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Thema: In Holz geritzt

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post In Holz geritzt

    In Holz geritzt


    Dort auf der Eiche
    hinter seinem Bretterzaun
    Sah er die Mädchen.


    Blätter kauen,
    Eicheln speisen,
    Ihm die Stange halten.


    In ihren Ästen
    Sah er sie
    Sein Junges reiben
    An warmem Stamm.


    Und dann in Holz
    Geritzt,
    Ein Herz,
    Ein Monogramm.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    19

    AW: In Holz geritzt

    Was ist los, Mädchen, die an Eicheln kauen? Schamröte, entferne dich aus meinem Gesichte!

    Ins Holz geschnitzt

    Kaum mocht er seinen Augen traun,
    sah hinter jenem Bretterzaun
    auf seiner Lieblingseiche,
    die hart und keine weiche,
    schöne Mädchen Blätter kaun.

    Als würde das nicht reicheln,
    verschlangen sie auch Eicheln.
    Sie saßen auf allen Ästen,
    sich an den Früchten zu mästen.
    Dann fingen sie an, sich zu streicheln.

    Zu viel, mit allen Gewalten
    wünscht er, ihm die Stange zu halten. Pfui aber auch! !

    Ermattet gelehnt am warmen Stamm
    schnitzt er ins Holz ein Monogramm:
    Sein Herz!

    Trauerklößchen, so viel Unanstand hätte ich Dir wahrhaft garnienicht zugetraut. Und dann noch auf einer Deutschen Eiche1

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    Duisburg
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    20

    AW: In Holz geritzt

    Liebe Trist,
    das ist mir noch ein klein wenig zu konfus. Mir scheint die Bildlichkeit nicht ganz konsequent durchgehalten zu sein, oder aber es liegt daran, dass Du Rätsel aufgibst dort, wo es solcher nicht bedarf, bedürfen sollte. Ein Gedicht soll zwar etwas Unausgesprochenes transportieren, dann aber so, dass dies auf einer universellen Ebene nachvollziehbar erscheint. Nähere ich mich der Bildlichkeit dieses Textes, dann erkenne ich, dass ein Sprecher ein Wesen beschreibt, dass nicht unbedingt menschlich sein muss. Das mag für die ersten drei Strophen noch in Ordnung gehen. Die letzte Strophe kann sich so aber nicht mehr sinnvoll erschließen, denn was soll das dann, wem sagt das was? Es scheint, als sei hier der Text extra für den Titel und die letzte Strophe als Füllmaterial herumkonstruiert worden. Entweder so, oder ich habe ein Brett vorm Kopf.

    herzlichst uis

  4. #4
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: In Holz geritzt

    Das ist von einer Direktheit, die eher an kraftvolle Erotik denn zartes Aufdenbaumschielen erinnert. Einen Widerspruch will ich hier nicht aushalten müssen; dafür ist der Text in seiner Grundstimmung zu elegisch. Aber das, Verehrteste, scheint mir eines Deiner Hauptprobleme beim Schreiben zu sein: Die Waage zu halten zwischen einer eigentlich elegischen Grundstimmung und einem mehr oder minder daherkommenden brachial-romantischen oder auch drastisch-sexuellem Touch in der Beschreibung dessen, was an Erotischem da erlebt/verdichtet werden soll.


    Also, diesen Text könnte ich sehr "anzüglich" interpretieren. Will ich das? Du zwingst mich quasi dazu, weil Du hier so wenig bettest. Eben drastisch bist.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    Oldenburg
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    AW: In Holz geritzt

    Ich danke euch für die treffenden Kommentare, die ich sehr ernst nehme und mich, wenn ich sie zuende denke, immer wieder zum Thema "Spaltung" bringen. Mal sehen, wo diese Reise mich hinführt...
    Endziel Waage oder Mitte wäre traumhaft.


    Lieben Gruß von
    Trist

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: In Holz geritzt

    Ich will nicht näher drauf eingehen hier, aber Deine tief in mich gehenden Bilder sind große psychologische Würfe.... erschreckend und schön zugleich!


    Frauenaugen?


    Obschon wohl jeder Schreiber in der Regel sein "Eigenes", "Inneres" auch immer mit verarbeitet, geht mir das in deinem Fall aber besonders tief ans Herz. Deshalb lese ich diese Texte wohl nicht unter "lyrischen Gesichtspunkten"....

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: In Holz geritzt

    Noch ein wenig Textarbeit:
    Am Anfang steht die Ortsbestimmung. Korrekt. In zweifacher Genauigkeit. Bestenfalls mittelmäßig. Weniger ist hier mehr. Also streich das DORT. Ein DORT ist kein Ort, nur ein Ungefähr. Ungefähr aber sollte in diesem kurzen Text nichts sein. Weil Du doch ritzt.

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