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Thema: gzsz

  1. #1
    mühe
    Status: ungeklärt

    gzsz

    endlich ist fußball in uns’rer stadt,
    am abend rollt das runde leder.
    nicht selten etwas ungenau,
    doch freut sich darauf wirklich jeder.

    früher trafen wir uns am zentralen platz
    (der springbrunnen war beliebt bei allen rentnern).
    heute ist das nicht mehr möglich
    zwischen all den großen neuen centern.

    die alte tatra führt uns rüber.
    bis zum spiel sind’s noch drei brücken.
    vom stadion fluten schon die lichter
    durch des grünen stadtparks lücken.

    dreimal passieren wir die elbe.
    zwischen zwei großen brücken liegt die kleinste,
    ausstaffiert mit hübschen statuen
    ist sie für mich die allerfeinste.

    der bürgersteig ist voll mit füßen,
    sie alle eint das gleiche ziel:
    zu finden ihren gegenüber
    am besten noch weit vor dem spiel.

    an der käseglocke, kurz vorm stadion,
    ist unser letzter halt.
    fällt man aus der tatra quasi,
    wartet schon das pils eiskalt.

    so ziehen wir dann siegestrunken
    zu unserem, ja, heil’gen ort,
    von dem so manch großer name
    zog mit herber klatsche fort.

    vorm stadion grüßt noch unser heinz.
    er genießt das bad in der menge.
    mit seinen prinzipien der akribie
    verabschiedet er uns auf die ränge.

    durch eine pfeife ertönt der anpfiff.
    die leute fangen an zu singen
    von ihrem club und bess’ren tagen,
    das kann schon etwas traurig klingen.

    zum schluss pfeift dann die selbe pfeife
    das spiel ab und bleibt fortan stumm
    und erntet dafür großzügig
    ein pfeifkonzert vom publikum.

    dieses macht sich schnell von dannen.
    man spart sich lange sätze
    lieber für die straßenbahn
    und derer warmen plätze.

    so bringt uns die alte tatra wieder
    über brücken und drei „elben“
    und die gespräche in ihr bleiben
    nach jedem spiel stets die selben.

    ach, das spiel, das war recht öde.
    wir spielten null zu null, remis.
    doch dieses ganze drumherum,
    das möchte ich nicht missen.
    nie.


  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: gzsz

    willste hierfür textarbeit? mach ich dir gern.

  3. #3
    mühe
    Status: ungeklärt

    AW: gzsz

    die strophen samt inhalt sind wieder so ein "ungestüm".

    ich möchte ein paar gedanken zu einem thema schreiben, bin aber vom wortschatz her limitiert(er als ihr).
    ich mag abcb-reime. ich las, das nennt sich (halber) kreuzreim. oftmals sind reime vorausschaubar, hier wirds nicht ganz so "einfach" und es gibt etwas mehr freiheit für die geschichte, um am ende doch wieder mit dem reim den bogen zurückzuspannen.

    falls du (oder ihr natürlich) zeit hast/habt, gerne. vielleicht auch ne diagnose, das 'petit paris' ist ja ähnlich. was sind vermeidbare fehler.
    wo müsste man 'arbeiten', dass es doch etwas runder vielleicht wirkt.

  4. #4
    kls
    Status: ungeklärt

    Der Dichter kriegt was auf die Lichter ...

    Du glaubst doch nicht im Ernst, in diesem Forum mit hochwertigen Gedichten konfrontiert zu werden. Womöglich sogar mit hochwertigen Dichtern, die Dich beraten könnten. Aerolith tut das manchmal - hinterher ist der Poet allerdings immer völlig fertig und dichtet erst mal einige Zeit lang nie wieder.

    Du gibst Dir erkennbar Mühe. Es holpert streckenweise. Na und? Bist Du etwa auf Anerkennung scharf? Hier mein Tipp: Du kannst in Wikipedia unter Kadenzen nachlesen - ich persönlich habe das nie so richtig kapiert, weshalb meine Gedichte auch ständig holpern.

    Leistungsvermögen und Talent sind Optionen und bestimmt bestimmen sie nicht Deine Identität. :)

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    1.September 2013
    Beiträge
    1.787
    Renommee-Modifikator
    9

    AW: Der Dichter kriegt was auf die Lichter ...

    Zitat kls
    Du glaubst doch nicht im Ernst, in diesem Forum mit hochwertigen Gedichten konfrontiert zu werden. Womöglich sogar mit hochwertigen Dichtern

    Selbstverständlich darf er das glauben - hier ist einer:

    Gestatten, Andere Dimension

    Dein Gedicht, mühe, war alle Mühe wert!

    Das Metrum, von kls als Holperhürde (im übertragenen Sinne) bezeichnet, ist nicht unwichtig, betrifft aber "nur" den handwerklichen Part. Wäre dieser entscheidend, könnte man Schillers Glocke in die Tonne treten - denn da hat der Gute kläglich versagt (obwohl er sich, so glaubt man, für dieses Gedicht zwei Jahre Zeit nahm). Ins Mark treffen, das ist die eigentliche Kunst. Aber zurück zum Handwerk:

    endlich ist fußball in uns’rer Stadt,
    endlich Fußball in unserer Stadt

    am abend rollt das runde leder.
    nicht selten etwas ungenau,
    doch freut sich darauf wirklich jeder.

    das Komma nach" Leder" und den Punkt nach "ungenau". (Interpunktion - im wahrsten Sinne des Wortes)
    Die Interpunktion macht den Unterschied - sie ist der Taktstock des Lyrikers

    früher trafen wir uns am zentralen platz
    mal vom "verunglückten" Auftakt abgesehen, gibt es unter den Plätzen den zentralen?!? DER zentrale Platz hat immer auch einen Namen - also würde ich ihn auch nennen.
    Ansonsten wäre es nicht "der", sondern "ein" zentraler Platz - und müsste an genannter Stelle als "einem" angekündigt werden.

    zwischen all den großen neuen centern.
    ......................................Einkaufs -Centern (um den Lesefluss zu erhalten)



    die alte tatra führt uns rüber.
    bis zum spiel sind’s noch drei brücken.
    vom stadion fluten schon die lichter
    durch des grünen stadtparks lücken.

    prima!... und auch sehr poetisch!

    dreimal passieren wir die elbe.
    zwischen zwei großen brücken liegt die kleinste,
    ausstaffiert mit hübschen statuen
    ist sie für mich die allerfeinste.

    eine echte Herausforderung! Die kleinste von drei Brücken, von denen wiederum zwei groß sind - wobei groß hier nur größer als die kleinste bedeutet. Sehr verwirrend, oder?
    "dreimal passieren" ist (Silbenbetonung) kein gelungener Auftakt. "Wir" wäre der passende Auftakt. Wir passieren gleich dreimal die Elbe
    "Statue" ist, wenn sie am Ende des Satzes auftaucht, ein Rohrkrepierer, also gilt es ein Synonym zu finden (Figur, Skulptur...)
    u.U. gilt für "ausstaffiert" das gleiche (obwohl ich diesen Begriff mag) "ausgestattet" ist auch nicht besser, also auf die poetische Schiene gehen (gesegnet...), bzw. dort bleiben

    Im Ganzen:

    Wir passieren gleich dreimal die Elbe,
    von den Brücken verzaubert die kleinste,
    geschmückt mit den schönsten Figuren,
    begegnet sie mir als wohl feinste.

    Nun ist die Strophe auf Goethe Niveau ...egal ob einem das gefällt oder nicht - es ist ein Beispiel

    Muss hier unterbrechen...morgen mehr...Fortsetzung folgt



    Gruß, A.D.

  6. #6
    mühe
    Status: ungeklärt

    AW: gzsz

    danke für eure reaktionen (ja, keine wäre auch eine)!

    kls:
    hinweise, wie aus einer anderen dimension sind hilfreich. das ist schon mehr als ich 'wollte'.
    jeder schreibt, wie er schreibt. aber wenn ich mit meinen gefühlt tausenden 'dochs', 'nuns' am ende der sackgasse angelangt bin, ist es nicht verkehrt von erfahreneren in sachen schreiben, mal eine umwandlung aufgezeigt zu bekommen. was man selbst davon fürs nächste mitnimmt, mitnehmen will ist das andere.
    ich gehe oft zum fußball, bei ideensammlungen für choreographien, spruchbändern soll ruhig jede noch so scheinbar 'blöde' idee auf den tisch. diese bringt jemanden in der auseinandersetzung mit ihr vielleicht auf einen völlig neuen gedanken und somit 'weiter'.


    andere dimension:
    keine eile!
    in vielen östlichen (über die oder hinaus) städten gab es zentral DEN 'zentralen platz'. das war der offizielle name.

  7. #7
    Unregistriert
    Status: ungeklärt

    Linie 15

    Zitat Zitat von mühe Beitrag anzeigen
    endlich ist fußball in uns’rer stadt,
    am abend rollt das runde leder.
    nicht selten etwas ungenau,
    doch freut sich darauf wirklich jeder.

    endlich fußball in uns’rer stadt!
    am abend rollt das runde leder.
    nicht selten etwas ungenau,
    doch freut sich darauf wirklich jeder.


    früher trafen wir uns am zentralen platz
    (der springbrunnen war beliebt bei allen rentnern).
    heute ist das nicht mehr möglich
    zwischen all den großen neuen centern.
    wir trafen uns am springbrunnen
    (d/er war beliebt bei allen rentnern).
    heute ist das nicht mehr möglich
    zwischen all den neuen einkaufscentern.


    dreimal passieren wir die elbe.
    zwischen zwei großen brücken liegt die kleinste,
    ausstaffiert mit hübschen statuen
    ist sie für mich die allerfeinste.
    mit figuren ausstaffiert
    begegnet uns der brücken kleinste.
    merkur deutet uns den weg.
    für mich ist sie die allerfeinste.


    an der käseglocke, kurz vorm stadion,
    ist unser letzter halt.
    fällt man aus der tatra quasi,
    wartet schon das pils eiskalt.
    WEG!


    so ziehen wir dann siegestrunken
    zu unserem, ja, heil’gen ort,
    von dem so manch großer name
    zog mit herber klatsche fort.
    so pilgern sie dann siegestrunken
    zu unserem, ja, heil’gen ort,
    von dem so manch großer name
    zog mit herber klatsche fort.


    vorm stadion grüßt noch unser heinz.
    er genießt das bad in der menge.
    mit seinen prinzipien der akribie
    verabschiedet er uns auf die ränge.
    vorm stadion grüßt unser heinz.
    er genießt das bad in der menge.
    mit dem triumph in seiner hand
    verabschiedet er uns auf die ränge.

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