+ Antworten
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Mein Schreiben hat blutige Füße

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    10.June 2000
    Ort
    Oldenburg
    Beiträge
    263
    Renommee-Modifikator
    20

    Post Mein Schreiben hat blutige Füße

    Mein Schreiben hat blutige Füße


    Im Schuh aus Glas mein Fuß,
    Der ohne Ferse auf der Spitze tanzt.
    Musik tönt dazu leise,
    Schleicht sich ins Becken hoch hinein
    Und bewegt das große Ganze.


    Wer sie spielt, frag nicht.


    Am Knöchel festgeknotet
    Winkt ein Taschentuch im Takt.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    10.July 2000
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    693
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Mein Schreiben hat blutige Füße

    Also ich fang mal an hier. Damit tinkas Vorurteil einer heimlichen Hierarchie Nahrung finden möge.
    Liebe Trist, diesen Text hab ich auf Anhieb in den Grimm'schen Kontext des Aschenputtels einordnen können, weil ich das Märchen ja nun besser kenne als das vom Marienkind, was sich übrigens lohnt zu lesen, besonders wenn man es ordentlich ausgoogelt.
    Eine moderne Sprecherin des Aschenputtels kommt als Schreibende daher. Aschenputtels böse Umgebung hatte blutige Füße. Schreiben ist etwas anders zu deuten, denn es ist "mein" Schreiben. Dann kommt allerdings etwas Merkwürdiges...der Schuh aus Glas... Ja, hast Recht, Trist, beim Schreiben wird man "gläsern" und man passt auch nicht in jeden Schuh, man kann nicht alles schreiben, wie man es will und wann man will, und dann wird's meistens blutig. Es ist Seelenblut. Kann eine Seele bluten? Müssten wir Gegenströmung fragen. Hier wird weiterhin recht seltsam getanzt in gläsernen Schuhen, sodass es schier weh tut, es tut einem auch beim Lesen weh, das sowieso, das soll es wohl auch. Dieses Schleichen ins Becken ist verräterisch, und dann hört es plötzlich auf, die Frau ohne Oberleib. Was ich nicht verstehe, ist das Taschentuch, das im Takt winkt. Weiße Fahne, was? Du ergiebst Dich schon? So schnell? In welches Schicksal?
    Ist also eine Märchenversion a la Trist. Kann man mögen. Im Nachhinein gefällt mir das Marienkind besser, aber das hab ich ja nur mit einer Märchennachhilfe für Fortgeschrittene verstanden. Sollte Hannemann dort auch mal in Anspruch nehmen, damit er von der Pechmarie mal wegkommt.

    herzlichst uis

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.541
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Mein Schreiben hat blutige Füße

    Sehr viele Bilder schon am Anfang. Davon erholt sich der Text nicht mehr.
    Klar, viele meinen, Lyrik sei überstrukturierte Textualität; ergo hättest Du diesen Vielen einen Gefallen getan mit diesem Anfang, wo ich aber nicht weiß, wohin zu schauen.


    Ich hänge dann so zwischen Fersenlos und fersenlosem Fuß (was ist das eigentlich), hab ein Märchen in meinem Schädel, denn GLÄSERN trägt sich mir immer als Märchendenotat. KOMISCH.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 06.03.18, 10:41
  2. Wir schreiben einen Aufsatz
    Von rodbertus im Forum Leiden schafft
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 21.01.18, 09:47
  3. nicht schreiben
    Von Richard im Forum Lyrik
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 20.02.17, 02:31
  4. Handwerk des Dichtens - vom Schreiben
    Von Nadine im Forum Buch- und Autorenforum
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 17.07.07, 13:15
  5. ich werde nicht mehr schreiben
    Von Leon im Forum Lyrsa
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 26.05.00, 16:05

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •