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Thema: waldeinsamkeit

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post waldeinsamkeit

    behäbige wälder
    drängen mir
    das wort
    zurück
    lassen tief
    die blicke
    rückwärts
    sehen
    verstummen mich
    sprachlos
    fühle ich
    in mich hinein.

  2. #2
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    AW: waldeinsamkeit

    ... und wir besprechen weiter...
    Ich kenne diese Gänge durch Wälder in Einsamkeiten. Ich kenne auch das Verstummen von sprachlich Erfassbarem dann. Es ist manchmal, als ob man nicht mehr sprechen, denken kann, aber da ist dann noch etwas...ein Etwas das fühlt.
    Was mir an diesen Zeilen gefällt, ist die Lautlichkeit. Die ersten drei Zeilen sprechen vom Zurückdrängen, ohne dass ein dumpfes "u" überhaupt aufgenommen wird, das "ä" dominiert und strahlt Ruhe, sanfte Dunkelheit aus, die nicht bedrohlich erscheint. Und so soll auch das ganze Gedicht nichts Bedrohliches über die Einsamkeit aussagen in den Wäldern, denn sie ist es nicht. Der letzten zwei Zeilen allerdings hätte es nicht unbedingt bedurft.

    herzlichst uis



    [Diese Nachricht wurde von uisgeovid am 27. Februar 2003 editiert.]

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: waldeinsamkeit

    Das ist gut. Das bisher Beste von Dir hier. Immerhin zeigst Du hier einen ausgesprochenen Formwillen. Das goutiere ich.
    Und jetzt machst Du den Panthersprung und nimmst folgende Kritik an: BEHÄBIBE ist deftig und inadäquat; wenigstens einen Infinitiv löst Du auf in einem greifbaren Wort, auch wenn das Verstummen hier den Kern des Sagens markiert. SPRACHLOS ist bestenfalls nullwertig, denn das weiß der Leser schon durch die ersten Zeilen. Hier muß etwas Neues kommen.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: waldeinsamkeit

    hallo !


    ich habe über diesen text nachgedacht. zu "BEHÄBIG" fällt mir nichts ersetzendes ein. vielleicht sollte das inadäquate ja so sein am anfang. vielleicht findet ihr ein passenderes wort.vorschläge nehme ich gern entgegen.
    für sprachlos fand ich ein mir geeigneter erscheinendes wort, sah mich dadurch allerdings gezwungen,den schluß ein wenig umzubauen....


    behäbige wälder
    drängen mir
    das wort
    zurück
    lassen tief
    die blicke
    rückwärts
    sehen
    verstummen
    ausgesprochen
    fühlend
    mich.

    im übrigen.....
    von form versteh ich nicht wirklich viel. das war dann wohl eher intuition oder glücksgriff.wie auch immer. da das (auch) ein schwachpunkt ist,wäre ich dankbar,form erklärt zu bekommen,mich auf die kleinsten fehler hinzuweisen.
    (langsam macht's spass hier)

    gruß.....klaus,der decaroit

  5. #5
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    AW: waldeinsamkeit

    Form ist im Grunde keine Sache abstrakten Denkens, sondern Willensangelegenheit. Da liegt der Ton, ich nehm ihn in meine Hände, und befreie ihn von dem, was ihn scheinbar ausmachte, klumpige Formlosigkeit. Es gibt eben Leute, die sagen, daß er ungeformt sehr viel schöner sei.



    Ich dachte, Du sagst jetzt, Form sei was zum Arschabwischen, Form sei der künstlerische Rettungsanker von denjenigen, die nichts zu sagen hätten... So in der Art eben, dachte ich, antwortetest Du jetzt.


    Muß ich eben die Antworten auf Deine Entgegnung selbst geben, damit dieser Ordner einen würdigen (Würde ist, was mir entspricht) Abschluß findet, einen geschlossenen Kreis.
    Womit ich beim Thema bin: Form ist wichtig, damit der Leser weiß, welche Pforten er hat/sehen kann, durch die er geht, um sich dem Text zu nähern. Text ist immer subjektbehaftet, kommt aus einem Ich. Der Autor hat die Möglichkeit - ja, vielen ist das genau Antriebemoment für ihr Schreiben -, Gastfremde in seine Textwelt einzulassen. Gastfremde dechiffrieren sich ihre Einstiegsmöglichkeiten über die Form, denn sie wollen es sein, weil da einer von etwas schreibt, das sie selbst sind. Man nennt das dann kommunizieren.


    Ich bin dann einer von denen, die behaupten, daß es nicht damit getan sei, seine Inhalte und seine Ideen bloß darzustellen, indem sie vorgestellt und mit Sprache formuliert worden. Es sind zumeist die Leerstellen eines Textes, die ihn interessant, will hier heißen aufnahmefähig machen. Da zeigt sich der Meister, daß er dem Leser suggeriert, hier kannste reinkömme.

  6. #6
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: waldeinsamkeit

    ein ordner mit einem programmatischen titel, tieck sei dank! das unfertige scheint mir hier programm zu sein. wenn ein dichter unwert auf die form legt, ist er kein dichter mehr, sondern nur ein bramarbasseur.

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