+ Antworten
Ergebnis 1 bis 14 von 14

Thema: Elena und das Meer

  1. #1
    Stefan Ka
    Laufkundschaft

    Post Elena und das Meer

    Elena sagt, sie verbringe jeden Sommertag am Meer; der Sommer beginne, wenn die Arbeit, der Winter, aufhöre und ende, wenn die Arbeit, der Winter, der anfangs noch ein milder Herbst sei, wieder beginne. Sie schaue immer lange auf das weite Meer, das Meer sei wie die Oberfläche der Welt und sie werfe oft Steine hinaus auf die Welt, wo sie bis zu 3mal aufhüpften und dann untergingen, zu den anderen Steinen.
    Elena sagt, daß Steine flach, rund, schwer, leicht, schön, häßlich sein können, das spiele aber keine Rolle, da sie ja sowieso untergingen, wenn man sie aufhöbe und hinaus aufs Meer werfe. Eine Freundin habe ihr letztes Jahr einen Bikini besorgt - du kannst dich doch nicht ewig in diesem alten Fummel zeigen, so wirst du auch die nächsten 40 Jahre keinen abkriegen. Der alte Fummel war ein Badeanzug, pechschwarz, weit geschnitten, den sie von ihrer Tante Ingrid geerbt habe. "Er ist ein wenig ausrangiert, aber sowas kommt schon wieder mal in Mode", habe die Mutter damals zu ihr gesagt.
    Elena wolle gar nicht mehr in Mode gekommen und abgekriegt habe sie schon genug, da sei sie liebe einer von den Steinen die sowieso keiner aufgreift, sie möge das Meer ja eh nicht.
    Sie liebe aber den Sand, den sie mit ihren Zehen die sie zu Schaufeln paart aufhebt und wieder durchrinnen lasse, außerdem gefalle ihr, wie hübsche, athletische Menschen zueinander fänden am Strand.
    Der Strand liege ja auch direkt am Meer, man könne ja so gleich, nachdem man sich gefunden habe, schwimmen gehen, gemeinsam.
    Einmal sei sie auch mit einem hübschen, athletischen Mann schwimmen gegangen, das sei aber schon lange her, das war im Sommer 86. Sie seien weit raus aufs Meer hinaus geschwommen. Dort habe sie ihn nach Steinen tauchen lassen, die sie im Sommer davor hinausgeworfen habe.
    Während der hübsche, athletische Mann getaucht habe, habe sie sich an einem vorbeiziehendes Tretboot angehängt und sich zurück an' Strand ziehen lassen.
    Im Meer vergehe ihr schnell die Lust, sie könne sich nicht vorstellen, woanders als am Strand zu lieben. Ihr früherer Mann habe sie lange am Strand geliebt, deshalb habe sie ihn auch geheiratet, sagt sie. Mit seinen großen Zehen könne er viel Sand aufladen und über sie gießen, so habe er ihr imponiert.
    Wenn man 3 Steine vor sich habe und eine bedeutet, daß man an Hautkrebs leide, so solle man alle 3 ins Meer werfen, es mache ja doch nur unglücklich, zwischen 3 Steinen zu wählen.
    Im nächsten Sommer werde sie keine Steine mehr ins Meer werfen können, habe ihr der Oberarzt prognostiziert und es sei vielleicht auch besser, nicht mehr am Strand zu lieben, das koste zu viel Kraft. Sie sagt, sie vermisse den Sand, sie habe die Schwester schon gebeten, ihr welchen aus dem Urlaub mitzubringen, vielleicht erlebe sie das aber auch nicht mehr.
    Elena hoffe, daß man nach dem Tod an einem noch viel größeren Strand komme und auf ein noch weiteres Meer blicken könne. Sie habe ja dann auch noch mehr Zeit, die sie am Strand verbringen könne, es gäbe ja dann keine Winter mehr.
    Sie fragt, ob man an sie an diesem Strand auch lieben würde, so stark, wie sie sich das wünsche, wird ihr erwidert.
    Dann sei ja alles gut, nun könne sie beruhigt die Augen schließen. Man sehe sich dann am Strand, irgendwann.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    7.February 2001
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    75
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Elena und das Meer

    Ooch, das gefällt mir aber gut, von der Stimmung und so. Tswar habe ich das Bild mit den drei Steinen und dem Hautkrebs nicht so ganz begriffen, aber ich arbeite dran. Hier würde es sich wohl lohnen, etwas Textarbeit zu investieren, nicht wahr, Robert? Oder liegst Du schon wieder wärmeumlullt am Leberstrande?

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    jetzt muß ich noch im koestler rummalen und frau de guyon in die datenbank bringen. dann geh ich schlafen. ich arbeite seit 20 stunden an einem text. das reicht jetzt, gelle?

    Dieser Text verschafft mir Assoziationen in vielerlei Richtung. Dann hast Du was geschafft, Stefan K. Dann hast Du viel geschafft. Denn das soll Literatur ja sein, assoziationsbildend. Ich denke hier an Lichtfluten, blaue Wölkchen, Menschen aus meiner Jugend, meine Tante Trude, ein zauberhaftes Mädchen vom Sommer 1984, Volleyball mit meinem Freund am Ostseestrand, denke an Hühnergötter, die Klapper in Brandenburg, denke an schwarzes Puckern unter der Haut, an den Dreck in meinen Gedanken... So allerlei eben.
    Das hast Du mit Deinem Text ausgelöst, der in sich vielfach überarbeitungswürdig ist, aber eben durch diese Erweckung in mir gern und ungern gleichermaßen gelesen wurde. Das soll ja Literatur schaffen.
    Dafür danke ich Dir.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    7.February 2001
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    75
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Elena und das Meer

    Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, Robert, das sollte Dir nicht unbekannt sein...
    Egal wann, ich meinte nur, daß diesem Text etwas Arbeit a) gut täte und daß b) diese Arbeit auch nicht unverdient wäre.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    7.February 2001
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    75
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Elena und das Meer

    Tut mir leid, wenn ich nerve. Aber.
    Oder willst Du Klammer det Janze übalassen, Robert? Könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Es braucht jedenfalls einen Menschen mit Gefühl für Stil und vor allem Rhythmus. So, wie der Text da steht, muß er ein wenig überarbeitet werden, vielleicht das eine oder andere Semikolon hinein, das Bild mit der Wahl der drei Steine könnte vielleicht noch etwas klarer gezeichnet werden usw. usf.
    Mach mal bitte!

  6. #6
    Stefan Ka
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Ich freue mich über das Lob, ist auch nur so eine schnelle Rohfassung

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
    Registriert seit
    27.April 2001
    Ort
    Diedorf
    Beiträge
    503
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Elena und das Meer

    Lieber Beh,
    leider kann ich deine Begeisterung nicht nachvollziehen. Textarbeit mache ich hier sicher keine. Diese "schnelle Rohfassung" ist m. E. unausgorener, dilettantischer Quark, der aufgrund der sprachlichen Mängel nahezu unlesbar ist.
    Das ist genau die Art von "Literatur", auf die ich in diesem Forum verzichten kann.

    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  8. #8
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Vielleicht taugt Stefan K. nicht dazu, einen Roman, auch nur eine Novelle zu schreiben, aber diese kurzen Momentaufnahmen sind auch eine literarische Gattung, nennen wir sie eine "Kalendergeschichte aus dem virtuellen Tagebuch". Textarbeit lohnt hier nicht, aber das Aufzeigen grundlegender Fehler. Die Mühe würde ich mir allerdings nur machen, wenn ich eine klare Arbeitshaltung vermuten könnte; also so eine Launeliteratur will ich nicht befördern, wenn ich Dilettantismus jetzt negativ umzäune. Denn Dilettantismus ist etwas sehr Wichtiges in der Literatur.

  9. #9
    Noa
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Dieser Text ist schwer und leicht zugleich. Mühelos zaubert er Assoziationen hervor, gleich einem duftenden Fächer aus Rosenholz, den eine schöne Frau aufklappt und mit dem sie die Hälfte ihres Gesichtes verbirgt.


    Gleichwohl die Zeilen grammatische und orthographische Korrektur benötigen, möchte ich doch behaupten, dass dergleichen selten zu lesen ist. Ich möchte Stefan ermuntern, weitere solcher Szenen zu schreiben.


    Mit Dank für ein besonderes Leseerlebnis


    Noa

  10. #10
    Stefan Ka
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Launen, Dillentantismus, Unwürdigkeiten, Korrektheiten, Wertigkeiten, Menschen, die so und so und deshalb sagen und Pollock, ihr seid lustig, ich mag euch und hats euch nicht gefallen dann bohrt... ruhig weiter

  11. #11
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Dilettantismus ist bohren aus Liebhaberei und ignorantem Sachinteresse bei weitem vorzuziehen. Burckhardt hat recht. Die schnell fabrizierten Rohfassungen haben meist Reiz, weil aus einem Guß. Doch nach dem Schnellschuß muß das Detail herausgearbeitet werden. Der Wille dazu fehlt hier. Und damit bin ich bei der negativen Seite des Dilettanten. Er genügt sich meist in der Pose und verwirft den Eifer und die Genauigkeit zugunsten ebenjener.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    6.June 2000
    Ort
    Stuttgart
    Beiträge
    515
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Elena und das Meer

    schön, ich mag die melancholie in dem text...

  13. #13
    laviie
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    Dieser Text hat etwas von Leben und von Traurigkeit zugleich. Die Kontraste kommen hier gut zum Ausdruck, ebenso werden Vergangenheit und Gegenwart gut gegenübergestellt. Dieser Text hat etwas von Hoffnung und Tristheit gleichzeitig.

  14. #14
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Elena und das Meer

    ja, auch heute noch empfinde ich eine leichte Sommerbrise beim Lesen dieses unvollkommenen Textes

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. zum meer
    Von anderedimension im Forum Lyrik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 05.06.19, 14:13
  2. Der Antiquar oder die alte Dame und das Meer
    Von mühe im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 01.05.19, 20:48
  3. Zum Ruhestand ans Schwarze Meer
    Von Demokrat für Deutschland im Forum Leiden schafft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.03.16, 05:35
  4. "Der Traum vom Meer" - Teil III
    Von in nomine Kassandrae im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 20.10.15, 10:43
  5. letzte worte am meer
    Von Paul im Forum Lyrsa
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.02.02, 14:22

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •