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Thema: Kann man die PDS (Linke) wählen?

  1. #1
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    Question Kann man die PDS (Linke) wählen?

    diese Frage meine ich weniger provozierend (wobei sich sicher einige provoziert fühlen werden) als viel mehr als ernsthafte Frage nach der Substanz der Partei. Klar kenne ich Gisy, ich halte ihn für einen guten Kopf. Aber damit sind meine Kenntnisse der Partei schon erschöpft. Manchmal sehe ich Interviews mit eher ungeschickten und nicht sehr Kenntnisreich wirkenden Mitgliedern der PDS, aber ein Mann reicht nicht um eine Partei auf Bundesebene zu wählen. Da ich es, zum Entsetzten meiner Freunde, sehr ernsthaft erwäge dies zu tun, einfach weil die PDS in der Kriegsfrage als einzige Partei aufrecht geblieben ist, und ich ausserdem denke, dass sie ebenfalls als einzige Partei sich um die neuen Bundesländer kümmert - ohne sie immer nur als Klotz am Bein zu geisseln. Aber - dies ist das aber, hat sie eigentlich genug gute Leute? Es gibt etliche Frauen in der Partei, die leider wenig profiliert wirken, wie z.B. die Zimmer (so heisst sie doch?). Möglicherweise fehlt es denen aber auch nur an Übung mit den Medien, hatten die Grünen vor 20 Jahren auch nicht. Wie weit der Vorwurf berechtigt ist, sie sei nur eine Nachfolgepartei der SED, mag ich nicht beurteilen, mir scheinen da viele junge Leute nachgewachsen zu sein, die mit der alten SED nichts mehr am Hut haben. Ebenso hätte man der CDU in der Nachkriegszeit vorwerfen können, eine Nachfolgepartei der NSDAP zu sein.
    Dadurch dass die PDS im Westen so unbeliebt ist, sieht man kaum jemanden von ihnen im Fensehn bei Diskussionen. Mir hat eine Freundin aus der exddr erzählt, sie würde sie auf Landesebene einfach wählen, weil die als einzige die Belange des Ostens wirklich kennen würden. Aber reicht das um sie in den Bundestag zu wählen? Ich tendiere zu ja. Würde mich aber interessieren wie Ihr dazu steht.


    Kyra


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. November 2001 editiert.]

  2. #2
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Kann ich nur dringend abraten, Kyra. Oder zumindest würde ich noch eine Wartezeit von ca. 20 Jahren empfehlen. So lange, bis in der Tat die Altkader in der Partei, vor allem aber in der Anhängerschaft ausgestorben sind. Bei der Wahlparty der PDS in Berlin, zu der ich wider besseren Wissens für kurze Zeit ging, war eine Klientel versammelt, bei der sich mir die Nackenhaare sträubten. Kann ja sein, daß tatsächlich viele der alten SEDler mittlerweile aus der Partei ausgetreten sind. Trotzdem schöpft die PDS zum übergroßen Teil ihre Kraft aus der Horde der unzufriedenen Rentner, die sich verständlicherweise um ihr Lebenswerk bedroht fühlen. Und wir haben in Berlin halt nach wie vor eine ganze Menge von alten Mitarbeitern diverser Ministerien, der SED selbst, staatsnaher Betriebe usw. usf., die sich durch die PDS vertreten fühlen und die die PDS eben auch immer noch vertritt. Mal abgesehen von den ostalgischen Organisationen und Typen, die da im Fahrwasser der PDS mitschwimmen. Glaube mir, die willst Du ebenfalls nicht.


    Gysi (den ich im Vergleich zu Dir nur für einen mittelmäßig begabten, aber entsetzlich eitlen und geltungssüchtigen Menschen halte, was, wie ich vermute, an seiner geringen Körpergröße liegt, die ja auch schon andere kleine Männer vor ihm zu irren Taten hingerissen hat) ist Anwalt, Strafverteidiger, wenn ich nicht irre. Wenn der nicht schlagfertig mit unserer Muttersprache umgehen kann, wer dann? Klar ist er beeindruckend, aber leider fasziniert meist nur, wie er etwas sagt, seltener aber, was. Und auch die anderen Vertreter der PDS sind nicht doof. Kein Mensch kann behaupten, daß in der DDR keine Intelligenz vorhanden und bei der Ausfüllung beinahe aller leitenden Positionen in Gesellschaft/ Wissenschaft/ Wirtschaft auch vonnöten war. Kein Zufall also, daß z.B. der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Roland Claus, ehemals PDS-Chef der Universität Halle/S., in der Öffentlichkeit keine schlechte Figur macht. Nur leider hat auch er 1990/91 eben nicht den Hintern in der Hose gehabt, mit den Studenten sämtliche schuldbeladenen Altkader der mittleren Ebenen aus der Uni-PDS zu kippen und eine theoretische Grundsatzdiskussion über Ziele und Inhalte einer "sozialistischen" Partei zuzulassen. Aus Angst, damit zu viele Leute zu vergraulen, wie er sagte. Will meinen: Die PDS hat sich nie grundsätzlich und vollständig von ihrem Vorleben getrennt. Das wäre nur durch Selbstauflösung und Neugründung mit wirklich neuem Programm, neuen Leuten etc. gegangen. Und davor hatte man 1989/90 einfach Angst. Ich meine jetzt auch nicht Neugründung, um vor der Geschichte wegzulaufen, sondern Neugründung, um insbesondere Mitglieder und Sympathisanten zu entsorgen und glaubhaft zu werden. Da man aber nicht auf das Parteivermögen und vor allem die erprobte Logistik verzichten wollte, hat man sich halt für den Weg der "Erneuerung auf biologischem Wege" entschieden. Und die dauert lange.


    Die PDS zieht ihre Kraft aus zwei Quellen. Einerseits stehen sie nicht in politischer Verantwortung, können also prinzipiell gegen/ für alles sein. In den Bundesländern, in denen sie bislang in der Regierung mitmischen (Meckl./Vorpomm. und Sachs./ Anh.), haben sie, gemessen an ihren Vorhaben, nichts Sichtbares erreicht. Wie weit es mit ihren Prinzipien steht, hat man bei den Sondierungsgesprächen nach den letzten Wahlen in Berlin gesehen. Klein-Gysi, beseelt vom Traum, endlich großer Senator (Bürgermeister gar) in seiner Heimatstadt zu sein, war bereit, jede Kröte zu schlucken (die drastische Reduzierung der ABM-Stellen zum Beispiel, für deren Vervielfachung die PDS eigentlich eintritt) und war sichtlich eingeschnappt, als die anderen dann beschlossen, mal wieder ohne ihn weiterzuspielen.
    Andererseits kokettieren sie äußerst gern mit ihrem regionalen Vorteil, Standortvorteil heißt es wohl heute, und ziehen daraus die Erkenntis, nur sie allein wüßten, was wir Zonacken wollen und brauchen (das nervt mich persönlich extrem). Ihr einziger Trumpf dabei ist aber, daß sie nicht den Nachteil aller anderen Parteien haben, die ihren Mitgliedern und Wählern in Westdeutschland immer wieder erklären müssen, daß sie auch in den nächsten Jahrzehnten das Gebiet von Neufünfland eben irgendwie mit durchbringen müssen. Glaubst Du im Ernst, daß die regionalen Vertreter der anderen Parteien keine Ahnung haben, was in ihren eigenen Kommunen vor sich geht? Haben sie sehr wohl, aber wenn Stoiber oder Merz in Rostock reden, dann kommt eben nicht dieser (ekelhafte) Stallgeruch, dieses "Das ist einer von uns" - Gefühl, in dem sich leider viele meiner östlichen Landsleute, denen die Heimat über Nacht abhanden gekommen ist, noch immer gerne suhlen.
    Aber das ist eben der Schwachsinn. Die PDS hat in Berlin (tut mir leid, wenn ich auf meine Heimatstadt fixiert erscheine, aber dieses Beispiel ist halt sehr frisch) einerseits vorgegeben, die Stadt vereinigen zu wollen. Aber mitnichten durch eben auch ein Eingehen auf Westberliner Befindlichkeiten (ich hasse dieses Wort...), sondern statt dessen fast nur durch das Schüren des Gefühls unter ihren Anhängern im Ostteil, jetzt seien endlich sie an der Reihe mit dem Regieren, jetzt käme endlich die Gerechtigkeit für die unterdrückten Ostler etc. Auch so kann man spalten.


    Kyra, entschuldige bitte die Länge des Beitrags, ich bin noch neu hier, aber ich halte es für grundfalsch, nur, weil die Grünen erstmals im Kontakt mit der Macht auch etwas Wirklichkeitsbezogenheit haben zeigen müssen, der PDS zu vertrauen. Ich halte die Leute nicht für gefährlich, das nun wirklich nicht. Ich denke eher, daß jegliche Aufmerksamkeit (Beobachtung durch den Verfassungsschutz etc.) dem Verein mehr nützt als schadet. Sie haben m. E. kein konsistentes politisches Programm, welches auch nur ansatzweise einer Wirklichkeitsprüfung standhielte. Sie sind einfach nur überflüssig. Schade eigentlich, denn auch ich habe mich in den vergangenen Wochen außerordentlich stark nach einer realen Opposition in unserer gleichgeschalteten Wirklichkeit gesehnt, die den unsäglich Hetzern um Schröder, Fischer und Schilly in den Arm fällt. Vielleicht retten sich die Grünen ja selbst auf ihrem Parteitag am Wochenende.
    Thomas


    PS: Man hat der CDU in der Nachkriegszeit sehr wohl oft vorgeworfen, Nachfolgepartei der NSDAP zu sein, aber das beweist nichts. Auch in der heutigen CDU sind genügend Altkader der DDR-CDU vertreten, die die DDR in großem Maße möglich gemacht haben. Aber man kann ja nicht immer alle erschießen. (Der letzte Satz ist keine Anregung zu einer gesonderten Diskussion!).

  3. #3
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Hallo Thomas,


    ich danke Dir sehr für diese differenzierte Antwort, das ist eine Basis über an Informationen über die ich nachdenken kann (natürlich hoffe ich auf weitere Meinungen). Ich habe mich halt nie mit der PDS befasst, habe seit 20 Jahren die Grünen gewählt und bisher schien es mir auch, mit Abstrichen (aber die müsste ich überall machen) ganz ok. Aber was die jetzt veranstalten kann ich nicht billigen. Ich werde mir mal die Mühe machen das Parteiprogramm durchzulesen, obwohl Papier ist geduldig, wie wir ja alle wissen


    Kyra

  4. #4
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    hallo kyra,

    habe keine antwort auf deine frage, nur eine (innen)ansicht von e.
    (grün) wählen ist mega-out! alles aufgeben, wofür grün ehemals angetreten sind. und fischer ist ein ätzender macho und wendehals!
    e. schraubt sich gerade hoch
    alternativen???

    pds traut e. nicht über den weg und mr. ganzwichtiggysi ist mehr als suspekt. nicht nur, weil er kleiner ist als e.

    allerdings, ausgerechnet die pds vertritt als einzige partei im bundestag e.s meinung zum krieg in afghanistan. alle anderen parteien (von einzelnen abgeordneten abgesehen), scheinen den verstand verloren zu haben.

    lg
    e.

  5. #5
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Hallo Eulalie,


    Du schreibst:
    allerdings, ausgerechnet die pds vertritt als einzige partei im bundestag e.s meinung zum krieg in afghanistan. alle anderen parteien (von einzelnen abgeordneten abgesehen), scheinen den verstand verloren zu haben.


    genau, das denke ich auch. Aber Nchtwählen finde ich auch keine Lösung. Ob man Gisy trauen kann oder nicht, vermag ich wirklich nicht enzuschätzen, Fischer hätte ich so ein Verhalten NIE zugetraut. Mir ist es egal, ob ein Politiker eitel ist, das sind sie wohl fast alle, also klein und eitel würde ich schon verkraften, wenn er Rückgrat hätte...hat er das?


    Kyra


    PS noch eine Frage an Thomas, was wählst Du denn, oder welche Parteien kommen f?r Dich in Frage, gleiche Frage an Eulalie??? (falls es nicht zu intim ist


    Noch zu Thomas ausführungen, soweit ich weiß, hat die PDS im Osten auch viele Jungwähler, die werden den Alten schon einheizen!


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. November 2001 editiert.]

  6. #6
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Liebe Kyra,
    deine Ausführungen zur Politik erschrecken mich. Hier kommen Sätze vor wie:
    erstellt von Kyra:
    Wie weit der Vorwurf berechtigt ist, sie sei nur eine Nachfolgepartei der SED, mag ich nicht beurteilen,..
    , um dann daraus zu schließen:
    Ebenso hätte man der CDU in der Nachkriegszeit vorwerfen können, eine Nachfolgepartei der NSDAP zu sein.
    Diese Schlußfolgerungen entheben jeglicher Basis. Sei doch bitte etwas sorgfältiger in der Darstellung von Begründungen. So zu argumentieren ist unredlich. Wäge Argumente ab, beleuchte historische Zusammenhänge und stelle nicht gedankenlos Urteile, Aussagen vor. Warum hältst du Gysi für einen guten Kopf: Weil er eine Glatze hat, weil er in allen Talkshows seine Meinung sagt, weil er Argumente hat, weil er ein Politclown ist oder ein guter Demagoge oder weil er gutes Deutsch spricht, weil er Gegenargumente formuliert. Woher kennst du Gysi, aus Talk Shows, aus Parteiversammlungen, aus einem Gespräch an der Eck-Kneipe? Oder lassen wir Bisky sprechen: "Der Antifaschist Walter Ulbricht war einer der wenigen Staatsmänner von Format, die die DDR hervorgebracht hat." Wer war Ulbricht: ein Faschist, der sein Völkchen einsperrte, also ein Staatsmann von Format? Er war Stalinist und Faschist, er konnte Worthülsen kauen und ausspucken und von Antifaschismus faseln.


    Schau Dir die Homepage der PDS an, wäge die Argumente, die in deren Parteiprogramm stehen sorgfältig ab und komme dann zu einem gewogenen Urteil. Wenn Du es sorgfältig gelesen hast, kannst du erkennen, wieviel "geschlossene Gesellschaft" hier noch vorhanden ist. Da steht im Parteiprogramm:
    "Zum Sozialismusversuch in der DDR gehören wertvolle Ergebnisse und Erfahrungen im Kampf um soziale Gerechtigkeit, um die Bestimmung der Ziele der Produktion im Interesse der werktätigen Bevölkerung, um ein solidarisches und friedliches Gemeinwesen auf deutschem Boden. Es gab jedoch auch Fehler, Irrwege, Versäumnisse und selbst Verbrechen."
    Ich kann Dir als Lektüre Poppers "Offene Gesellschaft" nur an Herz legen.
    Weiter steht da: Der Sozialismusversuch in der DDR hat die Lebensgeschichte der Menschen im Osten Deutschlands entscheidend geprägt. Zu ihren Erfahrungen z?hlen die Beseitigung von Arbeitslosigkeit, weitgehende Überwindung von Armut, ein umfassendes soziales Sicherungssystem, bedeutende Elemente sozialer Gerechtigkeit, insbesondere ein hohes Maß an sozialer Chancengleichheit im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der Kultur, neue Rechte für Frauen und Jugendliche. Die DDR war ein Staat, der konsequent mit dem deutschen Großmachtchauvinismus gebrochen hatte. Jedoch war auch die DDR-Gesellschaft nicht in der Lage, einen wirksamen Beitrag zum Ausbruch aus der bedrohlichen globalen Entwicklungslogik zu leisten. Und es ist deutlich geworden, daß ein Sozialismusversuch, der nicht von der großen Mehrheit des Volkes erkämpft, entwickelt und getragen wird, der nicht die Selbstbefreiung des Menschen gewährleistet, früher oder später scheitern muß.

    Laß Dir diese Sätze auf der Zunge zergehen.

    Gute Nacht

    Hagen

  7. #7
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    Post AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Hallo Hagen


    ich danke Dir für Deine Meinung. Wie die DDR jetzt im Nachhinein zu sehen und zu bewerten ist, würde ich sehr gerne von einem Ossi hören. Was die CDU in der Nachkriegszeit angeht, es ist kein grosses Geheimnis, dass hier viele ehemalige Nazis eingetreten sind, Kiesinger war nur einer der bekanntesten. Natürlich war die direkte Nachfolgepartei die NPD.
    Du schreibst:
    Er war Stalinist und Faschist, er konnte Worthülsen kauen und ausspucken und von Antifaschismus faseln.


    Wie soll ich das verstehen, weil er mit den Russen zu Stalins Zeiten zusammengearbeitet hat? Ist es nicht zu einfach damit Kommunismus und Faschismus in einen Topf zu werfen?
    Zu Deinem Zitat:
    Zum Sozialismusversuch in der DDR gehören wertvolle
    Ergebnisse und Erfahrungen im Kampf um soziale Gerechtigkeit, um die Bestimmung der Ziele der Produktion im
    Interesse der werktätigen Bevölkerung, um ein solidarisches und friedliches Gemeinwesen auf deutschem
    Boden.
    Hier kann ich nichts faschistisches finden, es ist der Versuch von sozialer Gerechtigkeit.


    Ich kann Dir als Lektüre Poppers "Offene Gesellschaft" nur an Herz legen.


    habe ich gelesen.


    wenn die PDS schreibt:
    Es gab jedoch auch Fehler, Irrwege, Versäumnisse und selbst Verbrechen


    finde ich dies ein sehr ehrliches Bekenntnis.


    Und
    es ist deutlich geworden, daß ein Sozialismusversuch, der nicht von der großen Mehrheit des Volkes erkämpft,
    entwickelt und getragen wird, der nicht die Selbstbefreiung des Menschen gewährleistet, früher oder später
    scheitern muß.


    Auch hier sehe ich nicht Deinen Kritikpunkt. Dass der Westen die sozialistischen Länder versucht hat wirtschaftlich draussen zu halten (um es milde auszudrücken) war ebenfalls kein Geheimnis. Ebenso wie die westdeutsche Wirtschaft die DDR nach 1990 auch in ihren gesunden Bereichen wenig unterstützt hat. Viele Betriebe sind kaputt gemacht worden. Was im übrigen von der Westdeutschen Wirtschaft nicht einmal worklich abgestritten wurde, es bestand kein Bedarf an Konkurrenz aus den neuen Ländern. Womit ich nicht abstreite, dass es marode nur vom Staat getragene Unternehmen gab. Aber wie ist es im freien Westen, Kohlepfennig, Bahn, Post usw., auch hier kann der Staat Großunternehmen nicht einfach fallen lassen, und tut es wenn, dann nur sehr zögernd. Verständlich, aber es ist unlauter dies der DDR vorzuwerfen. Wohin die totale Privatisierung führt, kann man in Kalifornien bei der Stromversorgung sehen, die privaten Unternehmer werden wieder staatlich unterstützt.


    Damit will ich vor allem sagen, es ist nicht so einfach.
    Hallo Ihr da aus dem Osten, sagt doch auch mal was!!


    Kyra


    PS. Hier ein Ausschnitt zur PDS von der Konrad Adenauer Stiftung, der man ja keine linge Gesinnung nachsagen kann, der ganze Text ist hier zu finden: http://www.kas.de/publikationen/2000...n/einh_pds.pdf


    5. Bei der Bewertung des Lebens in der DDR unterscheiden die Bürger in den neuen
    Ländern sehr genau zwischen der staatlichen Ebene der DDR, die massiv kritisiert
    wird, und der individuellen, privaten Ebene, auf der nach Meinung von über 80 Prozent
    ein Leben in Anstand und Würde - trotz Unfreiheiten und Repressionen - möglich
    war. Auf diese Unterscheidung sollte in der politischen Kommunikation in Zukunft
    besonders Rücksicht genommen werden.
    1 Die Umfrage wurde vom 5. bis zum 13. Juli 1999 in Ostdeutschland (einschließlich Ost-Berlin) vom Meinungsinstitut
    Infratest dimap durchgeführt. Dabei wurden 1.200 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte
    Bürger telefonisch befragt.
    2
    6. Die PDS wird inzwischen von über zwei Dritteln der Ostdeutschen als normale demokratische
    Partei betrachtet. Eine Ablehnung als linksradikale Partei kommt für den
    Großteil der Bürger in den neuen Ländern nicht in Frage. Zwar wird die PDS ebenfalls
    von fast zwei Dritteln als im Kern immer noch kommunistisch angesehen; für etliche
    Ostdeutsche tut sich jedoch zwischen den Eigenschaften demokratisch und kommunistisch
    kein schwerwiegender Gegensatz auf.
    7. Im weiteren erscheint die PDS vielen Bürgern in den neuen L?ndern als die Partei,
    die sich am überzeugendsten für die Interessen Ostdeutschlands einsetzt. Aber über
    50 Prozent meinen auch, daß die PDS vieles verspricht, was sie niemals halten kann. Hier,
    bei der Formulierung konkreter und realisierbarer Politikkonzepte, scheinen noch
    die größten Zweifel gegenüber der PDS zu bestehen. Dies zeigt auch die Kompetenzbewertung
    der PDS in Ostdeutschland, die im Vergleich mit CDU und SPD nach wie vor
    bemerkenswert schwach ist und maximale Werte von etwa 20 Prozent (im Bereich der
    Sozialpolitik und der Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland)
    erreicht. Für viele Ostdeutsche hat die PDS mithin keine Problemlösungen parat. Sie gilt
    zwar allgemein als Partei der Ostinteressen, doch sobald es um konkrete politische Probleme
    geht, wird die PDS kaum als kompetent und regierungsfähig angesehen. Vielfach
    wird sie nur aus Protest oder aufgrund diffuser Sympathien gewählt. Die Auseinandersetzung
    mit der PDS sollte in Ostdeutschland dementsprechend nicht nur ideologisch,
    sondern stärker über konkrete Politikinhalte und über die fehlende Problemlösungs- und
    Regierungsfähigkeit der Partei geführt werden.
    8. Gemäß der weit verbreiteten Auffassung, die PDS sei eine normale demokratische
    Partei, spricht eine deutliche Mehrheit der Ostdeutschen der PDS Koalitionsfähigkeit
    auf allen politischen Ebenen - also auch im Bund - zu. Nur 15 Prozent sind der
    Auffassung, die PDS dürfe grundsätzlich nicht an Koalitionen beteiligt werden; weitere
    15 Prozent halten Koalitionen mit der PDS auf kommunaler Ebene für vertretbar,
    9 Prozent akzeptieren Koalitionen auf kommunaler und auf Landesebene. Auch dieses
    Ergebnis zeigt, daß die Auseinandersetzung mit der PDS realpolitisch, über konkrete
    Politikkonzepte geführt werden sollte und sich nicht in ideologischen Grundsatzpositionen
    erschöpfen darf.
    9. Eine überdurchschnittlich positive Haltung gegenüber der PDS zeigen insgesamt 18-
    24jährige, Frauen, Höhergebildete, Arbeitslose und natürlich PDS-Wähler selbst. Umgekehrt
    weisen höhere Alterklassen ab 45 Jahren, Männer, Personen mit niedriger Bildung
    sowie CDU- und FDP-Wähler eine kritischere Haltung auf.






    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. November 2001 editiert.]

  8. #8
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Liebe Kyra,
    du hast mich mißverstanden oder ich habe mich unverständlich geäußert: Ich greife nur einen Punkt heraus:

    "Wie weit der Vorwurf berechtigt ist, sie sei nur eine Nachfolgepartei der SED, mag ich nicht beurteilen,..", um
    dann daraus zu schließen: "Ebenso hätte man der CDU in der Nachkriegszeit vorwerfen können, eine
    Nachfolgepartei der NSDAP zu sein."

    Du schließt aus einem Nichtwissen auf eine Behauptung. Ich habe damit nicht behauptet, daß es natürlich Mitglieder der NSDAP gegeben hat, die später Mitglieder der CDU/CSU waren. Ich weise nur daraufhin, daß die Begründung für Aussagen unzureichend sind. Ich kann nicht aus einem Nichtwissen auf eine Tatsache schließen. Also: Du kannst behaupten: Ich weiß nicht, ob der Vorwurf der SED Nachfolge durch die PDS gilt oder nicht. Also überprüfe anhand von Tatsachen die Aussage. Hier können verschiedene Kriterien angesetzt werden, über die diskutiert werden kann. Dann verwende die gleichen Kriterien und überprüfe, inwieweit die gleichen Zusammenhänge zwischen NSDAP und CDU/CSU bestehen. Dies ist eine seriöse Vorgehensweise, alles andere ist Spekulation, Dahersagen also insgesamt Unfug. Man kann nicht einfach irgendetwas in den Raum stellen. Ich spreche hier für keine Partei. Mein Geschäft ist die Kritik und das ordentliche Argumentieren - und das kann man aus Popper lernen. Nur darauf kommt es mir an. Wer was wie wählt, ist mir egal. Mir kommt es auf die Rechtsstaatlichkeit an und darauf, daß keine Diktaturen Chancen haben. Ich verachte das Unrecht und dazu gehören Diktaturen und diejenigen, die diesen Ideologien angehören. Parteien wiederum, die sich nicht vollkommen von überholten autoritären Ideologien befreien, sind mir suspekt, weil sie ein Interesse an der Einschränkung von Kritik und Rechtsstaatlichkeit haben. Um dies festzustellen, sind Kriterien notwendig, die die Ideologiefreiheit feststellen. Dazu gehört das Überprüfen aller Parteien, sie müssen sich permanent dem ideologiefreien Diskurs stellen. Das meinte ich - nicht mehr und nicht weniger.

    Gruß Hagen

  9. #9
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Hallo Hagen,


    hier nur ein kurzes Zitat:
    Alle Bereiche des Staatsapparats wiesen dieselbe nahtlose Kontinuität zu den Behörden und akademischen Institutionen des Dritten Reiches auf wie die Justiz. Im Auswärtigen Amt waren 1952 zwei Drittel der höheren Beamten ehemalige NSDAP-Mitglieder, bei den Referatsleitern waren es sogar vier Fünftel. Mit Heinrich Lübke und Kurt-Georg Kiesinger wurden ehemals aktive Mitglieder der NSDAP sogar Bundespräsident bzw. Bundeskanzler.


    ausführlicher nachzulesen hier: http://www.wsws.org/de/2001/mar2001/68er-m27.shtml


    Grüße


    Kyra


    aber sie war NICHT die Nachfolgepertei, das hat die CDU klüger gemacht als die PDS, die dies nicht abstreiten.


    Nachtrag, Zitat aus dem jüdischen Archiv:
    Aber man bedenke nur: Aus diesem Haufen von >Unschuldigen< rekrutierte sich in Deutschland und Österreich die frühe Nachkriegspolitik. Aus diesem kaum entnazifizierten Vakuum entstammen die Vertreter der neuen Nachkriegsparteien und ihre Wählerschaft. Diese frühen Parteien, waren zunächst nichts anderes als politische 'Gesinnungsgemeinschaften', die sich erst viel später zu (etablierte) Bürgerparteien formierten. So gesehen war es eigentlich für manchen Bürger unverständlich, wieso die CDU, CSU, FDP und SPD nach der Wiedervereinigung der BRD mit der DDR unentwegt die rechtmäßig gewählte PDS als Nachfolgeorganisation der SED diffamierten?! Es scheint vielmehr, dass diese bürgerlichen Parteien heute vermutlich nur verdrängt und vergessen haben, dass sie - jede (auch die SED!) - ja selbst alles >Nachfolgeorganisationen< sind, nämlich Nachfolger, der bis 1945 als alleinig existierenden NSDA-Partei.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. November 2001 editiert.]

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Original erstellt von Kyra:
    Hallo Eulalie,

    Du schreibst:
    allerdings, ausgerechnet die pds vertritt als einzige partei im bundestag e.s meinung zum krieg in afghanistan. alle anderen parteien (von einzelnen abgeordneten abgesehen), scheinen den verstand verloren zu haben.

    genau, das denke ich auch. Aber Nchtwählen finde ich auch keine Lösung. Ob man Gisy trauen kann oder nicht, vermag ich wirklich nicht enzuschätzen, Fischer hätte ich so ein Verhalten NIE zugetraut. Mir ist es egal, ob ein Politiker eitel ist, das sind sie wohl fast alle, also klein und eitel würde ich schon verkraften, wenn er Rückgrat hätte...hat er das?

    Kyra

    PS noch eine Frage an Thomas, was wählst Du denn, oder welche Parteien kommen für Dich in Frage, gleiche Frage an Eulalie??? (falls es nicht zu intim ist )

    Noch zu Thomas ausführungen, soweit ich weiß, hat die PDS im Osten auch viele Jungwähler, die werden den Alten schon einheizen!

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. November 2001 editiert.]
    Kyra, bei der letzten Wahl in Berlin habe ich mich, in den für mich gegebenen Grenzen des Sinnvollen, für die Kandidaten mit den schönsten Vornamen entschieden. Halte dies für ein nicht zu unterschätzendes Moment für die Präsentation in der Öffentlichkeit. Für anregende Hinweise, die nächste Wahl betreffend, bin ich, besonders nach dem zurückliegenden Jubelparteitag der Hell-Grünen dankbar.
    Thomas

  11. #11
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Wir haben euch gezeigt, wie die Demokratie funktioniert, freie Marktwirtschaft und wie echte Bananen aussehen. Wir drückten Milliarden in eure politische und wirtschaftliche Resozialisierung. Und was macht ihr? Nix! Nölt herum, wie wir in unseren besten Zeiten. Früher sei alles besser gewesen - so ein Quatsch. Früher war alles bloß früher. Aber es gab Dinge, die gut waren. Äh, die Solidarität unter Nachbarn vielleicht? Besonders die Solidarität der netten IM von Nebenan. Na gut, man hörte kaum etwas über Fehlverhalten der Nomenklatur. Das lag an den vernünftigen Gesetzen zum Schutze der Öffentlichkeit vor beunruhigenden Informationen. Aber Omas Apfelkuchen war...


    Genau. Omas Apfelkuchen. Nehmt eure Staatsratsvorsitzende mitsamt ihrer Clique, die komplette CDU, unbedingt dieses Margarine gesalbten Bübchen, eure gelegentlich unter den abenteuerlichsten Namen kurzfristig erscheinenden Murksparteien sowieso, die Demokratischen Linken und vielleicht noch Bündnis90/Die Grünen; mauert euch einfach wieder ein und schmeißt die Schlüssel weg. Zaun drum und ein großes Altersheim von machen. Einen Zufluchtsort für Menschen, die insgeheim Kaiser Willhelm vermissen, auch so ein Blender ohne politische Visionen, geschweige denn ..., ach...


    Von mir aus könnt ihr auch noch Bayern dazu haben.

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    Renommee-Modifikator
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    halte den mund, dummer sack!
    volksverhetzer hab ich grade gern!

  13. #13
    kls
    Status: ungeklärt

    mea culpa

    Es ist weder eine Volksverhetzung noch ein Wunschzettel, sondern eine Provokation, eine satirische Polemik, die sich einfach mal anbot, mir in den Fingern zuckte, sozusagen von den Umständen in die Tastatur diktiert wurde. Trotz der schamlosen Bedienung an stereotypenhafter Maßlosigkeit und schändlicher Missachtung jeglicher political correctness ist der Text mißlungen. Aber der Text scheint auch zu funktionieren, siehe saul, der offenbar in gutdeutscher Empörung gar nicht erkannte, um was es sich hier handelt.

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Kann man die PDS (Linke) wählen?

    Zitat Zitat von Kyra Beitrag anzeigen
    Hallo Hagen,


    hier nur ein kurzes Zitat:
    Alle Bereiche des Staatsapparats wiesen dieselbe nahtlose Kontinuität zu den Behörden und akademischen Institutionen des Dritten Reiches auf wie die Justiz. Im Auswärtigen Amt waren 1952 zwei Drittel der höheren Beamten ehemalige NSDAP-Mitglieder, bei den Referatsleitern waren es sogar vier Fünftel. Mit Heinrich Lübke und Kurt-Georg Kiesinger wurden ehemals aktive Mitglieder der NSDAP sogar Bundespräsident bzw. Bundeskanzler.


    ausführlicher nachzulesen hier: http://www.wsws.org/de/2001/mar2001/68er-m27.shtml


    Grüße


    Kyra


    aber sie war NICHT die Nachfolgepertei, das hat die CDU klüger gemacht als die PDS, die dies nicht abstreiten.


    Nachtrag, Zitat aus dem jüdischen Archiv:
    Aber man bedenke nur: Aus diesem Haufen von >Unschuldigen< rekrutierte sich in Deutschland und Österreich die frühe Nachkriegspolitik. Aus diesem kaum entnazifizierten Vakuum entstammen die Vertreter der neuen Nachkriegsparteien und ihre Wählerschaft. Diese frühen Parteien, waren zunächst nichts anderes als politische 'Gesinnungsgemeinschaften', die sich erst viel später zu (etablierte) Bürgerparteien formierten. So gesehen war es eigentlich für manchen Bürger unverständlich, wieso die CDU, CSU, FDP und SPD nach der Wiedervereinigung der BRD mit der DDR unentwegt die rechtmäßig gewählte PDS als Nachfolgeorganisation der SED diffamierten?! Es scheint vielmehr, dass diese bürgerlichen Parteien heute vermutlich nur verdrängt und vergessen haben, dass sie - jede (auch die SED!) - ja selbst alles >Nachfolgeorganisationen< sind, nämlich Nachfolger, der bis 1945 als alleinig existierenden NSDA-Partei.



    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. November 2001 editiert.]
    Das ist die Art von Argumentation, die nur einen Bruchteil des Möglichen wahrnimmt, eben den, der ins Weltbild paßt. Ergänzend zu dieser Form der Beweisführung ist folgendes zu sagen:
    1. Die Weimarer Republik übernahm nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Beamte des Kaiserreichs.
    2. Das Dritte Reich übernahm nach dem Machtantritt zahlreiche Beamte der Weimarer Republik.
    3. Die DDR übernahm nach dem Ende des Dritten Reiches wenige der Beamten desselben, wohl aber später etliche Offiziere der Wehrmacht zum Aufbau der NVA. - Die BRD übernahm etliche mehr.
    4. Die BRD übernahm nach dem Ende der DDR zahlreiche der DDR-Verwaltungsfachleute, denn eigentliche Beamte gab es in der DDR nicht. Eine FDJ-Sekretärin soll es sogar bis zur Bundeskanzlerin geschafft haben.

    Fazit: Das ist in Deutschland offenbar so üblich, daß die Beamten zwar auf einen Staat vereidigt werden, sie aber letztlich dem Land dienen. Das ist das ganze Geheimnis. Parteipolitischer Blick verstellt oft das Wesentliche. Ein Beamter darf nicht parteipolitisch handeln. Dummerweise geht das in diesem Land manchmal ein wenig durcheinander und Partei und Staat bilden eine vitiöse Verbindung. Soll zur Zeit nicht anders sein. Besonders in Bayern hat sich die CSU sehrlichst im Staat eingerichtet und verwechselt Staat und Land gern einmal.

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