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Thema: Geschenk

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Geschenk

    Geschenk


    Als er geht, lässt er seinen Arm zurück,
    Ihr Geschlecht noch in der Hand.


    Sie findet ihn spät
    In der sanften Wölbung
    Der Matratze.


    Entkleidet sich rasch
    Und legt sich zu ihm.








    [Diese Nachricht wurde von Trist am 18. Juli 2003 editiert.]

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Geschenk

    Das ist gut, verwirrend und bizarr.
    Die Güte entsteht durch das hier in seiner Verspieltheit und zugleich mitgeteilten Drohung ausgewiesene Vexierspiel, das Liebe nun mal ist. Ich spüre hier eine merkwürdige Dichte der Gefühle, ein Beieinandersein.

    Jedenfalls, Tristele, hiermit hast Du einen guten Text geschrieben, einen erotischen. Und Du weißt ja, daß ich derzeit danach suche. Nicht nach Erotik, die ruft derzeit nur mein Gähnen herbei, aber nach erotischen Texten.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Geschenk

    Danke, Robert, solch ein Lob tut doch mal gut!

    Nimm den Text gerne mit in die Vorlesesammlung auf, wenn Platz für Lyrik ist.

    Lieben Gruß von
    Trist

  4. #4
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    Platz für Lyrik ist immer, zumal Deine netten Dreizeiler. Entschuldigung, es sind sieben.
    Allerdings möchte ich doch darauf aufmerksam, daß man seinen Arm nicht zurücklassen kann, es sei denn, man kann ihn abschrauben oder so. Jedenfalls wirkt dieses Bild ein bißchen restaurabel. Es ist mir schon bewußt, daß Räume durch die Anwesenheit Nichtanwesender leben, allerdings stelle ich mir einen Arm mit ihrem Geschlecht in der Hand, der in einem Raum west, wohlgemerkt allein, recht bizarr vor. Hat was von Dali. Surreale Unschuldsnähe.
    Findet SIE dann den Arm in der Matratze?


    Ist ja nur eine Frage.

  5. #5
    Chris
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    ...es ist ja nicht nur der Arm, der da rumliegt, ihr Geschlecht liegt ja auch noch da, zu dem sie sich dann später wieder gesellt...


    ...sorry, der musste jetzt sein, "es" ist mit mir durchgegangen, der Text hat dennoch definitiv was...

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Geschenk

    Surrealismus ist ein gutes Stichwort hier. Ich lese im Moment Jannis Ritsos, sehr zu empfehlen.


    Es ist nicht unwahrscheinlich für mich, einen einhüllenden Arm, samt Geschlecht, erst sehr spät zu finden.


    Wie oft lassen wir in Gedanken Körperteile beim Anderen zurück und hoffen, dass sie gefunden werden.


    Lieben Gruß von
    Trist

  7. #7
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    Wer hat Deinen Ritsos übersetzt? Ich hoffe, die kongeniale Ina K. nebst ihrem Manne Asteris K., die hier schon mal posteten und alte Freunde von mir sind.
    Dein Gedicht hat diesen Charme griechischer Lebekunst.


    Literaturtip: Ina Koutoulas: Berlin-Athen-Berlin (oder so ähnlich)

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Geschenk

    erstellt von Trist:
    Wie oft lassen wir in Gedanken Körperteile beim Anderen zurück und hoffen, dass sie gefunden werden.

    Liebe Trist,


    das ist eine sehr sensible Wahrnehmung. Sehr schön! Ich hoffe, viele lesen sie und setzen sie adäquat um!
    Gruß
    Chi

  9. #9
    Chris
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    ...da kannste mal sehen, was ich für ein Lyrikbanause bin!...
    Chi, Du hast absolut Recht mit dem was Du schreibst, ich nehme jegliche Form von Polemik
    hiermit zurück.
    Ich sehe ein, dass ich Strafe verdient habe und bitte um eine gehörige solche!


    Gruss Chris


    PS: Chi, kennen wir uns nicht von "woanders"???

  10. #10
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    19

    AW: Geschenk

    ja, trist, dein gedicht, es ist eine perle, ja. eine kleine, glänzende.


    Mr. Jones

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Geschenk

    Ja, Robert, genau diese beiden haben übersetzt. Schade, dein Buchtipp kam leicht verspätet, um ihn morgen mit nach Kreta zu nehmen, aber Ritsos ist im Gepäck.


    Danke nochmal, besonders an Mister Jones, den ich viel zu selten sehe.


    Lieben Gruß von
    Trist

  12. #12
    Graf Zahl
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    Dieser Text wirkt durch seine sachliche Sprache, seine emotionale Verhaltenheit. Gutes und knappes Festhalten einer Situation.
    Wär mir so nicht in den Sinn gekommen ...


    Gräflichen Gruß

  13. #13
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Geschenk

    Obwohl ich aus diesem Ordner einigen Chat entfernte, liest er sich immer noch wie eine Momentaufnahme aus dem Cafe "Puschkin". Derweil ist dieser Text doch geradezu eine Glosse zu dem Pankow-Lied "Er kömmt nicht, und sie geht nicht hin", wahlweise ließe sich auch Udo Lindenberg zitieren: "Und dann schlafen sie nur aneinander vorbei" aus "Sie ist 40".

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