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Thema: Von Insekten und Menschen

  1. #1
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    Post Von Insekten und Menschen

    Durch die geöffnete Tür des Lehrerzimmers sah Angelika die ersten Kinder über den Gang rennen, der dunkle Lockenkopf von Thomas huschte draussen vorbei. Thomas war einer ihrer Lieblingsschüler, ein lebhafter und fröhlicher Junge, zwar manchmal etwas laut aber immer eifrig und aufmerksam. Angelika war heute sehr früh hier, hatte seit halb sechs nicht mehr schlafen können, weil die Morgensonne auf ihr Bett schien. Sie schlief immer bei geöffneten Vorhängen, um beim aufschlagen der Augen direkt den Himmel zu sehen, dieser Anblick verscheuchte am schnellsten die hässlichen Träume die sie oft quälten. So hatte sie schon für ihre Kollegen Kaffee aufgesetzt, jetzt kramte sie in ihren Aktenkoffer um die Hefte und Bücher in der Reihenfolge zu ordnen, wie ihre Stunden heute lagen. Die korrigierten Aufsatzhefte der fünften Klasse zuoberst, die hatte sie in der ersten Stunde. Thomas hatte sich mit seinem Aufsatz viel Mühe gegeben, hätte er noch auf seine Rechtschreibung geachtet, wäre es eine glatte eins geworden, so musste er sich mit einer zwei zufrieden geben. Sie sah prüfend auf ihre kleinen Hände, nie schaffte sie es so gepflegt auszusehen wie die anderen Lehrerinnen, immer waren ihre Hände etwas schmutzig, ein dunkler Rand unter dem Daumennagel, etwas Tinte am Zeigefinger - sie hatte Kinderhände.
    Aber letztlich war es nicht so wichtig, dass sie keine Schönheit war wusste sie, auch das viele Kollegen ihre altmodische Kleidung schrullig fanden. Sie hatte bei den Kindern den Spitznamen "Die Spinne".
    Angelika sah lächeln auf, als ihre Kollegin Gila ins Zimmer stürzte. Wie immer kam sie fast im Laufschritt, atemlos, obwohl sie noch viel Zeit hatte, und warf ihre Tasche auf den Stuhl neben Angelika, so achtlos, wie Kinder ihre Ranzen in die Ecke schleudern. Ihr strahlendes
    "Guten Morgen"
    erwiderte Angelika herzlich, Gila war ihre Lieblingskollegin. Sie genoss ihre Lebhaftigkeit, wie sie auch den Lärm und die Lebendigkeit der Kinder in sich aufsog wie ein Elixier, das ihr eigenes Leben in Bewegung hielt.
    Während Gila ihr von einem Film erzählte den sie gestern Abend gesehen hatte, beobachtete Angelika fasziniert eine Fliege die über die Zuckerwürfel auf dem Unterteller lief. Immer wieder hielt sie an, speichelte den Zucker ein um anschließend den Saft aufzusaugen.
    Als kleines Mädchen hatte Angelika alle Insekten und andere kleine Tiere getötet die ihr nicht rechtzeitig entkamen, Ameisen, Spinnen, Bienen, Käfer und Regenwürmer.
    Regenwürmer zu töten hatte ihr den wenigsten Spaß gemacht, die bewegten sich so langsam, ohne erahnbaren Willen. Am liebsten hatte sie Ameisen zerdrückt, die waren so eifrig, zielgerichtet und schnell, da war der Unterschied zwischen dem lebendigen und dem toten Geschöpf am deutlichsten zu sehen. Sie hatte die Tiere nie gequält, ihr ging es immer um den plötzlichen, schnellen Tod. Grade lief die Ameise noch mit einem Blattstückchen zum Bau, einen Augenblick später hatte Angelikas kleiner Finger sie zerdrückt. Fliegen hatte sie nur selten getötet, die waren für sie so schwer mit der Fliegenklatsche zu treffen, dass die Jagt ihre ganze Aufmerksamkeit benötigte, da konnte sie dem Augenblick des Todes kaum mehr Beachtung schenken.
    Angelika begnügte sich damals mit den Fliegen, die grade auf dem Fliegenpapier gelandet waren und noch lebhaft zappelten. Die zerdrückte sie dann rasch - ihre Mutter dachte sie täte es aus Mitleid. Aber sie hätte auch keinem erklären können, wie nah sie ihrem eigenen Leben war, wenn sie ein anderes ausgelöscht hatte. Manchmal dachte Angelika, sie hätte später nie wieder so intensiv die eigene Lebendigkeit gespürt wie damals. Mit acht oder neuen Jahren hatte sie mit diesem Spiel aufgehört, sie war in das moralische Alter gekommen - jenes Alter in dem sie begriff, dass nur böse Mädchen aus Lust eine Tier töten. Seitdem hatte sie, ganz wörtlich, nie wieder einer Fliege etwas zu Leide getan. Jede Spinne, jeden Käfer den sie heute in ihrer Wohnung fand setzte sie vorsichtig auf den Balkon.
    Nur etwas war davon geblieben, Angelika fühlte sich von lebhaften Menschen stark angezogen. Wenn sie jemandem das erste Mal begegnete, schoss ihr oft ein merkwürdiger Gedanke durch den Kopf - wie groß wäre der Unterschied, wenn diese Person jetzt auf der Stelle tot wäre. Manche schienen schon zu Lebzeiten dem Tode vorzugreifen, sie waren so trüge als wollten sie schon für ihren Sarg maßnehmen.
    Es war damals nicht Macht über Leben und Tod, die Angelika dabei fasziniert hatte, das verstand sie heute genau, sie hatte versucht dem Leben auf die Spur zu kommen, indem sie die Auswirkung des Todes studierte - aber das alleine war es wohl auch nicht.
    Gila saß jetzt neben ihr, Angelika hatte dem Anfang ihrer Geschichte nicht zugehört und versuchte sich in dem Wortschwall zurechtzufinden
    "..sie sind alle durch die kleine Tür in sein Gehirn gegangen, also in das Gehirn des Schauspielers. Es war überhaupt komisch, um die Büromiete zu senken hatten sie die Etagen halbiert, keiner konnte aufrecht gehen."
    Angelika versuchte wie ein Schüler ein verständiges Gesicht zu heucheln. Sie hatte im Augenblick keine Ahnung worum es ging, aber trotzdem hörte sie Gila gerne zu.


    "Jedenfalls sind dann zig Leute in sein Gehirn gegangen, der Hauptdarsteller konnte sogar durch seine Augen sehen. Am Ende sind sie irgendwo an einer Autobahn wieder herausgekommen. Ein starker Film. Du musst ihn Dir ansehen!"
    Angelika war froh, dass es grade zur ersten Stunde läutete. Sie stand hastig auf, nahm ihre Aktentasche und verabschiedete sich von Gila mit einem freundlichen,
    "bis später.."
    Sie sah Gilas erstaunten Blick nicht mehr, der ihrer plumpen Gestalt folgte.
    Beim betreten der 5B bemerkte sie sofort, dass die meisten Kinder umgesetzt worden waren. Der Klassenlehrer wollte damit wahrscheinlich für mehr Ruhe sorgen. Die lautesten hatte er in die erste Reihe gesetzt, unter ihnen natürlich Thomas, der sonst immer von der vorletzten Reihe für Stimmung gesorgt hatte. So sah sie sich einer Reihe Jungen gegenüber, unter den sechs Kindern war kein Mädchen. Thomas saß jetzt neben seinem Freund Julio; jetzt waren die Krakeeler zwar alle vorne, aber auch alle zusammen, ob das ein Vorteil war würde sich gleich herausstellen. Während sie die Aufsätze zurückgab war alles fast wie sonst, nur dass es sehr laut wurde wenn sie ein Heft nach hinten brachte. Also blieb sie vorne stehen und rief die einzelnen Schüler zu sich. Obwohl die erste Reihe ständig in Bewegung war, verhielten sie sich recht ruhig. Angelika beschloss den Aufsatz von Thomas vorzulesen, einmal weil er gut war, zum anderen weil es seinen Übermut dämpfen würde.
    Sie fing mit leiser Stimme an zu lesen,
    "Mein Lieblingstier: Die Ameise ist mein Lieblingstier weil sie mit so vielen anderen organisiert zusammenleben kann. Sie ist außerdem viel stärker als jeder Mensch. Ameisen bauen riesige Festungen die man Ameisenhügel nennt?.."
    Einige kicherten und Thomas versuchte seinen roten Ohren mit gesenktem Kopf und hochgezogenen Schultern zu verbergen. Sein rechter Fuß zuckte im schnellen Takt seiner Beschämung. Er rollte mechanisch einen Stift auf der Tischplatte zwischen seinen Händen hin und her. Während Angelika weiter las, wurde es immer lebhafter, die erste Reihe hielt es kaum mehr auf ihren Stühlen aus, sie konnte sehen mit welcher Anstrengung sie versuchten nicht laut herauszuplatzen, einige schlugen sich auf die Schenkel, sie drehten sich zu den anderen um, stießen sich in die Rippen und zappelten mit den Beinen. Obwohl Angelika mit strengem Blick aufsah, merkte sie mal wieder, wie gerne sie diese Lebendigkeit um sich fühlte. Julio flüsterte immer wieder in Thomas Ohr,
    "sie sind stärker als Menschen....Ameisen sind stärker als Menschen."
    Zur Klasse gedreht rief er übermütig,
    "Thomas ist schwächer als eine Ameise"
    Angelika musste schließlich doch für Ruhe sorgen. Julio gab sie bis zur nächsten Stunde auf, alles über Ameisen herauszufinden was nicht in Thomas Aufsatz erwähnt war, ein anderer Junge bekam die Aufgabe ein Ameise zu zeichnen, jetzt in der Stunde, aus dem Gedächtnis.
    Als sie weiter las, waren alle wieder still?
    "..darum ist es auch nicht so schlimm wenn man eine Ameise tötet, sie sind wie ein Organismus, wie ein zusammenhängendes Tier. Wenn eine getötet wird übernimmt sofort eine andere ihre Aufgabe. Alleine sind sie nichts, sie sind wie eine Fußballmannschaft, nur noch viel besser, jede ist bereit ihr Leben für alle zu opfern. Trotzdem hat jede ihr eigenes Leben."
    Den Rest der Stunde musste Angelika damit zubringen den Kindern zu erklären, warum eine Ameise genauso interessant war wie ein Hund oder Pferd - obwohl man nicht mit ihr spielen konnte - aber man konnte sie straflos töten, schoss es ihr plötzlich durch den Kopf. Am Ende hatten es wohl die meisten verstanden, dass es origineller war über eine Ameise nachzudenken, als über die Hauskatze. Thomas war wieder rehabilitiert.
    Der Vormittag schien viel schneller als sonst zu vergehen. Angelika fühlte sich so munter wie schon seit Jahren nicht mehr, sie musste sogar einige Male kichern wie ein kleines Mädchen. Zum Glück bemerkte es keiner. Als sie nach Unterrichtsende von ihrem Parkplatz vorsichtig über den Schulhof fuhr, bemerkte sie vor sich zwei Kinder, Thomas und Julio. Beide hielten ihre Ranzen in den ausgestreckten Händen und drehten sich wie Kreisel aufeinander zu. Fasziniert starrte Angelika auf die Bewegung, sie trat auf das Gaspedal ohne es zu bemerken und raste wie hypnotisiert auf die beiden Kinder zu.
    Sie hatte einmal gesehen als jemand von einem Auto überfahren wurde, ein junger Mann der von der anderen Straßenseite unachtsam auf die Fahrbahn getreten war. Nie würde sie vergessen, wie sehr er einer Puppe glich als er durch die Luft flog. Sein Kopf, seine Beine und Arme wirbelten völlig kraftlos um den Körper. Er war wohl sofort tot oder bewusstlos, jedenfalls sah er unmittelbar nach dem Aufprall nicht mehr wie ein Mensch aus, sondern wie ein Dummy. Angelika stellte sich vor wie diese beiden Kinder vor ihrer Windschutzscheibe hochfliegen würden, jetzt wirbelten sie noch herum, aber gleich?
    Im letzten Augenblick trat Angelika scharf auf die Bremse und riss das Steuer herum. Es gelang ihr grade noch auszuweichen, mit rasenden Herzklopfen fuhr sie vom Hof. Im Rückspiegel sah sie die erschreckten Gesichter der beiden Kinder schon wieder lachen.
    Zuhause angekommen, lief Angelika direkt auf den Balkon und lies sich auf die Knie nieder. Sie musste nicht lange suchen, aus einer Ritze im Beton kamen eilig zwei Ameisen gelaufen, sie zogen und zerrten an einem Halm.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 25. Juni 2001 editiert.]

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Von Insekten und Menschen

    Ja, hier hast Du Saft und Kraft und ich viel Arbeit. Sie kommt, meine Liebe, ich sehe sie schon auf mich zurollen...

    Am Ende bist Du ein wenig zu feige. Aber - wer weiß - vielleicht ist es besser so.

  3. #3
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Oh Robert, mach Dir (noch) nicht zu viel Mühe, gib mir einfach ein paar Stichworte, Dinge die ich weglassen oder vertiefen sollte. Für den Feinschliff bin ich noch zu jung....

    tschüß

    Kyra

  4. #4
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Hallo,

    Das Auto auf dem Schulhof ist leicht unlogisch...
    bei uns war das so, ist das heute schon wieder alles anders??

    ich frage mich nur, ob es für den Lehrerberuf typisch sein kann, kleine Kinder umbringen zu wollen und an ihrer Stelle hinterher Ameislein
    wahrscheinlich dann doch nicht...
    Ja, die Beschreibung der Person sollte ich in die Rückblende einbauen, wir mir schon etwas einfallen.

    [quote]
    Und hier ist der Dreh- und Angelpunkt eines psychopathogenen Übergangs zu finden, der dann letztendlich die Geschichte schlüssig machen könnte.
    Du meinst der wirkliche Auslöser??
    Die Verbindung zur Gegenwart (jetzt habe ich grade gelernt, Rückblenden schön einzubetten, schon kommt das nächste).
    Eigentlich müsste sie bevor sie das Lehrerzimmer verlässt beiläufig nach der Fliege schlagen, damit wäre die Gegenwart wieder da, aber ist das nicht zu plump?
    Die Aussage eines Psychologen hat mich darauf gebracht er meinte, dass es ein Wunder sei, dass nicht viel mehr Menschen plötzlich verrückt werden, der Grat wäre sehr schmal...

    Danke und Grüße

    Kyra

  5. #5
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Ja Robert, Saft und Kraft der Kindheitsmuster, deren lange Schatten in der Gegenwart von der Protagonistin Besitz ergreifen wollen. Das Textzupfen überlass ich gerne Dir, ich frage mich nur, ob es für den Lehrerberuf typisch sein kann, kleine Kinder umbringen zu wollen und an ihrer Stelle hinterher Ameislein. Das ist beliebig. Angelika könnte auch Chirurgin, Verkäuferin oder Lokführerin sein.
    Also geht es in dieser Geschichte um die Kunst der Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, um sich überlagernde Realitäten, die die Autorin klimaktisch miteinander verknüpft hat. Das Auto auf dem Schulhof ist leicht unlogisch, Parkplatz wäre der ideale Ort. Die Zeichnung des Sonderlings an sich zu Beginn wirkt etwas aufgesetzt und gestelzt, zuviel direkte Beschreibung, Erzählerkommentar, das kannst Du, Kyra, in der Rückblende viel besser, lass es mal da, da gehört es hin. Atmosphärisch dichter wird es, als die Fliege am Zucker zu naschen beginnt. Und hier ist der Dreh- und Angelpunkt eines psychopathogenen Übergangs zu finden, der dann letztendlich die Geschichte schlüssig machen könnte. Ich überlege noch und arbeite daran, stelle ansonsten fest, dass es eine klassische Kurzgeschichte ist, mit offenem Beginn und offenem Ende, dass der Leser auch befriedigt schmunzeln kann am Ende oder sich seine Stirn runzelt und er sich fragt, was denn wohl am nächsten Schultag passieren wird.
    Gekürzt werden darf die Geschichte noch um einige Sätze, dann wird sie klarer.

    So weit fürs erste.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Ja, Kyra, die Zuckerfliege hat eine Triggerfunktion. Aber Du brauchst das Einbetten inhaltlich nicht groß umzuschreiben, wie Angelika plötzlich nicht mehr zuhört und gebannt die Fliege beobachtet, das geschieht quasi von selbst. Aber jetzt gehen ein wenig die erzählerischen Pferde mit Dir durch. Was soll das Bild vom blinden Brailleschriftleser dort? So schön es sein könnte an andrer Stelle irgendwo im Literaturland, es stört hier, es ergibt sich keine organische Verbindung zu Angelika. Denkt sie das wirklich, oder denkst Du es ihr? Sei hier mal nackter und nüchterner, so dass hier schon eine gewisse Vorausdeutung erkennbar werden könnte. Du hast doch den Leser hier schon auf der Zucker-Leim-Spur, verklebe ihm jetzt nicht das Hirn mit blumigen Blindenbildern.

    Streich mal auch die Sätze, wo es um Respekt und Vertretungen und sehr gute Lehrerin geht. Das trägst Du von außen an sie heran, muss nicht sein. Da, wo die Schüler sie "Spinne" nennen wird es schon wieder viel besser, das ist indirekt und so schön animalisch lethal.

  7. #7
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Hallo uis


    ich nehem es raus (den blindensatz natürlich schweren Herzens, aber der ist in diesem Zusammenhang wirklich nur eitel)

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Bist eigentlich immer ein so hektisches Mädchen, Kyra? Kaum hab ich mal etwas gesagt, schon magst es in die Tat umsetzen, dabei bin ich ja noch mitten im Prozess. Mir kam grad beim Lesen Deiner letzten Version noch eine andre Idee. Ist aber eher eine Temperamentsfrage, um nicht zu sagen auch eine Frage der Fähigkeit und des organischen Gestaltens der abgebildeten Realität. Während Angelika die Fliege beobachtet und den Leser in ihre Kindheit zieht, redet ja ihre Freundin ununterbrochen... Man müsste dieses Gerede, das irgendwo entfernt von Angelikas Bewusstsein, nah aber an ihrem Ohr stattfindet, vielleicht noch bruchstückhaft zwischendurch mitbekommen. Übrigens das Filmthema, das Du gewählt hast, eignete sich dazu vorzüglich, schüfe eine surreale Realitätsebene sozusagen...

  9. #9
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Bist eigentlich immer ein so hektisches Mädchen, Kyra?
    Jajajajajaja!!!
    Kaum hab ich mal etwas gesagt, schon magst es in die Tat umsetzen, dabei bin ich ja noch mitten im Prozess. Mir kam grad beim Lesen Deiner letzten Version noch eine andre Idee. Ist aber eher eine Temperamentsfrage, um nicht zu sagen auch eine Frage der Fähigkeit und des organischen Gestaltens der abgebildeten Realität. Während Angelika die Fliege beobachtet und den Leser in ihre Kindheit zieht, redet ja ihre Freundin ununterbrochen...
    ja, das hatte ich auch überlegt, aber dann eher aus Faulheit fallenlassen, weil ich die Handlung schon fast vergessen habe. Das ließe sich aber wieder auffrischen.. Vor allem jetzt wo ich mich versuche zu erinnern, die Freundin des Hauptdarstellers hatte doch die Wohnung voller Tiere...also da ließe sich gut etwas flechten. Das mit dem Blinden ist klar, das ist ein Eitelkeitensatz. Wie die anderen sie sehen sollte ich wenn überhaupt, durch ihre Kollegin rüberbringen, oder?
    Du musst Dir keine Gedanken machen, dass ich so schnell bereit bin etwas zu ändern, ich bin ja noch ein absoluter Anfänger, ich gebe damit noch keine festen Prinzipien, keinen schon als "eigen" empfundenen Stil auf. Ich probiere noch und nehme gerne Vorschläge an. In 2 Jahren bin ich vielleicht auch so ein störrischer Schreiber der um jedes Wort kämpft. Aber es hat im Augenblick keinen Sinn so zu tun als sei ich gefestigt, das bin ich nicht, dafür kann ich noch Dinge ausprobieren. Die Eigenständigkeit entwickelt sich erst mit der Zeit. Ausserdem bin ich nicht der Mensch der Jahrelang an einem Text feilt, ich versuche die Anmerkungen und Kritiken für meinen nächsten Text zu beachten. Wobei dieser sicher ein nettes Gerüst hat... da könnte ich schon anfangen etwas zu feilen....

    Kyra


    PS.
    Uis, Du bist ja der neue Moderator....viel Spass mit uns ...

    hatte it keine Zeit oder keine Lust mehr?

    Hallo it, ich werde Dich vermissen!!! Aber vielleicht kommst Du nochmal einfach so rein...und stellst eine Deiner Geschichten ins Forum

    Danke für all Deine Kommentare



    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 25. Juni 2001 editiert.]

  10. #10
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Liebe Kyra,
    charakterisiere Angelika so wie Du es für richtig hältst, aber streu nicht zuviele Selbstcharakterisierungen ein. Das mit dem Spitznamen "Spinne" ist wirklich gut getroffen, könntest höchstens noch anmerken, was Angelika dazu selber empfindet. Spitznamen können einem ja manchmal arg zusetzen...Ich würd auch nicht mehr allzu viel von Kolleginnen schreiben oder so, das dehnt die Geschichte eher an einer unnötigen Stelle. Denk dran, je kompakter sie wird, um so mehr haut einen das Ende oder die Wende um.


    uis

    P.S.: ja, ich soll wohl hier ein wenig moderieren, ich versuchs mal. Dank an it, das ist klar, sie wird uns wohl textmäßig erhalten bleiben, hoffe ich.
    Und sag mal Kyra, magst nicht mal ein Gedicht wieder versuchen, wär schon schön, ich weiß, dass Bilder in Dir sind...

  11. #11
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Ach uis,


    Und sag mal Kyra, magst nicht mal ein Gedicht wieder versuchen, wär schon schön, ich weiß, dass Bilder in Dir sind...

    das wirklich Problem dabei ist, ich habe mein ganzes Leben NUR Prosa gelesen, ich kenne überhaupt keine Lyrik. Wenn ich einen Text schreibe, habe ich 40 Jahre Prosa in meinem Kopf. Und Lyrik sind eben nicht nur Bilder, es gehört eine Form dazu. Davon habe ich einfach keine Ahnung, und ich habe es auch nicht im Ohr, weil ich es (leider) nie gelesen habe. Es ist ja, wie ich bereits feststellen durfte, nicht die Aneinanderreihung von Bildern. (schau mein erstes und einzige Gedicht, in den Tiefen des Forums an). Ich weiss einfach nicht wie Ihr den Rhythmus hinbekommt (ich kann auch nicht singen..).


    Eine gute Nacht wünscht Dir


    die Kyra

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Mir fällt immer wieder auf, wie wenig Du Dich im Augenblick befindest. Lies mal den Anfang: direkt nach dem ersten Satz biegst Du in die erste Abzweigung. Dann ohne Übergang in eine Erklärung/Rückblende, eine kurze Erwähnung der Alpträume, kurzer Realitätscheck und wieder zurück zu Thomas - bis dahin habe ich mein Interesse dann allerdings schon weitgehend verloren.
    Und dann schau diesen Satz: "Sein rechter Fuß zuckte im schnellen Takt seiner Beschämung." (das ist nicht nur gut beobachtet, sondern auch noch ein gelungenes sprachliches Bild.) Dieser einen Realität, die Du gerade behandelt, hast Du Dich voll und ganz angenommen in diesem Augenblick, und das ist ein Genuß. Warum nicht mehr davon?

    Wie immer nörgelnd

    it

  13. #13
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    AW: Von Insekten und Menschen

    ... wenn Kyra sich suhlt im ihr Gemäßen, dann passieren eben immer wieder hektische Perspektivwechsel und Fahrigkeiten, wie it sie gar nicht mal so nörgelnd anspricht.

    Kyra, gehetzte Tochter der Musen, eine kleine Literaturform zwänge Dich zu ein wenig mehr Verweilen bei einem Augenblick, zu ein wenig mehr Genauigkeit ohne Akribisches zu fordern. Man muss auch nicht sein Leben lang Gedichte gelesen haben, um sie schreiben zu können, das nur nebenbei. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Du lyrische Momente mehr in Deiner Prosa zulässt. Beweise gibt es schon dafür in Deinen Texten.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Von Insekten und Menschen

    Hallo it, Hallo uis

    ....dann passieren eben immer wieder hektische Perspektivwechsel und Fahrigkeiten, wie it sie gar nicht mal so nörgelnd anspricht.
    ja, ich weiß... bitte sagt es mir immer wieder!!!!!

    Kyra, gehetzte Tochter der Musen,
    das gefällt mir

    eine kleine Literaturform zwänge Dich zu ein wenig mehr Verweilen bei einem Augenblick, zu ein wenig mehr Genauigkeit ohne Akribisches zu fordern
    es fällt mir noch schwer zu trennen was für eine Geschichte wichtig ist, und was nicht. Von manchem erzähle ich zuviel und manches, was ich vertiefen sollte, bleibt flach. Das weiß ich zwar, aber das kommt nicht mit einem Fingerschnippen (jedenfalls nicht bei mir ). Trotzdem habe ich das Gefühl, es wird insgesamt schon besser...!
    Es ist fast wie im Leben, ich muss wichtiges von unwichtigem unterscheiden und gewichten...und manchmal kommt halt noch so ein Brei aus allem raus, ein leichter Schreibdurchfall
    Sagt es mir bitte immer, nennt mir die Stellen die zuviel sind und die zu mager ausfallen. Ich werde es noch lernen, bestimmt!!!

    Viele Grüße

    Kyra

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