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Thema: Von wo ich bin

  1. #1
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    Post Von wo ich bin

    Sind keine Wege hin, es wär auch nicht die Zeit,
    hat mich wie andere auch die Zeit verschlagen,
    zudem bin ich gehalten, das kann ein anderer auch,
    wenn hier getanzt, spielt man dort auf.


    Und doch im Schattenlos leichthin sich denken
    wie es Kinder tun, wenn sie unsterblich noch
    beim Tanz sich an den Rosenbüschen reißen.


    Und wenn beim Mond die Nebel zu Kristall zerfallen
    und jeder Weg sich aufrollt wie Papier,
    sind keine Wege hin, doch kommt der Schlaf dorther
    den langen Gang gesprungen.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Von wo ich bin

    Das wippt, ja hüpft. Im Rhythmisieren bist Du geübt. Muttermilch?


    Anheimelnd, aber nicht kitschig. Wenn das Kitsch ist, dann steh ich dazu. Aber es ist kein Kitsch. Warum ich es dann wiederholt nenne, dieses Wort?, weil's manchereiner so empfinden könnte; prosaischere Naturen.


    Naja, vielleicht hättest Du den Mond und die Rosenbüsche draußen lassen können, vielleicht. Andererseits: wenn sie nun mal Kern das Daheims sind...

  3. #3
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    AW: Von wo ich bin

    Weißt Du, lester, das wollte ich Dir schon längst gesagt haben - nebenbei bemerkt finde ich es gut, dass dieses Gedicht jetzt wieder ein wenig nach oben rückt -, dass Dein Gedicht etwas Anheimelndes, Warmes hat. Es ist ein Gefühl, das doch unprätentiös und unpathetisch daher kommt, ein echtes eben.
    Nur bei der Zeile "Sind keine Wege hin, doch kommt der Schlaf dorther" halte ich immer wieder (gerne?) ein und an. Morbide Gedanken... vielleicht...vielleicht. Du assoziierst hier Schlafes Bruder (nein, nicht den aus dem Roman und den Titel schon gar nicht), den Bruder aus dem Psalm, denn dort, wo der Schlaf herkommt, kommt auch er her.
    Womit wir wieder beim Unpathetischen wären.
    Lieber lester, Du hast hier Vieles gesagt in Deinem Gedicht.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Von wo ich bin

    tja, Robby, die gute Muttermilch, da ist wohl was dran, kann aber auch sein, ich habe in letzter zeit zu viel Jean Paul gelesen, irgendwie kommt der Mond daher. Aber die Rosen müssen sein, das ist Rosengedicht. Bischen kitschig ist es aber geworden, gell?


    et tu, uis, nennst es auch 'anheimelnd'. Dann muß wohl was dran sein. Und 'morbide'?, wie passen die beiden Worte zusammen, hm?


    Mit Dank


    Lester
    Der Anheimler

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Von wo ich bin

    ..ein Rosengedicht muß nicht (an)heimeln. Warum betont kaum einer, daß Rosen vor allem STECHEN?!

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Von wo ich bin

    Rosen stechen vor allem??


    Das Kino (offiziell Lichtspieltheater)- an dem kleinen Flüßchen mitten in der Stadt gelegen - war ein Klotz von Haus, innen gut vier Stockwerke hoch, einer Riesenleinwand, aussen dunkel, bedrohlich, verbaut wie ein altes Schloß, eingerahmt von hohen, ausladenden Kastanienbäumen und einer schief stehenden Pappelreihe am Flußufer. Der Garten war verwildert, für mich als Kind ein Riesenspielplatz, mit zwei Seen hinten bei den Hecken, Seerosen darauf und mittendrin bei dem grösseren See auf einem Inselchen eine Trauerweide, deren lange, gelbe Zweige ins Wasse hingen. Zwischen den beiden Seen aber hatte mein Vater einen Rosengarten angelegt. Und das ganze Jahr über, besonders aber im Herbst, war er in seine freien Stunden in diesem Garten und arbeitete an den Rosenstöcken. Ich habe keine Ahnung wieso und was man stundenlang an Rosenbüschen zu schneiden, hacken, neu- und umpflanzen, zu düngen, mit Stroh zu- und aufdecken hat, aber mein Vater tat es und ich sah und fühlte als Kind wieviel Befriedigung er von dieser Tätigkeit hatte und welche Ruhe und Frieden dieser sonst so cholerische Mann dabei ausstrahlte. Ich glaube, darüber wollte ich in diesem Gedicht schreiben. Aber, wie man sieht: sind keine Wege hin.

  7. #7
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Von wo ich bin

    Es klingt und wippt und manchmal hüpft es auch.


    In Vers 4 fehlt ein Takt. Die Semantik ist ungeschlossen, möchte es aber sein. Strophe 3 erfüllt nichts, nicht einmal die ungestillten Erwartungen. Takt stimmt da, aber der Sprung ist zu gewagt, er erfüllt, wo nichts zu erfüllen oder füllen ist.

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