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Thema: Schwärmerische Luft

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Schwärmerische Luft

    Schwärmerische Luft


    In dieser schwärmerischen Luft,
    Die leicht um deinen Brustkorb spielt
    Bin ich nicht mehr, was ich vorher war.


    Glasklare Klänge geleiten mich
    Von einem Bild ins andere.


    Auf meiner Haut schlägt Sprühregen sich nieder,
    Gefriert zu glitzernden Kristallen
    Und verschwindet darauf,
    Als sei er nie da gewesen.


    Wie ein Gelächter,
    Das sich über den Winter
    Lustig macht.






    [Diese Nachricht wurde von Trist am 09. Juni 2003 editiert.]

  2. #2
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    AW: Schwärmerische Luft

    Ein glückliches Gedicht. Es lebt für seine letzten drei Zeilen, die es tragen und seinen Sinn ausmachen. Ein schönes Bild zum Schluss und gelungen. Oftmals findet man ja nicht den Mut zu einem Vergleich, ganz direkt es mit dem Wort "wie" auszusprechen. Hier ist es angebracht, nichts andres tät passen. Und es stellt sich eine Verbindung wieder her zum Titel. Ich mag diese Zeilen insgesamt und kümmre mich einfach nicht um Deutung und Zerreden eines Inhalts, der dicht ist und ein Ziel will, sich über jegliche Art von Winter nämlich lustig machen.


    herzlichst uis

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schwärmerische Luft

    ...ja, das 'Wie', so GB: 'ist ein Einbruch des Erzählerischen, Feuilletonistischen in die Lyrik, ein Nachlassen der sprachlichen Spannung, eine Schwäche der schöpferischen Tranformation'.. hier ist es grossartig, ein kluges Bild. Auch die erste Strophe gefällt.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Schwärmerische Luft

    Metaphernkönige streiten sich schon lange, ob ein WIE nicht IMMER mehr zerstöre, als durch seinen Gebrauch zu gewinnen sei. Letztlich ist die einfachste Definition der Metapher "ein vergleich ohne WIE". "Einbruch des Erzählerischen" stimmt jedenfalls. Daß Du, Leicester, hier Tristen gegenüber diesen Benn anführst, will mir recht gefallen. Wenn Trist auf jemanden hört, dann auf Benn.
    Uis, Du bist zu gnädig!

    Die erste Strophe ist nicht gelungen. Nehmen wir nur einmal den Klang: Da gibt es dieses ominöse DIESER, das korreliert mit DIE und DEINEN (weil doch auch jedesmal der Akzent auf der ersten Silbe liegen muß) - haben wir hier von der klanglichen Ebene her DIE DIE DEI. Halt, das zweite DIE bleibt dünnhäutig, da Trist jambisch vorgeht. Also, das DIE der ersten Zeile geht aufs DIE. Dann paßt das. Es bleibt das semantische Unwohlsein des DIEser.
    Den dritten Vers verstehe ich nicht. Der letzte Teil...

    Klär mich da mal auf, wie ich das zu lesen habe!

    P.S. Zum Inhalt habe ich jetzt noch gar nichts gesagt.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schwärmerische Luft

    ...ich vergaß: in der ersten Strophe gefällt (mir) die 'Luft', die mit der 'Brust' sich fast reimt. Sie liest sich gut, die Strophe.
    Allerdings, mir ist, als wenn die 3. Zeile eine weitere Silbe vertragen könnte.


    [Diese Nachricht wurde von lester am 10. Juni 2003 editiert.]

  6. #6
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    AW: Schwärmerische Luft

    wie wär's mit: "Bin ich nicht mehr, was ich vorher gewesen"...

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schwärmerische Luft

    Ein erzählerischer Anklang ist mir hier durchaus nicht unlieb. Aber das "wie" ist aus anderem Grund zwingend hier: Weil der Text auf einer ästhetischen Empfindung aufgebaut ist. Es ging um Duftwahrnehmung hier. Daran tüftel ich schon länger. Es finden sich übrigens auch kaum taugliche Beispiele, die dabei ohne "wie" auskommen. Kaum ist übertrieben, ich habe keine gefunden. Wäre aber über eine Belehrung hier mehr als glücklich.
    Duft wird mit "wie" übersetzt. Ein Nomen setzt sich an die Stelle des Duftes. Andere Meinungen dazu sind willkommen.


    Die Silbe im 3. Vers war mir auch kurz im Sinn. Ich empfand die Zäsur nach dem Komma dann aber als sehr passend.


    Danke zunächst und lieben Gruß von
    Trist








    [Diese Nachricht wurde von Trist am 11. Juni 2003 editiert.]

  8. #8
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Schwärmerische Luft

    Die Begeisterung seinerzeit konnte ich nicht teilen - und ich teile sie auch heute nicht. Text wirkt auch mit dem Abstand der Jahre besehen, immer noch prätentiös und ungelenk, zudem will mir partout nicht einleuchten, warum Wasser auf der erhitzten Haut zu Kristallen gefrieren soll.

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