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Thema: Schreie

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Schreie

    Schreie


    Der Kater streunt. Ein Spötter warnt.
    Wir spielen unterm hochgeschobnen Rock,
    Dass es uns nicht egal ist, wer dort spricht.


    Wir drücken Grashalme in unsere Füße,
    Und reiben unsre Rücken wund an Rinde,
    Begießen uns mit Bier und Klängen einer Blaskapelle,
    Bis wir mit wirrem Haar und halber Hülle,
    Schreie werfen in den angeschmutzten Fluss.


    Und ganz in ihm zerrinnen.
    Ganz in ihm zerrinnen.








    [Diese Nachricht wurde von Trist am 01. Juli 2003 editiert.]

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schreie

    Da stellst Du mir eine feine Rätselaufgabe, liebe Trist. Ab Zeile vier ist es ein stimmiges Bild einer wie auch immer gearteten Sommergesellschaft, das sich heiter-besinnlich gibt, grad auch wegen der letzten Zeilen, was durch das zer-rinnen hervorgehoben wird. Hier kommt etwas Negatives zum Ausdruck, dessen Melancholie schon in der Bierseligkeit spürbar wurde. Wurde auch Zeit dann endlich? Aber der Anfang, der Anfang, meine Liebe. Was machen wir denn da? Kater, Spötter geht ja alles noch. Aber ein unglückseliges Semikolon. Das zeigt hier eine gewisse Halbherzigkeit im Festlegen. An sich ist die Zweiteilung der ersten Zeile gut angedacht. Ein gewisses barockes Etwas schleicht sich ein, das zur folgenden Dekadenz gut passt. Ja, hierzu passt auch die frivole zweite Zeile, auch rhythmisch. Aber dann, meine Liebe, stolperst und holperst Du, was das Zeug hält. Und schaut man genau hin, sieht man auch, dass der Inhalt hier nun so gar nicht mehr passen will. Ich weiß, Trist, denke es mir mal, Du hast die dritte Zeile aus Sprachtrotz gegen den Sprechrhythmus der ersten beiden gesetzt, aber es staucht sich hier zu sehr. Und inhaltlich bekomme ich es nicht mehr konsistent genug auf die Reihe dann.
    Hab gern gerätselt an dem Text...

    herzlichst uis

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Schreie

    ich schließe mich weitgehend uis an. auch ich stoße mich am dritten vers. zumal mir überhaupt nicht klar wird, wer dort als sprecher überhaupt in frage käme und wieso man unterm hochgeschobenen rock 'spielt' als wäre es einem egal. da will sich mir kein sinn entschließen. entweder hast du da zuwenig gesagt, oder diesen einen satz zuviel.


    sonst gefällt mir das gut.

    vielleicht ist mir jedoch der schluß etwas zu pathetisch, was an der wiederholung liegen mag.

  4. #4
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Schreie

    Der Schluß ist gut. Das war nach dem Anfang nicht zu erwarten. Mich verwirrt der Anfang sehr. Aber bevor ich Trist jetzt fünfunddreißig Variationen eines Themas um die Ohren schlage, frage ich an, welche Bedeutung für sie der zweite Vers hat, daß sie daran den dritten stellen mochte?

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schreie

    Ersteinmal danke fürs Lesen und euere Eindrücke.

    Am Semikolon hängt mein Herz nicht, ich tausche es gegen einen Punkt aus.
    Die dritte Zeile ist so rästelhaft eigentlich nicht. Das Verb in der zweiten macht doch deutlich, was gespielt wird.
    Wir spielen, dass es uns NICHT egal ist, wer dort spricht. Und damit ist der oder die Sprechende ja vollkommen unwichtig, nicht?


    Lieben Gruß von
    Trist

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