Die Prolos, aber mehr noch die Ausländer, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten von irgendwelchen türkischen oder albanischen oder sonstigen Dörfern massenweise in unsere Städte gekommen sind, machen sich das im übrigen wo es geht zunutze, was ich ihnen im Grunde nicht einmal verübeln kann. Die Bauernschläue, die sie in die Stadt gebracht haben, schlägt das Proletengehabe um Längen, was die Ergiebigkeit betrifft. Die Ausländer tragen ihren Stolz nämlich nicht zur Schau, sondern täuschen einfältige Demut vor, was bei den Guten am besten ankommt. Solche wie mein Psychologe werden von den Ausländern an ihrer Gutheit spazieren geführt, aus ihnen wird herausgeschlagen, was geht, und hinter ihrem Rücken lachen sie sich in ihrer Muttersprache krumm über die Idioten, die sich gar so leicht ausnutzen lassen.
    Ausländer und Proleten wissen recht genau, wie das große Lügenspiel funktioniert, was sie mir trotz ihres höchst unangenehmen Erscheinungsbildes und trotz ihrer völligen Unbildung sympathischer als das Gutheitsgesindel macht. Zumindest theoretisch, denn zu tun haben will ich es mit den einen genauso wenig wie mit den anderen. Es ist mir einerlei, ob sie mich, aus ihrem Kauderwelsch auftauchend angaffen und dann frech lachen, weil sie sofort sehen, dass ich ihnen nicht von Nutzen sein werde, oder ob sie mich ins große Spiel hineinziehen wollen, indem sie mich zum Objekt ihrer Gutheiten machen wollen. Ich verabscheue sie alle.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Posten zu vergeben

    hi a.,


    der ist mir zu tolerant und undifferenziert und gehört selbst ausgegrenzt.


    ich habe aufgehört tolerant zu sein, nachdem jeder arsch in diesen furz-quer talkshows sich mit diesem attribut beschmiert. wenn die sich jetzt noch ihre inneren werte aus selbigem ziehen und diese an einen angelhaken hängen, wird es endlich wieder offene diskriminierung geben und wir brauchen unseren hass auf minderheiten nicht weiter hinter wendehälsische formulierungen wie:
    "ich hab nichts gegen ausländer, aber ....."
    verstecken. natürlich würden gebildete leute wie du und ich nicht einfach brüllen: "ausländer raus", dafür haben wir ja unsere prolos (deshalb hätte ich zwischen prolos und ausländern noch differenziert.)


    natürlich würden wir uns mit den prolos nie auf eine stufe stellen. ich würde sagen aussagen etwa wie:
    "deutsches wesen sollte in unserem deutschen vaterland wieder leitkultur werden ....usw"


    wäre in etwa die angemessene sprache für die deutsche bildungselite.
    aber machen wir uns doch nichts vor: schließlich wollen wir ja auch nur alles minderwertige gesocks loswerden und da ist uns jedes mittel recht. auch penner und junkies sind schwächlinge und gehören nicht in das deutsche vaterland. kyra hat es uns in ihrer wahren geschichte: "die nagelschere" ja geschrieben. die großmutter in dieser geschichte war stark, eine echte deutsche tugend. ihre tochter, also kyras mutter war eine alkeholikerin und schwach. man musste sich ihrer schämen; deshalb gehörte sie ausgerottet. das war ja dann nach vielen vergeblichen versuchen endlich auch gelungen und es kehrte wieder frieden, harmonie und stärke in diese familie ein. die großmutter hat kyra, das kind, zu einer starken person erzogen, die diese tugend bis heute pflegt und ihre ehemals schwache mutter immer noch rechtschaffen verachtet. lass uns das als beispiel dienen, wenn wir uns wieder einmal mit der frage beschäftigen müssen: wohin mit all den junkies und pennern. unsere deutschen städte wären wieder sauber und wir müssten uns nicht mehr diese verlausten penner oder jene angsteinflößend bleichen junkies hereinziehen, die uns unseren deutschen magen samt oldenburger massenpolularde umdrehen.

  6. #6
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    AW: Posten zu vergeben

    jaja, bist echt hammerhart! gib acht, dass du dir nicht selbst in die finger kommst!

    a.

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Posten zu vergeben

    wieso? es gibt nichts erfrischenderes, als sich von zeit zu zeit selbst in den hintern zu treten. nach dem impulsgesetz (physik) fliegen einem dann die tomatenscheiben von den augen.

  8. #8
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    AW: Posten zu vergeben

    also dann bist wohl weder penner noch junkie (die pflegen sich ja auch nicht in so sozialromanik-abscheuorgien zu ergehen), weil denen darf ja - wie ich aus deinen zeilen lese - überhaupt nirgends hingetreten werden. wonach ich übrigens auch kein bedürfnis verspüre. ich verspüre allerdings auch nicht das bedürfnis, mir selber in den hintern zu treten, was ich aufgrund (physikalischer) gesetzmäßigkeiten eh nicht könnte! und ich lege mir nichtmal gurkenscheiben auf die augen, warum solten sich dort tomaten befinden?


    a.

    der ernsthaftigkeit halber noch angemerkt: vermische den text von kyra (den wir kennen) nicht mit kyras geschichte (die wir nicht kennen) - oder ist das schon zu kompliziert für einen rudolf, der nur obenaufdererd nd unteninderhölle kennt?

  9. #9
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    AW: Posten zu vergeben

    "die nagelschere" kann man im forum von: http://literatur.org unter kurzgeschichten nachlesen.


    wenn ich verraten würde, ob ich ein penner oder junkie bin, würde ich mich zu sehr outen.
    spiele die szenarien doch einmal selbst durch:
    sage ich ja, was könnte man daraus schließen?
    und was, wenn ich nein sage.
    auch ein sowohl als auch wäre vernichtend.


    mein deutscher kollege würde sagen:
    "ich bin ein teil von dem teil, der einst das ganze war."
    ist doch immer noch die beste antwort, gelle?

  10. #10
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    AW: Posten zu vergeben

    Hallo tt-Rudi,


    ich glaube fast Du willst Dich hier sehr interessant machen wenn Du schreibst:


    wenn ich verraten würde, ob ich ein penner oder junkie bin, würde ich mich zu sehr outen.
    spiele die szenarien doch einmal selbst durch:
    sage ich ja, was könnte man daraus schließen?
    und was, wenn ich nein sage.
    auch ein sowohl als auch wäre vernichtend.


    Deine Biographie kann man ja nachlesen bei der Leselupe:
    Ich bin 50, habe Physik studiert und 15 Jahre in der Forschung und als Gutachter im Bereich Luftreinhaltung und Lokalklima gewirkt. Ich habe einige Jahre in Irland gelebt und werde mich den Rest des Lebens (wie lange das auch immer sein mag) mit Schreiben abgeben. Schreiben ist jetzt mein Beruf. Ich arbeite an meinem 2. Nobelpreis. In Physik habe ich ihn knapp verfehlt. Jetzt versuche ich es in Literatur. Bestseller möchte ich möglichst nicht schreiben - es sei denn, weil ich missverstanden wurde.
    Mein derzeit literarisches Hauptziel ist ein Roman über einen chauvinisten Schauspieler, an dem sein neurotischer Autobiograph verzweifelt.
    Meine Wohnorte sind Irland und Deutschland.
    Meine Hobbys sind Philosophie, Poetry Slams, Windsurfen, Kochen, Bierbrauen sowie Wein und Bier trinken.
    Auf die Leselupe bin ich aufmerksam geworden, als sie mir einen Award verpasst hat - leider nur gerechte 3 Sterne. Ich werde nicht eher ruhen, bis es derer 5 sind.
    Literarische Vorlieben sind Goethes Faust, Hermann Hesse, Dickens, John Irving (Wassertrinker, Garp etc.), Jostein Gaarder (Sofies Welt), Francoise Villon und natürlich auch noch ein paar andere.
    Ich selbst schreibe Lyrik, Prosa, Geschichten und Romane.
    Wenn mir noch was einfällt, setze ich es später nach.




    Das kling doch alles in allem recht normal und sympathisch. Dass Dein Forum nicht so lebhaft läuft wie diese tut mir leid, es ist wirklich ok. (bis auf die Zensur )


    Viel Grüße


    Kyra


    PS.


    ich habe nie wirklich verstanden, warum sich die Menschen im Internet so geheimnisvoll geben müssen......

  11. #11
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Posten zu vergeben

    Deutsch ist, was die Mitte sucht und hält. Mehr nicht und weniger auch nicht. Das ist eine Definition, wie sie Mann und Goethe, Schiller und Kafka gerne unterschrieben hätten, wenn man sie nur ihnen vorgelegt hätte. Streit? Gerne.


    Was ein Biersäufer sonstwo auf der Welt dazu zu sagen hat, gehört in die Kategorie PROLETARIER aller Länder, ... Wobei ich mich gern den Biertrinkern subsumiere.


    Dein Text ist das, was man in der Philosophie - oder nach Deiner Schreibweise Filosofie - einen Kategorienfehler nennt: Ausländer ist anders zuzuordnen als Prolet.

  12. #12
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Posten zu vergeben

    schon wieder auf dem holzweg, kyra.




    ach ja, robert, in meiner persiflage werden keine signifikanten unterschiede zwischen prolos und ausländer gemacht, das solltest du bemerkt haben.


    noch mal: ach ja,
    biersäufer sind natürlich die einzigen, die integer sind.

    Ach ja, so viel schmierige Gedanken und rot-trüffelnde Wortspitzen lassen einem Intellektuellen wie mir die fahle Haut kräuseln.


    Hingebungsvoll ergötzte ich mich der Tonbrocken des dunklen Schlundes einer vergessenen Welt.
    Einige FILO-Zofen, jeder kennt diese ehrfürchtigen Selbstbefeuchter sicher, nannten sie UNTER-Welt.


    Rumpelstilzchen ist auch immer im Kreis gelaufen, immer schneller, bis es explodierte.


    Zum Leichenschmaus in Saus und Braus send' ich dann einen Raben aus ...

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