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Thema: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Moin, moin!


    Viele Grüße aus Hamburg. Sitzen Sie grad im Bus aufm Weg ins Büro oder beim Arzt im Wartezimmer, oder stehn Sie sich die Füße platt in der Schlange aufm Flur im Arbeitsamt? Vielleicht düsen Sie ja auch ganz entspannt am Baggersee im Alten Land und lassen sich ein paar schöne Ozonlöcher einbrennen? Wie auch immer, ich würd Ihnen gern büschen die Zeit vertreiben und Ihnen was von uns zu Hause vertellen. Wär schon bannich interessant zu wissen, ob Sie auch der Meinung sind wie Torben, einer meiner Buttjes, der gestern mal eben so ganz nebenbei meinte:
    „Papa geht arbeiten, dafür hat Mama immer Urlaub.“
    Da klamüster ich die ganze über Zeit nach. Wo hat der Lütte son Tödelkram her?
    Ganz schön frech!
    Sechs Uhr.
    Mein Tach fängt an. Ich geh zu Fuß in Urlaub. Raus ausm Bett im Schlafzimmer, umsteigen in Jeans und T-Shirt im Badezimmer und von da in die Küche an Herd.
    „Hausfrau, nee, nee Inken, das wär nichts für mich. Dass Dir da nich die Decke aufn Dassel fällt!“.
    Das is der Originalton von Solveig, meiner Schwägerin, die is Chefsekretärin bei irgend so nem Pfeffersack in der Speicherstadt. Im Klartext heißt das:
    „Ach Du Ärmste, geistich unterbelichtet, wa!“
    Ich sach dazu bloß:
    „Kannste dir leisten, in deiner Firma mit Pause machen anzufangen?.“
    Solveig kuckt blöd aus der Wäsche. Na also. Ich trink erst mal ganz suhtje meinen Kaffee und schmöker im Straßenmagazin Hinz & Kuntz. Um viertel vor sieben ist dann Schluss mit lustich.
    „Maaaaaalte! Auuuuuuuufstehen! Der Aktienindex is im Keller!“
    „Schreck lass nach!!!“
    Nur so kommt er in die Puschen. Ohne mich, die Kündigung wär längst fällich wegen is nich. Jeden Tach zu spät dran. So was macht kein Chef lange mit. Dann sähn wir aber bannich alt aus, mein lieber Scholli! Raus aus der guten Stube und ab in die Berzelsiusstraße. Strandgut der Wohlstandsgesellschaft. Obwohl, asozial sind wir jetzt schon. Vier lütte Gören. Alls klar? Fängt schon bei der Wohnungssuche an. Welcher Vermieter springt da vor Freude in die Luft? Vier Kampfhunde ohne Maulkorb, das wärn ganz andrer Schnack gewesen. „Fass!“ Mittenmang aufm Kiez ham wir schließlich doch noch ne reelle und vor allem bezahlbare Wohnung gefunden, sogar mit Hafenblick. Spitzenmäßich! Gleich um die Ecke von der Reeperbahn auf St. Pauli. Kenn Sie doch bestimmt, die sündigste Meile der Welt.
    „Haste nich Angst, dass dein Malte schwach wird bei den ganzen Bordsteinschwalben vor euer Haustür?.“
    „Da quäl dich mal nich um!“.
    Solveig kümmert sich zu gerne um Sachen, die sie absolut nichts angehn. Familie! Wem sach ich das, so was kenn Sie bestimmt auch.
    Wo war ich stehn geblieben? Ach ja, Malte. Der steht morgens total neben sich. Als wie wenn er duhn wär, so torkelt sein Körper kopflos durch die Wohnung.
    „Keine Zahnpasta mehr da? Welches Hemd soll ichn anziehn? Kannste mir mal Kaffee einschenken? Wie spät isn das schon? Wo isn meine Tasche? Haste den Autoschlüssel gesehn?.“
    Das geht so am laufenden Band. Ich bin ja nich fies oder so, reich also dem Herrn Filialeleiter der Hamburger Sparkasse den Blindenstock, gleichzeitich hab ich die Großen geweckt, Getreide gemahlen, Äpfel geschält und geschnitten, geschimpft, Müsli gemacht, Streit geschlichtet, Stullen geschmiert, rote Brotdose bei Torben in den Ränzel, blaue bei Tjaard, Schnürsenkel zugebunden, die Schlüssel gefunden, den beiden Lütten ne frische Windel verpasst und meine Haare frisiert, sehn scheußlich aus.
    Acht Uhr.
    „Küsschen.“
    „Schmatz!“
    „bis heut Abend Schatzi!“
    Kaum ist Malte zur Tür raus, entern die Zwerge den Küchentisch.
    „Mama - Ge-sichte vo-lesen!“
    „Gleich, erst sind Tjaard und Torben dran, ja.“
    „bRüLL!!!“
    Meine Ohren schalten automatisch auf Vivaldi um.
    Acht Uhr fünfzehn.
    „Tschöß! Passt schön auf! Tüscherchen!“
    „Schmatz!“
    „Schmatz!“
    Zwei blonde Engel angeplännt in saubre Jack und Büx, Schulränzel ordentlich geschultert, rennen grölend die Treppen runter.
    „bis nachher!“
    Winke, winke.
    Zurück in der Küche hat sich das Kaffeepulver auf wundersame Weise aus der Packung feinst auf den Fliesen verteilt. Turid und Teetje haben sich dagegen verdünnisiert. Noch mal schimpfen. Turid weint. Teetje sabbert. Nee, so hat das alls kein Zweck. Ich hocke mich hin und breite meine Arme aus.
    „Wer will mit der Mama kuscheln?“
    Teetje streckt mir seine Ärmchen entgegen.
    „Ama! Ama!“
    Turid hängt an meinen Beinen und reibt sich die Wange am Jeansstoff. Mit Teetje aufm Arm und Turid am Rockzipfel schleppen wir uns wieder in die Küche. Die beiden frühstücken Müsli mit Milch. Landet nich alls in den voll geschmierten Schnuten, sondern - na, ja, Schwamm drüber. Und ich lese vor von dem kleinen Bären, der in der Hundehütte in Lottas Garten wohnt und jeden Tag zehn ganz, ganz riesige Gläser voll mit Honig ausschlabbert. Noch ne Tasse Kaffee muss drin sein, sonst komm ich nich längs.
    Neun Uhr dreißich.
    Die Wohnungstür knallt hinter uns ins Schloss, trennt mich bis zum Mittach von Tisch und Bett. Hätt ich ne Putzfrau, es wär mir peinlich, sie in die Wohnung zu lassen. Echt!
    Turid hat absolut keine Lust zu laufen. Also kommt sie auf das kleine Rollbrett vor dem Kinderwagen, in dem Teetje rumquakt. Der Purks will laufen, kann es aber noch nich, die Deern kann wunderbar laufen, rennen, springen, auf einem Bein hüpfen, will aber patuh nich. Acht plus dreizehn Kilogramm macht einundzwanzich. Aufm Markt holn wir dann alls frisch ein. Fünf Kilo Kartoffeln, drei Liter Milch, vier Pfund Zucchini, sechs Pfund Wurzeln. Und ganz viel Kuchen. vierunddreißich Kilo, die ich mal eben durch die Gegend bugsier. Meine Muckis sind extra large, könnt glatt Arnold Schwarzenegger verröschen.
    „Wärs-chen, Wärs-chen essen!“
    Turid nölt am Imbissstand und bestellt schon mal. Ich hatte da mal so nen Spleen, was gesunde Ernährung betraf ...
    Zwei Wiener mit ganz viel Senf für Turid und mich, Teetje mag nur das Rundstück, aber auch bitte schön mit Senf. Ich trink ein großes Alsterwasser dazu. Schreck lass nach, der Schroedinger is neben uns am Stehtisch aus dem Nichts materialisiert. Sabbelt mich voll, was sonst! Echt nervich, den hab ich gefressen.
    „Sind das auch ihre?“, will er wissen.
    „Na logisch!“
    „Da ham Sie sich aber gut gehalten für.“
    Will der mich hier anmachen oder was is los?
    „Ach was!“, entfährt es mir reichlich unfreundlich.
    Zu so was fällt mir nu gaanichs mehr ein.
    „Na, da wolln wir ma wedder.“
    Zum Glück muss der Hengst zurück in seine Farbenspielunke galoppiern. Fofftein is zu Ende.
    Für den Rückweg brauchen wir statt zwanzig Minuten eine geschlagene Stunde. Turid schaukelt sich aufm Spielplatz die Seele ausm Leib.
    „Nich so doll! Du wirst noch ganz maddelich. Komm wir wolln weiter!“.
    Turid is mucksch. Meinswegen. Ich halt mein Gesicht in Richtung Sonne. Nur ein paar Strahlen luschern durch das schmuddelige Grau am Himmel. Das extra Verpusten war nich eingeplant, nu kommt mein ganzer Tach in Kuddelmuddel. Dammi noch mol! Teetje poft auf meinem Arm. Dafür is nachher mit Mittagsschlaf nichts zu wolln. Kinder brauchen Rituale, feste Zeiten. So stehts im Erziehungsratgeber, den ich von meiner Schwiemu zu Weihnachten geschenkt bekommen hab. Als wie wenn das nur meine Kinder wärn! Schon büschen tüdelich die Olsche von Malte. Für ihren Sohnemann hat sie ne Armbanduhr aus der Schweiz mitgebracht. Alls klar?
    Zwölf Uhr.
    Wieder zu Hause. Ich muss mich ranhalten mitm Essen machen. Aber zuerst sind die voll gepiescherten Windeln dran. Zwei mal Poschi sauber machen, zwei mal - zehn kleine Zappelmänner- singen, zwei mal lieb umnehmen, Tüscherchens. Für einen Moment sind die Lütten friedlich und spielen. Ich stell noch schnell das Geschirr vom Frühstück in die Spülmaschine, mach die Betten, lüfte, räum das Spielzeug im Wohnzimmer wech, schäl Kartoffeln, seh die Post durch. Rechnung, Rechnung, Rechnung, Reklame.
    „Mama, Teetje is eisch!“.
    Turid weint und will auf meinen Arm. Sie zeigt auf ihre Haare. Die Spange fehlt. Teetje kommt den Flur längs gekrabbelt mit dem roten Plastikteil im Mund. Ich nehms ihm wech. Teetje brüllt, Turid weint.
    „Dödel-löt, dödel-löt, dödel-löt!“
    Telefon. Malte.
    „Tut mir leid Schatzi, aber kannste mir noch meinen Anzug aus der Reinigung holen? Was isn bei euch los?“
    „bRüLL!“
    „KREISCH!“
    „Heut is Dienstach. Denkst dran, komm etwas später. Arbeitsessen. Küsschen!“.
    Auch das noch. Hab ich glatt verdödelt. Einmal im Monat geht Malte mit Kollegen aufn Swutsch in die Kneipe. Schiete! Das hat er mal wieder vigelant hinbekommen.
    „Teetje, komm her, mach ei, ei bei Turid.“
    „Ei, ei, ei.“
    Ich klemm Turid die Spange ins Haar. Alls wieder in trockenen Tüchern.
    Wurzeln putzen, Zucchini schneiden, Wasser mit Kartoffeln aufsetzen, Käse reiben, Tisch decken. Telefon.
    „Dödel-löt, dödel-löt, dödel-löt!“
    Meine Mutter!
    „Sachma, ich hab inne Zeitung gelesen, dass Plastikwindeln impotent machn. Ihr habt doch auch diese Dingsda, oda nich?“
    „Och, das is alls Quatsch.“
    „So, und wenn doch nich? Bla, bla, bla, ..., da mach ich gaanich an denken!“
    Herdplatten ausgeschaltet.
    „bla, bla, bla. Bei Frau Burmester gibt’s nur Stoffwindeln. Ich sach, bla, bla ... Un sie sacht bla, bla, bla. Un ich sach, bla .....“
    Telefonhörer bei Seite gelegt. Gläser ausm Schrank aufn Tisch gestellt, Besteck und Teller dazu.
    „KLINGELING!!!“
    „Mutter, ich muss Schluss machen, die Großen sin da.“
    „bla, bla, bla. Da is man nich mit zu spaßen. Ich sach dir eins, wenn bla, bla, ....“
    „Tschö-??!“
    Ausgerechnet die Burmester. Die is doch total überkandidelt. Echt! Teetje hat sich wieder seinen Lieblingsplatz bei mir aufm Arm erobert. Ächz! So allmählich wird der Lütte bannich schwer. Die Großen rennen mit matschigen Schuhn übern Flur.
    „Haaalt!“
    Bei so was kann ich in Brass geraten. Dammi noch mal! Torben und Tjaard sehn aus wie Sau. Wo ham die sich wieder rumgetrieben? Alls nass, von oben bis unten. Klamotten ausplönn, neue raussuchen, Kartoffeln vom Herd holen, abgießen, beim Antüdeln helfen, ne Waschmaschine anschmeißen, Haare trocken rubbeln, Schuhe putzen mach ich später.
    Halb zwei.
    Geschafft! Die Kids sitzen am Tisch. Teetje hängt wieder wie ein Klammeräffchen auf links. Rechts Kartoffeln auf Teller verteilen, Gemüse dazu. Für Torben keine Wurzeln, für Tjaard keine Zucchini, für Turid nur Kartoffeln. Kräsch die Gören!
    „Piep, piep, piep, wir wünschen einen guten Appetit.“
    Bluse aufknüpfen, Milchbar rausholen. Als Vorspeise gibt’s Mumi für Teetje, die anderen drei quasen aufm Essen rum. Schmeckt mal wieder nich. Zehn Minuten Mittagspause.
    Halb drei.
    Den Nobelpreis für Technik an den Erfinder der Geschirrspülmaschine! Dieses seute Murmeln ist Musik in meinen Ohren. Wenn da nich das Gebrüll der Lütten wär.
    „Schluss jetzt, Mittagsschlaf mach-chen!“, schrei ich lauter als wie ichs mein.
    Hab bestimmt hundert mal zugehört, zugeredet, zugedeckt und Tür zugemacht. Turid und Teetje geben ein Konzert, da legen sich einem die Flimmerhärchen flach. Dammi noch mol! Die Großen grummeln. Auch bei denen is dicke Luft. Schularbeiten. Aufsatz - Die Eigenschaften von Wasser. Letzte Woche wars der elektrische Strom. Da hat Torben doch glatt nur ein Satz für gebraucht - Atohmkraft find Ich blöde J ! Frau Sörensen, seine Lehrerin, hatte mich deswegen angerufen und gemeint, ob ich mich denn überhaupt nich um die Schularbeiten kümmern würde. Sie hielte das für absolut notwendich, grad bei Torben, der wär sowieso keine große Leuchte. Fass me an de feut! Un abends deswegen noch mal Meckerei von Malte. Da bin ich aber explodiert. Mein lieber Scholli! Na ja, was solls, hab mich längst wieder abgeregt. Kein Thema. So, un wos grad so schön friedlich is, hol ich mal lieber eben schnell den Anzug ab, bevor ichs noch verdödel.
    „Bin gleich wieder da-a!“.
    Ich zieh meine Stiefel an, haste die Treppe runter, lauf über die Straße. Schräg gegenüber is die Reinigung. Hier gibt‘s nich nur saubre Anzüge, hier wird auch schmutzige Wäsche gewaschen.
    „Haste schon gehört?“
    „Nee, was denn?“
    „Der Burmester is in Knast.“
    „Waaaas? Wieso das denn?“
    „Kokain!“.
    „O haua haua haua ha!“
    „Ich habs vonne Burmester pasöhnlich un die muss dascha wohl wissen!“
    „Hätt ich dem gaanich zugetraut, dem Dösbaddel.“
    „Tscha, kannst ma sehn.“
    „Denn bis denne, ich muss wieder hoch, die Lütten sin allein.“
    Son Klönschnack wird gleich bestraft. Da hab ich ne Antenne für. Unter der Wohnungstür wabert mir eine Pfütze entgegen. Drinne ist das ganze Ausmaß der Überschwemmung beachtlich. Die Wassermasse kommt ausm Badezimmer.
    „Wasn hier los?.“
    Ich bin hysterisch, geb ich offen zu. Ein brutaler Griff und der Hahn überm Waschbecken wagt nich mal mehr zu tropfen. In der Faust den Schrubberstil folge ich dem Nass in die Küche. Die Großen daddeln aufm Boden um Teetjes blaue Plastikbadewanne rum. Torben püttjert Ärmeln hochgekrempelt im Wasser, Tjaard kritzelt mit plietscher Miene aufm Zettel.
    „Wasn hier los?“ schrei ich noch mal.
    „Wir machen Schularbeiten.“
    Die Erklärung von Tjaard entwaffnet mich. Das kommt so eifrig rüber, da kann ich mich nu doch nich über ärgern. Eigentlich wollt ich ja erst nächste Woche mit Großreinemachen loslegen. Was solls. Wat mut, dat mut! Mit den Kids auf alln Vieren durch die Wohnung gefeudelt. Wir sollten uns als Putzkolonne bewerben.
    Vier Uhr.
    Ich bin total geschafft, seh aus wie aus der Tonne. Kaum Zeit mich zu restaurieren. Krabbelgruppe is heute bei uns. Drei Vollblutmütter und fünf Quarkbädel belagern unser Wohnzimmer. Kaffee kochen, Tee brühen, Tisch decken, Kuchen schneiden, Finger blutet.
    „Aua!“.
    Keiner kümmert sich. Pflaster drauf.
    „Kann Teetje denn nu endlich laufen?.“
    „Nee, siehste doch.“
    „Na ja, die Buttjes sind da immern büschen spät dran mit. Meine Karla läuft schon seit sie zehn Monate is. Un sprechen kann sie auch schon. Mama un Katte un Su un Eima un Ama.“
    „Kriecht Teetje denn imma noch die Brust?“
    „Nee!“, lüch ich.
    „Wurd aber auch Tiet, sonst hätt der dir mit achtzehn noch am Busen genuckelt.“
    „He-he-he, hi-hi-hi, hä-hä-hä!“.
    „Ha-ha-ha!“.
    Nächstes mal sach ich ab. Dammi noch mol!
    Sechs Uhr.
    Zum Abendbrot gibt’s heute nur Stullen un büschen Rohkost, als Nachtisch Sesamstraße. Ohne Glotze nur Gemotze. Na ja, immerhin sin Ernie und Bert anerkannt pädagogisch wertvoll. Waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehn.
    „Ab ins Be-ett. Keine Widerrede!“
    Heute geht’s glimpflich ab. Glücksfall!
    .“.. und dann knipste der kleine Bär die Lampe in der Hundehütte aus, kuschelte sich in sein Fell und schlief tief.“
    Zwanzich Uhr.
    Nu is endlich daddeldu! Ich habs mir aufm Sofa mitn büschen Schnoopkram gemütlich gemacht.
    „Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. Guten Abend meine Da ....“
    „Schnarch! Ratschepö!“
    Ich träum. Von Meeresrauschen un wilder Knutscherei un exotischen Düften un bin wieder wach.
    „Schmatz!“
    Es riecht streng nach Sprit un Knobi.
    Malte? In meinem Nachthemd. Oder isses nur sein Geist?
    „Den ganzen Tach Füße hoch un faulenzen, son Leben könnt mir auch gefallen!“
    Nee, is Malte. Alls klar?!

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Hab' ich seinerzeit übersehen... So schlecht ist der gar nicht. Zwar plappert es da, aber es ist nicht einmal wirklich das Es, sondern nur das gedachte Es, also ein erzeugtes Es. Dazu die lokale Färbung, die auch nicht überzeugend kömmt, weil da nur ein paar Brocken Aufnahme finden, der Satzbau aber okay ist, was bei einem Menschen, der Dialekt spricht, nicht der Fall ist. Da wird eben des öfteren auch mal gedoppelt, verneint oder Verbbedeutung komponiert... Das fehlt hier alles.
    Allerdings hast Du eine gute Beobachtungsgabe, die aber auch mit Dir durchgeht. Du reihst Beobachtungen aneinander, was bei der von Dir verwendeten Textsorte nicht falsch sein muß. Aber was werde ich wohl vermissen? Sagst Du es mir? Ich glaube, Du wirst es nicht wissen! Ich gebe Dir einen Tip: Worauf kommt es beim Erzählen an?

  3. #3
    Chris
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Hallo,


    ich hoffe, ich komme nicht ungelegen, aber es ist halt interessant hier, auch wenn ich selbst kein "Schreiberling" bin, bzw, es über einen sachlichen Prosatext mit geschichtlichem oder philosophischem Inhalt nicht hinausgeht...


    Ich spiegele was solch vorliegende Sachen hier angeht quasi "die Meinung des Volkes" wider.
    Und in meiner Eigenschaft als "Konsument" muss ich sagen, den Text find`ich super, da ich nicht analysieren kann, nehm ich einfach den Inhalt auf und die Form des Schreibens entscheidet, ob ich weiterlese, aber nach "unbewussten" Kriterien!
    Ich habe weitergelesen, obwohl nichts geschichtliches, nichts "intellektuelles" vorkommt.
    Das Einzige, was mich als "unbedarften" Leser stört, ist der Schluss. Er ist mir zu unverbindlich, lässt mir zu viel offen, ist irgendwie, als wenn Einer mitten im Satz die Türe zumacht und verschwindet...
    Könnt Ihr damit was anfangen?
    Wenn nicht, Verzeihung für die Verschwendung von Serverplatz, dann sagt`s mir einfach...


    Fazit im Ganzen: Kompliment für den Text...


    Grüsse


    Chris

  4. #4
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    eule wird dein lob sicherlich gefallen, wenn sie es mitbekommt. ich schätze aber, sie kommt hier nur alle jubeljahre mal vorbei. mußt also auf eine antwort warten.

  5. #5
    HEXE
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Ich fühle mich auch als Konsument und als Leidensgenossin, denn als (ebenfalls) Mutter von vier Kindern (wobei meine alle noch unter fünf sind), schreibt mir eulelie förmlich aus der Seele und es tut so verdammt gut einmal zu lese das es auch in anderen Küchen mal zu Überschwemmungen und Kaffegestöbern kommt.


    Liebe Eulalie,
    Ich glaube wir würden gut zusammenpassen. Wir zwei und unsere acht Monster


    Gruß
    Hexe

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    stimmt, ich war ewig nicht mehr hier. neues design - hm. ich kenn mich gar nicht mehr aus. und ich bin gegangen im zorn. zorn ist schlecht für meinen jugendlichen teint.


    warum zogs mich ausgerechnet jetzt hier hin zurück?
    was will mir diese ominöse begegnung heute hier mit dir sagen, robert??


    danke euch allen fürs feedback!


    lg
    e.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    "Das Einzige, was mich als "unbedarften" Leser stört, ist der Schluss. Er ist mir zu unverbindlich, lässt mir zu viel offen, ist irgendwie, als wenn Einer mitten im Satz die Türe zumacht und verschwindet..." (Chris)


    @ Chris... Nein, du bist kein "unbedarfter Leser", sondern dir fehlt nur die alltägliche Dauerurlaubs-Muttererfahrung von mehreren Kindern, diesmal dann halt vier. Aber selbst bei zweien, Hach! nur die Hälfte, ist der Schluss lupenrein richtig. Oft zumindest. So isses. Mehr braucht der Schluss nicht. Nicht für Mütter. Höchstens für Lektoren und Väter oder Chefsekretärinnen, kinderlos.


    Doch eulalie: schulterklopf! Halt durch. Halt durch. Ist schon richtig so mit den lütten...

  8. #8
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Tja, Eule, an Deiner Schreibe hat sich kaum was geändert. Nett, aber für uns ziemlich uninteressant.
    Ich muß Dir die Gretchenfrage des Forums stellen: Was willst Du? Schwatzen? Mitarbeiten wohl kaum. Chat statt Stäte?


    Ich glaub, Du ziehst einfach mal weiter. An Zugriffszahlen durch Hausfrauenlürick und dergleichen sind wir nicht interessiert.


    Oder irre ich mich und Du willst ernsthaft arbeiten?

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    ich arbeite ernsthaft (an mir). hausfrauenglück (was isn das eigentlich???) hin oder her robert. urteile nicht von oben herab. diesem forum könnte es gut tun, wenn hier viel mehr los wäre. ich habe mich früher sehr wohl konstruktiv eingebracht. das weißt du auch. und was meine texte betrifft, es gibt wesentlich schlechtere. gerade auch in diesem deinem "meist gehassten forum im internet". das war vielleicht einst wirklich so. ja, ich trauere der guten alten zeit nach als du noch
    mit freude texte zerissen hast. da konnte zumindest aus meiner sicht jede/r konstruktives für sich mitnehmen.


    das aller ätzenste an den internetforen ist, dass viel zu viele die sau rauslassen, wozu sie im wahren leben nicht in der lage sind - und dabei gezielt verletzen wollen.


    würden wir uns persönlich kennen robert, du würdest es nicht wagen mit mir so zu reden, wie dus hier tust. also, spiel dich nicht so auf. erinnere dich an deine gute erziehung und sei nicht so verdammt nachtragend.


    habe fertig.


    e.

  10. #10
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Du trennst da eben nicht, meine Liebe. Das ist ja das Problem. Ich bewerte hier nur das Geschriebene, nicht den Menschen. Menschen habe ich noch nie bewertet. Wie sollte das gehen? Dein Geschriebenes lebt aus einer Ästhetik, einer Wahrnehmung des Schönen und Häßlichen, die ich nicht mag und durch die unter anderem hier zu erstellenden Texte überwinden will. Ich habe in meinem Manifest darüber ausführlich geschrieben und schicke Dir gern ein Exemplar zu. Kostet Dich allerdings einen Haufen Kies und sehr viel Geduld, denn ich bin ein ausgemachtes stilistisches Arschloch und schreibe mit der Faust.
    Mehr soll gar nicht los sein, Eule, sonst müßte ich wieder den Feuerwehrmann spielen und rausschmeißen. Aber vielleicht interessiert es Dich, daß wir im letzten Monat den viertbesten Zuspruch seit Bestehen des Forums hatten, knapp 13000, und das bei der zweitwenigsten Beitragszahl. Wir haben eben sehr viele stille Leser.
    Verletzen will ich nur beim Messerstechen, sonst eher nicht.
    Ich sprach nicht von Hausfrauenglück, sondern von Hausfrauenlyrik, ich schreib das gern als -lürick. Ich meine, wenn man vier Kinder zu versorgen hat, dann bleibt zwischen Küche und Krümelauflesen vielleicht mal eine Viertelstunde für ein Forum. Aber für die ernsthafte Arbeit reicht es dann nicht. Zumeist nicht. Frag Ingrid Noll!
    Was Du unter EINBRINGEN verstehst, das ist dieses Amlebenerhalten eines Forums. Das interessiert mich aber nicht. Ich will Arbeit an den Projekten und am Wortwerk, des eigenen und des anderen. Bei Dir sehe ich keine Entwicklung, die ich befördern könnte. Vielleicht könntest Du eher mir nützen, schließlich bin ich selbst alleinerziehender Vater zweier Kinder und habe einen Haushalt zu putzen und zu kochen, zu schimpfen und zu streicheln... Also könntest Du mir ein paar Tips geben. Will ich das?


    Nein! Doch nicht hier. Da müßtest Du schon zu einer Tasse Kaffee vorbeikommen - ich koche ganz schauderhaften Kaffee -, dann würde ich bestimmt genau so einen Scheiß reden, wie ich hier immer schreibe... Also könnten wir uns nicht GEGENSEITIG helfen, Du nur mehr mir. Und das würde ich nicht wollen, Du aber auch nicht wollen dürfen. Somit trennen sich (vorerst) unsere Wege. Komm in zwei oder drei Jahren wieder und stell mir einen neuen Text vor, dann bin ich vielleicht erwachsen geworden und weiß Dich zu würdigen.
    Wenn Dich diese Wahrheit schmerzt, dann ist das vielleicht heilsam und vielleicht bringt es Dich auch dazu, über Deine Schreibe und Deine Weltwahrnehmung nachzudenken. Wahrscheinlich aber nicht, schließlich bist Du ein Mensch, der mit beiden Beinen fest im Leben steht und ich bin nur einer, der verletzen will, stimmt's, Eule?
    Und eben deshalb ziehst Du besser weiter.

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    robert, ich denke wir reden aneinander vorbei. mit absicht? und, wenn du mir hier 4 kinder unterjubelst, nur weil ich EINE lürick übers hausfrauenglück mit 4en geschrieben habe, dann frage ich dich - was verstehst du unter trennung; du bewertest nur das geschriebene, nicht den menschen???


    irgendwie bin ich trotzdem gerne hier. *wunder* vielleicht hab ich mich in all den jahren in dich verliebt, unbewusst natürlich *GGG*


    nich hauen, bin ja schon wech *autsch*


    lg
    e.

  12. #12
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: mütter und allerlei und bordsteinschwalben auch

    Thema ist mir egal. Meinetwegen darf geschrieben werden über Hausfrauen mit siebzehn Kindern und Krümelauflesen und Arschabwischen und Nasebohren und Essenreste aus Zähnen puhlen, wenn es denn ein Thema abgibt... Aber ich will mich jetzt nicht locken lassen und hier meine Ästhetik erläutern. Ich wiederhole mich ungern.
    Hast Du keine vier Kinder? Schade. Hast Du keinen Text vorzuweisen, der mich interessieren könnte? Schade. Kennst Du Bogumulski? Ja? Ich nicht. Wieder daneben.


    Ich stell Dir jetzt eine Frage. Wenn Du mir die beantworten kannst - richtig oder falsch gibt es hier nicht -, dann laß ich Dich hier in Ruhe und nehme Dich eben hin.


    <u>Frage</u>: Wie heißt die Hauptstadt von Absurdistan?

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