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Thema: Abgang

  1. #1
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    Post Abgang

    Abgang


    Sie lacht sich fort, die sonst so stumm,
    und geht als käm sie doppelt vor,
    und jedes Wort von ihr trägt fern ein Echo mit dabei,
    eins, das den Sinn verdreht,
    so wenn das eine noch die Augen hebt und sagt: es sei,
    senkt jenes seine Stirne längst zu einem Nein.


    Ihr Lachen scheint aus vielen Träumen,
    behütet sich, so fein es ist,
    in sich versunken Schicht um Schicht.


    Dann ist sie fort: gegangen, ja, und weggeschickt,
    und jener Ort steht doppelt leer,
    und Wiederkehr?- wohl eher nie,
    es sei wenn aller Tage Tag dort jemand wär,
    der nicht mit ihren Augen blickt.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abgang

    Hast Du fein gemacht, lieber lester. Ist in dem Dir ureignen Stil verfasst, an dem ich Dich unter einer Milliarde Chinesen noch erkennen könnte. Am Text selbst wünsche ich mir keine Veränderungen, weil Du den Augenblick treffsicher erfühlt, allein der Titel erscheint mir zu sehr gequält, wenngleich man(n) eine Frau stets mit einem guten Wein vergleichen kann.


    herzlichst uis

  3. #3
    rodbertus
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    AW: Abgang

    Sie lacht im Rock, sie steppt im Schuh, und du, du lachst dazu.
    Ich trällere ein Lied, gar fein gesponnen ist?' von mir, ich suche Weite und finde mich in dir.


    Aber das Gehen, ist das Gehen wirklich eine solche Last für einen, dem es besser geht, wenn er ganz bei sich sein kann, wenn die andere gegangen ist und er nun nur noch seine Sehnsucht hat? Und ist es nicht die Sehnsucht, die uns wachhält, die uns morgens aufstehen läßt?


    Ich sah gestern eine sehr traurige junge Frau, die war wohl auch gerade gegangen. Aber ich hatte mit Freunden zu tun, die waren jeder für sich am gehen.


    Und so ist es doch immer: MAN ist immer dabei, immer ist das Weggehen im Sinn, niemals das Bleiben. Alles ist Augenblick und Hinarbeitung zu einem Augenblick.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Abgang

    Lieber Lester,


    der Titel ist so schlecht nicht gewählt. Er trägt mich samt des Textes in eine grandiose Aufführung hinein. Nach der ich, wenn sie wirklich mitreißend, stets - in die tragischste Gestalt ein wenig verliebt - nach Hause schlich und mich einsam fühlte.


    Lieben Gruß von
    Trist

  5. #5
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    AW: Abgang

    ...danke, uis, für die freundliche Aufnahme. 'Abgang'? Eine Bühne, kurz bevor der Vorhang..
    ein 'Ach' noch, Licht aus - und wieder an: Beiphall. Chinesen? Ich schrieb auch schon andere Sachen, jenes hier mit viel Vergnügen (und ist mehr als Worteklauben...), darin könnte ich mich sicher verstecken, oder?


    Mu Ch'i


    Sie beides
    ich:
    sechs Dattelpflaumen..


    Robert, du reimst ja?, erinnere mich dunkel an eine Zeile : ..'mich traf dann die Zeit / und ich, ich blieb vergangenheit:...


    Tristesse: ja, Aufführung, Bühne, das war gemeint.. wirkliche Frauen, das ist immer Bühne, Auftritt und: Abgang.

  6. #6
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    AW: Abgang

    Abgang
    Sie, die sonst so stumm, lacht sich fort
    und geht als käm sie doppelt vor,
    ein jedes Wort trägt fern ein Echo, eins,
    das den Sinn verdreht,
    grad wenn das eine noch die Augen hebt und sagt: es sei,
    senkt jenes seine Stirne längst zu einem Nein.


    Ihr Lachen scheint aus vielen Träumen
    und behütet sich, so fein es ist,
    in sich versunken Schicht um Schicht.


    Dann ist sie fort: gegangen, ja, und weggeschickt,
    und jener Ort steht doppelt leer,
    und Wiederkehr?- wohl eher nie,
    es sei wenn aller Tage Tag dort jemand wär,
    der nicht mit ihren Augen blickt.




    ...entschuldigung.


    das hallt nach in einem, ist voller musik, berührt. ja!


    amicalement b.

  7. #7
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Abgang

    Manches ändert sich wohl nie, da mögen die Jahre vergehen, neue beginnen, aber das Gefühl, daß für einen selber das "Glück", wie es viele nennen, nicht vorgesehen ist, dieses Gefühl bleibt essentiell, eben angefacht durch wiederkehrende Erlebnisse mit austauschbaren menschlichen Erscheinungen. Das Leben - ein Schemenpark.

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