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Thema: Letztes Gedicht

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Letztes Gedicht

    Wie in einem Alptraum,
    die Wände stehen in Flammen,
    ich sitze am Küchentisch und schreibe
    meine letzten Worte nieder,
    während die Hölle wütet
    überall
    um mich.


    Ich schreibe
    gegen den Tod,
    der auf dem Papier klebt:


    eine zerquetschte Fruchtfliege, die mich anstarrt
    durch farblose Dimensionen
    voll Rauch und Schall,
    aus Augen
    wie saftlose Orangen,
    ausdrucksleer.


    Wie in einem Alptraum,
    mein letztes Gedicht,
    es wird mit mir verbrennen.

  2. #2
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    AW: Letztes Gedicht

    ausdrucksleer?
    ich finde wie viele kleine Spiegel
    des Lichts -
    Facetten-Reich!

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Letztes Gedicht

    Mr. Jones, Dein Trübsinn solte sich mal ne Pause gönnen. Du brauchst Urlaub im Licht, das Meer und eine Frau mit kundigem Körper. Du bist reif für die Insel. Hau ab, dann kannst Du auch wieder schlafen, mußt Dich nicht mehr mit der Orangenhaut einer Fruchtfliege auseinandersetzen... oder putz Deine Wohnung!

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Letztes Gedicht

    Original erstellt von Paul:
    ausdrucksleer?
    ich finde wie viele kleine Spiegel
    des Lichts -
    Facetten-Reich!



    wir widersprechen uns damit nicht.


    Hannemann, trübsinn? einmal mehr haste nix kapiert, mann, hanne! wir müssen alle gehn dereinst. und ich würd gern abhauen, nebenbei erwähnt. schieb du mir die kohle rüber, und weg bin ich. ich schreib dir dann auch was - von bienchen und sonnenstichen und muscheln und hüpfenden titten und schleimigen schnecken in knallorangen bikinis. wenns sein muss ein buch zum totlachen.


    Mr. Jones

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: Letztes Gedicht

    ... nochmals zurück in die Hölle:


    LETZTES GEDICHT
    Wie in einem Alptraum,
    die Wände stehen in Flammen,
    ich sitze am Küchentisch und schreibe
    meine letzten Worte
    nieder,
    während die Hölle wütet
    überall
    um mich.
    Ich schreibe
    gegen den Tod,
    der auf dem Papier klebt:
    eine zerquetschte Fruchtfliege, die mich anstarrt
    durch schale Dimensionen
    voll Rauch und Schall,
    aus Augen
    wie saftlose Orangen,
    facettenreich,
    ausdrucksleer.
    Wie in einem Alptraum,
    mein letztes Gedicht,
    es wird mit mir verbrennen.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Letztes Gedicht

    Guter Text. Die Wiederaufnahme von "Alptraum" wirkt redundant, nicht wie eine Klammer, die diesem Traum doch abhold. Das Schreckliche verliert seine Kraft, wenn man ihm eine (filmische) Dauer gibt. Nach 90' ist der Spuk vorbei, das weiß man als Besucher derartiger Veranstaltungen auch. Ein Text dagegen kann offen bleiben, anfänglich und am Ende. Das kann seine Virulenz über die Jahre bewirken. Hier aber ist gegen dieses Gestaltungsprinzip eines doch eher Traumaarbeit betreffenden Zwischenzustandes verstoßen worden. Es ist auch nicht das ALLERletzte Gedicht gemeint, sondern nur das eben zuletzt geschriebene letzte Gedicht. Das läßt den Text eben weniger bedrohlich und endgültig erscheinen.
    Im übrigen aber gut, eine gelungene expressionistische Impression.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Letzte Worte

    Am Küchentisch sitzen, die letzten Worte niederschreiben - während die Wände brennen ringsum und lichterloh. Schreiben gegen den Tod, auch den, der auf dem Papier klebt: eine halb zerquetschte Fruchtfliege, die mich anstarrt durch schale Dimensionen voll Rauch und Schall, aus Augen wie saftlose Orangen, facettenreich, aber ausdrucksleer. Schreiben trotz der Vergeblichkeit: die letzten Worte, sie werden immer mit mir verbrennen.

  8. #8
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Letzte Worte

    Das werden sie nur, wenn Du es zuläßt, Jonathan.


    Die Stimmung nehm ich an, sie trägt vielleicht einen Spatz aus meinem Hirn.

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