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Thema: Wenn wir unterwegs sind

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Wenn wir unterwegs sind

    Wenn ich mit ihr unterwegs bin, werden wir auf eine Art angeschaut die ertappend aussehen soll. Unsere ineinander ruhenden Hände werden zur effektvollen Punkerfrisur im Stirnlappen siebzigjähriger, nur diese Rentneraugen sind erst siebzehn.
    "Die steh'n nich auf Jungs."
    Was soll ich sagen?! Es stimmt.
    Wir stehen auf gerissenem Boden, der nicht mehr kann. Und wir pflanzen nichts mehr, um "-sag mir, wo die Blumen sind" zu einem Sinn zu verhelfen.
    Macht doch. Werdet Soldaten, bezahlt euch gegenseitig, um einen Krieg zu haben, in den ihr ziehen könnt, um das letzte, das, was übrigbleibt, erschöpft auf euren müden Schultern als König nach - ja wohin tragen? Zu Hause, ist das, was wir sind, aber zu uns lassen wir so ne Scheiße nich mehr kommen.
    Wir sehen jetzt schon, wenn wir euch ließen. : In einem Jahr sucht ihr euch wieder neue Feinde untereinander. Leckt eure Wunden selber! Das einzige, was leicht genug wäre, uns seine Stärke anzuvertrauen, wäre der Mann, der ihr sein könnt. Wir sehen uns im Schlafen, wie er aufsteht, um loszugehen, unsere schönen Küsse zu kosten.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Wenn wir unterwegs sind

    "...aber zu uns lassen wir so ne Scheiße nich mehr kommen."


    Aber zu mir! Talent, was soll dies unsägliche Gestammel? Ehrlich, was willst Du mir bedeuten? Daß wieder einmal ein Fuzzi meint, endlich den Unsinn der Welt entdeckt zu haben?


    Ehrlich, ich habe mir für eine Antwort viel Zeit gelassen, wollte mich in Deine Sätze und Leidenschaft versenken. War sogar bereit, uralte Plattheiten zu überlesen. Geht nicht, einzige mir denkbare Zusammenfassung: Kläre Deine Schreibe! Denk nach, bevor Du verfaßt und wenn Du dabei Deine Stirnlappen erstmals kräuseln mußt.


    Solltest Du, was sinnvoll wäre, Dir Deine Texte laut vorlesen, empfehle ich Dir für bessere Bekömmlichkeit ein Salbeibonbon.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Mit Zeugmen hast Du es, meine Liebe. Nimmst die Verben wieder auf, aber ihren Sinn änderst Du. Ich hatte in Jena eine Freundin, hochbegabte Germanistin, die, während wir die dichterischen Übungen der schreibenden Arbeiter aus Bitterfeld analysierten, meinte: "Das Zeugma zeugt von schlechtem Atem." Dann lachten wir beide.
    Sie strich die bei den Bewertungen und Analysen dichterischen Nachwuchses immer gnadenlos an. Mit Rot!
    Hier gäbe es eine Menge anzustreichen. Will ich jetzt aber nicht tun. Statt dessen will ich Dich loben: Du kannst einen Raum mit Deiner Sprache schaffen. Und, ob Du das jetzt gerne hörst oder nicht: Du läßt ein. Klar, Du willst bei Dir bleiben - alle Extremitäten werden eng an den Körper gezogen -, aber doch spüre ich hier, wie Du die Hand ausstrecken willst, willst sie Deinem Leser hinstrecken, der sie nehmen soll, um dann mit Dir zu gehen. Da ist nicht nur ein Ich!
    Das macht mir Deinen Text sympathisch, sympathetisch, ich gehe mit Dir mit, auch wenn ich nur ein oller Junge bin, auf den Du nicht stehst.


    Ich frage mich allerdings entsetzt, wie wir es fertigbringen wollen, aus diesen vielen kleinen Reminiszenzen ans Menschsein ein Buch zu machen, das einen Leser bei der Stange hält!?

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Warum will ich das nicht lesen?
    Mir geht es wie Hannemann, teilweise. Hinzu kommt noch, dass die Autorin eher wenig von feedback und Dialog hält, was auch zu ihren sonst an sich verschlossenen Texten passt. Verschlossen ist das richtige Stichwort, weil solche Texte eher in ein Tagebuch der Befindlichkeiten gehören. Wäre das ein Titel für das zu machende Buch, lieber Robert? Etwa: "Aus dem Leben eines Gummistiefels. Tagebuch der Befindlichkeiten". Ja, das wär's wohl. Dann wär's schön hermetisch, elitär und wirklich niemand läse weiter als bis Seite zwo. Ich betrachte diese Anja-Fragmente eher als Steinbruch für Lyrik. Sie sollte verdichten und genauer beobachten lernen und versuchen, Worte sinnvoll in Zeilen zu setzen.


    herzlichst uis

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Da ist was dran, Uis.
    Ich sehe hier vor allem die poetische Begabung. Und ich weiß um die Bereitschaft zur Arbeit. Außerdem kann Anja lesen. Das alles macht schon viel von dem aus, was ich bei einem Literaten erwarte. Sie ist auch fleißig. Jetzt muß da bloß noch ein Schubs erfolgen, dann werden wir ja sehen, ob was Greifbares - will hier heißen für andere Erfaßbares - rauskömmt. Und den will ich ihr schon geben. Ein Anfang ist gemacht.

  6. #6
    Andy
    Status: ungeklärt

    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Die Frau hat echt Probleme.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Also, wenn ich ehrlich bin, ich kann mit dem Text überhaupt nichts anfangen. Und von sowas, ein ganzes Buch? Ich würde sicherlich nach der zweiten Seite aufhören. Und sowas findet Robert toll. Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich finde den Text auch null verdichtet. Da sind scheinbar sinnlos wahllos irgendwelche Assoziationen aneinandergereiht. Vielleicht nennt man sowas automatisches Schreiben. Mein Fall ist das nicht.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wenn wir unterwegs sind

    Es ist eine poetische Sicht auf das Leben. Und die Menge der einzelnen Beobachtungen zusammen findet Eingang in meine Seele. Also finde ich es schon toll, Bowle.
    Ich sehe aber auch einen großen Berg auf mich zukommen, Berge von weggeworfenen Zetteln. Ob das Ganze dann ein Buch wird, liegt einzig und allein an der Klammererzählung, in die Anjas Eindrücke eingebettet werden könnten. Die Eindrücke sind bestenfalls literarische Ideen. Aber das genau ist doch mein Brot, daß ich aus Ent-Würfen Verständliches bastele.

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