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Thema: Warum schreibt Ihr?

  1. #26
    Jabba
    Laufkundschaft

    AW: Warum schreibt Ihr?

    Es gibt kein deterministisches Universum.
    Du schreibst, weil Du Dich dazu entscheidest.


    Ich schreibe nicht mehr
    Vielleicht nur meinen Namen
    Die Seiten sind leer
    Gedanken ohne Rahmen

  2. #27
    Jabba
    Laufkundschaft

    AW: Sie lesen die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung

    Zitat Zitat von kls Beitrag anzeigen
    Ja? Sag mal welches 'Wahre Motiv Positiver Natur' bei mir und von mir bislang ungenügend gewürdigt wurde. Das würde mich tatsächlich ungemein interessieren. Ich bin nämlich der Meinung fast alle Motive erwischt zu haben. Edel sind die wenigsten davon, selbst die Behauptung ausschließlich der Wahrheit verpflichtet zu sein, ist eine Beschönigung der Tatsache, dass es mir in erster Linie darum geht wahrgenommen und auch möglichst für meine Ehrlichkeit so geliebt zu werden, wie ich es verdient und nötig habe.

    Letztendlich geht es immer nur um die Liebe – sie ist nur reichlich anders als man sie sich vorstellen kann, erhoffen oder erzwingen. Sie ist eine Gnade und besteht aus mehr Geben denn Nehmen und scheint somit eher Verpflichtung zu sein als ein Geschenk. Deswegen scheitern wir auch ständig an der Umsetzung. Wir erhoffen uns Etwas als Konzept und auf Dauer, was nur selten in 'Goldenen Momenten' durchschimmert. Glück!

    Eitel. Eitel. Eitel.

    Auf jeden Fall muss ein Schreiberling davon überzeugt sein, dem ignoranten Leser, diesem Arschloch, etwas ungemein Wichtiges mitteilen zu müssen.

    Einst schrieb der leider viel zu früh verstorbene Jörg Fauser ungefähr so: 'Wenn jemand anfängt zu Schreiben, will er das Universum aus den Angeln heben und in eine Tüte packen. Er will Wahrheit, Ekstase und dann schon gleich die Ewigkeit.' In diesen Worten finde ich mein früheres Ich treffend beschrieben.

    Meiner Meinung nach darf jemand, der anfängt zu Schreiben, nicht zu früh erkennen, auf was er sich da überhaupt eingelassen hat. Hatten wir schon das Suchtpotential thematisiert? Bestimmt. Warum manche Menschen das Schreiben nach einiger Zeit wieder aufgeben können ist mir echt ein Rätsel.

    Um Liebe?
    Sehr witzig.
    Es geht darum, Deinen Egoismus zu bedienen.
    Ekelhaft, den als Liebe verkaufen zu wollen.
    Vermutlich schreibst Du deshalb auch hier, zusammen mit diesen anderen Würsten, aus Liebe.

  3. #28
    Mitgestalter
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    AW: Sie lesen die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung

    Diese Elementarteilchen sollen schon Hildegard von Bingen zum Schreiben veranlasst haben. Der erste Elementarteilchenstreik konnte vor 800 Jahren durch kürzere Reinigungsintervalle noch abgewendet werden.

    E-lek-tron-en-viel-o-Sophie von Buchstaben und Zahlensalaten in magnetischen Silbenkäfigen nutzt immer Elektronen, Atomen, Ionen und Molekülverbänden zugleich. Einzig die Be-Ladung unterscheidet Ion und Atom. Vielleicht ist Schreiben die Fähigkeit, Buchstaben, Silben, Worte und Zahlen danach auszurichten, was die Elementarteilchen sich für ihre Reise durch Zeit und räumliche Bindungsfähigkeit einmal gewünscht haben. Haben sich die Elektronen diese "Ionischen Kriege" wirklich gewünscht? Wie zähmt man die Arschlochelektronenverbände?

    Aber vielleicht macht es Ihnen auch Spaß, ein Gesamtkonstrukt aus 60 Billionen Zelluniversen mit jeweils mehr als 10 Milliarden Lebenseinheiten, dazu zu bringen, Inform@Ionen auszutauschen. Ja, wer schreibt da eigentlich und warum?

    Wie sollten die Elektronen uns geeignete Komm-Uni-KatIons-Formen verdeutlichen, wenn wir diese Ebene a priori gar nicht betreten?

    So betrachtet, ist Schreiben angewandte Quantenphysik: Ich beaufschlage Buchstabenatome mit Ladungen, die positiv oder negativ beladene Wortgeflechte ergeben. Das Messproblem in Verbindung mit dem Welle-Teilchen-Dualismus führen durch die Erwartung der ständigen Wiederholung zur ständigen Wiederholung, bis wir etwas anderes beobachten wollen.

    Wer Wederholungen herbeiredet, wird zunehmende Monotonie ernten.
    Wer Zweifel streut, wird weitere Dichotomien er-finden.
    Wer Hoffnung sucht, könnte autonome Elektronen be-fragen.

    Manches Buch hat(te) durchaus etwas von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Einer hat vorher ziemlich genau den späteren Untergang der Titanic beschrieben. Orwell hat in seiner Dystopie auf die Notwendigkeit zur permanenten Überwachung auch der Waldgebiete hingewiesen. Schwuppdiwupp und zappzerrab wurde die Wiederholung der Möglichkeit, im Wald ungehört etwas sagen oder tun zu können, im Vorfeld der Möglichkeit der Wiederholung überholt.

    Würden wir ohne jeden Zweifel ins Auge fassen, dass die Elementarteilchen, die Streusalzwiesen inwendig zum Schreiben formieren, eine Absicht besitzen, könnten wir davon ausgehen, erweiterte Kooperationsmöglichkeiten ins Auge fassen zu können. Infoweltenkonzepte verbinden Ebenen, die vormals getrennt zu sein schienen. Mal etwas für die Elementarteilchen tun zu wollen, schien für Hildegard ebenso ein Anliegen.

    Daher danke für den Hinweis. Schreiben ist schon eine Geist-Mitwelt-Materie-Verknüpfung des de-term-in-ist-Ischen Universums. Wichtig ist zunächst, dass das Universum nicht an Termine gebunden scheint. Schreiben ist insofern die Überholung und Überschreibung bisheriger Ebenenverwechslungen. Mal Elektra fragen, was hat sie zu sagen?

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question Eitelkeit als dauerndes Schreibmotiv?

    Karlchen schrieb:

    Eitel. Eitel. Eitel.
    Eitelkeit ist etwas Vergängliches und keine den Menschen charakterisierende Eigenschaft. Ich glaube nicht an Eitelkeit, jedenfalls nicht im Sinne einer Handlungen GRUNDLEGENDEN Antriebskraft. Die Eitelkeit basiert vielmehr auf einem gefühlten Ungleichgewicht zwischen der tatsächlich wahrgenommenen Achtung der eigenen Leistungen durch andere und dem Eigenbild davon. Eitelkeit ist also so etwas wie die Übertragung eigener Erwartungshaltungen auf andere. Und damit wird sie zu etwas Akzidentiellem, aber keineswegs zu einem dauerhaften Antriebsmoment. Interessanter ist demnach vielmehr die Frage, was die Eitelkeit immer wieder erzeugt.

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: Sie lesen die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung

    Zitat Zitat von Jabba Beitrag anzeigen
    Um Liebe?

    Vermutlich schreibst Du deshalb auch hier, zusammen mit diesen anderen Würsten, aus Liebe.
    Soso..das wird hier aber gar nicht gerne gesehen, Jabba.

  6. #31
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    AW: Eitelkeit als dauerndes Schreibmotiv?

    Zitat von Jabba:


    "Um Liebe?
    Sehr witzig.
    Es geht darum, Deinen Egoismus zu bedienen.
    Ekelhaft, den als Liebe verkaufen zu wollen.
    Vermutlich schreibst Du deshalb auch hier, zusammen mit diesen anderen Würsten, aus Liebe."



    Ehrliches Feedback und daher lobenswert. Die Frage von Aerolith, was denn diese Eitelkeit immer wieder erzeugt, wäre in meinen Augen mit der Suche nach Liebe und Aurmerksamkeit zu beantworten. Natürlich haben alle Würste ein Liebes- und Aufmerksamkeitsdefizit. Globales ADS mit hyperaktiven Phasen und einem zunehmenden Hang zu psychotischen Schüben. "Kopf-Ab" ist ja auch ein Aufmerksamkeits- und Liebesdefizit. "Wurst" möglicherweise ebenso. Die Funktionalisierung der Dosenwurstsalate mit ihrer Anbindung an die kollektive Unzufriedenheitsmatrix bedingt den Egoismus negativer Zuwendungsspiele.

    Was bisher recht unerwähnt blieb, ist die Verbindung des Autors zum Leser. Dank eines ehrlichen Feedbacks wird die Qualität bisherig gewählter Kommunikationsformen ja reflexiv hinterfragt. Hinter jedem Angriff steht zumeist ein Mangel an Liebe. Lieblose Würste sind nur eitle Würste, solange sie sich als Körperwurst betrachtet sehen.

    Im Prinzip sprichtst Du oben ausgeführten, ionischen Energiekriege, ebenso an. Eitelkeit ist ein Energiemangelzustand. Das Defizit entsteht nicht auf der Ebene, auf der die Wurstsymptome zu beobachten sind. Das Defizit kann nur im Autor selbst behoben werden. Wir lernen im Spiegel der Mitwelt. Natürlich wollen unsere Elektronen einen guten Systemzustand abbilden. Der Sinn für Schönheit umfasst alle Ebenen und das Prinzip dabei ist Liebe.

    Alles dreht sich um Liebe, da Liebe die Ursache aller Elementarteilchen verbindet. Liebe kann nur im Herzen gefühlt werden. Die Bedeutung der Liebe ist jenseits dessen, was in Worte gefasst werden kann. Könnte sein, dass die Würste damals ihren Minnegesang davon ableiteten. Die Liebe zu lieben, ist, was Liebe ist. Wir lieben die Destruktivität. Noch. Danke für das ehrliche Feedback.

  7. #32
    kls
    Laufkundschaft

    Darum schreibe ich

    Um solche Texte wie folgt los zu werden, egal ob sie was nutzen oder nicht. Und wer die Liebe auf ausschließlich egoistische Gründe reduziert, mag zwar Recht haben, vergisst aber die Ergebnisse. Und die sind aus lauter Egoismus zwangsläufig Altruistisch. Ganz klar!
    Und schreiben tu ich, weil ich das Schreiben liebe – nicht unbedingt den blöden Leser, doch wenn der manchmal (für meinen Geschmack viel zu selten) die Mundwinkel zu einem widerwilligen Lächeln verzieht ist das ein gern gesehener Kollateralschaden. :)


    30.06.50

    Als der Herbst meines Lebens Anstalten machte, aus der vagen Zukunft in meine Gegenwart zu schleichen, konnte ich dieser Erkenntnis erstaunlich lange aus dem Wege gehen. Die kleinen, mit dem Altern traditionell einhergehenden Malaisen sind (bislang) auch nicht viel anders, als nach einer wüsten Nacht und diesen Zustand kenne ich ausnehmend gut und kam damit auch immer schon halbwegs klar. Kater und Wehwehchen als selbstverschuldetes und deswegen unauffällig zu ignorierendes normal Gefüge der Welt, - man gewöhnt sich halt an alles.

    Ich wollte nie erwachsen werden und alt zu sein war mir auch kein erstrebenswertes Ziel. Tja! 'Is Sich Kismet', wie wir Westfalen zu sagen pflegen. Alter stellt sich nun mal automatisch ein, wenn man nicht die Geduld verliert und lange genug lebt.

    Ich hatte der Ernsthafteren Literatur entnommen, dass der Mensch im Herbst seines Lebens instinktiv noch einmal zurückkehrt an die Plätze, welche ihm in den Jahren, die wir gemeinhin und auch ziemlich leichtsinnig als 'Die Prägenden' bezeichnen, wohl wichtig gewesen waren. Er nimmt unter Umständen Kontakt auf zu seinen Jugendfreunden, besucht Klassentreffen, blättert in antiquarischen Zeitschriften, hört nostalgisch verbrämte alte Hits, legt sich womöglich ein Hobby zu, welches er als Kind nur halbherzig ausübte, da damals die notwendige Geduld noch nicht sehr ausgeprägt gewesen war (Modellflugzeugbau zum Beispiel), erliegt der Pastbibliophilie, wird nostalgisch an allen Fronten, bis hin zum Wühlen in Retrosoftpornos mit Ingrid Steeger. Er erkundigt sich nach dem Lebenslauf seiner Jugendliebe, blättert in Fotoalben, kramt womöglich einen Schulsportpokal aus dem Gerümpel im Keller, recherchiert in genealogischen Datenbanken, hängt sich Porträts der Vorfahren übers Sofa und so weiter.

    Bedauerlicher Weise pflegen sich dabei keine großen Gefühle einzustellen, so wie in der Literatur ausführlich unterstellt. Anders als erhofft blickt der Mensch nicht dankbar und demütig zurück. Auch nicht im Zorn. Eher in gegähnter Langen Weile:

    Ich stand am Grab meiner Mutter. Na ja, war schon eine Nette. Habe sie sehr geliebt.

    Ich besuchte die Häuser, in welchen ich groß geworden. Häuser halt. Genau so wir alle anderen.

    Ich sah meine Jugendliebe. Das hätte ich mir besser erspart.

    Ich lehnte eine Einladung zum Klassentreffen ab.

    Ich blätterte in keinen Fotoalben. Ich habe einige Bilder von mir als Kind. Das genügt. Muss ein echt niedlicher Fratz gewesen sein.

    Ich höre nicht Catarina Valente sondern Deep Purple und Cohen und Burdon, und Clapton und Cocker und so. Allerdings keine Lady Gaga und Helen Fischer, dafür bin ich zu unmodern.

    Für Modellflugzeugbau fehlt mir immer noch die Geduld.

    Es ist jedoch wohl wahr, dass ich mir letztens 'Alice in Wonderland' von 1976 mit der damals ganz bezaubernden Kristine DeBell als nackige Alice gezogen habe und mir wie anno Tobak vorkam, aber das zählt wohl nicht als Referenz an die 'Frühen Jahre'.

    Ich traf mich sogar mit einem 'väterlichen Freund'. Wir hatten echtes Interesse an einander– nur keine gemeinsame Sprache mehr. Er war 78, topfit im Vergleich zu mir und hatte jahrelang als Mitarbeiter und später auch Leiter des Jugendamtes Bielefeld den Notarzt bei den sozialen Massenkarambolagen gespielt. Entsprechend war seine Sprachwelt. Der Duktus eines auf Sozialtheorien Konditionierten. Er hat MICH gar nicht richtig wahrgenommen, sondern nur seine Schubladen aufgezogen. Ich war allerdings auch nicht viel besser. Auf der Suche nach seinem Kern, nahm ich ihn selber gar nicht richtig in der Gegenwart wahr. Das Treffen war aber dennoch keine verlorene Zeit für mich.

    Ich weiß nur nicht genau, was ich davon gehabt haben soll. Dass man Erinnerungen besser in der Vergangenheit lässt? Dass die Bilder in unseren Köpfen falsch sind und keiner Prüfung standhalten? Dass ich autistischen Tendenzen erliege? Dass älter werden auch dümmer und böser werden bedeutet?

    Den Lebensherbst kann man nicht erklären, den muss man erfahren. Alle Vorstellungen von davon sind falsch, und sollen nur das Unabwendbare beschönigen, Tiefe, Achtung gebietende Weisheit simulieren, dramatisieren oder WasWeissIchDenn. Er ist es nicht wert mit Blattgold verschönert zu werden!

    Er ist nur erträglich, aber immer noch besser als wenn man nie zuvor jung gewesen wäre. Und manchmal, immer seltener, ist es einfach nur zum Schießen. Man lacht zwar immer gepresster, aber dafür weiß man es auch immer mehr zu schätzen.

    Und all die Sorgen und Probleme, welche man früher für wichtig hielt, stellen sich als 'selbstgestrickt' heraus: Es gibt nur etwas, wofür es zu kämpfen lohnt und das ist die Wahrheit! Und es gibt nur etwas, wofür es sich zu leben lohnt – die Liebe! Das allerdings wusste ich schon als Kind, selbst wenn ich damals noch keine Worte dafür hatte.

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Darum schreibe ich

    es plappert... und jetzt sagst du, warum du schreibst!

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Warum schreibt Ihr?

    Zitat Zitat von Jabba Beitrag anzeigen
    Es gibt kein deterministisches Universum.
    Die Elementarteilchen machen dich zum Leugner des Determinismus.
    So ist das in einem deterministischen Universum.

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: Warum schreibt Ihr?

    Also gut, auch ich möchte der Mitwelt mitteilen, warum ich schreibe.

    -Einkaufszettel (Lebenswichtig)
    -um „Unser Sandmännchen“ fortzuführen. (Derzeit noch relativ erfolglos)
    -weil Alkohol deterministerische Abläufe in mir fördert.
    -meine Brieffreundschaft mit Gott ist mir sehr wichtig.
    -irgendjemand muss sich doch schließlich beim Kanzleramt beschweren!
    -wer schreibt, hat Sex. (Absurd, ist aber so)
    -weil Andere sich so herrlich über Geschriebenes aufregen können.
    -weil Anderen Geschriebenes herzlich egal ist. („Empathie“ heißt das, glaub ich)
    -irgenwann möchte man ja die Schuhle schließlich verlassen!
    -wegen des Testamentes. Meine preisgekrönte Lyrik will abgesichert sein.
    -meine Rezepte. Niemand würde sonst von meinen Limburgerburgern erfahren.
    -wegen meiner Hausbar, das ist ein hoher logistischer Aufwand.
    -um diesen Dichterschmierfinken einen über den Detz zu geben. (Masturbation)
    -um anderen Oberdichterschmierfinken antworten zu können.
    -um Verleger/Herausgeber/Lektoren in den Wahnsinn zu treiben.
    -um mich in den Wahnsinn zu treiben. (Lyrischer Masochist))
    -um von der Baba-Insel wegzukommen. Es lebe die Flaschenpost!
    -weil ich einfach zu faul bin, um Gebärdensprache zu lernen.
    -weil das Y mein Lieblingsbuchstabe ist.
    -weil meine alte Olympia sonst einrostet. (Ja, es gibt noch Farbbänder!)

  11. #36
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    AW: Warum schreibt Ihr?

    Es könnte sein, dass der Determinismus mehrere Auslegungen besitzt, die hier in verschiedenen Varianten verwendet werden. Das einzig bestimmte in einem deteministischen Universum ist für mich, dass wir uns nicht ewig gegen gewisse Erkenntnisse, die ununmstößlich sind, wehren können.

    Das Universum ist bis zu dem Grad deterministisch, in dem wir unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten erkennen, die unzähligen Wiederholungen doch irgendwann abzustellen, indem eine erweiterte Ebene der Betrachtung eingenommen wird.

    Der Determinismus des Ebenbildes ist, ein Ebenbild zu sein. Ein ewiges Ebenbild kann sich in der Zeit nicht gegen diese Bestimmung wehren. Meine Auslegung von Determinismus bezog sich auf die quantenphysikalische Selbsterkenntnis, dass Schreiben auf der Ebene der Elementarteilchen beginnt.

    Elementarteilchen teilen eine Absicht mit uns, wenn wir zu anderen sprechen. Kommt nur drauf an, wer grad spricht: Person oder Selbst?

    Daher meinte Einstein: Es gibt so viele Leute, aber so wenig Menschen. Leute plappern einfach, Menschen teilen etwas miteinander. Das Einzige, das geteilt mehr wird, ist die Liebe.

    Aus der Person Gesagtes gibt es wohl genug. Aus dem Menschen können Worte fließen, die nicht von dieser Welt sind. Wie könnten wir dann von der Erde sein? Wir sind mit der Erde. Ich schreibe für die Erde, die Liebe und die Wiederkehr dieses Wissens. Nicht mehr und nicht weniger. Die Funktion des Schreibens ist eine ebenenübergreifende Kommunikation, deren Relaisstation wir Menschen sind. Worin wir das Erkennen, ist daher egal. Wir können es in allen Dingen erkennen. Jeder schreibt für sein eigenes Erkennen. Wenn andere darin gemeinsame Entwicklungspunkte entdecken, schön. Der Weg in die Kreativität ist individuell und nicht jeder Musiker ist bei seinen Nachbarn durchgängig beliebt.

    Sich länger an die richtigen Töne zur richtigen Zeit zu erinnern, um beispielsweise einen stimmigen Roman zu schreiben, sei an die Erinnerung, also das Gedächtnis erinnert:

    Walter Schempp, Mathematikprofessor und Erforscher des Nullpunktfeldes meint, dass: "Kurz- und Langzeitgedächtnis nicht im Gehirn liegen, sondern im Nullpunkt-Feld gespeichert sind."

    Jibu/Jase meinen: "Was wir für eine Erinnerung halten, ist einfach eine kohärente Emission von Signalen aus dem Nullpunkt-Feld. Längere Erinnerungen sind sturktureierte Gruppierungen solcher Wellenfunktionen."

    Eugene Wigner, Physiker und Nobelpreisträger sagte: "Die Quantentheorie beweist die Existenz eines universellen Bewusstseins im Universum."

    So wäre die Fähigkeit des Schreibens auch an die bewusst gewählte Anbindung an das quantenphysikalische Nullpunktfeld zu knüpfen. Elementarteilchen werden zu Buchstaben, Buchstaben prägen Qualitäten in die Quantitäten von Fragmenten eines zu beschreibenden Ganzen. Eigentlich sprechen wir daher wohl immer mit uns selbst in einem Resonanzsystem. Wir sind das allumfassende Nullpunktfeld. Aus Worten können Welten entstehen oder sie können darin vergehen. Aber wen interessieren schon die Elementarteilchengruppierungen, die erst nach ihrer Prägung fortan Buchstaben genannt werden konnten.

    Wir kommen aus einer Zeit vor den Buchstaben. Stäbe, durch die Büchern reichen, in denen unerkannte Welten auf ihre Erfahrung warten. Gitterstäbe aus begrenzenden Gedanken können durch Informationskanäle mit bestimmten An-Ionen in Verbindung treten und Licht anmachen, wo vorher Kat-Ionen für dunkle Negativität gesorgt haben. Ohne (temporäre) Ladung sind wir wieder die ursprüngliche Atome, beim Abladen aufgeprägter Negativität erreichen wir den Ursprungszustand vor der Geschichte der Buchstaben.

    Gab es eine Welt vor den Buchstaben und wenn ja, welche?

    P.S. Karl L. S.: 1950 oder 2050? Manche kommen schon altersweise zur Welt und andere verlassen sie noch als kleine Kinder. Wenn Du am 30.6.2050 dann 100 wirst, gibst Du einen aus. Mit 66 fängt das Leben an, bereite Dich drauf vor. Erblickst ja sozusagen erst in einem Jahr das Licht der Welt, sang Udo J. zu dem Thema. An diesem Faden hängt wohl auch die Suche nach Unsterblichkeit in Worten, die nicht in dieser Welt geboren wurden.

    Wir könnten also auch Schreiben, um die Angst vor dem Tod zu überwinden. Der Geist eines Autors ist letztlich mit den Worten verschränkt. Werden die Worte gelesen, öffnet sich eine Verbindung zum zeitübergreifenden Nullpunktfeld und der Autor ist wieder "lebendig". Du, lieber KLS, sagt nichts, weil Du glaubst, dich damit nach der Zeit zu binden. Verstehe ich erst jetzt.

    Sich im Grabe umdrehen zu müssen, ist eine Redewendung, die die Negativanbindung beschreibt. Das Gegenteil geht aber auch. Zumindest, waren es liebevolle Gedanken. Karl L. S. macht uns den Advocatus Diaboli und sich damit etwas inkonsistent. Doch in dieser reflexiven Inkonsistenz bist du konsequenter Gegenpol. Der Gegenpol ist notwendig, bis die letzten Lektionen gelernt sind. Damit ist dann die Funktion von Zeit erfüllt.

    Wer hat die Buchstaben erfunden und zuerst - wofür - angewendet? Was ist die Funktion von Buchstaben in der Zeit? Wozu wollten wir sprechen lernen?

  12. #37
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: Warum schreibt Ihr?

    -weil ich gerne Pornodrehbücher schreibe.
    -weil ich gerne Pornofilme rezensiere.
    -weil ich gerne Gebrauchsanleitungen in eine verständliche Sprache übersetze.
    -weil ich meine Kieselsteinsammlung schließlich katalogisieren muss.
    -weil ich endlich mal dieses Sütterlin lernen möchte.
    -weil ich Hexametrik in Hermeneutik foltere, unbedingt!
    -weil „Jabbas“ sich schließlich auch ernähren müssen –nicht nur von Würsten..
    -weil ich gerne Postkarten an Eugen Drewermann schicke.
    -weil die Nebenkostenabrechnungen nie stimmen und ich das aufdröseln muss.
    -weil auch ich einen „Mein Kampf“ schreibe.
    -weil ich zwanghaft Falschparker in unserer Straße aufschreibe.
    -weil ich an „dem“ Betriebssystem arbeite!
    -weil der Bundesregierungssprecher auch etwas zu tun haben muss.
    -weil Putzpläne Sinn machen.
    -weil ich meinem Patenkind Muamba Wu Hambelá Deutsch näher bringe.
    -weil ich dermaßen an Dyskalkulie leide.
    -weil ich Mundgeruch habe.
    -weil ich gerne selbst gemachte Schilder aufhänge. („Ball spielen verboten“ etc.)
    -weil Dieter Terminismus mich so gerne liest.

  13. #38
    kls
    Laufkundschaft

    Trotz vernichtenden Kritiken.

    Dichter Karl fängt, sehr zum Leiden
    seiner Umwelt an zu schreiben.

    Redet kaum noch, schreibt bloß immer,
    und das wird auch immer schlimmer.

    Schreibt in Kneipen, schreibt zu Hause,
    schreibt mit Verve, ganz ohne Pause

    Schreibt und schreibt. Die ganze Zeit;
    g'rad ist's wieder mal so weit!

    Fragt man ihn, warum er schreibt,
    tut das leider ganz schnell leid:

    Es sei nun mal sein fester fester Wille
    dass sich das Wort der Schrift erfülle,

    das da laute: Das Wort soll sich erfüllen.
    Und zwar Schriftlich! Ganz im Stillen!

    Fragt man aber: Welch Schrift? Welche Sorte?
    flüchtet er erneut in Worte:

    Solange Schreiben nun mal dauert.
    Also fragt nicht dumm. Schweigt und trauert.

    Druckt ihm auf das stolze Banner:
    "Dichten kaum, doch plappern kann er!"

    Und zwar: Von früh bis spät.
    Man nennt's: 'Skribentophile Absurdität'

  14. #39
    Mitgestalter
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    AW Magdeburger Szene - Poesie und Ideologie

    Zitat von aerolith aus dem Ordner "Magdeburgr Szene" zu Poesie und Ideologie:

    "Ein Mensch, der in den Scheinwelten des Konsums seiner kapitalistisch geprägten Kaufrauschgesellschaft und somit in einer Welt des Streits lebt, der keine Alternativen, keine Mühe beim Erklimmen der Wahrheit auf sich nahm oder nehmen mußte, weil seine Lehrer damit beschäftigt waren, ihn stillzuhalten und zu beschäftigen, statt seiner dem Schönen zu eröffnen, dieser Mensch wird sich Anteilnahme am Schönen durch die Gier und Wollust zu befriedigen schaffen, den auf dem Wege zum Schönen verortbaren Hürden desselben. Sein Glück wird das eines Schweins sein, fettgefressen wird er maßlos sein und bleiben, wird sich bestenfalls an andere Momente erinnern, wobei diese selbst ihm als beschwerliche in der Erinnerung bleiben. Gibt es für einen solchen Menschen Rettung? Er wird ahnen, wenn es ihm in Ruhemomenten gelingt, den Kopf aus der Brühe zu strecken, aber Ahnung muß genährt werden, will sie irgendwann Gewißheit werden.

    Anteil am Schönen und Gewagten zu nehmen, dies bedarf in erster Linie der verantwortungsvollen Arbeit der Lehrer (damit sind die gemeint, die etwas können, nicht diejenigen, die etwas können sollten, weil das eine Kommission beschloß), derjenigen, die Anteil nahmen und jetzt in der Verantwortung stehen, dieses Wissen um den Weg zu lehren, immer darauf hoffend, Schüler zu haben, die es besser verstehen... Sympathetie erwächst darum aus Bewegung eines kommunizierenden Geistes, der sich mit anderen Menschen trifft. Unsere Poetik hat also keinen künstlichen Ursprung, kein Maßregelwerk des Wortens, sie ist keine Kunst [21] um der Kunst willen, sie ist der ganzen Natur des Menschen geschuldet, willentlich, vergänglich und wechselnd wie dieser selbst, aber dies sind die vagen Inkonstanten um seinen Kern, der ihm durch Gottes Gnade als zukunftsweisend positiv artet. Unsere Poetik sagt Leben statt Natur, Einhalt und Ewigkeit statt Wechsel, sie setzt auf den Frieden, nicht auf den Nimbus des Rechtbehaltens.

    Wir leben im Reiche der Nothwendigkeit und der Freiheit und müssen diese Antipoden im Spiel vereinen. Wir suchen den freien Blick in die Gegenwart, deuten Zeichen, verdichten Erlebtes in allgemein-verständlichen Texten, fesseln Symbole durch die Allmacht der dichterisch formulierten Allegorie und des Kalküls [22], wir stoßen einen Pfeiler in das Bewußtsein jenseits der Hauptstraßen der Mode, wir suchen die Punkte, an denen sich Menschen Zeit nahmen und ihrem Lebensmut Form gaben. Denn eben darin liegt die Aufgabe des Dichters, daß er Zeichen deutet und Mitmenschen deutbar macht, verständlich, damit diese Symbole des Ewigen erblicken und ihre Verlorenheit überwinden. Symbole öffnen hier Tore zu den Zeiten - die für unsere Zeit müssen wir wohl noch finden.

    Da ist Leben hinter den Zeichen, den Buchen-Stäbchen, die unsere Ahnen legten und das Dahinterliegende deuteten, zeigen wir’s, Freunde! Trau dich zu leben im Einst! Zeigen wir das Leben, suchen wir das Gestern im Heute für ein freudvolles Morgen. Lieben wir, schreiben wir! Die Poetik des Lebens."



    Hallo Aerolith,

    hab mir mal erlaubt, Deinen Text anzufügen, weil noch nicht wirklich alles Gesagt war, was dazu zu sagen gewesen wäre. Ob Gestern, Heute oder Morgen, es ist immer "jetzt", wenn wir uns des Ewigen bewusst sein können. Zeit ist ein Konzept, dass der Ewigkeit Raum für neue Möglichkeiten bietet. Zeit wird sein, solange Zeit eine lehrreichen Nutzen besitzt. Alles ist eine Lern- und Lehreinrichtung, wir sind auf einer Reise, die mit dem Vergessen der Ewigkeit begann.

    Es gibt immer einzig das Jetzt. Die Projektionen der Buchen-Stäbchen sind so real wie ein Traum. Wir blicken auf die Schatten an der Wand, nicht auf die Buchstaben in der Hand. Die Leinwand ist ohne Projektionen so weiß wie eh und je.

    Toller Text, aber für mich nur schwer zu verstehen. Könntest Du darüber nachdenken, bei selten gebräuchlichen Fremdwörtern in Klammern eine Übersetzung anzuführen?

    Manchmal denken wir zu selten daran, "Bilder" einzubauen, die der rechten Gehirnhälfte einen Eindruck vermitteln. Ich glaube wohl eher unbewusst, mit dieser Form - der bewusst gewählten kognitiven Überforderung - direkt die Seele ansprechen zu können.

    Es ist recht anstregend, sich durch Sätze zu lesen, deren Bedeutung erst nach weiteren Recherchen zugänglich wird. Verstehen kann ich den Text erstmal nicht wirklich, aber ich hoffe noch.

  15. #40
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Warum schreibt Ihr?

    Ich schreibe, um emotional zu überleben

  16. #41
    Resurrector Avatar von aerolith
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    26

    Lightbulb Manifesttext zur Poetik

    erstellt von WSIB: Toller Text, aber für mich nur schwer zu verstehen. Könntest Du darüber nachdenken, bei selten gebräuchlichen Fremdwörtern in Klammern eine Übersetzung anzuführen?
    Ja, sicherlich ließe sich das eine oder andere einfacher ausdrücken. Vielleicht sollte der Text mal überarbeitet werden.

  17. #42
    kls
    Laufkundschaft

    Meine Geschichten werden immer langweiliger: Wir Musiker!

    Ich hänge diesen Beitrag nach: 'Warum schreibt Ihr?'. Es gibt zu viele Parallelen, sie zu übersehen.

    Also: Wir Musiker!

    Und schon wird gelogen! Nehmen wir dieserhalb und desterwegen und überdurchschnittlich wahrheitsliebend dieses 'Wir' aus der Überschrift und kommen dem Thema auf diese Weise näher: – Ich bin nämlich kein Musiker! Ja-ja, ich gebe zwar zu und manchmal sogar Klavier/Gitarrenunterricht, nein, ein weiteres Mal gelogen, – Unterricht geht völlig anders und ist üblicherweise ergebnisorientiert, und nicht in Uralthippiemanie locker spielerisch. (1968: 'Lustprinzip statt Leistungsprinzip'!) Musiklehrer: Nichts ist sinnvoll, wenn es auch noch Spaß macht – vermutlich ist es sogar Sünde! Jedenfalls wäre er entsetzt von meiner musikpädagogischen Methodik, denn ich gebe keinen 'Unterricht', so wie der Begriff im allgemeinen Sinne verstanden wird, sondern ich steigere die, wenn gegebene, Begeisterung durch schnelle Erfolge, bis mein Azubi süchtig geworden ist, und erst dann konfrontiere ich ihn mit der bitteren Wahrheit, als die da wäre, dass er ab nun leider nicht mehr um etwas Theorie herumkommt, (und dann lüge ich erneut) die aber auch Spaß machen würde: (Was bedeutet 'Blue-Note'? Oder warum hört sich manchmal völlig Schräges so toll an, wie z.B. F-Dur, aber mit nicht gegriffener oberer, leer mitschwingender E-Seite, ('Like a Rolling Stone', oder 'Hey hey, my my'.) Also: Erst einige Erfolge, die angelehnte Tür ganz weit öffnen, dann die unvermeidbaren Grundlagen (Man sollte möglichst warten, bis der Aspirant entsprechende Fragen selber stellt, … äh … Möglichst!), Technik, Noten lesen, unterschiedliche Tonleitern in Pentatonisch, Moll, Dur … Was Shepardtöne bedeuten (https://de.wikipedia.org/wiki/Shepard-Skala). Halt diese ganze, nie endend wollende Detailarbeit, die man aber normaler Weise gerne mit in Kauf nimmt, weil das ganze Thema halt so faszinierend ist, solange es nicht kaputt pädagogisiert wird. Man lernt aus Liebe mehr, denn aus Disziplin oder Angst, das sollte sich allmählich sogar bis zu den 'echten' Musiklehrern herumgesprochen haben. Neurale Konditionierung muss Freude bereiten. Wie Schwimmen. Jedes Kind liebt von Natur aus Schwimmen (Neugeborene müssen das noch nicht einmal erlernen – sie verlernen das Schwimmen erst später, oft weil die Eltern vorher pädagogisch wurden).

    Und genau diese blöden Eltern, die alles richtig machen wollen, schicken ihre armen Würmchen gleich am nächsten Tag in professionelle Musikschulen, wenn sie, häufig projektiv, auch nur die leisesten Anzeichen für Interesse an Tonkunst glauben entdeckt zu haben. Musikschulen sind teuer und treiben dem Kind jeden Spaß an der Freude ruckartig wieder aus. 'Strafarbeit!' zu denken, während die 'Unmusikalischen' Fußball oder was auch immer spielen dürfen, ist da doch völlig nahe liegend. Das ist wie in der Mathematik. Wir lernen Rechnen, nicht Algebra! Bevor wir die Eleganz, Schönheit und praktische Anwendung von Integralmathematik begriffen haben, wird uns doch jegliches Interesse daran mit endlosen Kurvendiskussionen präventiv ausgetrieben. Welcher Lehrer handhabt den Begriff 'Iteration' am Beispiel von Apfelmännchen und was während der graphischen Darstellung von z1(c) = c passiert. (Weiter ginge es mit z2(c) = c2 + c = c*·*(c + 1) … etc.

    Mann, unser Mathelehrer hätte nur ein wenig die Lehrpläne modifizieren müssen und schon wäre ihm ungeteilte Aufmerksamkeit sicher gewesen. Sinusfunktionen am Einschwingverhalten weiblicher Brüste zu erklären, ha ... – besser als eine Kompanie im Gleichschritt über eine Brücke marschieren zu lassen.

    Musik. Poesie. Genau. Aus Lehm habe ich mal zwei köpfe mit meinen Gesichtszügen modelliert. Eines feminin, eines maskulin. Dann griff ich wieder zur Gitarre. Damit kommt man den interessanten Dingen des Seins schneller näher.

    Kunst ist auch eine Balztechnik. Zurück also zu den Künsten ganz Allgemein am Beispiel von Musik.

    Wisst Ihr eigentlich, wie lange ich brauchte, den Unterschied zwischen pythagoraischer und temperierter Stimmung zu kapieren? Nicht etwa, weil der Unterschied zu kompliziert ist, oder ich total verblödet bin, sondern weil er nirgendwo mit einfachen Begriffen und knapp verständlich erklärt wird und man nicht erst durch 1.000 Formeln wandern muss.

    Das 'Wohltemperierte' interpretierte ich als 'Ausgewogen Melodiös', denn Bach ist ja für seine gnadenlose Nutzung der Quinten/quanten/quartenzirkel bekannt, also war diese Fehlannahme nicht völlig fehl.

    Bach war Autodidakt. Er muss natürlich Zugriff auf Musikinstrumente gehabt haben, also dürfte er aus einer gut situierten Familie stammen. Offenbar hat ihn auch niemand gezwungen, stundenlang Tonleitern zu üben. Aber er konnte wohl immer jemanden fragen, wenn es gerade 'Seine' richtige Zeit war, sich z.B. dafür zu interessieren, warum gregorianische Gesänge nicht am Klavier begleitet werden können.

    Einen Django Reinhardt hätte man erst gar nicht zum höheren Musikstudium zugelassen. (Einen B. Dylan, T. Waits oder R. Chapman übrigens wohl auch kaum).

    Egal! Ob Autodidakt oder von Profis belehrt, einiges ist allen Musiker gemein: Sie müssen in der Lage sein, ihre Obsession überhaupt zu entwickeln. (Was hat ein Klaviervirtuose davon, wenn das Klavier noch nicht entwickelt wurde? Und/oder ein Schriftsteller vor 10.000 Jahren? Romeo und Julia geht einfach nicht in Knotenschrift oder Wandmalereie) Musiker (und ganz Allgemein Künstler) benötigen Zeit. Müssen Lust und erträgliche Lebensumstände haben, Musikinstrumente und auch ein besonders dickes Fell, wenn sich nach 20 Jahren trotz täglich stundenlangen Übens und mit Besenstielen an Decken klopfenden Nachbarn, zum allgemeinen Bedauerns herausstellt, dass sie 'ES!' leider nicht besitzen. Dieses Gott verdammte 'ES', was Steve Vai, Clapton, Tommy Emmanuel, Bach, Mozart und Beethoven im Überfluss besaßen/-sitzen. Aber selbst die da ganz oben auf dem Siegertreppchen mussten/müssen täglich mehrere Stunden üben, alleine schon, nur um ihren Standard zu halten. Und ein Steve Vai ist auch zu aller erst ein Solitär und hat grob gerechnet 100.000 Stunden in die Gitarrenwichserei gesteckt – na, ich würde sagen: Und 20.000 in gemeinsame Auftritte gesteckt.

    Die Einsamkeit des Musik Übenden ist größer als die eines Knoblauchkurpraktikers.

    Das haben alle 'Künstler' gemeinsam. Sie investieren Jahre, Geld, Freundschaften, nur um dann im schlimmsten Fall festzustellen, dass sie etwas Wichtiges übersehen haben. Meistens sind es die Sachzwänge, auf die man nicht gefasst war, und die sich aus erotischen Freuden ergeben. Ich liebe meine Kinder wie doof, gar keine Frage, aber im Ergebnis ist ein 'Künstler' doch meistens bloß ein schlechter Vater und noch schlechterer Bildhauer, Maler, Tänzer, Schriftsteller, Sänger, Musiker …

    Rubinstein log auch, als er behauptete, das Altern dadurch zu kompensieren, dass er nun alles etwas langsamer spielen würde. Jeder weiß doch, dass man für die Reserve immer mit gesteigertem Tempo übt, bis das Stück auch richtig sitzt. Vor Publikum reichen auch 80 % Tempo dessen, was man einst lernte und im … äh … Prinzip? immer noch kann – nur filigraner, sicherer, saugend. Ob das etwas mit Weisheit zu tun hat? Glaube ich nicht.

    Wenn meine heutigen Entscheidungen auf Erfahrung, also auf Fakten beruhen, die nicht mehr bedeutsam sind, bin ich doch nicht 'Weise', sondern bloß 'Eingefahren'! Stur. Ritualisiert.

    Es ist etwas anderes. Und ich kann es nicht beschreiben! Es passt einfach nicht in die Schranken, welche den Worten unter anderem durch ihre emotionalen Implikationen gesetzt sind. Es sind und bleiben stümperhafte Versuche, der Wahrheit doch noch bei zu kommen, auch wenn ich meistens trotzig die Erkennbarkeit derselbigen empört leugne. Ich hör ja schon auf. Wer will schon in ein Theater gehen, wo die Schauspieler stundenlang über ihre Unfähigkeit Schauzuspielern lamentieren?

    Ihr kennt doch alle den Witz über die Benzin sägenden Pferde im Keller, von denen eines nicht zu Weihnachten geht. So was von Saublöd. Zu doof, um nicht zu lachen. So wie das Leben. Das Blöde daran wird zu oft negativ von Leuten dargestellt, die den Witz daran nicht kapiert haben, denn 'Sinn' hat dieser Witz keinen. Das ist der Witz daran. Dadurch wird es zwar nicht zu etwas Besserem, aber mir selber geht es doch gleich etwas besser.

    Und dass Euch das egal ist, ist mir auch egal!

  18. #43
    kls
    Laufkundschaft

    Wie schreibt Ihr?

    Also ich habe gerade eine Beatles-Phase. All die alten Alben, von Help bis zur 'Weißen' und weil ich diese Musik zu einer Zeit hörte, als es meine einzige Sorge war, schneller erwachsen zu werden, denn ich spürte den Ruf eines außergewöhnlichen Lebens locken. Diese Kindergartenmusik versetzt mich in einen präpubertären Zustand und entsprechend schreibe ich dann.

    Letztens hatte ich wochenlang Clapton. Ich konnte es meinen Texten entnehmen.
    Dazwischen war mal ACDC und das schreibt sich ziemlich schunkelrockig.

    Tja. Um 'Bergama' zu vollenden, müsste ich wohl guten Rock von den Purples anhören.

    Ich vermute fast, ich schreibe um Karl-Ludwig kennen zu lernen.

  19. #44
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question Help me if you can i'm feeling down

    erkläre doch mal, woran ich einen text erkenne, der unter dem einfluß von HELP geschrieben worden ist!

  20. #45
    kls
    Laufkundschaft

    Hilfe

    Nach Hilfe, möglichst ausgerechnet von Frauen, habe ich wohl noch nie schriftlich geschrien, aber die Idee ist nicht schlecht. Der Mensch ist schließlich kein Solitär. Ich meinte mit solch schrägem Verknüpfungen allerdings auch eher Gemütszustände, die gewisse Musik in mir auslöst. Clapton bringt mich zu endlosen Schachtelsätzen, die frühen Beatles zu knappen Sandkastenförmchen, Beathofen zu 'GibDirEndlichMalMühe', Bach zu verkrampften mentalen Übertreiben von Variationen, aber alle schwer auf Grammatik bedacht, etc.

    Hilfe! Ich schaff es nicht alleine.
    Ich brauch Hilfe, nicht irgendwen,
    verstehst Du was ich meine?

    Früher, als alles viel früher war
    Konnte ich durch Rauchglas seh'n.
    Heute seh ich nichts mehr klar.

    Hilf mir mich zu retten …

    Mann, das ist doch keiner weiteren Beschäftigung wert. Ich könnte ja 'Yellow Submarine' als musikalische Inspiration in einem Text unterbringen?

    Noch mal, ganz langsam. Musik im Hintergrund beim Schreiben beeinflusst den Stil und Inhalt! Irgend ein Widerspruch? Nein? Gut so!

    Was überhaupt hört ein Aerolith, während er scribale Delikte begeht?

  21. #46
    kls
    Laufkundschaft

    Was hört Ihr, während Ihr schreibt

    Help

    Vier Dinge stören mich, wenn ich dieses Lied im Hintergrund laufen lasse.

    1. Als ich jünger war, brauchte ich keine Hilfe, aber nun bin ich älter und brauche sie dringend. Es ist doch eher umgekehrt, oder?

    2. Das Wort 'Hilfe' sollte durch 'Unterstützung benötigen' oder 'hätte ich es lieber' ersetzt werden. Vielleicht hat es aber im Englischen eine leicht modifizierte Bedeutung mit weniger verbalem Gewicht.

    3. Es lässt sich schlecht danach tanzen, jedenfalls nicht so richtig überzeugend. Und kaum schreiben, weil man an in primärfarbene Förmchen im Sandkasten denken muss.

    Es ist an eine Frau gerichtet, mit der unverschämten Bitte, sich von ihr retten zu lassen, er würde sich 'down' fühlen.

    Welche Türen öffnet der Sänger? Die Türen sind immer offen gewesen, bis man im Zuge des älter Werdens den Fehler machte, etwas ernst zu nehmen, was nur ausgelacht gehört.

    Da ist mit Obladi-Oblada ja fast noch angenehmer. Oder 'yellow submarine', das sind wenigsten eindeutige Kindergartenlieder.

    Aber Helter-Skelter immerhin ist ja schon fast Heavy Metall. Der Bass, die rotzige Dramatik, der (gedunde) Abstand zum anderen Geschlecht, das erst mal sich selber retten müsste.

    T.C. Boyle meinte mal sinngemäß: Entweder man bekommt den Leser, den ganzen Saal zum Kochen, oder Bierdosen an den Kopf geschmissen. Aber Boyle spielt natürlich auch in einer völlig anderen Liga. Mir hat man bei meiner letzten Lesung nur ein Glas Wasser gereicht und drei Tage frei Saufen als Bezahlung. Vor über 25 Jahren. Ich möchte auch gar nicht schreiben können wie ein schlechter Boyle, Gernhardt, Prattchett oder meinetwegen auch Clancy, sondern wie der beste Karl-Ludwig.

    Träume sterben bei Erfüllung. (Ist dieser Spruch nicht herrlich dämlich, wobei fraulich herrlich doch eher meinem Begehren entsprechen würde.)

  22. #47
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Warum schreibt Ihr?

    Da fällt mir noch ein Argument ein:

    Ich schreibe, weil ich da fast sicher sein kann, dass meine 'Kommunikationspartner' normaler Weise erst nachddenken müsssen. bevor sie sich äußern. Das ist im Alltag ziemlich selten.

  23. #48
    kls
    Laufkundschaft

    LIEBT MICH! Oder ich werde EUCH HASSEN?

    Manchmal kann ich mich gar nicht entscheiden, in welchen Ordner meine Konglomerate aus Spinnerei, Unkonzentriertheit, Schwafeln etc. gehören. Einen Ordner für 'schlechte Gedichte' gibt es bereits und einen Ordner für 'schlechte Texte' wäre denn doch vielleicht zu viel des Guten, also schlecht. (lat. conglomerare ‚zusammenballen', jaha, ich weiß nämlich fast immer, wo was stiht, das ich nach Begutachtung, wie üblich, schnell wieder vergessen darf, da ich Latein nur zum Angeben brauche und natürlich auch ein Übersetzungsprogramm):

    Wir wissen alle und verdrängen es meistens recht gekonnt! Aber insgeheim wünscht sich doch fast jeder von 'Uns', ganz weit unten und tief in sich drinnen, nicht weiterhin katatonisch zuzulassen, wie seltsame Leute mit seltsamen Vorstellung von 'Reichtum' die Geschicke unseres Planeten lenken. Leute, die in Menschen bloß austauschbare 'Dinge' sehen, wandelnde Kleckse halt, deren Existenzberechtigung darin besteht, dass schließlich irgend jemand die Mülleimer leeren muss.

    Streben nach Macht ohne Visionen von, und Bemühen um Menschlichkeit, ist 'Böse', ein suizidaler Egotrip, ist wie Falschfahren auf der Autobahn und sich über das Geblendet werden Entgegenkommender zu ärgern, die dann auch noch extra angeberisch mit ihrer Lichthupe blinkend so blenden, dass man kaum noch das Tablettdisplay erkennt. Doch ohne diesen (ich war ja eigentlich beim Egotrip) wiederum, hätte der Mensch ja noch weniger Motivation, dieser Welt etwas gravierend Weltverbesserndes zu schenken.

    Auf jeden Fall kommt menschliche Macht, bei längerfristig konzipierten Überlegungen, nicht darum herum, menschliche Belange zu berücksichtigen - auch Belange, die sie selber vielleicht gar nicht näher kennen, da in ihrer 'Alterskohorte' Butterpreise keine Rolle spielen; oder sexuelle Präferenzen, welche nicht mit den ihrigen identisch sind, die im Islam vorherrschende Homophobie (wobei mir dieser deutsche Pastor einfällt, der erst letztens von der Kanzel herab verkündetet, dass alle 'Nichtheteros' auch deswegen nicht in den Himmel kommen werden), allein Erziehende (ja, die werden oft immer noch so schräg betrachtet, wie 'Geschiedene' in den Jahrhunderten vorher), Behördenschikane, Spritzbestecke auf Spielplätzen, Brotpreise, etc. und natürlich vernünftige Steaks für kls. Das Meiste dieser, uns 'Normalen' den Alltag bestimmenden Kleinbabypisse, ist ihnen fremder als Backsteinen das Fliegen nach dem Showdown in den Sonnenuntergang Wir, und ich benutze dieses Wort, ohne die Mitspieler von meinem 'Wir' überhaupt zu kennen, suchen heimlich nach Möglichkeiten, die Schönheit der Welt nicht mit ihrer Schmutzigkeit zu schänden, sie in brauchbaren Zustand den nächsten Generationen zu hinterlassen und selbstverständlich würden wir uns näher mit der Frage beschäftigen, wie die Menschheit doch noch zu erlösen wäre. Homozid bietet sich zwar wie selbstverständlich an, ist aber auch keine echte Lösung, denn gemäß Doktrin Nr. 2, gibt ein Baum kein Geräusch von sich, wenn es ihn umhaut, falls niemand zuhört was die 'Schönheit als solche' im Falle von Nichtbeachtung als Nicht-existent definiert wird. Eichhörnchen scheinen in dieser Überlegung keinen Platz zu finden.

    Außerdem ist die Natur gar nicht nett, wenn man sie mal unromantisierend betrachtet, neee, nicht wirklich, sondern von mir nur amnestiert. Sie ist auf eine eher gedankenlose Weise hartherzig, nicht aus Absicht. Zivilisation bedeutet in meiner Auslegung nur: 'So weit wie möglich weg von den grausameren Gesetzen der Natur und ihr gleichzeitig so nahe wie möglich ihr näher kommen – schließlich sind Natur und ihre Spielregeln die Eltern der Menschheit.

  24. #49
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    AW: LIEBT MICH und die Dichotomie

    Wir lieben die Erde und verhalten uns tagtäglich so, als würden wir sie abgrundtief hassen. Damit wir das nicht bemerken, definieren wir Natur als etwas schon "Totes". Wie der Fisch, von dem der Angler sagt, er "könne" keinen Schmerz verspüren.

    Sich aufgrund der Tatsache des unmäßigen und unzugehörigen Gesamtverhaltens der Menschheit als Angreifer zu fühlen, bedingt, die Schmerzen des Opfers ausblenden zu müssen. Du hast im Prinzip die URsachen unserer selektiven Wahrnehmung eindeutig beschrieben - die Trennung vom Lebenssystem - die Fragmentierung der Welt.

    Die Möglichkeit, innerhalb eines erweiterten Personalpronomens zu denken, macht starre Standpunkte innerhalb eines fließenden Systems unnötig.

    Dafür liebe ich Dich heute mal. Gibt eh nur das Jetzt, daher ebenso bedingungslos. Aber echt nur Dein Selbst, keine Fehlverknüpfungen...

  25. #50
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Wir wissen alle und verdrängen es meistens recht gekonnt! Aber insgeheim wünscht sich doch fast jeder von 'Uns', ganz weit unten und tief in sich drinnen, nicht weiterhin katatonisch zuzulassen, wie seltsame Leute mit seltsamen Vorstellung von 'Reichtum' die Geschicke unseres Planeten lenken. Leute, die in Menschen bloß austauschbare 'Dinge' sehen, wandelnde Kleckse halt, deren Existenzberechtigung darin besteht, dass schließlich irgend jemand die Mülleimer leeren muss
    Welche Leute? - werde mal konkreter. Warum hackt denn jeder auf den Reichen herum? Ist denn der Arme grundsätzlich der bessere Mensch? Es sind tendenziell eher die Armen, die rücksichtslos mit unserem Planeten umgehen. Wer wirft denn seinen Plastikmüll in den Wald - ist das der Reiche? Es ist seine Intelligenz, die aus dem ehemals Armen einen Reichen macht. Er weiß was die Armen wollen...beschafft oder produziert es ihnen...so wird er dann reich. Es sind nachweislich die Reichen, die sich für das Wohl unseres Planeten einsetzen. Wer hat E605 hergestellt? Klar, der Reiche (BASF). Aber für wen hat er das hergestellt? Für den(damals) Armen (Bauern). Es ist die Nachfrage des Armen ... die unseren Planeten zerstört.

    In Italien sind die Fußballanhänger stolz... wenn ein Spieler 10 Millionen verdient...denn sie sagen sich: "Einer aus unserer Mitte hat es geschafft". In Deutschland ist man neidisch. Solche "arm und reich Debatten" gibt es nur bei uns - bei uns, wo jeder reich ist. Für eine gerechtere Welt braucht man kein Geld...sondern mehr Idealismus. Es gibt die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", gibt es auch eine Organisation "Müllmänner ohne Grenzen"???

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