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Thema: Hyperfiction

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  1. #1
    kls
    Status: ungeklärt

    Post Hyperfiction

    Wenn die Netzliteratur am Ende ist, kann die Mailingliste Netzliteratur bloß noch historische oder nostalgische Diskussionen führen. Sie kann sich aber auch als ökonomische Interessensvertretung der Netzliteraten verstehen und versuchen, den bestehenden Projekten realistische Existenzchancen zu verschaffen.

    Natürlich ist es schöner über die Metaphysik des Hyperlinks zu diskutieren, aber die wahren Schlachten werden woanders geschlagen. Es ist an der Zeit, dass die Netzliteraturszene in Deutschland anfängt, personelle und technische Ressourcen zu bündeln und ein professionelles Fundraising zu betreiben.


    Kultur im Internet ist nicht zum Nulltarif zu haben. Ein Markt für Kultur existiert aber im Internet ebensowenig wie außerhalb. Die Kostenlos-Kultur im Internet hat die grundsätzliche menschliche Erfahrung, dass Kultur ein Luxus ist, den keiner bezahlen kann, zeitweise verdrängt. Nun, da einige Internetprojekte, wie z.B. Dichtung Digital Teile ihres Angebots kostenpflichtig machen, gelangt diese Erkenntnis langsam wieder ins Bewusstsein. Kultur ist nie kostendeckend und auf dem Unterhaltungsmarkt niemals konkurrenzfähig. Das bedeutet nichts anderes, als dass Dichtung Digital mit seinem Versuch, durch ein kostenpflichtiges Archiv kostendeckend zu arbeiten, scheitern wird. Die Zahl derjenigen, die bereit sind, zu zahlen, wird immer zu niedrig sein.


    Die Schere geht immer weiter auseinander: Gute Kulturprojekte im Internet sind nur durch einen Arbeitsaufwand zu realisieren, der mindestens einer Teilzeitbeschäftigung gleichkommt. Doch das Geld, um diese Halbtagskraft zu bezahlen, wird niemals durch die Leser hereinkommen. Dem unbezahlten Redakteur bleibt also nichts anderes übrig, als den Zeitaufwand, den er für sein Projekt aufwendet, zu reduzieren. Will man unter diesen Bedingungen kulturelle Projekte im Internet retten, gibt es nur zwei Auswege.


    Bündelung von Ressourcen; also Kostensenkung durch Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur oder Konzentration auf das Wesentliche. Dass heißt in letzter Konsequenz: weniger Projekte, die von mehreren Personen in ihrer Freizeit unentgeltlich gestemmt werden.


    Staatliche Förderung.


    Die Botschaft, dass Kultur im Internet nicht zum Nulltarif zu haben ist, muss endlich dort angekommen, wo die Kulturetats verwaltet werden. Bekanntlich muss man seine Stimme sehr erheben, um in den Provinzhauptstädten und in Berlin gehört zu werden. Ein Umdenken in den Kulturbürokratien ist daher nur vorstellbar, wenn die Botschaft, angeregt durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, auch von den klassischen Medien aufgegriffen und weitervermittelt wird.


    Offline-Woche
    Vorstellbar sind sicher viele Aktionen. Ich aber schlage eine Offline-Woche vor, an dem alle unentgeltlich arbeitenden Projektleiter, Autoren und Redakteuere in einem vernetzten Generalstreik ihr Angebot vom Netz nehmen, um gegen die Ungleichbehandlung von Offline- und Online-Kultur zu protestieren. Wenn lapidare Filmkomödien, Popfestivals, kommunale Theaterlandschaften und zahllose andere Kultur-Events mit Millionen gefördert werden, dann darf die Internetkultur nicht leer ausgehen, denn auch sie ist, wie jede Kultur ohne öffentliche Förderung nicht lebensfähig.


    Hier der entspr. Link:
    http://imail.iuveno-net.de 11580/Netzliteratur/Members/juh/Bilanz.html

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Hyperfiction

    Ist hanebüchener Unfug, Karlchen. Bündelung von Ressourcen in einem genuin künstlerischen Prozeß ist vielleicht für Malen nach Zahlen oder Kampfaufführungen der Werktätigen zum 1. Mai angemessen, nicht aber für den stets bemühten Einzelkämpfer im stillen Kämmerlein. Und machen wir uns nichts vor, die allermeisten (literarischen) Werke sind keineswegs das Produkt von Kollektiven. Falls eine Bündelung der Kräfte im administrativen Bereich gemeint sein sollte, so muß ich auch für diesen Bereich widersprechen. Hier gilt eher das Maß der Vielen als das Unisono im mafiösen Kulturbetrieb.

  3. #3
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    AW: Hyperfiction

    Das finde ich mal einen guten Denkansatz. Es geht halt nicht immer alles umsonst. Wir sollten alle über realistische Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Hyperfiction-Projekt

    Künstlerisches Konzept für das Audio-Hyperfiction-Projekt 2011 des Wolkenstein-Forums:
    Mit dem Web ergab sich die Möglichkeit, vernetzte Texte zu schreiben. Die Universität Magdeburg arbeitet an einer Neukonzeption, dies zu echter Audio-Hyperfiction-Interaktivität fortzuentwickeln:


    Eine Zusammenarbeit gäbe gute Synergieeffekte, da wir ein fertiges Textgerüst, bzw. ein fertiges Audio-Gerüst eingesprochener literarischer Texte liefern und mit Hilfe der Uni-Plattform das Know-How innovativer Verlinkungen auch von interaktiven Hör-Dateien Wirklichkeit werden lassen.
    Als ältestes Literaturforum, welches bereits seit 1998 mit Hyperfiction experimentiert, sind wir dazu prädestiniert. Die Universitätsplattform könnte daher problemlos unsere Textkörper nutzen.
    Die Kunststiftung kann sich an dem Projekt mit Erfolg beteiligen, da es sowohl an vorderster Front innovativer Textgestaltung Pionierarbeit leistet, als auch im Literarischen Magdeburg ins Zentrum einer Zukunftswelt stellt, die sehr viel mit den ältesten wie den neuesten Mythen zu tun hat.
    Zielvorstellung ist eine interaktive Einbindung des Lesers, der über das Anklicken von weiterverweisenden Links und hörverweisenden Tags selbständig durch die intertextuellen und interaudiellen Welten navigieren kann. Das psychologische Prinzip lautet: Der Leser/Hörer wird über semantische Leerstellen am Geschehen beteiligt. Es ist auch daran gedacht, ihn zum echten Mitspieler zu machen, da er seinerseits Dateien hochladen und weiterverlinken darf, sie einspricht oder mit anderem Material das Geschehen belebt.
    Das wird möglich durch die von audiogent entwickelte Weltneuheit der variablen Interaktivität, die es dem Leser/Hörer/Schreiber (Nutzer) ermöglicht, Geschehen in unterschiedlicher Intensität zu beeinflussen. Er könnte charakterliche Grundmuster schaffen (arrogantes oder demütiges Auftreten) oder präzise Anweisungen (z. B. gehe zur Tür und nimm das Paket entgegen) vorgeben und dadurch in die Handlung eingreifen. Der Verlauf der Geschichte wird aufgrund der Handlungen, die vom Nutzer gestaltet werden, angepasst. Er könnte sich aber auch zurücklehnen und die Geschichte erzählen lassen, die bisher von anderen erzählt worden ist, einen Zufallsgenerator einschalten und sich so die Geschichte jedesmal ein bißchen anders erzählen lassen. Allerdings ist das die Spielwiese von audiogent . Wir sind da eher literarisch interessiert, wollen durch vernetztes Schreiben neue Welten entstehen lassen. Es ergeben sich dennoch vielfältige Synergieeffekte, weil die von audiogent entwickelten Autorenwerkzeuge die der Zukunft sein werden.


    Das Endprodukt kann vielfältige Gesichter haben: ein Hörbuch, ein Computerspiel, ein interaktiver Film, eine Wikimedia-Welt, eine DVD oder eine einfache Homepage, ein einfacher Blog im Netz werden. Das verspricht gute ökonomische Wirkungen für Literatur in der Medienlandschaft der Zukunft, die allen google-Plänen einen Schritt voraus bleibt.
    Literarisch verspricht Audiohyperfiction die Möglichkeit, die Zeitgestaltung leseraktiv zu beeinflussen: der Leser, der nur die Essenz in Kürze sucht, kann am Hauptstrang der Struktur schnell in eine Textwelt eintauchen.
    Wird er durch weiterführende Links oder Tags gereizt, kann er praktisch zeitlich unbegrenzt in eine Gegenwart aus assoziativem Klang - und Raumkörper eintauchen, die ihn auch dazu verführen mag, sich dort selbst einzubringen. Diese Einbringungen wiederum werden für andere Leser sicht- und aktivierbar.
    Das Projekt zielt auf ein künstlerisches Produkt, das ständig wächst und sich stetig erneuert, quasi lebt.
    Die Vielzahl der Autoren und literarischen Schreibstile bietet eine Faszination für sich. Es ist ja so, daß Literatur immer schon grundsätzlich einen gewissen Voyeurismus bedient: den, in die Köpfe Fremder hineinsehen zu können, in ihre seelischen und intellektuell so ganz anderen Welten und Sichtweisen, in das Rätsel. Ob man nun in träumerisches oder explosives Gelände entführt werden will, in Idyllen oder Höllenszenarien, in psychologische oder pädagogische Tabubrechungen oder Wissensschulen - Literatur leistet hier, was Menschen lesen läßt, weil sie sich aus dem Geschriebenen in eigene gedankliche Welten weiterbewegen. Gerade der Leser, der in einer stillen Ecke nicht genug bekommen kann vom Eintauchen in fiktionale Welten, der sich aus dem Alltag hierhin verlieren möchte, dem kein 1000seitiger Roman dick genug ist, braucht verschiedene Autoren und Schreibstile.
    Hyperfiction nun bietet dies in ungeheuer potenziertem Maße. Das Angebot kann praktisch ins Grenzenlose erweitert werden, findet sich aber zugleich in nur einem Text und schützt vor Informationsüberflutung dadurch, daß der Haupttext auch ohne jedes Beiwerk verständlich bleibt.
    Zugleich verspricht Audiohyperfiction das Erschließen neuer Leserschichten für Literatur. Mediale Zöglinge von Fernsehen, Film, Multimedia-DVDs und PC-Spiel werden nicht mehr durch papierene Seiten eingeladen, sondern durch Fun.
    Ein nun bereits alter Spruch der Literaturwissenschaft besagt, daß der Text erst im Kopf des Lesers entsteht und fertiggestellt wird.
    Wir arbeiten hier an dem literarischen Medium der Zukunft. Hier bekommt der Leser auch technisch die Möglichkeit, seine eigenen Vorstellungen von Text zu realisieren, selbst zum Autor zu werden.
    Künstlerisch bedeutet das eine neue Offenheit der Texterstellung, ein Einspeisen von Anregendem in den gemeinsamen Pool der Interaktivität.
    Im kommunikationstheoretischen Kontext bedeutet das eine rasante Entwicklung der Literatur, ähnlich wie der Journalismus durch weltweites Blogging ein- und überholt wird.
    Auch die Sprachgrenze, sonst in der Literatur immer an die Muttersprache der Autoren geknebelt, füllt dank vernetzter Übersetzungsprogramme weg. Zwar sind diese noch nicht zu literarischem Tun befähigt, doch wird auch das visionär kommen und mit ihnen die Möglichkeit, gesprochenen Text vermittels optimierter Sprechausgaben in den gewünschten Sprachen vorlesen zu lassen. Das ist noch Zukunftsmusik, aber mit dem Medium Papierbuch nicht realisierbar. Unser Projekt steckt hier sozusagen im Stadium der literarischen Grundlagenforschung. Da die technischen Potenzierungen immer schneller werden, ist diese aber unbedingt nötig und die Magdeburger um audiogent und vom Wolkenstein-Forum spielen hierbei ganz vorne mit.
    Unser Textkörper steht künstlerisch einer großen Herausforderung gegenüber. Es gilt, die Spannung eines Ego-Shooters und einer trivialen Handlung aus archaischem Urgrund mit hochliterarischem Wortwerk so zu verbinden, daß Leser wie Spieler gleichermaßen fasziniert sind.
    Wir konnten das verwirklichen, da es durch Hypertext möglich ist, sich ständig zwischen den Bausteinen zu entscheiden und neue einzubringen. Die Freiheit des Lesers zwischen Passivität und Interaktionismus ist gewährleistet.
    Der Textkörper ist mit acht Welten mit 24 Szenen und acht Hauptprotagonisten klar und überschaubar. Darüber wabert für den, der das möchte und sucht, eine assoziative, berührende, archaische oder zeitgenössische oder aber auch vollkommen innovative Textwelt, die hörbar gemacht wird und an welcher er mitbauen kann.
    Wie in einem guten Roman sind alle drei literarischen Gattungen vertreten. Dramatisch theatrale dialogische Szenen neben Poesie und träumerisch verwegenen Miniaturen ebenso wie episch breite Erzählfelder. In ihrer überraschenden Vernetzung sind sie wie das Leben selbst.
    Künstlerisch neu und kennzeichnend für Hyperfiction ist Spannung durch permanente Überraschungen!
    Niemand weiß genau, was sich hinter dem nächsten Link verbirgt. Der Assoziationsabsprung ist ein Bungee-Sprung, er kann den Leser an seine Grenzen führen oder in einen Traum.
    Für den Autoren ist dies ein Abenteuer, eine Herausforderung, denn er wird hier keinem Muster folgen können, kann eben keinen Plan verwirklichen, sondern muß sich in einer Welt behaupten, künstlerisch behaupten. Oder er sucht sich eine kleine Nische, in der er als Inhäusiger werkelt. Den meisten Autoren wird allerdings verborgen bleiben, was ihre Leser neu zu ihrem Gewort schaffen. Diese Art literarischen Schreibens wirkt als perpetuum mobile , ein sich ständig selbst neu schreibendes Buch. Man kann es niemals auslesen! Dennoch steht einem auch das frei: man kann jederzeit aufhören und zum nächsten Audiohypertext greifen.

    Aspekt Spannung
    Film passiver Konsum
    Musikkonserve passiver Konsum
    Hörbuch blinder Konsum
    Interaktives Hörbuch Interaktion
    Computerspiel Interaktion
    Hyperfiction Aktivität

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hyperfiction

    Ich habe irgendwie grundlegende Probleme mit dem Strukturbaum, vielleicht liegt es auch daran, daß dieses Projekt so zäh in die Gänge kommt.
    Um beim Bild des Baum zu bleiben: die Autoren wurde zu früh und vollständig ausgewechselt, da wurde zu früh gepfropft. Ich weiß auch nicht, wie ein Leser seinen Weg da finden soll. Denn ein Weg ist vorgegeben, ob wir das wollen oder nicht.
    Mein Vorschlag (ich bin nicht für meine Geduld bekannt: wenn es nicht weitergeht, alles über den Haufen werfen, und zurück zum Anfang).
    Wer von den Autoren, die bis jetzt Texte eingereicht haben, ist denn noch dabei? aero? Daphne? Nadine?
    Ich würde jeden der "Stammautoren" in der ersten "Verzweigung" schreiben und seinen eigenen Ast entwickeln lassen. Damit der Leser schon im ersten Augenblick einen Einblick in die Vielfalt der Stile, Autoren und Themen bekommt. (mir fehlen bisher zum Beispiel Gedichte, Miniaturen, stilistische Experimente und Humor) Von jedem Text im "zweiten Level" ausgehend zwei Verzweigungen.


    Konkret: Wir (alle Autoren, die regelmäßig mitmachen wollen, alte und neue) gehen zurück zum Ausgangstext und "bewerben" uns hier um einzelne Links (damit wir keine dreizehn Beiträge zum Thema Argwohn und keinen zu Haare haben). Schicken die Texte an Howah. Wenn sie sie nehmen will, stellt sie sie hier rein, zusammen mit Vorschlägen für weitere Verzweigungen.
    Iodin sagt dann beispielsweise: Brennesseln sind klasse. Die übernehme ich. Und macht weiter. (okay von Howah)
    Doderer sagt: mit dem Stuhlbein kann ich nichts anfangen. Wie wäre es mit einem Link zum Thema: Sarong. (Okay von Howah)
    Oder auch: Lester schreibt: wenn it aus dem neongrünen Sonnenschirm einen pinken machen könnte, hätte ich ein Gedicht, das passt.... (okay von it und Howah)
    Und Howah schreibt einen Forumsautoren an, der zufällig einen guten Text zu einem passenden Link hier ins geschriebene Wort gestellt hat.
    Und dann sollten wir anfangen zu schreiben. Bisher weiß ich nämlich noch nicht genau, was mein Unterbewußtsein so auszuspucken bereit ist.
    Ich hasse zähe Projekte. Beim Ausmeißeln mittelalterlicher Kathedralen wäre ich nicht gut gewesen.

    Liebe Grüße,
    it

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    Post AW: Hyperfiction

    Der neue Anzug


    Er ist nun doch früher als vereinbart angekommen und drückt nach einigem Zögern den gelben Klingelknopf, über dem auf einem kleinen Messingschild zu lesen steht: "Adolf Bading Schneidermeister".
    Es dauert geraume Zeit, bis sich ein Fenster öffnet. So hat Jakob Muße, die in dem kleinen Schaukasten angepinnten alten Modezeichnungen zu betrachten. Einen Wintermantel sieht er da, für den stattlichen Herrn, mit wuchtigen Schulterpolstern und breitem Kragen, daneben einige Jacken und Kostüme. Gleichgültig geht sein Blick über die vergilbten Blätter. Drei Tage noch. Sein Magen zuckt.
    "Hallo", hört er schließlich eine Stimme aus dem Haus, das nahezu verdeckt steht, hinter dem herbstlich leuchtenden Blattwerk der Büsche und Bäume. Jakob ruft seinen Namen dagegen und wird hereingebeten.
    Der Eingang liegt an der Rückseite, und so geht er rasch um das Haus herum. Sein Blick fällt auf den von Winden überwucherten Drahtzaun an der Nordgrenze des Anwesens, auf ein kleines, mit einem Vorhängeschloss gesichertes Tor. Einige Meter hinter dem Zaun führen die Geleise der Bahnstrecke nach Rosenheim vorbei. Jenseits des geschotterten Dammes der Bahnstrecke zieht sich der Wald zur Heilanstalt hin. Die Bäume am Waldrand stehen eigenartig für sich, eine große Fähre mit schiefem Stamm, zwei hohe Buchen, eine alte Eiche, mehrere Kiefern mit wunderlich verwachsenen Kronen. Dahinter breitet sich die dunkle Monotonie der Fichten bis hinüber zu den ersten Gebäuden der Klinik. Und zur Grube. Dort drüben ist jetzt fast alles bereit.
    Die Frau des Schneidermeisters kommt ihm auf den letzten Metern entgegen. "Guten Tag, Herr Jakob, Sie sind reichlich früh dran", sagt sie in einem Tonfall, der ihm sorgsam unterdrückten Abscheu verrät. "Wir sitzen noch bei der Vesper."
    Ein pfauchendes Blasen fährt über ihnen aus dem Haus. Jakob schaut erschrocken auf. Im ersten Stock ragt ein gut zwei Meter langes Stück Rohr aus der Mauer. Dampf quillt aus ihm heraus, einige Tropfen kondensiertes Wasser rieseln herunter. "Das Abzugsrohr des Dampfbüglers", sagt die Meisterin, als sie seinen Blick bemerkt.
    Jakob wird von der Frau durch den niedrigen Hausgang und die große Küche in den Speiseraum geführt, ein Erkerzimmer mit drei Fenstern. Zwei davon gehen nach Norden hinaus, man erkennt den dunklen Waldrand durch die weißen Gardinen. Im Erker sitzen auf einer Eckbank, der Schneidermeister Bading mit zwei seiner Gesellen.
    Jakob kennt den älteren der beiden, den Altgesellen Schleh, einen kleinen, breitgesichtigen Mann in mittleren Jahren. In seinem gelocktem braunen Haar kringeln sich die ersten grauen Fäden. Ein ruhiger Mensch, schüchtern durch seinen Sprachfehler, fleißig und von großer körperlicher Kraft. Zentnersäcke hebt er wie nichts. Die schweren Ballen Uniformstoff, die ansonsten zwei Gesellen tragen müssen, schleppt er alleine vom Lager in die Werkstatt. Er lebt im Haus des Schneiders, quasi als Mitglied der Familie.
    Zwischen Schleh und dem Meister sitzt ein großer Mensch, noch keine zwanzig, breitschultrig, mit verknorpelten Augenbrauen und roten, knubbeligen Ohren. Die schweren Arme liegen zu beiden Seiten seines Tellers auf dem großen, runden Tisch. Auf dem rechten Arm bemerkt Jakob eine kleine Tätowierung. Die Männer kauen. Vor ihnen stehen dampfende Tassen mit Schokolade. Jakob sieht einen angeschnittenen Wecken Brot, das Einmachglas halbvoll mit Marmelade, eine Schale mit einem winzigen Rest Butter darauf, die große Kanne mit dem heißen Getränk. Er spürt plötzlich einen saugenden, schwächenden Hunger.
    "Grüß Gott, Herr Jakob. Wollen Sie auch eine Tasse?", sagt der alte Bading. Ein verbliebenes Büschel weißen Haares steht ihm hoch vom schmalen Kopf. Seine runde Brille gibt ihm ein unentwegt fröhliches Aussehen, obwohl auch er wenig zu lachen hat in diesen Zeiten.
    "Herr Jakob kommt wegen des Anzugs", sagt seine Frau streng. Sie ist an der Türe zur Küche stehengeblieben.
    Der alte Bading zuckt zusammen, er setzt die Tasse, die er bei seiner Einladung zum Mund führte, wieder ab. "Ich weiß", sagt er.
    Der baumlange junge Mann, schon im Sitzen geht er dem nun eng vor dem Tisch stehenden Jakob bis fast an die Brust, nimmt schweigend den Wecken zur Hand und schneidet sich einen mächtigen Kanten ab. "Das ist Waldemar Knöring, unser neuer Geselle", sagt der Schneidermeister, als er Jakobs prüfenden Blick bemerkt. "Er kommt aus Rosenheim. Waldemar boxt im dortigen Verein. Sie dürfen wieder boxen, seit zwei Monaten."
    Jakob betrachtet stumm die Tätowierung an Waldemars Arm. Ein kleiner Anker. Harmlos.
    "Und dann blutet er uns beim Zuschneiden am Montag wieder die Stoffe voll", sagt Frau Bading.
    "Das war doch nur einmal, weil ihm die Braue wieder aufgegangen ist, am Montag, nach seinem Kampf", antwortet der alte Bading beschwichtigend.
    Waldemar sagt nichts. Er hat das Brot inzwischen dick mit Marmelade bestrichen und beißt nun große Happen ab. "Wo er doch morgen wieder einen Kampf hat", sagt der Meister.
    "Übermorgen", sagt Waldemar kauend, "gegen einen starken Mann."
    "Dann schneidest Du am Montag nicht zu, sondern gehst an den Dampfbügler", sagt Frau Bading streng zu dem jungen Riesen.
    "Wollen Sie nun eine Tasse Kakao", fragt der alte Bading erneut.
    "Nein, danke", sagt Jakob. Er bemerkt jetzt, daß Schleh einen Arm verbunden hat. "Was ist denn da passiert", fragt er und weist mit seinem Kinn auf den Arm des Gesellen.
    "Er hat sich vorhin am Dampfbügler verbrannt", sagt der Schneidermeister.
    Schleh versucht, seinen verletzten Arm unter dem Tisch zu verbergen. "Ist nicht so schlimm", sagt er.
    Draußen dröhnt und keucht ein Zug vorbei nach Osten, eine lange, von zwei schwarzen Lokomotiven gezogene Reihe grüner Waggons.
    "Der Orientexpress!" Bading hebt die Stimme, um den ins Zimmer brandenden Lärm zu übertönten. "Mit Kurs nach Rosenheim und weiter, auf den Balkan und immer weiter bis hinunter nach Istanbul." Er schaut sehnsüchtig hinaus, auf die in den Wald verwehenden Schwaden. Dann starrt er in seine Tasse.
    "Du solltest Herrn Jakob jetzt den Anzug probieren lassen", sagt seine Frau grimmig.
    Bading steht auf. "Er hängt oben, in der Werkstatt", sagt er. Auch die Gesellen erheben sich.
    Jakob folgt dem Schneidermeister in den ersten Stock. Hinter ihm stampft Waldemar schwer die Treppen hoch.
    In der Werkstatt deutet der Schneider auf einen Bügel. Die mit groben Stichen zusammengefügte, bräunlichschwarze Jacke hängt darüber. Auf dem Tisch daneben liegt die fast fertige Hose. Nur die Knöpfe am Hosenschlitz fehlen noch.
    "Ich hab altes Fahnentuch für den Anzug genommen", sagt der Meister.
    "Wie passend", sagt Jakob.
    "Es ist wie ein letztes Anspucken", sagt Bading heftig, "doch wir hatten keinen anderen Stoff."
    "Sie haben es verdient", sagt Jakob.
    Bading antwortet nicht. Seine Hand führt langsam über die Jacke.
    "Meine Frau hat den Stoff vorgestern gefärbt. Das Tuch kann kratzen. Aber es ist ja nur für das eine Mal", sagt er
    "Hoffentlich", sagt Jakob.
    Der alte Bading blickt erschrocken auf. "Glauben Sie, es wird es wird noch eine geben?"
    "Weiß ich nicht", sagt Jakob, "ich bekam meine Order nur für diesen Montag."
    "Wir müssen heute nur die Jacke anprobieren. Die Hose paßt ja." Bading nimmt das Kleidungsstück vorsichtig vom Bügel und hält es Jakob weit geöffnet entgegen.
    Jakob dreht sich um und führt, vorsichtig, um die provisorischen Nähte nicht zu zerreißen, mit den Händen in die Ärmel. "Wird bis morgen alles fertig?", fragt er.
    Auch Schleh ist inzwischen in die Werkstatt gekommen und an den Dampfbügler getreten. Er nimmt eine Uniformhose von einem großen Haufen gleichartiger Hosen, legt sie auf das blanke Metall und klappt die obere Bügelfläche herunter. Es zischt leise, Dampf quillt zwischen den blanken Metallplatten hervor, es riecht streng nach feuchtem Stoff. Der junge Knöring hat sich an der Werkbank beim Fenster einen dicken Stapel Tuch genommen und schneidet mit einer riesigen Schere die aufgezeichneten Kreidelinien nach.
    Bading tritt prüfend vor Jakob hin und zieht in kleinen Rucken das Jackett zurecht. Jakob, um der plötzlichen Nähe von Badings Gesicht auszuweichen, schaut hinüber zum Fenster. Draußen werden die Schatten lang
    "Für wann ist der Termin angesetzt?", fragt der Schniedermeister. Er hat eine blaue Kreide genommen, hebt Jakobs Arm und zieht Linien zwischen Brust und Achsel.
    "Montag um sieben Uhr. Das Gerüst ist bereits fertig. Ich war gerade drüben. An der Grube", antwortet Jakob.
    "In drei Tagen schon", murmelt Bading leise in sich hinein.
    "Der Anzug braucht nicht perfekt zu sitzen", sagt Jakob. "Man wird keinen Blick für eventuelle Falten haben." Er schweigt. Alle schweigen.
    "Ich weiß", sagt endlich der alte Bading. Er schaut starr auf Jakobs Brust. "Wichtig ist eigentlich nur, daß der Anzug rechtzeitig fertig wird. Doch ich kann nun einmal nicht aus meiner Haut. Selbst in diesem Fall nicht. Was ich mache, muß sitzen."
    "Ich brauche noch zwei Assistenten", sagt Jakob, nun beide Arme nach Weisung des Schneiders erhoben. "Der Militärgouverneur hat mir freie Hand gegeben. Alles muß von uns Ortsansässigen vollzogen werden. Kein Soldat wird Hand anlegen. Ich dachte da an ihre beiden Gesellen. Kräftige Leute, falls einer sich sträuben sollte. Es gäbe auch Extrarationen hinterher."
    Bading antwortet lange nicht. "Das müssen Sie mit den beiden ausmachen", sagt er schließlich. Er spricht jetzt undeutlich, mit einer Reihe von Nadeln zwischen den Zähnen. Er steckt damit Korrekturen am Rücken ab.
    "Eine Weigerung würde wahrscheinlich Gefängnis bedeuten", sagt Jakob, halb über die Schulter zum Meister hin, halb zu den Gesellen.
    "Das können Sie den beiden doch nicht zumuten. Schließlich ist ein früherer Geselle dabei", sagt der Meister. Er kniet sich hinter Jakob hin und nestelt am unteren Saum des Jacketts.
    "Ich werd's mir überlegen", sagt Jakob
    "Außerdem, was, wenn der Waldemar mit einem blauen Auge zurückkommt von seinem Kampf? Er kann sich doch da nicht mit einem zerschlagenen Gesicht raufstellen. Das wäre würdelos. Sonst könnten Sie ihre Aufgabe ja auch in alten Hosen und einem Regenmatel erledigen."
    "Ich sagte bereits, ich überlege es mir", erwidert Jakob barsch.
    "Mach doch mal Licht", schnauzt Bading den Altgesellen an. "Ich sehe gar nicht mehr, was ich da abstecke."
    Schleh geht schweigend zur Türe und schaltet das Licht ein. Hell flutet es über die Werkbänke und Nähmaschinen. Er schaut Jakob an. "Mit meinem Arm wäre ich keine Hilfe. Ich kann kaum greifen damit", sagt er.
    "Ich werde sehen, ob ich, statt euch beide, zwei geeignete Pfleger aus der Anstalt verpflichten kann", sagt Jakob. "Es ist vielleicht auch besser, wenn niemand die Brandwunde sieht. Man könnte sonst auf Gedanken kommen."
    "Da war keine Tätowierung, wenn Sie das meinen", nuschelt Schleh. "Es ist nur eine Brandblase. Hier vom Bügler."
    "Wir sind fertig", sagt Bading, er atmet tief aus dabei. "Sie dürfen die Jacke jetzt ausziehen. Morgen früh können sie den Anzug abholen."
    "Wann genau?", fragt Jakob.
    "Um zehn Uhr", antwortet Bading. Er hängt die Jacke wieder auf den Bügel.
    Jakob verabschiedet sich. Sein Gruß wird von vagem Gemurmle erwidert. Keiner der Männer sieht von seiner Arbeit auf. Er steigt die Treppe hinunter, durchquert den kleinen Vorbau und geht ums Haus. Zehn Uhr. Dann hat er vorher noch Zeit, drüben an der Grube zu schauen, ob die Seile und der Sandsack geliefert wurden, für die Erprobung der Falltüre.
    Draußen ist es Abend geworden. Das Firmament wölbt sich unglaublich hoch und klar und wird im Westen von den letzten Strahlen der untergegangenen Sonne verwandelt. Purpurn leuchtet der Himmel im Westen. Wolkenbänder hängen, wie aus Blei gegossen, im Zenit. Jakob geht ums Haus, zurück zur Straße. Durch die Stille röchelt das Abrohr des Dampfbüglers.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Adams Hände

    Vorgabe: (Eine vierte wäre möglich: Eva spannt Adam Lilith aus, legt los mit Sex und Kinderlein, und Lilith wird aus Wut - ein neuer Mann ist nicht greifbar - zum Dämon. Ein Gleichnis der "hochgeistigen" Frau, der eine "animalische" den Kerl ausspannt, indem sie ihn zum Vater macht.)


    aus: Adams Hände


    Lillian = Hüften


    Chicago, 1953




    Das Erbrechen kam schnell und ließ sie bleich und verschwitzt auf den grünlichen Kacheln des Badezimmers zurück.
    Sie lehnte ihre Stirn gegen das weiße Porzellan und fühlte, wie die Kälte durch ihre Schienbeine kroch. Ausgestülpt.
    Es war keine Überraschung gewesen. Nur die banale Brutalität einer gelblich-braun verschmierten Binde am Fußende ihres Bettes. Seines Bettes.
    Sie ging die Treppe hinunter mit der Behutsamkeit eines langjährigen Trinkers. Setzte sich auf die Couch, ohne sich die Mühe zu machen, das Licht anzuschalten. Jeden optischen Eindruck hätte sie als unwillkommene Ablenkung empfunden. Dann saß sie still und starrte in den dunklen Raum.
    In ihrem Kopf waren keine Gedanken, eher ein tiefer, lang anhaltender Ton. Ihr Puls war flach und schnell, sie hatte ihn gefühlt, ohne sich dessen bewußt zu sein. Kalter Schweiß, die Haut wird blaß sein und die Lippen bläulich. Schock, dachte sie, ich befinde mich im Schock. Die Reaktion meiner Pupillen ist verlangsamt.
    Aber sie hatte nicht die Energie, aufzustehen und einen Spiegel zu suchen, um sich Gewißheit zu verschaffen. Ich sollte die Beine hochlegen, es ist kein schlechter Tod, dachte sie, noch ist mir nicht kalt, aber meine Augen brennen. Warum auch nicht.
    Das Schluchzen kam erst später, Tränen nie.


    "Wer ist sie?" Nur sein Atmen verriet ihr, da? die Verbindung noch stand. So lang war sein Schweigen.
    Wie eine Ratte im Institut, dachte er, ausgebreitet auf weißem Marmor. Die gleiche Stimme.
    "Evelyn Liebknecht." Seine Worte hatten keinen Klang.
    Sie brauchte einen Augenblick, um sich das passende Gesicht ins Gedächtnis zu rufen. "Viertes Semester, Biologie und Chemie? Der Calvin-Zyklus?"
    "Sie ist schwanger, Lilli." Draußen fuhr ein Auto vorbei. Sie konnte die Musik in seinem Radio hören, Bess, you is my woman now. Gershwin. Ich werde nie wieder Gershwin hören, ohne daran zu denken, dachte sie. Ich habe Gershwin geliebt.
    "Es tut mir leid."


    Es waren ihre Hände, nicht der Schmerz. Die Hände, die so unkontrollierbar zitterten, ich habe das bei Parkinson-Patienten im Endstadium gesehen, dachte sie, mein Gott, so fühlt es sich an. Wer zwingt ihnen diesen Willen auf. Ich habe sie seziert und es nicht begriffen.
    Das Wimmern. Bin das ich? Ich löse mich auf.
    Sie hielt die Hände unter den Achseln versteckt, wiegend.




    Ich werde nicht Nichts sein. Nicht für ein paar breitere Hüften. Ich werde diesen Geist nicht zersetzen lassen durch junges Fleisch.


    Als das Zittern vorüber war, ersetzte sie die Stille durch Brahms. Symphonie N0. 1 c-moll op.68.
    "Du bist der Beweis, daß man sein Leben denken kann", hatte er gesagt.
    Aber heißt Denken weniger Fühlen, Evelyn mit Ypsilon? Kannst Du in Deinem trächtigen Glück verstehen, was diese Musik Dir sagen will? Wenn Du noch nicht mal den Calvin-Zyklus begreifst? Kannst Du es?
    Diesen Mut, einen solchen Anfang zu wagen, der keine Steigerung kennt.
    Diese poetische Wucht.
    Du wirst diese Musik nie wieder hören, Adam, dachte sie. Du hast sie nie begriffen. Ersetze sie. Ersetze sie durch Gute-Nacht-Lieder. Gib sie hin für einen feuchten Glanz in ihren Augen und sieh zu, wie Du gl?cklich wirst.
    Glaubst Du wirklich, Du w?rdest Dich nicht langweilen zwischen ihren Schenkeln, wenn die erste Geilheit sich legt?
    Wie klein Du bist. Sie lachte, den Kopf zu weit in den Nacken gelegt.
    Auch ihren Blick hätte sie diagnostizieren können: bipolare affektive Störung.
    Ein manischer Schub.
    Jetzt, da er von ihrem eigenen Körper Besitz ergriffen hatte, hätte sie ihm andere Namen geben können, ältere.




    Dann ging sie nach oben, um ihren Koffer zu packen. Ihre Schritte fühlten sich steif und ungelenk an, als laufe sie auf trügerischem Grund. Sogar die einfachsten Dinge hatten ihre Selbstverständlichkeit verloren. Eine Implosion, dachte sie, die Zerstörung nach innen gerichtet.
    Mit welchem Recht.
    Ich bin allein im Haus Deiner Mutter. Alles, was Dich hält auf der Welt, außer Deinem Atem und einem Job, dessen Höhepunkt Du überschritten hast, alles ist hier. Deine Photos als Staffelsieger im Einer-Kanu. Deine Urkunden. Die gebürsteten Chinzkissen. Du hast diese Streifen geliebt, wenn Edna sie frisch gebürstet hatte, nicht ich. Dich vorsichtig auf den anderen Sessel gesetzt und die Kissen angesehen. Das war Deine Sicherheit. Sie riechen nach Deinen Zigarren und Staub.
    Sie sind so schutzlos, wie ich es war.
    Ich könnte sie Dir nehmen. Aber ich lasse Dir ihren Verfall. Soll das Baby darauf kotzen.


    Der Koffer, den sie nach unten trug, war leer.
    Nicht Menschen, nicht Dinge.


    Assoziationen: Puls und Streifen.
    Und eine dritte mögliche Vorgabe: hat jemand Lust, die Geschichte aus der Sicht eines Adams zu schreiben - verheiratet und schwangere Freundin, in egal welchem Stil oder Kontext, mit welchem Link auch immer?


    Liebe Grüße, it

  8. #8
    howah
    Status: ungeklärt

    AW: Hyperfiction

    Liebe It,
    die Asso-Wörter brauchen wir, weil diese Hyperfiction eben nun einmal so angelegt ist.
    Aber das können wir auch ?ndern, und jeder schreibt auf ein Wort, das ihm gefällt - aber wozu brauchen wir dann überhaupt Assoziationen, bzw. überhaupt eine Hyperfiction?

    Heute kam "Lilian" noch einmal per Mail. Ohne einen Hinweis auf geänderte Stellen, aber wieder mit dem blutigen Lappen. Auch wenn Du bei "Eltern" festgestellt hast., es gebe bei Schwangerschaften Zwischenblutungen, das greift einfach nicht. Meist - ich habe eine "Eltern"-Redakteurin gefragt - gibt's dann eine Fehlgeburt, wenn dabei ein "blutiger Lappen" mengenmäßig herauskommt, es also über ein paar Tröpfchen geht.


    Doch zum Procedere: Du hast mir erst Deine Geschichte geschickt und gewünscht, dass ich sie ins Forum stelle; das war mir eigentlich nicht recht, aber ich wollte es Dir zu Gefallen halt dann so machen. Wir besprachen Änderungen, ich habe Deinen Beitrag redigiert und zum Posten fertig gemacht. Aber da hattest Du schon einen neuen Ordner mit "Lilian" eröffnet. Und heute, s.o., kommt sie wieder per Mail...


    Wie gesagt, das kann ich nicht leisten, da bin ich echt überfordert. Es bleibt dabei:


    Ein für H. angebotener Beitrag wird in den Arbeitsordner und zur Diskussion gestellt. Ich füge meine Vorschläge, da es mit den üblichen Markierungen nicht klappt, mit Kursivschrift ein, andere Vorschläge werden per "Antwort" gemacht. Schließlich macht der Autor aus dem Ganzen den fertigen Beitrag, der in den H.II-Vorordner gestellt wird. Basta. Nicht ganz, wenn der Autor noch schwerwiedende Änderungen später vornehmen will, können wir das Ganze wieder aus Vor- oder Gesamttext-Ornder rausholen, und das Ganze nochmals anfangen.


    Jedenfalls, weil Du zu Recht meinst, dass Manches auch mal etwas "abhängen" muss, bleibt der Beitrag im Arbeitsordner, bis der Autor ihn verlegt!


    Ich eröffne jetzt einen ArbeitsordnerII, nachdem aero nicht reagiert, und bitte Dich, die Mail-Fassung dort hineinzustellen.


    Ganz schöne Sonntagsgrüße, Howah

  9. #9
    howah
    Status: ungeklärt

    AW: Hyperfiction

    Offensichtlich ist es notwendig, mich post mortem noch des penetranten Vorwurfes des "Chaos" zu erwehren, den It schon refrainartig in jeder Zuschrift singt:


    1. Ganz prinzipiell ist eine H. im Gegensatz zu einem Buch (lineare Literatur) "chaotisch"; das ist der Witz daran. Der Leser wird nicht von Seite zu Seite geführt. Er linkt sich nach eigenem Gusto durch, lässt sich überraschen. .
    2. Das "Chaos" wird durch eine bestimmte Formatierung gebändigt, überschaubar gemacht. Diese stand mir nicht zu Verfügung; hätte ich sie eines Tages bekommen, wäre es für mich ein Leichtes gewesen, die vorhandene H. darin einzu"Ordnen"(!).
    3. Zur Übersicht habe ich einen provisorischen Strukturbaum gemacht, der jeweils zweierlei Verbindungen aufzeigte. It und aero wollen nun einen anderen Strukturbaum machen und haben außerdem die Texte in Haupt- und Untertexte aufgeteilt Das geht auf die Kapitelaufteilung eines Buches zu, und hat nichts mehr mit H. zu tun. It bemängelte, dass keine Autorenangaben im Strukturbaum aufschienen: er war, wie gesagt, provisorisch. In der Endform hätte es selbstverständlich auch eine Liste der Beiträge mit Autoren gegeben - genau gesagt gab es die immer, die aktuelle habe ich Doderer zukommen lassen. Dass im "Gesamttext" die Autorennamen fehlen, ist nicht meine Sache, ich habe diesen Ordner nicht gemacht und konnte darin nicht redigieren.
    4. Eine H., schließlich, muss immer als Versuch entstehen, will man nicht vorhandene einfach kopieren. Wenn der Versuchscharakter schon zu Anfang - diese H. hat 14 - VIERZEHN! - Beiträge in die von It gewünschte Ordnung presst, geht der Versuchscharakter verloren.


    Liebe It, ich bin keinesfalls für eine Weile mit mir selbst beschäftigt, wie Du glaubtest feststellen zu müssen, ich übergebe. Mache jetzt mal die Ordnung, die Du Dir vorstellst - wie die ausschauen soll, hast Du ja leider nie definiert. Howah

  10. #10
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Hyperfiction

    Zusatz: Zu den Haupt- und Untertexten gesellen sich querschießende Verbindungen, die dann Deiner Vorstellung von H. - übrigens mit meiner kompatibel - nahekommt.


    Der bislang aufgezeigte Strukturbaum entspricht, vage, der Dichotomie unseres Denkens. Leider kann ich nicht sonderlich vernetzt denken, muß mich immer mühsam von Strukturast zu Strukturast hangeln, also benötige ich eine beiterminierte Referenz. Diese ist jetzt gegeben. Was allerdings auch nicht heißen mag, daß der Baum vollständig oder für andere zufriedenstellend sein kann.


    Aber ich bin ja nicht der Einzige, der hier schreibt und denkt, oda (um den Gefiederten zu zitieren)?

  11. #11
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    AW: Hyperfiction

    Howah, ich muß mich entschuldigen. Meine Bemerkungen waren nie als persönliche Kritik an Dir gedacht (wobei ich es, nach genauerem Nachdenken, verstehen kann, daß Du sie als solche auffasst).
    War aber so nicht gedacht, und es tut mir leid.
    Alles, woran mir lag, waren die "Bälle". Die werde ich jetzt ausdrucken und mir an die Wand hängen, und dann zusehen, daß daraus Texte werden, mehr nicht.
    Ansonsten werde ich meinen Mund halten.
    Nochmal: entschuldigung. it

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hyperfiction

    hallo mitwirkende,


    anbei die von Howah erstellte Liste
    Themen und Autoren


    1. Markt: Howah
    2. Spiegel: aero
    3. Argwohn: aero
    4. Markt: Schwarzes Pferd
    5. Clowns: Howah
    6. Koffer: aero
    7. Eitelkeit: aero
    8. Adams Hände: Howah
    9. Lillian: It
    10. Haar: aero
    11. Wilgefortins: aero
    12. Schwabenmärchen: Daphne
    13. De ludo daemonum: aero
    14. Der neue Anzug: Doderer

  13. #13
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    Post Lüge

    Zu Stichwort: Lüge (aus Eitelkeit)


    Der Heiratsantrag


    "Okay." Sagt Anne. "Und eines Tages wirst Du mich begraben. Oder andersrum. Eher andersrum. Statistisch gesehen."
    Julian kann spüren, wie sein Kinn nach unten sackt. "Wie bitte?"
    "Na ja." Sagt Anne, und ist einen Augenblick lang verwirrt über seine Verständnislosigkeit. "Wenn das so läuft. Man trifft einen Menschen. Bleibt zusammen, aus Liebe oder Gewohnheit, weil Menschen eben Menschen brauchen. Keine Lüge, einfach ein menschliches Bedürfnis. Ein paar Kinder noch, vielleicht."
    Sie nimmt einen Schluck Wasser, ohne darauf zu achten, daß ihr Lippenstift am Glas kleben bleibt.
    "Selbst wenn wir den Rest vergessen, Scheidungen, Einsamkeit. Selbst wenn wir annehmen, daß wir anders sind. Die große Liebe. Glück." ihre Schultern zucken. "Und wenn alles perfekt läuft in deinem Leben, dann ist das Beste, was du erwarten kannst, mich zu begraben." Sie schweigt einen Augenblick und denkt an den Rücken ihrer Mutter, die hinter dem Sargträger/Friedhofsbeamten läuft. Die Schuppen auf seinen Schultern, das Gesicht um einen neutralen Ausdruck bemüht, obwohl die Zähne noch am letzten Bissen kauen. Er riecht nach Leberwurst.
    In seinen Händen trägt er die Urne mit der Asche ihres Vaters.
    "Du machst mein Bett. Wäscht meine letzte Wäsche im Wäschekorb. Den letzten Ausfluß in meiner Unterhose. Vielleicht stellst Du die Möbel um, oder räumst endlich die Kristallgläser meiner Mutter aus der Vitrine. Ersetzt sie durch deine Pokale vom Surfen. Oder auch nicht. Dann lebst du mir zuliebe mit Dingen, die du schon immer gehaßt hast, und denkst an mich."
    Sie lehnt sich zurück und schweigt. Ihre Augen sind leer.
    "Bis daß er Tod uns scheidet. Genau das haben die damit gemeint."
    Zwischen ihren Händen dreht sie das Glas. Bis zum Handballen. Zu den Fingerspitzen. Und zurück.


    (Assoziationsvorschläge: Asche / Leberwurst)



    [Diese Nachricht wurde von it am 21. November 2000 editiert.]

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Rimkus, der LAUsitzer

    Stichwort HILFE


    Rimkus war ein Wandersmann aus einem kleinen Nest. Sein Weg trieb ihn durch die Welt, erst auf den Landstraßen um sein Heimatdorf, dann zog er größere Kreise, schließlich fand er den Weg nicht mehr nach Hause und beschloß - mehr aus einer Not heraus - nicht wieder zurückzugehen in die Gemeinschaft seines Dorfes. Aber das schlechte Gewissen blieb.
    Und so kam er bis in die Sichtweite einer großen Stadt. Dort nächtigte er unter einer Eiche. Am Morgen, kurz nach einem erfrischenden Trunk aus dem Flachmann, blickte er durch die Äste in die aufgehende Sonne und hatte plötzlich das Gefühl, daß der Baum kippte. Also lockerte er den Boden rings um die Eiche und wußte auch einige stabile Äste von anderen umstehenden Bäumen so hinzustellen, daß der Baum gestützt wurde.
    Dabei wurde er beobachtet. Eine Hamadryade stand vor dem schnaufenden Rimkus und bedankte sich für die Tat. Sie wäre verloren gewesen, denn ihr wurde gesagt, daß sie mit dem Baum zusammen sterben müsse. Also hatte Rimkus einen Wunsch frei. Das ging dem langsam tickenden Lausitzer zu schnell. Er sann nicht lange nach, sondern beschaute sich die schöne Hamadryade.
    "Ich will mit dir schlafen", sagte er.
    "Was? Mehr nicht? - Wie du willst, aber du darfst dann nie wieder mit einer anderen schlafen", antwortete die Hamadryade sofort.
    Rimkus dachte nach. Er konnte sich nicht mehr erinnern, wann er das letzte Mal mit einer Frau zusammengelegen hatte. Also willigte er ein.
    Sie verbrachten die nächsten Tage miteinander, bis Rimkus weiterziehen mußte, die Hamadryade aber in ihrem Baum blieb.
    Das Erlebnis veränderte den Lausitzer. Er wurde offener und neugieriger und lebte nicht mehr nur für sich allein. Und so kam es, wie es kommen mußte. Er konnte sich an das Versprechen nicht halten.
    Die Hamadryade hatte aber eine Biene losgeschickt, die von Rimkus' Treue berichten sollte. Das konnte die nicht tun.
    Und wie es dann so in der Natur der Hamadryaden liegt, die nicht nur belohnen, sondern auch bestrafen können, so bestrafte sie Rimkus damit, daß er keine Nachkommen hatte. Was der aber nicht wußte, daß er bestraft ward.


    keine neuen Wörter aus diesem Text: dieser sollte eine Sackgasse sein

  15. #15
    howah
    Status: ungeklärt

    AW: Hyperfiction

    It, ich gratuliere Dir - ich war mir sicher, dass Du es schaffst, auch wenn's fast so lange dauert wie bei Amerikaners! Nun übt Euch aber bitte nicht in falscher Pietät (ich bin ja auch noch nicht tot), sondern nehmt bitte meine Signatur aus dem Titel raus.
    Grüße und gutes Gelingen Euch beiden, Howah

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hyperfiction

    Hallo aero, schön, daß Du Dich meldest. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben.

    1) Verbesserungsvorschläge für den Heiratsantrag?
    2) was machen wir mit der Sammlerin (steht im Augenblick noch im anderen Forum.) Ich habe geändert und weitergeschrieben, was mir noch einfiel. Sehr viel mehr Spielraum ist nicht drin. Knicken?

    "ich habe die Geschichte schon, muß nur noch das passende Wort raussuchen.
    Ist das richtig so?"
    Eigentlich wohl nicht unbedingt. Grundidee war ja, daß wir uns INSPIRIEREN lassen von anderen Texten. Wobei wir etwas schummeln wollten, um die HF mit guten alten Texten aufzufüllen.- Und ich hatte den Vorschlag gemacht, zur Not auch eigene Assoziationswörter zu suchen - wenn Du beispielsweise sagst: verdammt, warum Leberwurst. Ich hätte so gerne was zu Fingerspitzen geschrieben. Aber, mien Gott, wir können gerade eh nicht wählerisch sein.
    HILFE habe ich unter den Assoziationswörtern nicht gefunden, stellst Du die aktualisiert nochmal rein?

    Zu Deinem Text:
    Die Länge und Grundidee finde ich gut - der Betrogene Betrüger, der nicht merkt, daß er dafür bezalen mußte, womit sich die Bestrafung erübrigt - aber Du brauchst lang, um reinzukommen (warum thematisierst Du sein Dorf im ersten Absatz, danach die Stadt? Der Hinweis Wanderer - er konnte sich nicht mehr erinnern, wann... hätte seine Entwurzelung genügend illustriert).
    Nächtigte, Trunk, wußte...hinzustellen - ist das Brokat? Oder Plüsch?
    (den John Lennon - Text fand ich schön. Da entstand das Gefühl im Leser, ohne von Dir vorgegeben worden zu sein, ganz flach und lakonisch. Du stellst Du manchmal selbst ein Bein)
    Ihr wurde gesagt - oder war gesagt worden?
    Der Grund für die Änderung in seinem Lebensstil wird mir nicht klar, schön wäre es, wenn sie nochmal aufgegriffen würde - sie hatte seine Neugier geweckt, oder etwas von ihrem Zauber etc pp. - dann wäre sein Betrug und die darauffolgende Strafe - systemimmanent.
    jetzt Kaffee.

    it

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    Post "Time" von Pink Floyd

    das hier ist meine Übersetzung von "time" von pink floyd.. man könnte es zu "lebensuhr" linken im Schwabenmärchen.


    Grau der Tag so tickt die Uhr die Stunden fort
    die du zerknittert und verschwendet hast mit leichter Hand
    du läufst herum auf einem Stückchen Land in deinem Heimatort
    und nichts geschieht; und niemand nimmt dich bei der Hand


    wenn du vom Sonnenbaden müde bist gehst du nach Haus und siehst dem Regen zu
    denn du bist jung das Leben lang und Zeit hast du den ganzen Tagesfluß
    und eines Tages findest du - zehn Jahre sind gelebt im Nu
    und keiner sagte, wann du rennen mußt und du hast überhört den Schuß


    du rennst und rennst die Sonne, die am Abend glänzt
    noch einzuholen just bevor sie untergeht
    und hinter dir noch einmal ihre Runde dreht -
    die Sonne ist noch gleich, zumindest im Vergleich, doch du älter -
    schwitzend und schlapp, und einen Tag näher am Grab


    Jedes Jahr wird kurz und kürzer, niemals findest du noch Zeit
    Pläne führten gar nicht oder nur zwei Kritzelseiten weit
    In verschwiegener Verzweiflung zu verharren ist die englische Natur
    Die Zeit ist um, das Lied vorbei, doch etwas fehlt - was war es nur?




    aber gehen Übersetzungen überhaupt? ist lyrik ok? ich will mich jetzt daranmachen, was zur hyperfiction zu schreiben, aber ein prosatext auf dem niveau traue ich mir nicht zu, lyrik hingegen schon.


    [Diese Nachricht wurde von iodin am 26. November 2000 editiert.]

  18. #18
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Post "Time" von Pink Floyd

    zwei Textteile gefallen mir nicht:

    • und keiner sagte, wann du rennen mußt und du hast überhört den Schuß und
    • In verschwiegener Verzweiflung zu verharren ist die englische Natur




    Ich weiß nicht, wie Howah die Sache sieht, aber ich hätte gegen Lyrik, auch Übersetzungen in der Hyperfiction nichts einzuwenden.

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder
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    Post "Time" von Pink Floyd

    ja, mit der ersten kritisierten zeile bin ich auch nicht ganz glücklich, da lasse ich mir noch was einfallen.
    die andere ist zwar umständlich, aber ich fand das gerade da irgendwie passend...


    ansonsten dachte ich, ich könnte vielleicht zu einzelnen begriffen gedichte als kurze anmerkungen, 'umkreisungen' schreiben, die man dann als sackgassen lässt.. wie wär's? ich lass mir mal ein beispiel einfallen.

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Vampir

    Hallo iodin,
    ich habe leider länger hier nicht reingesehen. Lyrik ist auf jeden Fall nicht nur okay, sondern sehr gefragt - und nicht nur als Sackgasse. Genauso wie Miniaturen.
    Übersetzungen? Weiß ich nicht. Gibt es da zum Einen nicht juristische Fragen - und zum Anderen müßte man es schon als Übersetzung kennzeichnen (sonst kommt der Vorwurf, der Text wäre geklaut) und nachsehen, was für Übersetzungen überhaupt auf dem Markt sind..
    Nu ja.
    Was Howah angeht haben wir im Augenblick keinen Koordinator. Könnte da mal jemand vom Verlag anrufen (ihr könnt auch schwere Repressalien gegen it in Aussicht stellen - zum Beispiel den Entzug der noch ausstehenden Privilegien - ein halbes Milchbrötchen und eine Flasche Hagebuttenwein, soviel ich weiß)
    (Assoziation: Sterben oder Kirche, aus de ludo daemonum, ich wollte mal eine etwas andere Richtung)

    Vampir

    "Ich bekenne, ich habe gesündigt...."
    "Vater, vergib mir... "
    Sie weben einen feinen Teppich aus Sorgen in sein Ohr, Jahr für Jahr; er reicht bis zum Horizont.
    Die junge Frau in der Dunkelheit, Multiple Sklerose, zwei Kinder und keinen Mann. Es gibt nicht viel, was er sagen könnte, und trotzdem erhebt sie sich getröstet.
    Er hört ihre Schritte im Kreuzgang verhallen. Die Kälte reicht bis in sein Mark, die rechte Hand ist fast taub davon.
    Mit dumpfem Hallen fällt das Hauptportal ins Schloß, der Schall breitet sich ungehindert zwischen den Bänken aus und wird erst von den weißen Laken zurückgeworfen. Nur wenige kommen jetzt, während der Restaurierung, die Kirche liegt still. Der alte Priester hat sich schon halb erhoben, langsam die Soutane um sich gerafft, als er die Schritte hört: schleppend und unregelmäßig kommen sie heran.
    Er lehnt sich zurück und wartet.
    Der Mann, der hinter dem rautenartigen Gitter erscheint, ist kaum zu sehen, sein Kopf hängt tief, Haare überdecken das Gesicht, der Körper vor Schmerzen gekrümmt. Der Priester kennt ihn nicht. Hört nur das schwere Atmen und wartet in der Stille.
    "Pater, wo ist meine Seele."
    Er kennt das Ritual nicht, denkt der Priester, ein Protestant oder Atheist, der sich in den Schoß der Kirche geflüchtet hat, und unwillkürlich hebt er die Hand an die Stirn, um sich zu bekreuzigen. Da führt der Kopf hoch, die Schläfen schlagen hart gegen das Holz des Beichtstuhls, der Priester kann die Erschütterung spüren. Das Gesicht vor ihm starr von Schmerz.
    Der Priester erhebt sich: "Sie sind krank. Ich hole...
    "Setzen sie sich." Ein Flüstern nur. "Und halten sie ihre Hände still."
    Und wieder sitzt der Priester, seine Hände liegen schwer auf den Oberschenkeln: die Stimme hat eine seltsame Kraft.
    "Ich suche meine Seele, Pater" aus der Dunkelheit.
    "Sie ist in Dir, mein Sohn." Was will er von mir? Denkt der Priester. Es klingt wie eine Floskel. "Jeder Mensch, auch ein Sünder..."
    "Ich habe nicht gesündigt." sagt der Mann schnell. Dann, fast sanft: "Es war meine....Natur."
    Sie schweigen wieder, der Mann in Gedanken, der Priester wartend.
    "Erzählen sie mir davon" sagt er schließlich leise. "Erzählen sie mir von Anfang an."
    "Von der Sünde?" der Mann lacht, die Finger in den Unterkörper gekrallt und die Schultern nach vorne gezogen, den ganzen Körper verkrampft und verzerrt legt er seinen weichen Hals zurück, und sein Lachen hängt dünn und seltsam kalt in der Luft. Der Priester zieht die Füße näher zu sich heran, um sich ein wenig zu wärmen.
    "Wie war das? Du sollst nicht begehren Deines nächsten Esel?" Sein Lachen hallt durch die Gänge. Jetzt beugt er sich näher zum Gitter und flüstert: "Begehren. Nichts. Ich begehre nicht. Was erzählen sie ihnen, ihre Schäfchen? Ihre schmutzigen kleinen Gedanken? Die Träume ihrer blassen Fotzen? Sie erbitten ihren Segen für ihre erbärmlichen Sehnsüchte, nicht wahr? Sünde! Was für ein großes Wort."
    Er richtet sich auf, die Augen voll Abscheu. "Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht stehlen, Du sollst nicht ehebrechen. Ich kenne die Gebote, ich war einer von Euch. Die Eltern ehren. Den Sabbat heiligen. Andere Götter haben. Kommen sie mir nicht mit Geboten!"
    "Du sollst nicht töten?" sagt der Priester leise.
    "Ah." Der Mann lehnt sich zurück. "Das. Ich sagte ihnen, ich habe keine Wahl. Vielleicht erleichtert es ihnen die Sache, wenn ich ihnen sage, daß ich kein Mensch mehr bin."
    Ja, er ist krank, denkt der Priester. Mehr als sein Körper ist krank. Es ist schlimmer, als ich dachte. Seine Hand greift nach der Klinke, um Hilfe zu holen.
    "Es wäre sein Tod, Pater." sagt der Mann leise. "Wer immer diesen Gang hinaufkommt, um ihnen zu helfen wird sterben. Eine Frage des Glaubens, nicht wahr? Haben sie gehofft, ihr zu entgehen? Der Frage des Glaubens." Er lächelt dünn. "Immerhin wäre die Existenz des Bösen auch der Beweis für die Existenz... von etwas anderem. Die Entscheidung liegt bei ihnen."
    Der Priester schweigt.
    "Die ersten Jahre waren ein Schlachten." Sagt der Mann schließlich leise. "Jede Nacht habe ich getrunken. Mich berauscht an meiner Stärke. Ihr Entsetzen gegen meine Unsterblichkeit, jeder Schrei ein Beweis meiner Macht, sie waren nur Fleisch." Ganz leise ist die Stimme jetzt, als blicke der Sprecher tief nach innen. Zurück. Der Priester unterbricht nicht mehr.
    "Dann - lernte ich Mitleid."
    "Was wollt ihr von mir?" sagt der Pater leise.
    "Nichts mehr und nichts weniger als alle anderen vor mir. Nur aus besserem Grund."
    "Die Absolution?"
    Der Mann schließt die Augen, sein Körper erschauert.
    "Ohne Seele kann ich nicht sterben, und ich bin müde. Was wird aus mir, wenn mein Körper zu Staub zerfällt? Ewige Verdammnis? Wißt ihr, wie lang das ist: ewig? Ich trinke fast jede Nacht. Ihr müßt es beenden. Ihr habt keine Wahl."
    "Nun" sagt der Pater unsicher. All die Jahre haben ihn nicht auf dieses Gespräch vorbereitet. "Laß uns beten..."
    "Ich kann nicht beten, du Narr. Du hast es mit keinem Menschen zu tun." Zischt es aus der Dunkelheit, und zum ersten Mal spürt der Priester Angst.
    Der Mann ist verrückt, denkt er, er wird mich töten. Was will er von mir?
    "Ego te absolvo" sagt der Mann, und er windet sich dabei, spuckt die Worte aus unter Schmerzen. "Sag es."
    "Ich...."
    "Sag es!" er schreit jetzt, und der Priester zuckt zurück.
    "Ich krieche nicht für Dich." flüstert der Mann und beugt sich vor. "Ich hatte meine Gründe." Dann senkt er den Kopf.
    Und der Priester hört jetzt die Beichte der jungen Frau, keine Nachahmung, ihre Stimme steht wieder im Raum, müde und verbraucht:
    "Manchmal wünsche ich mir, daß er mich sterben läßt, Pater. Ich halte diese Angst nicht mehr aus."
    Woher? Denkt er.
    "Wir haben ein feines Gehör, Pater. Soviel sollten sie wissen." und wieder faltet der Priester die Soutane enger um seinen Leib. Kalt. So kalt. Der Mann lacht.
    Ihr glaubt, ihr steht am Ende der Nahrungskette, nicht wahr? Ihr bezahlt diese Arroganz mit dem Schmerz." Sein Blick wandert zu den Händen des Alten, die arthritischen Knöchel zu absurden Knoten verworfen. "Wie lange verrottest du schon, Priester? Seit wann pißt du Blut?"
    Der Priester schweigt, er ist zu keiner Antwort mehr fähig.
    Der Mann richtet sich auf. Um ihn nimmt die Dunkelheit zu. "Eine Antilope." Sagt er sanft. "Ein Augenblick des Schrecks, ein Dahinjagen, dann wird sie zur Erde gerissen und stirbt. Vorbei. Zwei Minuten, drei vielleicht. Der Schock macht ihr Sterben leicht. Aber die Löwen, die ihr Blut trinken - Blut!, sie siechen dahin. Verdursten. Verhungern. Sie sehen die Hyänen warten, tagelang. Sie lernen die Angst kennen. Für diese Frau, Pater" und seine Stimme nimmt einen hypnotischen Klang an "wäre der Tod eine Erlösung, nicht wahr? Für wie viele wäre er eine Erlösung? Wie viele verdienen zu sterben?"
    "Ihr seid wahnsinnig." flüstert der Priester. Nur seine Lippen bewegen sich noch.
    "Ich war ein Teil seiner Welt! Ich will meine Seele zurück, Pater!"
    Der Priester schüttelt den Kopf.
    Vor seinen Augen zersplittert das Gitter, Hände greifen nach ihm, ein großer Schmerz und Dunkelheit.
    Der Vampir trinkt ein letztes Mal, vorbei an den abgehängten Heiligenbildern, an den Spuren, die das Kreuz auf der Wand hinterlassen hatte, und geht die Stufen hinunter, um auf die Sonne zu warten. Draußen richtet er sich auf und schart die Dunkelheit um sich.


  21. #21
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    Vampir

    Der Einstieg ist nicht ganz richtig. Lilith, die von Adam in Missionarsstellung nicht befriedigt wurde, flog freiwillig über die sieben Meere und vergnügte sich alsbald mit Samuel, mit dem sie Dämonen zeugte. Wie könnte auch eine Blonde, Eva, einer Rothaarigen einen Mann ausspannen? Nachzulesen in der Kabbala!

  22. #22
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Vampir

    Prinzip nicht begriffen!


    Es geht nicht um Lilith als einem spröden Weib, einer Emanze - was immer Du darunter verstehen möchtest -, es geht um das Prinzip des Möglichen, weder Macht, Ohnmacht noch Unmacht heißt das Thema, sondern das Geworte eines Sowohlalsauchmöglichen.


    Die Kabbala sparen wir hier aus. Rabulistik wird von it schnell erkannt und angekreidet. Von mir übrigens auch.

  23. #23
    Tochter aus gutem Hause
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    Renommee-Modifikator
    19

    Arrow AW: Hyperfiction

    wir brauchen ein sanierungsteam, das die kuh vom eis kriegt. kriterien sind verlässlichkeit, fleiss, keine reibungsverluste durch diskussionen und profilierungsgehabe, keine bedenkenträger und ich möcht auch keine, die ständig denken, ich täte ihnen was an. wir wollen schnell fertig werden mit einem prototyp, den wir dann durch die module jagen können und dabei sehen, ob es audiohyperfiction, hyperfictiongame, filmdrehbuch, e-book oder podcastradio oder ein handyton wird.


    titel gebe ich mit "audiohyperfiction 2011, im jahr vor weltuntergang" mal so offen vor. kein zufall, daß die polyglotterie der "letzten tage der menschheit" anklingt, da wir auch verschiedensten schreibern zuhören.
    untertitel wird: "gamer & puppets". wer den film kennt, weiß, daß da scifi-mäßig echtwelt-gamer am werk sind, bei denen sich für brot und spiele ein prekariatsheer als bespielte puppets zur verfügung stellen. mind mastering.
    diese struktur scheint mir deshalb tauglich, weil wir in den texte er- und ich-erzählperspektiven haben. zumeist. ich-perspektiven können nur von gamern sein, mit er-perspektiven erzählen uns die gamer von ihren puppets.
    bei perspektivenwechseln haben wir den revoluzzer: die puppet, die sich zum gamer aufschwingt, und den gamer-maulwurf, der in die puppetwelt eindringt.


    wems zu kompliziert war, einfach nochmal langsam lesen
    ins team nehme ich außer robert, emily und mich, die schon zugesagt haben, von den bisherigen die, die ich wiederfinden kann und die, die ich mir wünsche:
    lester, uis, kassandra, raffael, klammer, jones, xray, lene, zia, ina, ofterdingen, kls - sofern sie zu akzeptanz bereit sind, auch mal auf auftrag hin zu schreiben, texte anderer beenden, ohne zu diskutieren. dafür haben sie volle freiheit in der auswahl und gestaltung der texte. wer seine selbst sprechen kann als mp3, audacity genügt, gleich bei der festen zusage mitteilen.
    gepunktet=riemsche wünsche ich mir für alle bildgestaltungen. saul und conrad für alle musik.
    ich zahle selbstverständlich auch in internetw?hrung: aufmerksamkeit. jeder im team kriegt eine ausführliche kritik für einen projektfreien text, der auch nicht hier im forum stehen muß.
    das projekt soll am 4.5.2011 spätestens abgeschlossen sein. der prototyp in einem vierteljahr, 27.8. 2010.


    jetzt gehe ich mal sichten, was im archiv dazu da ist.
    den prototyp erstellen wir aus den vorhandenen texten und den vorarbeiten.


    bitte dazu anmelden bis 4.5.2010.

  24. #24
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    AW: Hyperfiction

    http://www.dichtung-digital.de/
    ist noch als link zu hyperfiction aktuell.

    an texten finde ich nicht mehr, obwohl ich mich erinnern kann, daß da mal 2-3 ordner dazu existierten.



    für fanghände, magd, lebensuhr, lilian brauchen wir einwilligungen von it, howah, daphne, iodin. howah ist tot.
    welche rechte davon haben wir? sonst werfe ich diese texte raus und wir arbeiten nur mit den anderen. fürn proto reichen die

    wer schenkt uns hier paar texte dazu?



    es klingt jetzt vielleicht etwas paradox, ist aber nach meiner meinung die konsequenz aus dieser lektüre. man muß bewußt die dinge verstellen, um sie richtig erkennen zu können. später wird nietzsche diesen gedanke zu einer philosophie der masken ausarbeiten. aber das ist hier nur marginal. auf die frage des lesers und sein lektüre-verhalten/verfahren wird es darauf ankommen, ob wir in der lage sind mit dem phänomen hyperfiction oder dem schreiben und lesen im netz - ja jedes schreiben und lesen überhaupt - umzugehen.


    Ja, g, Schreiben ist querverbindend, d.i. epistemologisch unantastbar.
    Dein Bienenbeispiel hinkt NATURGEMÄß, denn die Bienen folgen nur ihrem Instinkt. Auch Dein Gedanke des bewußten Verstellens gefällt mir.
    Doch nun weiter: Du thematisierst den Umgang mit dem Schreiben. Darum geht es mir auch. Ich frage danach, warum das Netz(werk)schreiben rezeptionsästhetisch marginal wahrgenommen wird.

  25. #25
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    AW: Hyperfiction

    bin selbst noch dabei, mir einen überblick zu verschaffen und mich einzuleben.
    was sich bis jetzt herauskristallisiert, ist, daß ein hauptstrang an erzählung wünschenswert ist. die muß spannend sein, daß man sie auch in einem zug durchlesen kann. "markt" verspricht das weniger und so bin ich froh, den nicht zu finden.
    von der hauptschlagader aus gehen wie beim blutkreislauf zu- und abflüsse aus und zurück. ich möchte ein geschlossenes system für den prototyp. das schließt sackgassen nicht aus, die eben ihrerseits an den assoziativrändern nicht mehr weiter-aber zurückverweisen sollten. später kann es ganz offen und zur steten modulation frei bleiben (gibt dann up-dates für die gewählten medien).


    von der angabe eines strukturbaums als inhaltsverzeichnis halte ich nicht so viel, es mindert die spiel- und überraschungseffekte.


    sehr sehr hilfreich erscheint mir jetzt die datenbank als hyperebene für die bausteine. der leichteren verlinkungsmöglichkeiten wegen oder aber - falls auch weiterhin keiner mittun mag - als direkte quellbausteine. denn selbst wenn die artikel dort in stichpunkten gefasst sind, gewinnen sie gesprochen an lyrischer dimension gerade durch die pausen. wie siehst du das, robertle?


    ich bin sehr langsam beim verlinken.
    ich denke auch, daß es noch nicht notwendig ist. fürs erste reichen die assoziationsabsprünge, die unterstrichen werden.
    es wird hier auch die aufgabenverteilung klarer: wir brauchen


    1. texte, freiwillig eingereichte alte oder neu zu schreibende, und
    2. menschen, die sich sehr sorgfältig der verlinkungen annehmen.


    die schreiber haben keine schwere aufgabe. sie schreiben zum assoziationswort, verlinken auf im text vorhandene andere assoziationswörter, die sie entweder im katalog schon vorfinden, oder die sie neu zur bearbeitung vorschlagen, oder auch selbst gleich schreiben können.


    die verlinker müssen darauf achten, den baustein extra zu speichern unter eigenem namen, damit sie dann darin weitere verlinkungen vornehmen können. durch die datenbank wäre das unnötig, da jeder darauf zugreifen kann, allerdinge auch nur die berechtigten verlinken können.


    3. wir brauchen sprechproben - dann kann verteilt werden, wer welchen textbaustein einspricht.


    tja, ihr lieben, wer opfert sich für was?
    ich bitte euch herzlich um meldungen.


    keine angst! ich habe keine lust, textarbeit zu machen oder sonstwie in die bausteine hineinzuredigieren. darin ist alles frei: stil, lyrik, inhalt - denn die freie assoziation obwalte hier. auch bei den stimmen würde ich nur vorschläge machen, so daß jeder seinen lieblingstext einsprechen mag.
    pingelig wäre ich bei den verlinkungen. die müssen einfach stimmen, sonst kippt das ganze.

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