Ein Ordner aus Zeiten, in denen sich die Deutschen noch mit dem Herzen für ihre Nationalmannschaft interessierten, sei es in der ihnen eigenen Art dröppliger Nölerei oder euphorisch-hypertroph. Inzwischen ist aus der Nationalmannschaft eine Multikultitruppe geworden, ein "Team", das die Herzen und Seelen nicht mehr erreicht, das irgendwie modern, durchschnittlich erfolgreich und zeitgemäß spielt und dessen Ergebnisse mit Achselzucken wahrgenommen werden - wenn überhaupt. Die Stille bei den letzten "Länder"spielen belegt das.

erstellt von t-online
Das Länderspiel gegen Russland war kein Stimmungs-Highlight. Nicht nur der TV-Kommentator spottete über das Leipziger Publikum – auch die DFB-Stars kritisierten die Atmosphäre. Deutschland schlägt Russland - Löw will wieder Killerinstinkt sehen
Das Ergebnis war gut, die Stimmung jedoch unterkühlt. Deutschland siegte mit 3:0 im Testspiel gegen Russland, trotzdem kam im Leipziger Stadion keine Atmosphäre auf. Viele Plätze blieben leer. Nur 35.288 Zuschauer kamen. In die Arena passen 42.000.

TV-Reporter Marco Hagemann, der das Spiel bei RTL kommentierte, spottete: "Mit Fußball-Stimmung hat das überhaupt gar nichts zu tun. Das ist hier eine Stimmung wie in der Oper, wie beim Tennis." Auf Twitter entbrannte daraufhin eine Diskussion über das Spiel, Zuschauer – und die Äußerungen des Reporters.