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Thema: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    Leipzig hat es geschafft. Wie schön für Leipzig! Wie gerecht. Ich werde nach Leipzig ziehen. Wollte ich sowieso schon seit längerem, schließlich stammt der Vater meines Vaters aus der Sachsen-Metropole und ein weiterer Ahne betrieb dort eine Kneipe, die heute unter Zills Stübchen immer noch existiert; allerdings vertrieb man diesen Ahnen aus Leipzig, weil er als Freimaurer so dumm gewesen sein soll, hohe sächsische Justizbeamte erpressen zu wollen. So erzählt es eine Fata meiner Familie.

    Eine andere Fata: Ich habe mich also heute Nachmittag dem Wettstreiten der verschiedenen Bewerber mehr oder weniger hingegeben. Zwischen dem Putzen meiner Backröhre, einem Blick auf meine ganz private Fußballmeisterschaft und einem mehr oder weniger schadlustigen ins Bernouilli-Buch über Klemens von Alexandria schaute ich seit der Fußballweltmeisterschaft mal wieder ZDF.


    Da präsentierte sich Hamburg. Sachlich, vornehm, zurückhaltend und doch bestimmt in der Intention, weltoffen, ein Tick political-correctness zu viel. Das steht immer für verdrängte Komplexe und Tatbestände, die eben nicht so sind. Aber das Beieinander und die Größe der Stadt bei gleichzeitiger Nähe der verschiedenen Anlagen, all das stimmte mich zuversichtlich, daß Hamburg das Rennen machen würde. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, daß die da oben einfach mal dran sind mit einem großen Sportereignis.


    Dann kam Frankfurt. Einfach gräßlich. Sie versprachen etwas. Sogar den Bischof bemühten sie. Und mondän wollten die wirken. Dabei konnten sie den Dreck nicht übertünchen. Und Geld allein macht noch keinen olympischen Geist. Der läßt sich aus Frankfurt/Main auch schlecht verkaufen. Multikultieinerlei. Widerlich. Und das dann auch noch als Leistung verkaufen. Da hab ich aber ganz andere Meinungen gehört.


    Stuttgart hatte den Charme eines Gewindebohrers. Als ob man denen was in den Tee getan hätte! Die schliefen ja fast ein bei der Vorstellung. Langweilig, trocken, überbetont-sachlich und dann als Kontrapunkt ein paar Ansichtskarten von der Oper und dem Ballett. Was sucht die Jenenserin Heike Dauthe (mit deren Bruder ich bei der Armee zusammen diente) als naturalisierte Schwäbin bei der Präsentation? Die Gestaltung des olympischen Areals geriet ausgesprochen abstrakt, reißbrettnatürlich. Voll daneben, Leute! Ich möcht wissen, wer denen ins Hirn schiß! So geht das doch nicht! Habt ihr denn nicht aufgepaßt, wie man eine Präsentation gestalten muß? Daß es ein Klacks ist - egal, an welchem Ort auf der Welt! -, ein paar Buden hinzustellen, in denen ein paar Trottel um die Wette seppeln, das solltet selbst ihr in Schwaben begriffen haben. Nein, da wird geprahlt, wie toll man bauen könne... Zu guter letzt flog der Zuschauer virtuell durch die zersiedelte Landschaft um Stuttgart. Flache Auen, mit dem Reißbrett gezogene Straßen und Baumalleen, begradigte Flußläufe und dergleichen wundersame Taten rationeller Menschen mehr. Sport als Behuf zum Ausgleich. Na toll! Ich bin als Wähler begeistert.


    Nicht ganz so peinlich geriet die Präsentation Düsseldorfs. Nachdem sie fünf Mal mitteilten, daß ca. 10 Millionen Menschen in einem Umkreis von 120 Kilometern lebten, was für meinen Teil auch Bangladesh prädestinieren könnte oder Mittelchina, die allesamt sportbegeistert seien, zeigte man ein paar Kähne auf dem Rhein, im Hintergrund sanftes Gekräusel von Schornsteinrauch. Ein Sportler fuhr in seinem VW-Cabrio durch Düsseldorf und zeigte auf bunte Wimpel und andere Maskottchen, die in einem nicht näher bestimmbaren Zusammenhang zur Olympiabewerbung stehen sollten. Nun ja. Natürlich durfte die ausländische Sportlerin nicht fehlen, um Weltoffenheit zu manifestieren. Die durfte dann auch gleich mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten ein paar Worte über marktwirtschaftliche Strukturentscheidungen wechseln.


    Fassen wir diese vier Bewerbungen zusammen: Sie waren (Hamburg vielleicht ausgenommen) grottenübel. Die Verantwortlichen gehören erschossen. Eine Bewerbung muß die Sinne und den Verstand gleichermaßen ansprechen. Sie muß einen Entwurf im Kopfe des Betrachters ermöglichen. Er muß sich hineinversetzen und Zukunft in sich verorten können. Dann erst wird er begeistert und eingenommen sein.


    Bislang dachte ich: Armes Deutschland. Du wirst das Rennen nicht machen.


    Zum Glück kam dann Leipzig. Und jetzt möchte ich einmal ausdrücklich loben: Da gab es keine politische Korrektheit - die spielte einfach keine Rolle, weil es Voraussetzung für den Sport ist und nicht betont werden muß, daß man friedlich miteinander lebt, da wurde eine Geschichte erzählt, da wurden poetische Bilder entwickelt, da wurde ein zu rechtfertigendes Maß zwischen Verstand und Herz gefunden, da wurde entworfen.
    Das poetische Bild war Olympia; eine junge Frau in einem zugegebenermaßen eher inadäquat schönen Anzug lief durch die Stadt und sammelte unterwegs all die Fixpunkte Leipzigs ein: Arbeiter, Rechtsanwälte, Buchgelehrte, Thomaner, Sehnsuchtsträumer und und und, all die Menschen eben, die die olympische Bewegung aufnehmen will. Das ist die Botschaft, die Olympia ausmacht. Und Leipzig steht für den Aufbruch, für neues Denken, für Freiheit und Grenzenlosigkeit. Und das weltweit.
    So ganz nebenher wurde auch von einem neuen Stadionkonzept geschwätzt, eines mit Stufen und zusammenbaubar wie aus einem Baukasten. Beweglich. So sind sie, die Sachsen.


    Und Kultur, was ja wohl auch noch zu einer Olympiade gehört, die meisten aber gar nicht wissen, die wird in Sachsen so großgeschrieben, daß es größer kaum geht. Ich sage nur Bach, Nietzsche und Goethe, drei von Deutschlands wichtigsten Kulturträgern, sind über Leipzig manifestierbar.

  2. #2
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    Über Bewerbungen läßt sich sehr viel zur Selbstreferenz feststellen. Wenn eine Stadt sich selbst darstellt, dann zeigt sie, wie sie sich selbst versteht oder wie sie verstanden sein will. Und aus diesem Selbstbild wird dann auch zumeist ein Fremdbild werden.


    Zwei Dinge sind für den Aufgang der Wahl vielleicht mitentscheidend gewesen:



    1. Düsseldorf und Hamburg hatten im Vorfeld große Differenzen. Die Düsseldorfer gingen bei der Stichwahl geschlossen zu Leipzig über.
    2. Die Werbeaktion für Leipzig wurde von einem Münchner Büro geschaltet. Dieses kümmerte sich auch um die in München anwesenden Damen und Herren des Nationalen Olympischen Komitees, vor allem emotional. Und die Wahl wurde auf emotionalem Gebiet entschieden.



    Essen ist in Leipzig nicht so wichtig wie andernorts. Nicht umsonst heißt es Allerlei.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    Wie kurzlebig ist doch das Denken. Nicht nur bei Robert im besonderen, sondern ganz allgemein.
    Gerade mal 31 Jahre ists her, da waren die Münchner dran mit Oh-lümpia. Das Ergebnis waren Mondpreise für Wohnungen, Bier und was weiß ich nicht noch alles. Davon hat sich die Stadt nach meinem Eindruck noch immer nicht restlos erholt.
    Ich meine, wenn die Durchführung einer solchen Großveranstaltung auch nur im mindesten einen sinnvollen Effekt hätte, wäre ich ja für die Duldung solcher Begleiterscheinungen. Hat sie aber nicht. Und man komme mir hier nicht mit Worthülsen wie "Auftrieb für den Breitensport" o.ä. Wer Sport treiben will, der tut es, ob nun irgendwelche Zwanzigjährigen mit dem Hintern wackeln bzw. die 100 m Grasnarbe in einer Zeit unter 30 Sekunden robben oder nicht.
    Mag sein, daß sich die Infrastruktur etc. in Leipzig sagenhaft verbessern wird, alle Straßenbahnen dann auf Luftkissen einhergleiten oder so, aber die Kohle dafür muß irgendwoher kommen. Das heißt, daß sie anderenortes abgezweigt werden muß.
    Und ich habe mittlerweile bei meinen Reisen durch verschiedene alte Bundesländer angesichts des teilweise desolaten Zustandes von Straßen, Bahnhöfen usw. usf. zeitweise ein schlechtes Gewissen ob des Chromglanzes in Ostelbien.
    Hätte mich die Wahl des hoffnungslosen deutschen Herausforderers von Rio oder Madrid auch nur etwas interessiert, ich wäre für Düsseldorf gewesen, glaube ich.

    Und bitte, Robert, was um des Hüters Willen ist denn "gerecht" an der Wahl von Leipzig? Das ist doch wohl nicht das alte Mantra, daß der Osten vor sich hin siecht, derweil "die im Westen" lallend das ganze schöne Geld verprassen?!

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    Lieber Wolkenstein,


    warum steht der Eingangstext nicht in den Aprilnotizen oder im Spruchreif, inselbigem normalerweise die Tagesaktualität abgehandelt wird?
    Willst du bei diesem Essay Textarbeit?
    Nun, der Einstieg ist ganz ordentlich gelungen, auch wenn der dialektische Gegensatz Heim und Olympia noch schärfer herausgearbeitet gehört. Dann schleppt sich der Text so dahin und reizt denjenigen, mit dem Mausrad das Ende zu suchen, der sich mit dem Thema überhaupt noch nicht auseinander gesetzt hat (so z. B. meine Wenigkeit: Sollen die doch olympioniken, wo sie wollen, sofern die Marathonstrecke nicht über meine Terrasse führt). Und dann fehlt am Schluss einfach der gelungene Gedanke, der These und Antithese histomat auflöst.
    Die Sprache? Sie plätschert so vor sich hin.


    Näheres nur bei ausdrücklichem Wunsch.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  5. #5
    rodbertus
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    Gute Frage, Klammer. Und hier kommt die beßre Antwort: Notizen haben wir im Forum bislang nicht. Sie wandern zumeist in den Notizenordner, wo sie auch hingehören. Doch diese Notiz - es ist eben keine Glosse, was ich zu bedenken gebe - wurde zu umfänglich für den Notizenordner, außerdem läßt sich über den Sachverhalt reden, nicht unbedingt schwätzen, aber reden. Hätt ich ihn in SPRUCHREIF stellen können; allerdings möchte ich aber über das Thema OLYMPIA, AUFSCHWUNG und GERECHTIGKEIT abhandeln. Und darum steht er auch nicht bei PHILOSOPHIE - hätte ich NUR Gerechtigkeit im Auge gehabt, dann dort, hätte ich nur AUFSCHWUNG im Auge gehabt, dann SPRUCHREIF..., sondern eben hier im Forum für das geschriebene Wort, zugehörig ist die Textsorte NOTIZ, die eben keinen apodiktischen Schluß, kein Bonmot mittenmang und auch sonst kaum stilistische Besonderheiten besitzt.


    Aber wer weiß, vielleicht schreibt sich bald einmal eine Glosse zur Thematik.


    Liebes Dickes Beh! Maunz nicht rum! München hat durch Olympia ungefähr vierundsiebenzig Mal mehr gewonnen als verloren. Um die Bierpreise mach ich mir keine Sorgen. Gerecht war, daß die beste Bewerbung auch den Zuschlag erhielt, nicht die Bewerbung der finanzkräftigsten Stadt. Als gerecht empfand ich es, weil in Leipzig der Sport zu Hause war und aus Leipzig mehr Olympia-Sieger stammen als aus den anderen Bewerber-Städten zusammen. Und behaupte itzt keiner, es seien Olympia-Siege der Nadel gewesen! Im Westen wurde genauso gedopt. Ein lketztes Argument für mein Engagement: Leipzig liegt in meiner Wohnnähe, weswegen ich das Wort Gerechtigkeit gern dehne. Das Geld: Wenn es einmal aus dem Brunnen kam, dann sucht es sich seinen Weg, mit Olympia oder auch ohne. - An einer Stelle aber mußte ich herzhaft lachen. Rat mal, welche?

  6. #6
    rodbertus
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    die zweizüngigkeit der deutschen außenpolitik ist zu brandmarken: china und tibet. in jugoslawien beeilen wir uns und erkennen blitzschnell separationsbewegungen an. in china mitnichten.
    die boykottierung der olympischen spiele wird abgelehnt und damit begründet, daß durch einen nichtboykott china gezwungen werde, sich halbwegs an internationale spielregeln zu halten.

    die wahrheit ist eine andere: sollte deutschland die spiele boykottieren, mithin auch andere europäische und amerikanische staaten folgen, würde china einfach die dissidenten-keule herausholen. vorsichtig geschätzt sind hundert millionen chinesen bereit, china sofort zu verlassen. die chinesische regierung würde diese leute gehen lassen. wohin würden sie gehen?
    im kosovo sind die verhältnisse anders, die gefahr von dort ist gering. man kann also separieren.

    ih ba ba, was für eine verheuchelte politik! oder kennt jemand ein argument, mich von meiner meinung abzubringen?

  7. #7
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    die heuchelei ist ja eine ganz grundlegende.
    die tibetproblematik ist solange bekannt, als der dalai lama einzeln auf der welt herumirrt und wie die chinesen reagieren, das hat sich auf den platz des himmlischen friedens eingeblutet.
    die frage nach dem boykott, der immer nur die unschuldigen sportler trifft, ist doch sehrsehr nachrangig gegenüber der frage, ob so ein land eine geeignete austragungsstätte sein kann, ob man ihm die lizenz zu den spielen nicht wieder entzieht. und die "biedermann und die brandstifter"-mentalität hat noch nie einen erfolg gezeigt, sie kaschiert nur die eigenen wirtschaftsinteressen und das schlecht.

  8. #8
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    türkei ist nicht in der eu und wird auch nicht reinkommen. das scheitert schon daran, daß dann die türken in der türkei auf gleiche oder zumindest ähnliche soziale behandlung klagen könnten, was für die türkei unbezahlbar ist. und das scheitert daran, daß in der türkei türken leben, also muslime. aber das ist jetzt nicht das thema.
    daß genscher sich damals beeilte, kroatien anzuerkennen, hatte seine tiefere bedeutung. weil eben deutschland als ganzes, zumindest teilganzes ziel seiner politik war, also separationen aus ganzstaaten mithin eine option zur wiedervereinigung bildeten. uns fehlt ja immer noch die ostmark, bevor wir deutschen in einem staat leben, auch fehlen die deutschen teile der schweiz und liechtenstein, luxemburg, die deutschen teile belgiens, die uns nach dem ersten weltkrieg genommen wurden und oben auch etliches von dänemark. aber gut. es spielt, im europäischen kontext betrachtet, nicht die rolle mehr. wenn ich nach bayern fahre habe ich eher das gefühl, im ausland zu sein, als wenn ich in österreich bin. bayern dürfte es in meiner heimat ostfalen ganz ähnlich gehen.
    ein olympia-boykott wäre meiner meinung nach eine politische notwendigkeit, aber ebenso auch ein selbstmord des westens. denn china würde sofort reagieren und hundert millionen chinesen in den westen entlassen. mindestens. es geht nicht um geld. ausnahmsweise mal nicht, sondern um politische und moralische macht.
    ein olympiaboykott würde das westliche system entscheidend zu einer grundlegenden diskussion über einwanderung, sozialleistungen und politische mitbestimmung bringen. insofern würde ich das sehr begrüßen. die liberalen kräfte im westen sind aber noch stark genug, das mit "humanistischen" argumenten abzuschmettern, allen voran die linksliberale presse, ZEIT und SPIEGEL, die sich darin überbieten, argumente für eine fahrt nach peking zu finden.

  9. #9
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    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    ich denke mal, daß sportler einen traum leben und hart jahrelang trainieren, um dabeizusein. sport hat eine ganz andere politik: weltverbrüderung in konkurrenz und die geht zum einen ohne welt nicht und die nimmt zum anderen nicht den einzelnen sportler in geiselhaft für seine regierung, sondern beschränkt ihn auf das, was er selbst leistet.


    die politik der regierungen hat hier flagge zu zeigen, aber wenn die sich schon im vorfeld entschuldigt, daß sie trotz allem von einzelnen sportlern beschämt werden wird, so gibt es kein größeres armutszeugnis.


    die instrumentalisierung eines boykotts zu ganz anderen zwecken wäre ein ausnützen der situation und stellte ebenfalls eine heuchelei dar.

  10. #10
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    die meisten sportler, die ich kennenlernte, waren ziemlich widerlich. sie jammerten, würden bevormundet werden. und wenn man ihnen sagt, was sie zu tun oder zu lassen haben, beschweren sie sich auch, erwarten aber zugleich führung und vollversorgung. aber wenn sie dann mal den mund aufmachen sollen, dann ziehen sie sich zurück und behaupten, sie seien eben nur radler oder schwimmer oder turner... ja, es sind eben sehr junge und meist apolitische menschen, die an ihren muskeln interessiert sind und am geldverdienen, nicht aber die funktion begreifen, repräsentanten ihres landes zu sein. vielleicht überfordern wir politisch denkenden auch die sportler, aber als widerlich empfinde ich ihr verhalten zumeist schon. dieses dämliche mit der fahneherumgelaufe ist schon eine form des grenzdebilen. oder, um es mit den worten des dicken behs zu sagen: "sie feiern sich und ihre nation, weil sie den hut schneller als andere rollen konnten."

  11. #11
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Anmerkungen zum Olympia-Bewerber-Rennen

    herrliches thema. darüber ließe sich doch noch sehr viel mehr sagen, v.a. bösartiges.

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