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Thema: Sind Frauen schlechtere Autoren?

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Sind Frauen schlechtere Autoren?

    ...kann es sein, dass sich Frauen eher mit ihren Befindlichkeiten befassen, als Männer? Es ist doch erstaunlich, dass Frauen weniger herausragende Autoren stellen, als Männer (ich weiß, es gibt auch viele, trotzdem bleiben es mehr Männer). Dies scheint mir umso erstaunlicher, weil Frauen - wie es in zig Tests bewiesen wurde - ein besseres Sprachgefühl haben. Es sollte ihnen also leichter fallen. Liegt es vielleicht auch daran, dass Männer sich eher ein Thema stellen - oder sich einem Thema stellen, als Frauen? Viele Texte von Frauen (meine z.T. eingeschlossen) kommen mir wie reine Aufarbeitung vor. Das ist nicht von vorneherein schlecht, nur reicht es nicht, wenn es dabei bleibt. Der Wille zu gestalten, ist er weniger ausgeprägt? Oder lst es wirklich nur die andere Herangehensweise - ein Mann nimmt sich ein historisches Thema oder ein soziales, künstlerisches. Er geht vom Abstrakten zum Konkreten. Frauen meist anders herum. Stellen Frauen sich weniger eine Aufgabe? Erzählen sie einfach lieber, wie schlimm oder wie schön alles war/ist? Breiten sie lieber ihr sehr persönliches Leiden aus? Kann das ausreichen um auch nur in der Regionalliga mitzuspielen? Gehen sie in der Kritik anders miteinander um als Männer? Zu sehr auf den Inhalt bezogen, weniger auf die Form? Ist "Frauenpower" in diesem Zusammenhang eher so etwas wie ein Reservat - ein gemütliches Beisammensein? Sind Frauen unkritischer, wenn der Inhalt berührt? Dann würde das sie in ihrem Aufstieg zu ernsthafter Literatur hemmen. Warum ich darauf komme? In letzter Zeit ist das Forum sehr gemütlich geworden. Und ich glaube, dass eine ungemütliche Intensität zur Arbeit mit den eigenen und den Texten von anderen gehört.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Ich denke nicht, daß frauen grundsätzlich die schlechteren autoren sind. es ist aber in der literatur genauso, wie woanders: die mehrheit liegt bei männern. Keine frage, die zeiten haben sich geändert, frauen arbeiten, schreiben jetzt auch (natürlich, gegeben hat es das schon immer, aber nicht so viel). sie holen erst auf. Und wo die mehrheit liegt, liegt auch mehr qualität. Das ist wahrscheinlichkeit.


    Ob es diese unterschiede, die du angesprochen hast, wirklich gibt (sie sind nicht alle qulitativer natur, denn ein sehr persönliches leiden auszubreiten ist gegenüber der verfremdung noch keine qualitätsminderung, z. b.) weiß ich nicht. meine brunnengeschichte ist auch reine aufarbeitung, verfremdet. Ich denke aber, das eine direktere art vielleicht auch seinen reiz haben könnte, wenn man es richtig macht, immer vorausgesetzt. über die einzelnen punkte, die du angesprochen hast, lohnt es sich weiter nachzudenken, aber heute nicht mehr. ich habe jedenfalls gemerkt, daß ich frauen oft bevorzuge, also auch literarisch woran das liegt weiß ich nicht, vielleicht an dem von dir angesprochenen Sprachgefühl.


    Ich möchte noch ein klischee mit reinbringen. Die beharrlichkeit. Ich habe schon von zwei frauen gehört, daß sie nicht lange an einem text arbeiten können. und ein text wird nun mal nie nicht nach dem ersten schreiben die qualität habe, die er haben könnte. Sind männer beharrlicher, bleiben länger bei einer sache?


    Warum ich darauf komme? In letzter Zeit ist das Forum sehr gemütlich geworden. Und ich glaube, dass eine ungemütliche Intensität zur Arbeit mit den eigenen und den Texten von anderen gehört.

    Da hast du recht.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Sind männer beharrlicher, bleiben länger bei einer sache?

    Das kann sein. Vielleicht hängen sich Frauen mehr in zwischenmenschliche Beziehungen - verbrauchen da mehr Energie. Also wer gut sein will, darf sich nicht zuviel um seine Mitmenschen kümmern. Das muss nicht negativ sein. Es hat ja auch was mit verzetteln zu tun. Dazu neigen viele Frauen. Männer auch? Ich glaube weniger. Sie setzten sich auch weniger unter Druck, es anderen recht und schön zu machen.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Hallo Kyra
    zum letzten:
    Männer beteiligen sich auch seltener an Kritiken, wenn sie nicht gerade selbst etwas hineingestellt haben.
    Ist zumindest mein Eindruck. Sie "fahren" halt nicht auf alles ab.
    Und Frauen sind sicher nicht schlechtere Autoren, aber ein Buch zu verkaufen, den Stress und die notwendige Überzeugungskraft aufzubringen, ja, da denke ich, sind die Männer einfach anders, wenn nicht sogar besser dran. Und Risikofreude haben sie glaube ich auch mehr.


    inwiefern ist es hier sehr gemütlich? Zu wenig konstruktive Kritiken in letzter Zeit?


    Gruß Schreiblaune

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Sind Männer beharrlicher, bleiben länger bei der Sache?


    Selbstverständlich, vor allem beim SEX!


    Sonst noch: MÄNNER WERBEN, HABEN PHANTASIE!

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Zu wenig konstruktive Kritik? Nein im Gegenteil, zu viel. Manchmal MUSS Kritik destruktiv sein. Entweder kann man seinen Text dagegen verteidigen (innerlich), oder es soll in den Müll.


    Wat waren das für schöne Zeiten - mit all den Exekutionen....

    FRAUEN LÜGEN, HABEN PHANTASIE!

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Aber Kyra, genau diese destruktive Kritik hast du doch in einer Mail niedergemacht. (Das bezog sich auf das Mayamedia-Forum) Erinnerst du dich? Was soll nun das? Hä??

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Zum einen: ich bin erst kurze Zeit hier und finde es absolut nicht "gemütlich". Wenn der Normalzustand hier noch ungemütlicher ist als jetzt, dann gibt mir das allerdings zu denken.
    Zum anderen: wo sind denn die Männer in der Überzahl? In den Foren bestimmt nicht (außer diesem, und das dürfte seinen Grund haben). Eher wohl auf den Bestsellertischen. Und da sollte man sich vielleicht auch mal fragen, wer denn die Leute sind, die Bücher kaufen. Soweit ich weiß, sind die meisten Käufer Frauen. Das dürfte auch zu denken geben.
    Im übrigen gibt es eine Menge männliche Pseudonyme; gerade im Krimi-Thriller-Bereich, in dem ja immens viele Bücher verkauft werden, schreiben meines Wissens viele Frauen unter einem männlichen Namen.


    Es ist allerdings richtig, daß viele Frauen primär schreiben, um private Dinge aufzuarbeiten. Das läuft dann meistens darauf hinaus, daß sie das Interesse an dem Text verlieren, sobald der Ballast abgeworfen ist. Richtige Textarbeit findet da wohl oft nicht mehr statt, mag sein.

    Im übrigen bin ich ein Mann. Ich arbeite sehr lange und intensiv an meinen Texten, manchmal über Jahre. Und ich schreibe nie 1 zu 1 über etwas, was ich selbst erlebt habe. Daß ich schriftstellerisch nicht zu Potte komme, mag wohl eher an meiner Angepaßtheit liegen, was natürlich möglicherweise auch wieder ein weibliches Problem ist...

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    erstellt von PAtina:

    Aber Kyra, genau diese destruktive Kritik hast du doch in einer Mail niedergemacht.

    Das kann gut sein. Darf eine alte Frau nicht etwas dazulernen?
    Was ich bei Maya nicht mochte, war das kleinkarierte. Die haben manchen Texten durch Detailversessenheit das Blut ausgesaugt. Damit meine ich nicht eine Überarbeitung, sondern germanistische Selbstverliebtheit. Sie konnten häufig nicht erkennen, wer, vielleicht unbeholfen aber mit Substanz, schrieb, und wer nur gepflegt Phrasen drosch. Ich meine z.B. einen Text fallen zu lassen, weil er Schreibfehler hatte. Das ist so konservativ, es grenzt ans absurde. Das finde ich destruktiv. Nicht wenn jemand sagt, ein Text ist Scheiße. Sie waren nicht offen - und das muss ein Forum sein - sondern auf einen sehr speziellen Stil eingeschworen. Jeder der rausfiel war durch. Das ist hier nicht so, R.v.W. ist ja selbst für Splatter offen. Destruktiv für jede Art von Kunst ist Kleingeist und Angst.

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Philosophie, Wissenschaft, bildende und darstellende Kunst, Hemdenbügeln, das Kochen nicht zu vergessen - gibt es, von der Leidensfähigkeit einmal abgesehen, überhaupt etwas, worin Frauen besser sind als wir Männer? Frauen, das retardierte Geschlecht!


    Ernsthaft:

    Liebe Kyra, wenn diese Frage nicht deinem Masochismus (typisch Frau?) entsprungen ist, sondern ernst gestellt war, dann ist sie ein Paradigma dafür, dass das Patriarchat noch immer funktioniert.
    Ich bin absolut überzeugt, dass Frauen nicht schlechter oder besser als Männer schreiben, häufig nicht einmal anders. Natürlich gibt es da noch die unterschiedliche Sozialisation, die manchmal zu anderen Themen führt, aber als Verfechter der Vererbungslehre erachte ich auch diesen Einfluss für gering.
    Frauen sind auch sicher nicht weniger fleißig als Männer oder haben eine andere Herangehensweise an Texte. Unterschiede sind von Autor zu Autor zu beobachten, nicht von Autor-In zu Autor.
    Etwas anderes ist deine Feststellung, dass es in diesem Forum momentan ruhiger zugeht, wir gerade in einer Flaute sind. Das mag stimmen, wird sich aber wieder ändern. (Als ich als Briefträger arbeitete, gab es im Sommer auch immer eine Flaute: "Leichte Sommerpost" nannten wir das. Spätestens im November gibt es wieder das volle Programm.)
    Dass ich in der letzten Zeit wenig kritisiere, liegt außer einer gewissen beruflichen Anspannung und Verärgerung über den Forenstil tatsächlich daran, dass die Texte nicht allzu interessant sind und sich ihre Themen und sprachlichen Formen im Guten wie im Schlechten wiederholen.
    Von dir habe ich schon eine ganze Weile keinen Text mehr bekommen.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  11. #11
    rodbertus
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Um es auf den Punkt zu bringen: zweifellos. Aber dafür können sie Kinder besser zur Welt bringen.

    Sachlich: keine Opern, keine großen Gemälde, keine Dramen, keine epischen Gesänge, keine dickbäuchigen Historien, keine Fähigkeit, sich in eine Sache zu verbeißen. Frauen sind schon irgendwo begrenzt. Männer auch, aber nicht im Künstlerischen.

    Was Frauen besser machen: Schmalz aller Art, Einwegliteratur, Krimis und Synchronschwimmen - aber das ist bekanntlich keine Sportart.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    erstellt von Robert:

    Sachlich: keine Opern, keine großen Gemälde, keine Dramen... Frauen sind schon irgendwo begrenzt. Männer auch, aber nicht im Künstlerischen.

    ABER - es gibt Ausnahmen. Das könnte doch bedeuten, das Potenzial ist da, wird nur nicht genützt. Weil wir es nicht können? Nicht wirklich wollen? Das ist das was ich bisweilen glaube. Aber warum wollen Frauen nicht mit der Intensität wie Männer etwas schaffen (ausser Kinder) ?
    Und jetzt bitte nicht das Argument, sie können halt Kinder gebären - das reicht ihnen. Oder waren es wirklich die kinderlosen Frauen die künstlerisch etwas geleistet haben?


    @ Klammer
    ich denke im Augenblick nach. Ich habe ein Thema im Kopf, jetzt muss sich die Geschichte bilden. Also ich versuche den "Männeransatz" vom abstrakten zum Konkreten. Wird vielleicht nicht so locker und aus dem Bauch raus, aber dieser Ansatz führt mich, denke ich, weiter.


    es ist nicht Masochismus, der mich die Frage stellen lässt, sondern die schlichte Tatsache, dass es so ist, wie Robert sagt. Da ich mich eh als halber Mann fühle, kann ich das bemerken, ohne mich zu quälen (nein, ich bin nicht im falschen Körper geboren, aber ich habe einen hohen maskulinen Anteil, wie manche Männer eben auch weibliche Anteile haben - manche mehr, andere weniger). Ich weiß, ich könnte da rauskommen - ich hätte die Härte dazu. Aber was ist mit den richtigen Frauen?


    Hallo Zefira,


    Du schriebst:


    Es ist allerdings richtig, daß viele Frauen primär schreiben, um private Dinge aufzuarbeiten. Das läuft dann meistens darauf hinaus, daß sie das Interesse an dem Text verlieren, sobald der Ballast abgeworfen ist. Richtige Textarbeit findet da wohl oft nicht mehr statt, mag sein.



    Das wäre ja eine völlige Bankrotterklärung. Da ist nicht der kleinste künstlerische Anspruch dahinter. Das würde bedeuten, Frauen kotzen sich aus - wenn sie keine "Beste Freundin" oder keinen Psychiater haben, eben schriftlich. Und das war es. Aber warum bewegen sich sich dann in Literaturforen und nicht in den einschlägigen Seelenforen? Ist doch ein Anspruch da? Oder will frau nur nicht als "Psycho" gelten und äußert sich darum lieber als Literatin? Auch wenn sie den Anspruch gar nicht erfüllen will?





    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 17. Mai 2002 editiert.]

  13. #13
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Liebe Kyra,


    dass dein neuer Text diesmal zuerst im Kopf und dann auf dem Papier entsteht, ist gut. Lass dir Zeit.


    Und:
    Robert irrt. Da hat er einfach ein Problem. Frauen sind ebenso gute Künstler (egal, auf welchem Gebiet) wie Männer. Das ist beweisbar.
    Du weißt, ich ordne das Schreiben von Prosa eigentlich nicht den Künsten zu und sehe mich nur als Geschichtenerzähler. Das ist Handwerk, zu dem außer Phantasie nur Fleiß von Nöten ist. Die schreibenden Frauen, denen ich hier im Forum begegnet bin, besitzen beides in höherem Maße als ich.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  14. #14
    rodbertus
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Robert irrt nicht

    "Er" wäre sehr daran interessiert, wenigstens eine spielbare OPER von einer Frau zu hören, wenigstens ein formell und dramaturgisch durchdachtes Drama einer Frau zu lesen, waere u.U. auch daran interessiert, ein gutes Bild zu sehen

    Ich kenne keine Beispiele und kann "ihm" nicht helfen.


    Hallo???

  15. #15
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    in der Bildenden Kunst gibt es seit den 70er Jahren Frauen, die tragfähige intellektuelle Konzepte haben. Das hat nichts mit schönen Bildern zu tun. Wie Kunst immer mehr mit Provokation, Aufzeigen und Denken zu tun hatte, als mit der sogenannten Schönheit. Diese meinen die Menschen dann Jahrzehnte später darin zu sehen.
    Aber vorher? Frida Kahlo? Die war schon nicht schlecht, hat es zumindest geschafft aus einem persönlichen Leid etwas Eigenständiges zu machen. Heute gibt es eine ganze Reihe guter Künstlerinnen. Die haben aber auch Biss und geistige Klarheit (und häufig keine Kinder). Zufall?
    Namen: R. Trockel, K. Sieverding, S. Fleury, und wie heisst die noch mal mit den Laufschriften? Das würde bedeuten, die 70er Jahre haben wirklich etwas im Leben der Frauen verändert. Aber auf welcher Stufe sind sie heute? Können sie einfach anschließen, oder fehlt ihnen die Entwicklung, die Männer über Jahrhunderte genommen hatten? Springen sie auf den Zug auf? Laufen sie hinterher? Oder, was ich für das Schlechteste halten würde - wollen sie einen eigenen Zug?
    Qualität darf weder männlich noch weiblich sein. Finde ich.

  16. #16
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Lieber Robert,
    wir wissen doch beide, dass in den Jahrhunderten der klassischen Musik, des klassischen Schauspiels und der klassischen Malerei (sagen wir mal grob zwischen 1650 und 1900) die Frau das unterdrückte Geschlecht war, dessen Talent in schöner Regelmäßigkeit in KKK umgeleitet wurde.
    Ein Beispiel aus der Musik: Clara Schumann, als Pianistin und Komponistin zweifelsohne bedeutender als ihr Mann. Es gilt inzwischen als erwiesen, dass sein (!) Klavierkonzert aus ihrer Feder stammt, auch einige Abschnitte der Frühlingssymphonie und Kammermusik.


    Natürlich: Unser klassischer Kanon, der sich auf einige wenige Figuren beschränkt, ist männlich, nichts desto trotz wage ich die Behauptung, dass es ebenso viele künstlerisch begabte Frauen wie Männer gibt und auch gab.
    Die Liste der bedeutenden Malerinnen und Autorinnen ist zu lang, um sie hier aufzuzählen.
    NB: Es ist übrigens ignorant und rassistisch, darüber hinweg zu gehen und von unserem Kanon auf die künstlerische Befähigung zu schließen.
    Die klassische Kunst ist männlich, sie ist west-europäisch und weiß. Ölgemälde von Schwarzen, Theaterstücke von Mongolen, Opern von Australiern? Kennen wir keine, also sind sie künstlerisch unbegabt? Ist das deine Art von Syllogismus?


    Gruß, Klammer


    Mir behagt die Rolle es advocatus diaboli nicht. Trotzdem frage ich mich: Bin ich hier wirklich der einzige, der prinzipiell von der intellektuellen und schöpferischen Gleichheit aller Menschen, egal welcher Hautfarbe und welchen Geschlechtes ausgeht?
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  17. #17
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Klammer,
    Dein letzter Text sagt mir sehr zu.
    Ansonsten finde ich die Diskussion eigentlich überflüssig.
    Frauen sind nicht schlechter, sie haben nur andere Chancen und gehen mit sich auch anders um.
    Und wenn ich bedenke, dass erst nach dem Bürgertum eine Frau überhaupt mal ein Buch lesen durfte, offiziell, dann haben sie es allgemein doch sehr weit gebracht.


    Scheune Pingsten
    wünscht Clara
    die aber mit der Schuman nix am Hut hat

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Lieber Klammer,


    du hast nicht ganz recht gelesen. Die einzigen, die gesagt haben, Männer seien die BESSEREN Künstler waren Hannemann und Robert, und das war hoffentlich jawohl keine so große Überraschung Aber ich denke auch, du willst nicht wahrhaben, und das ist ein großer Fehler, daß Frauen nun mal anders (noch einmal: nicht schlechter) sind als Männer. Und genau das ist nicht gut. Wo sind die Unterschiede? 2 Dinge:


    1. Psychologie:


    Ein Beispiel: Hier wird ja öfters gerne Schach gespielt. Jahrzehntelang hat man es wie selbstverständlich so gehalten, daß Frauen und Männer als gleichwertige Gegner behandelte. Schach ist ja ein Denksport. Da dürfte ja kein Unterschied sein, ob Frau und Mann sich gegenüber sitzen, nicht wahr? Das ging solange, bis der amtierende Weltmeister behauptete, daß eher ein Computer (man konnte sich damals zudem noch nicht vorstellen, daß die Schachcomputer mal so stark werden) Weltmeister würde, als eine Frau. Empörung! Wollte dieser arrogante Fatzke etwa behaupten, Frauen könnten nicht denken? Nein! Es fehlen den Frauen einige grundsätzliche psychologische Dinge, um einem Mann im Schach ebenbürtig zu sein, und zwar: Der Jagd- bzw. Killerinstinkt, Aggression (im Schach geht es um nichts anderes als töten) usw. Nach Jahren hatte der Schachverband ein einsehen und hat diesem ungerechten Treiben ein Ende bereitet. Es gibt nun Frauen- und Männerschach.


    2. Das KünstlerISCHE:


    Ich beziehe mich mit auf oben Gesagtes. Du sagst, Schreiben ist Handwerk. Da sage ich nichts gegen, aber doch nicht NUR. Wenn du dich auch als Geschichtenerzähler bezeichnest, und da bin ich mit dir einer Meinung, kannst du doch nicht das künstlerISCHE, die kreative Seite, ausblenden. Schreiben ist doch kein mechanischer Vorgang. Wer ohne Herz schreibt, kann es gleich vergessen. Das künstlerISCHE ist Seele, ist Instinkt, ist Gefühl, ist Persönlichkeit, ist Charakter. Und das alles ist, dabei bleibe ich, ANDERS als bei einem Mann. NICHT schlechter, ANDERS.


    Ich denke, es hilft Frauen nicht weiter, wenn sie selbst oder die Männer ihnen vorgaukeln, sie seien gleich. Wenn man akzeptiert, daß man ANDERS ist und sich damit auseinandersetzt, bringt das viel mehr.


    Grüße
    tt

    Es gibt nicht ein Leben für Männer und eines für Frauen

    was soll das nun wieder heißen? natürlich gibt es das. es gibt für jeden eins. grundsätzlich ist es sowieso so, daß es NICHTS gleiches gibt. bei dem wort gleichberechtigung wird allzu gern das wort BERECHTIGUNG ausgeblendet.

  19. #19
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Wir leben nicht in Paralleluniversen. Die Regeln sind gleich - die Bedingungen und die Möglichkeiten aber nicht. Wunderbare Verschiedenheit, die es ermöglicht, dass Frauen, wie ja hinglänglich bekannt, z.B. in künstlerischer Hinsicht weniger geleistet haben als Männer.

  20. #20
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Frauen sind keine schlechteren Menschen. Sie sind eben in künstlerischer Hinsicht begrenzt. Ein wirklich menschheitbewegendes Werk bedarf einer metaphysischen Tiefe, die Frauen aufgrund ihres Naturells nicht erreichen können. Ihnen fehlt da einfach etwas. Clara Schumann mag an der Sinfonie mitgefeilt haben, ich würde mich da über einige Exemplifikationen freuen. Eine Begabung. Zweifellos. Sie belegt im übrigen, Freund Klammer, daß Frauen keineswegs an KKK gebunden sind. Kein Mensch hätte sie daran hindern können, statt Klavier zu spielen, Klaviersonaten zu komponieren: hunderte, tausende. Wie zahllose Männer es auch machten, gegen alle Widerstände in der Familie, der Gesellschaft, der Künstlergilde. Also, lieber Klammer, komm mir doch nicht mit der Unterdrückungsmasche. Kaum einer der großen Dichter wurde mit einem silbernen Löffel im Mund geboren, kaum einer ward zu Lebzeiten anerkannt, geachtet oder konnte sich seinen Lebensunterhalt mit seiner Kunst verdienen, aber TROTZDEM haben Leute wie Klinger, Lenz, Paul, Musil oder Goboljugow zeitlebens nach der Form Ausschau gehalten, ihr Chaos in eine Form zu bringen. Tausende (männliche) Künstler starben den Künstler- und Hungertod, aber sie wollten ihre Kunst nicht aufgeben und froren im Winter am Ofen, keinen Bissen im Hals. Keine Frau - ich korrigiere: kaum eine Frau - würde so etwas auf sich nehmen - um der Kunst willen. Sie sind dafür viel zu praxisbezogen und vernünftig. Bei vergleichbar begabten Frauen vermisse ich den letzten Willen, eben das zu leisten. Angelika Kaufmann war eine begnadete Künstlerin, aber sie war schnell zufrieden. Caroline Schelling inspirierte ihre Männer, aber Bleibendes schuf sie nicht. Rahel Varnhagen gab, was sie konnte. Und es war gut. Aber es war nur der Augenblick, den sie füllte. Else Lasker verkleidete sich, aber, bittschön, nur ihre Lyrik blieb, selbst die aber ist in Teilen sehr kritikwürdig. Es gab und gibt Tausende Frauen, die wesentlich bessere Voraussetzungen hatten/haben als viele gleichschaffende Männer, es dennoch einfach nicht zuwege bringen, etwas die Zeiten Überdauerndes auf den Weg zu bringen. Selbst wenn ich die Zeit bis 1980 als männerdominiert betrachte, dann sind immerhin schon zwanzig Jahre ohne gesellschaftliche Begrenzungen verstrichen, ohne daß ein bleibendes Werk von einer Frau blieb. (Daß es seit fünfzig Jahren keine neue Oper gibt, mag allerdings auch eben an diesem kapitalistischen Gleichmacherverdikt liegen, die Kunst nur nach ihrer Verkaufbarkeit mißt. Daran und daß diese Kunstform heuer keine Konjunktur hat.) Das kann kein Zufall sein. Die Mär von der unterdrückten Frau erzählt man Kindern, damit sie an den Fortschritt glauben, es einst besser zu machen. Nehmen wir das einfach hin, daß die bleibenden Werke eben nicht von Frauen verfaßt werden können. Ihnen fehlt ein Hormon, ein Ausblick, irgend etwas hindert sie. Woher soll ich denn wissen, was es ist! Interesse wahrscheinlich. Der erste Weg zur wirklichen Leistung ist es, seine Grenzen zu kennen. Ich meine, so bedeutsam ist es nicht, daß Frauen da eben weniger leisten können. Dafür haben sie andere Vorzüge, vielleicht. Ich kenne keine, aber es muß da was geben, sonst hätte Gott sie nicht geschaffen.


    [Diese Nachricht wurde von Robert am 18. Mai 2002 editiert.]

  21. #21
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Selbst nach zwanzig Jahren ohne gesellschaftliche Begrenzungen für Frauen, können Frauen nicht
    1980 Jahre in zwanzig Jahren aufholen. Ich traue uns ja schon einiges zu, aber zwanzig Jahre sind
    einfach ein bisschen zu knapp.
    Mär hin oder her, die Unterdrückung ist noch da, wenn auch subtiler, aber sie ist noch da.
    Hat hier jemand Scheuklappen auf?
    Mensch Robert, lass dir sagen: Ich bin so metaphysisch tief - dir würden in jedem Fall in mir,
    die Ohren schlackern und zwar so sehr, dass du nicht nur einen Veterinär, sondern auch einen
    Augenarzt konsultieren müsstest. (Solltest du wegen deiner Sichtweise - sowieso mal tun.)
    Ich hör wohl Hufe trappsen.

  22. #22
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Ich wollte eigentlich nichts mehr dazu sagen, aber das treibt mir jetzt die Haare durch den Hut.
    Woher willst Du denn wissen, was in den letzten zwanzig Jahren - ein vergleichsweise winziger Zeitraum! - als "bleibendes Werk" von einem Mann geschaffen wurde?
    Kannst Du in die Zukunft sehen? Die Klassiker von morgen kennen wir alle nicht.

  23. #23
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Nachtrag:
    BEGRENZUNG


    Schreibt, handelt künstlerisch eventuell eine jede Person aus ihrer Begrenzung heraus?

  24. #24
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    Es gefällt mir, es gefällt mir, Juchhuuuh!


    Frauen haben andere Vorzüge. Und welche! Gott, ein Mann, hat schon dafür gesorgt: Dem Menschen, dem Manne ein Wohlgefallen!
    Und mehr muß auch nicht sein. Den Rest, auch Künstlerisches, erledigt doch ein Mann mit links. Gewiß leben Frauen Gefühle, seufzen, stöhnen - manchmal sogar gekünstelt -, zerreißen sich aus tiefem Empfinden noch ihr vorletztes modisch Hemd. Doch nur für den Einen, für den Versorger, der sie und ihre Brut naturgewollt erhält. Sie brauchen selten einen Zweiten, warum also das Werben erweitern, ihr Dasein in Kunst und Ewigkeit meißeln? Ein Mann genügt für ihren Sinn: Fortpflanzung!
    Robert schreibt von einem fehlenden Hormon bei einer Frau. Ich behaupte, die Forschung wird entdecken, ein Gen-KunstXXX ist einfach bei den Weibern nicht vorhanden. Warum auch? Wir Männer machen das schon. Und zwar super!
    Dennoch: Frau macht Sinn... Robert... sonst hätte Gott sie nicht geschaffen.


    Es hat Atomversuche, Klimaveränderungen gegeben. Mag sein, daß dadurch bei den Frauen etwas von der Rolle geraten, und sie sich in den letzten Jahren um wesensfremde Belange gekümmert. Randerscheinungen, manchmal liebenswerte Exoten, ähnlich dem Zoo. Doch ist das gesund? Dient dies dem Fortbestand der Menschheit? Bitte, denkt an den Sinn des Lebens!
    Würde ich als Weib wiedergeboren, wüßte ich meine Pflicht: Gut zu kochen und im Bett eine Granate!


    Juchhuuuh!

    Bewegung im Kaffeekränzchen?


    Und dann gibt es noch diesen Satz von der, prinzipiell gesehen, intellektuellen und schöpferischen Gleichheit aller Menschen! Öha, Öha!
    Lieber Klammer, gründlicher Denker, bitte sieh Dich um in der Welt und relativiere... oder lauf nur einmal über den Münchner Bahnhof.
    Alle wirklich gleich intellektuell? Gleich geboren und nur nichts dazu gelernt?
    Aber Klammer auf!

  25. #25
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sind Frauen schlechtere Autoren?

    ich weiß nicht, was sich am Münchner Bahnhof abspielt.
    Aber Du solltest mal meinen Mann (Real- und Gymnasialschullehrer) hören, wenn der nach Hause kommt.
    Ich zitiere: "Mensch, mit den Klassen mit vorwiegend Jungs ist aber auch überhaupt nichts anzufangen... die denken nicht weiter, als ihr Schwanz lang ist."
    Aber ja, ich weiß schon: die Lehrer sind eh alle Deppen, die weiblichen Künstler sind "kritikwürdig" (im Gegensatz zu den männlichen, klar) und überhaupt. Rest geschenkt.








    [Diese Nachricht wurde von Zefira am 18. Mai 2002 editiert.]

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