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Thema: ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

  1. #1
    henne hiltrud
    Laufkundschaft

    Post ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

    Seit der Trennung von meinem Mann wurde jeder notwendige Verkehr durch
    meinen Rechtsanwalt erledigt.





    Zwischenzeitlich wurde der Gehgips am rechten Arm entfernt.





    Ich entfernte mich vom Straßenrand, warf einen Blick auf meine


    Schwiegermutter und fuhr die Böschung hinunter.





    Da sprang der Verfolgte ins Wasser und tauchte trotz mehrmaliger


    Aufforderung nicht mehr auf.





    Außerdem bin ich vor meinem ersten Unfall und nach meinem letzten


    unfallfrei gefahren.





    Ein Fußgänger kam plötzlich vom Bürgersteig und verschwand dann wortlos unter meinem Wagen.





    Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben.





    Es hatte zwischenzeitlich an einigen Stellen geschneit. Die Fahrbahn


    War dadurch auf einigen Straßen rutschig geworden. Ich wollte den Wagen


    Abbremsen. Ich habe gekämpft wie ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer und wurde unbewusst. Aus war es mit meiner Gesinnung.





    Ich überfuhr einen Mann. Er gab seine Schuld zu, da ihm dies schon einmal passiert war.





    Ich bin ferner mit meinen Nerven am Ende und habe mit einer schweren


    Kastritis zu tun.





    Beim Heimkommen fuhr ich versehentlich in eine falsche


    Grundstücksauffahrt und rammte einen Baum, der bei mir dort nicht steht.





    Wer mir die Geldbörse gestohlen hat, kann ich nicht sagen, weil aus meiner Verwandtschaft niemand in der Nähe war.





    Ich fuhr durch die Au. Plötzlich kamen von links und rechts mehrere


    Fahrzeuge. Ich wusste nicht mehr wohin und dann krachte es vorne und hinten.





    Ich musste ihn leider aufs Korn, d.h. auf den Kühler, nehmen. Dann fegte ich ihn seitlich über die Windschutzscheibe ab.





    Ihre Argumente sind wirklich schwach. Für solche faulen Ausreden


    müssen Sie sich einen Dümmeren suchen, aber den werden Sie kaum finden.





    Das Polizeiauto gab mir ein Signal zum Anhalten. Ich fand einen


    Brückenpfeiler.





    Der Fußgänger hatte anscheinend keine Ahnung, in welche Richtung er


    gehen sollte, und so überfuhr ich ihn.





    Heute schreibe ich zum ersten und letzten Mal. Wenn Sie dann nicht


    antworten, schreibe ich gleich wieder.





    Mein Sohn hat die Frau nicht umgerannt. Er ist einfach vorbei gerannt.


    Dabei ist die Frau durch den Luftzug umgefallen.





    Einnahmen aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines


    Mannes ging das letzte Rindvieh vom Hof.





    Als ich auf die Bremse treten wollte, war diese nicht da.





    Ich bin von Beruf Schweißer. Ihr Computer hat an der falschen Stelle


    gespart und bei meinem Beruf das w weggelassen.





    Ich brauche keine Lebensversicherung. Ich möchte, dass alle richtig


    traurig sind, wenn ich einmal sterbe.





    Mein Auto fuhr einfach geradeaus, was in einer Kurve allgemein zum


    Verlassen der Straße fährt.





    Ich fuhr rückwärts eine steile Straße hinunter, durchbrach eine Grundstücksmauer und rammte einen Bungalow. Ich konnte mich einfach nicht


    mehr erinnern, wo das Bremspedal angebracht ist.





    Dann brannte plötzlich der Weihnachtsbaum. Die Flammen griffen auf den


    Vorhang über. Mein Mann konnte aber nicht löschen, weil er wie ein Verrückter nur die Hausrat-Police suchte.





    Unsere Autos prallten genau in dem Augenblick zusammen, als sie sich


    begegneten.





    Alle Rechnungen, die ich erhalte, bezahle ich niemals sofort, da mir


    Dazu einfach das Geld fehlt. Die Rechnungen werden vielmehr in eine große


    Trommel geschüttet, aus der ich am Anfang jeden Monats drei Rechnungen mit


    verbundenen Augen herausziehe. Diese Rechnungen bezahle ich dann sofort. Ich bitte Sie zu warten, bis das große Los Sie getroffen hat.





    Leider ist mein Vater der Jagdleidenschaft Dritter zu Opfer gefallen.


    Man hielt ihn für eine Wildsau und schoss ihn an.





    Sofort nach dem Tod meines Mannes bin ich Witwe geworden.





    In Ihrem Schreiben vom 26.06. über die neue Beitragsrechnung haben Sie


    mich freundlicherweise zum Fräulein befördert, was im Zusammenhang mit


    meinem Vornamen Heinz jedoch zu peinlichen Vermutungen Anlass gibt.





    Ich fuhr mit meinem Wagen gegen die Leitschiene, überschlug mich und


    prallte gegen einen Baum. Dann verlor ich die Herrschaft über mein Auto.





    An der Kreuzung hatte ich einen unvorhergesehenen Anfall von


    Farbenblindheit .





    Das andere Auto kollidierte mit dem meinigen, ohne mir vorher seine


    Absicht mitzuteilen.





    Im hohen Tempo näherte sich mir die Telegraphenstange. Ich schlug


    Einen Zickzackkurs ein, aber dennoch traf mich die Telegraphenstange am


    Kühler.





    Schon bevor ich ihn anfuhr, war ich davon überzeugt, dass dieser alte


    Mann nie die andere Straßenseite erreichen würde.





    Da sich der Fußgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er


    rennen sollte, fuhr ich oben drüber.





    Ein unsichtbares Fahrzeug kam aus dem Nichts, stieß mit mir zusammen


    und verschwand dann spurlos.





    Nachdem ich vierzig Jahre gefahren war, schlief ich am Lenkrad ein.





    Ich hatte den ganzen Tag Pflanzen eingekauft. Als ich die Kreuzung


    erreichte, wuchs plötzlich ein Busch in mein Blickfeld, und ich


    konnte das andere Fahrzeug nicht mehr sehen.





    Als ich eine Fliege erschlagen wollte, erwischte ich den Telefonmast.





    Ich sah ein trauriges Gesicht langsam vorüberschweben, dann schlug der


    Herr auf dem Dach meines Wagens auf.





    Während ich die Straße normal befuhr, überkam mich das Verlangen, mich


    zu erleichtern, weswegen ich das Fahrzeug am Rand anhielt und mich in


    ein nahes Gebüsch begab. Nachdem ich die Hosen heruntergelassen hatte, kam


    der Gegner und gab's mir von hinten mit dem Kipper.





    Das Pferd lief über die Fahrbahn, ohne sich vorschriftsmäßig zu vergewissern, ob die Straße frei ist!





    Um den Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte ich gegen den anderen


    Wagen.





    Die Polizisten, die den Unfall aufnahmen, bekamen von meiner Braut


    Alles gezeigt, was sie sehen wollten ...





    Das Glas ist kaputt, ich schicke Ihnen hier einen Splitter von der


    Scheibe mit, woran Sie sehen können, dass sie hin ist, denn sonst wäre sie noch unbeschädigt.





    Ich bin schwerkrank gewesen und zweimal fast gestorben. Da können Sie


    mir doch wenigstens das halbe Sterbegeld auszahlen.





    Da ich mit meinem Mann nicht mehr zusammenlebe, bitte ich Sie


    höflichst, Ihren zuständigen Vertreter vorbeizuschicken.





    Muss ich erst meinen Mann umbringen, bevor ich das Geld bekomme?





    Ich war an dem Unfall nicht schuld! Schuld war die junge Frau im


    Minirock. Wenn Sie ein Mann sind, ist jede weitere Erklärung überflüssig, wenn Sie aber eine Frau sind, verstehen Sie es sowieso nicht!

  2. #2
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

    muß unbedingt erweitert werden


    tage im Hühnerstall, in der Diskothek und unterm rambling gambling man.. wir warten, Frau Henne!

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

    Hallo henne


    Ein Fußgänger kam plötzlich vom Bürgersteig und verschwand dann wortlos unter meinem Wagen.

    das kenne ich aus einer Sammlung mit Behördenantworten. Ich liebe diese Sachen.

  4. #4
    Mutter des Hauses
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

    oh yes, it's the german way of life. but not my way. (try to translate and you will se..)

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: ausschnitte aus der korrespondenz mit meiner autoversicherung

    Ich halte diese Weltwahrnehmung für keineswegs deutsch, sondern für die eines umgedrehten Bürokraten. Und ist es nicht gerade bizarr, daß ausgerechnet die Partei, die am ehesten dem strammdeutschen Spektrum zugeordnet wird, sich am vehementesten gegen die Bürokratisierung wehren will? Ich glaube nicht an eine Verbindung von Paragraphenreiterei und nationalem Charakter, das ist eine Frage des Menschenschlages, den es in jedem Volk gibt, ungefähr so, wie es überall Nassauer, Legehennen oder Miesepröppel gibt.
    Diesen Text durchwebt ein sanfter Humor und ein kaum zu erkennender Formwille. Dieser Formwille zeigt sich in den retardierenden Momenten, die fein säuberlich an die Grundidee zurückgebunden sind, nämlich eine Ohnmach vor dem Unerschütterlichen eines wahnwitzig gewordenen Alltags. Tod, Autofahren, geschlechtliche Insuffizienz und der Mikrokosmos eines geplagten Kleinbürgers finden hier eine Durchmischung, die Bizarres erzeugt. Mir gefällt es, aber ich glaube nicht, daß sich ein Buch mit dieser Textsorte füllen ließe.

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