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Thema: Leidenschaft

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Leidenschaft

    Habe mir Gedanken gemacht, wer im Forum meiner Meinung nach zu Leidenschaft fähig ist. Ich kenne ja alle nur ob ihrer Äußerungen. Ich meine wirklich Leidenschaft -
    nicht Liebe.


    Hannemann:
    Kaum, da er nicht ein Mensch ist der sich selber aufgibt. Das ist die Voraussetzung für Leidenschaft. Er ist sinnlich, was aber nicht leidenschaftlich bedeutet. Die Tendenz zur Selbstzerstörung hat inzwischen andere Kanäle gesucht, solche die länger andauern und eher ewigkeitsgeeignet sind.


    Robert:
    Ist sicher kurzzeitig zu Leidenschaft fähig. Ihm kommt aber sein Kopf zu schnell in die Quere um darin zu versinken. Zu kritisch. Aber sehnt sich danach - sehr sogar. Hat aber auch ein Handikap mit seiner Verantwortung. Leidenschaft vergisst alle Verantwortung.


    Paul:
    Schwierig zu sagen, eher liebesfähig. Hat meiner Meinung nach zwar Sehnsucht aber nicht den fatalen Willen alles aufzugeben - sich selbst zuerst. Zu romantisch für Leidenschaft. Zu wenig zerstörerisch.


    Quoth:
    Hat oder hatte versteckte, nie wirklich zugegebene Leidenschaften. Ist in sich verstrickt, traut sich nicht. Will seine Triebe nicht nennen und ist eher der nach innen gekehrte, einsame Leidenschaftliche. Kann die Leidenschaft nicht mit jemandem teilen.


    Klammer:
    Ein interessanter Fall. Ich glaube durchaus sehr leidenschaftsfähig. Aber das ist alles gut verborgen unter Konventionen und Verantwortung. Das soll auch so bleiben. Wenn es mal ausbrechen sollte bei ihm, werden alle sagen....nie hätten wir gedacht, daß ausgerechnet er....


    kls:
    hat alles was man für Leidenschaft braucht, Selbstaufgabe bis zur Blödheit, Selbstzerstörungstrieb und die nötige Aggression und Verantwortungslosigkeit. Er tut gut daran, ihr aus dem Weg zu gehen. Leidenschaft ist seine Sucht. Er kann verschlingen und sich verschlingen lassen.

    Mr. Jones:
    Bei ihm muss die Leidenschaft so lange reifen, wie ein würziger Käse. Da kann es schon sein, daß sie unbekömmlich wird - in größeren Mengen. Er ist eher ein Duftgenießer.

  2. #2
    kls
    Laufkundschaft

    Post AW: Leidenschaft

    Und Kyra? Liebesfähig? Klar, aus eine Albert Schweizer Romantik heraus. Die Liebe der Verlierer. Leidenschaft? Ich befürchte: Nicht die Bohne. Zu misstrauisch. Aber fähig sich zu verlieren, wenn auch eher schleichend.


    Danke für Deine Einschätzung.


    Lass die Moleküle rasen,
    was sie auch zusammenknobeln,
    lass das Tüfteln, lass das Hobeln
    heilig halte die Extasen... (C.M)




    [Diese Nachricht wurde von kls am 18. August 2002 editiert.]

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    ..... Klar, aus eine Albert Schweizer Romantik heraus. Die Liebe der Verlierer.


    Nun, ich kann damit leben, daß nach mir dann Schulen und Krankenhäuser benannt werden. Würde allerdings Wert darauf legen, daß auch das eine oder andere Eros Center meinen Namen trägt.

    Danke für Deine Einschätzung

    lieber kls, Du siehst es falsch, wenn Du meinst dies seie einfach ein Kompliment. Es ist ebensowenig ein Kompliment, als wenn man sagte man hielte jemanden des Verrates, des Mordes oder des Hasses für fähig. All diese "starken" Gefühle und Handlungen gehen mit einem sehr geringen Maß von Verantwortung einher.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Leidenschaft

    (Geschrieben in Unkenntnis deines letzten Kommentars, Kyra)

    Ich sehe nicht Selbstaufgabe als Kern der Leidenschaft, sondern hemmungslosen Egoismus. Der ist es, der dann zum "Vergessen aller Verantwortung" führt, Selbstaufgabe und Selbstzerstörung sind nur zum Schein eingesetzte Mittel, die das leidenschaftlich begehrte Objekt erpressen sollen, in Wirklichkeit will der Leidenschaftliche es fressen, vernichten und sich verdauend anverwandeln, um seine Überreste auszuscheißen und zum nächsten überzugehen. Die reine, selbstlose, aufopfernde, "wirkliche" Leidenschaft ist eine Erfindung der Literaten und Drehbuchautoren, weil sich mit ihr gar prächtig verdienen läßt, denn jeder möchte sich gern einreden, er sei dazu fähig oder lebe sie sogar gerade.
    Insofern, liebe Kyra, kann ich mich für Deine Bewertung nicht bedanken, mich über sie auch nicht beschweren - für mich ist Leidenschaft (im Gegensatz zu Liebe) nichts Erstrebenswertes, sie bereichert das Leben nicht, sondern macht es arm.
    Aber ein guter Anstoß, um drüber nachzudenken!

    Ekstase, lieber Karl Ludwig, das "Herausstehen" aus dem Normalzustand, schreibt man bitteschön bei aller Ekstatik so und nicht mit x.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Leidenschaft

    Herzallerliebste Kyra,


    das war ja eine interessante Fernanalyse. Ich bin also ein Neurotiker?
    Soll ich dir sagen, was mir gerade Leiden schafft und mich daran hindert, mich häufiger im Forum zu melden?
    Meine herzallerliebste Schwester (ja, ja, sie ist dir durchaus ähnlich) zieht um, von einer Bruchbude in eine andere. So ähnlich wird es im Fegefeuer sein: Sinnfreie Arbeit ohne sichtbare Erfolge (Schyschipfusch am Bau).
    Ich habe z. B. gerade meine Leidenschaft für billigen Fliesenkleber entdeckt, der nach fünf Stunden versandet und die Arbeit eines Tages zunichte macht. Ich liebe das Zeug!


    Gruß, Klammer


    P. S.: Ach, ja, Quoth, Ekstase mag zwar mit "k" richtig sein, aber mit "x" ist sie viel hübscher. (S)extase - das könne eine Leidenschaft von mir werden.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  6. #6
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Leidenschaft

    Quoth: Ich sehe nicht Selbstaufgabe als Kern der Leidenschaft, sondern hemmungslosen Egoismus.


    Kls: Moment mal, Egoismus ist die treibende Kraft hinter jeglichem Handeln. So oder so erhofft man sich einen Vorteil und sei es auch nur sich edler zu fühlen. Manchen soll das ja Spass machen.


    Quoth: Selbstaufgabe und Selbstzerstörung sind nur zum Schein eingesetzte Mittel, die das leidenschaftlich begehrte Objekt erpressen sollen, in Wirklichkeit will der Leidenschaftliche es fressen, vernichten und sich verdauend anverwandeln, um seine Überreste auszuscheißen und zum nächsten überzugehen.


    Kls: Dieser vulgärpsychologischen Interpretation vermag ich nicht zu folgen. Und den nur zum Schein eingesetzten Mittel noch weniger. Also, unterbrich mich, wenn ich nun etwas Dummes schreiben sollte. Du meinst also: Leidenschaft = Egoismus = Verantwortungslosigkeit = Erpressung! Halleluja, jetzt hast Du es aber durchschaut. Mir persönlich ist das allerdings zu bitter. Viel zu bitter! Leidenschaft, Ekstase, das bacchantische Prinzip, Feuer und Luft sind Bestandteil unserer Menschlichkeit. Dieses lustfeindliche Hintergrundrauschen unserer Kultur..., ach..., was soll ich mich denn hier groß aufregen.


    Quoth: Die reine, selbstlose, aufopfernde, "wirkliche" Leidenschaft ist eine Erfindung der Literaten und Drehbuchautoren (...)


    Kls: Oh nein, es laufen genügend Beispiele von Selbstverleugnung rum. Einige davon beschäftigen sich mit dem Seelenheil einer auserwählten Person, woraufhin diese prompt auch einen seelischen Schaden davonträgt.


    Quoth: Ekstase, lieber Karl Ludwig, das "Herausstehen" aus dem Normalzustand, schreibt man bitteschön bei aller Ekstatik so und nicht mit x.


    Ach komm, das ist doch ein lässlicher Fehler. Habe schon viel größere gemacht.



  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Lieber Klammer,


    Du schreibst:
    Ich bin also ein Neurotiker?


    Das habe ich gar nicht so interpretiert. Ich glaube auch nicht, da? meine Einschätzung einen Neurotiker beschreibt. Ich habe nur gesagt was ich fühle, das mag ja völlig falsch sein. Aber nicht als eine Form von Urteil oder psychologischer Formel. Keine Ahnung wie ich das nennen würde, sicher aber nicht Neurotiker. Käme mir nicht in den Sinn. Meine Interpretationen sind eher wie Landschaftsbeschreibungen. Menschenlandschaft, die ich eben aus dieser eingeschränkten Perspektive sehe, nur über das Geschriebene.
    Was Dich angeht würde ich das eher als eine fruchtbar bedeckte Art der Zügellosigkeit zusammenfassen.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 18. August 2002 editiert.]

  8. #8
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Leidenschaft

    Kyra, ein Mensch in Wallung ist zu allem Möglichen fähig. Einschließlich Mord, Verrat, Hass. Ich verstehe nur nicht, wie sich jemand die Assoziationskette "starke Gefühle" = "Verantwortungslosigkeit" = "Mord und Totschlag" aus dem Keller ziehen kann, bah Spinne aber auch. Welch Quäkergeist. Das hört sich an wie: Mädchen sollten als Jungfrau in die Ehe gehen, oder: Onanie hat Rückenmarksschwund zur Folge.


    Aber insgeheim gebe ich Dir ja etwas Recht. Starke Gefühle schwächen das vernünftige Benehmen. Das ist allerdings auch genau der Existenzgrund von Gefühlen: Bei Kerzenlicht keine Kosten-Nutzen Analysen anstellen, aber was soll's.


    Kyraschatz, da Du mir als Einzigem in dieser Runde vollste Wallungsfähigkeit unterstellst: Das war einmal. Das kommt nie wieder, lalala...


    Ansonsten wünsche ich mir, im Alter von 80 Jahren an sexueller Erschöpfung zu sterben. Aber auch, wenn ich morgen an Langer Weile krepieren sollte habe ich wenigstens hell geleuchtet. Ich wollte stets brennen, nicht glimmen.


    Außerdem war mein Selbsterhaltungstrieb stets größer als mein Selbstzerstörungswille, bei aller Ekstase.


    kls

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Leidenschaft

    Auch wenn es keiner merkt, Kyra, einer der intelligentesten Beiträge der letzten zwei Jahre, see you!

  10. #10
    pjesma
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    AW: Leidenschaft

    leidenschaft.
    ist das jetzt eine konstante die mann in bestimmte menge haben muß, ansonst ist mann minderwert? so im sinne mein papa ist stärker als dein papa, und meine mama leidenschaftlicher als deine mama.
    ich finde es albern die leute an leidenschaftliche oder "unleidenschaftliche" zu teilen. welche art der leidenschaft ist gemeint? ich kenne viele.
    wenn mir einer im tram auf die zehen tritt, bin ich leidenschaftlich. bis zur hingabe und (selbst)zerstörung
    frag nicht nach leidenschaft, frag wo einem "seine" zehen liegen

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Meine Leidenschaft steht gerade auf nassen Füßen. Aber, Kyra, Du hattest völlig recht, mich an die Spitze der Schlange zu setzen: Ich bin Kompetenz!
    Ich schaffe, kontrolliere und lindere Leiden, und weil ich ständig kontrolliere - sogar auch mich -, bin ich der verdammt beste und leidenschaftlichste Liebhaber, den ich je gesehen. Ich quäle, lasse leiden, winseln um Erlösung, doch ich, kontrolliert, halte mich zurück... mindestens dreißig Sekunden, länger ist nicht menschlich.

    Ich muß mich dafür bewundern, mit Leidenschaft.


    Ein böser Satz ist mir aufgestoßen: Quoth... "ist Leidenschaft im Gegensatz zu Liebe nichts Erstrebenswertes, sie bereichert das Leben nicht, sondern macht es arm." Boah, Herr Moralapostel, hast Du schon jemals richtig leidenschaftlich gebumst? Ich meine: küssen, schlecken, saugen , beißen, krallen, kratzen, heulen, schluchzen, keuchen, stammeln, schreien, schreien... Mund an Mund erschöpften Atem trinken, Herz an Herz im Einklang schlagen? Oh nein, lieber Quoth, das macht nicht arm, höchstens sauwohlig müde. Es macht gute Lust auf mehr, und ich würde um keinen Preis dieser Welt, besonders um kein trocken Buch der Religionen, Bibel oder Koran, darauf verzichten wollen.
    Du sprichst von hemmungslosen Egoismus und gibst Dir nur den Anschein, ein hoffnungslos gehemmter Mann zu sein.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    erstellt von pjesma:
    .....wenn mir einer im tram auf die zehen tritt, bin ich leidenschaftlich. bis zur hingabe und (selbst)zerstörung

    aber das ist Temperament! Leidenschaft und Temperament haben erst einmal nichts miteinander zu tun, denke ich.

  13. #13
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    AW: Leidenschaft

    Original erstellt von kls:
    [B]Quoth: Ich sehe nicht Selbstaufgabe als Kern der Leidenschaft, sondern hemmungslosen Egoismus.


    Kls: Moment mal, Egoismus ist die treibende Kraft hinter jeglichem Handeln. So oder so erhofft man sich einen Vorteil und sei es auch nur sich edler zu fühlen.

    kls, du irrst, nein, man erhofft sich nicht so oder so einen vorteil. lies dostojewskji. oder beobachte, wie ich mein leben lebe, ab und an. oder finde ein beispiel in deinem eigenen sein und nichtsein hierfür: der nachteil ist manchmal erstrebenswerter...




    im übrigen, gute kyra: dank schön, hast mich nicht ganz vergessen... und zum thema nur soviel, eine hypothese meinerseits, die, zugegeben, käumlich nur zur theorie taugt: wer fähig ist, wahnsinnig zu sein, der kann auch leidenschaftlich werden. nur der. jaja, ich glaube durchaus, dass du dich oben im einen oder anderen fall täuscht. weil im einen oder andern fall durchaus der wahnsinn durchschimmert. im einen oder andern fall? hmm, sag mal, wer schreibt, ist der nicht so oder so leidenschaftlich? bzw. wahnsinnig? ich denke, hmm, ich denke schon. ich denke, allesamt sind sie zu leidenschaft fähig, die du oben auf deine liste gesetzt hast. und verschon mir ja nicht das hannemännchen.


    dear greetings,
    Mr. Jones

  14. #14
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    Question AW: Leidenschaft

    Warum schreibst du nichts über die Leidenschaft von Frauen?

  15. #15
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Leidenschaft

    Mr. Jones: lies dostojewskji


    Ist der ein Experte für die Karl-Ludwigs dieser Welt? Ich gucke lieber nach innen um Fragen und die dazugehörigen Antworten zu finden. Hingabe, Ekstase, Leidenschaft sind nur Verbalabstrakte für einen Zustand, den ich nur als eine befreienden Katharsis von der Aufsplitterung begrüßen kann. Kein Platz für Zweifel, keine Lust auf Zweifel. Verschmelzen, gemeinsam ein Überwesen aus Liebe erschaffen. Das muss NICHT unbedingt etwas mit Sex zu tun haben, aber meistens doch.


    Nichts GROSSES wird OHNE Leidenschaft vollendet. Das nur mal am Rande bemerkt. Wer sich nicht hingeben kann ist zu einem Leben der Mittelmässigkeit verdammt - gut, dass man damit niemanden stören kann. Wer seinen eigenen Texten keine leidenschaftliche Liebe entgegenbringt, bis hin zur Lächerlichkeit, sollte lieber Advokat werden.
    Kyra, Hannemann ist sehr wohl der Leidenschaft fähig, das liest man doch raus!






    [Diese Nachricht wurde von kls am 19. August 2002 editiert.]

  16. #16
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Hallo Philozicke
    Über die wenigen Frauen habe ich nichts gesagt, weil Dich "kenne" ich zu wenig. Über Patina denke ich noch nach.


    Zu den anderen Antworten:
    Hätte ich statt Leidenschaft den Ausdruck Fanatismus gewählt, würden sich wohl nicht alle drängen in der ersten Reihe zu stehen.
    Ich muß Quoth zum Teil zustimmen, was aber nichts mit Moral zu tun hat.
    Ich hatte in meinem Leben drei leidenschaftliche Beziehungen, was gemessen an den vielen anderen, die verliebt, zugeneigt, lustvoll oder sogar Liebe waren, ein Bruchteil sind. Diese drei Beziehungen wurden alle gewaltsam aufgelöst, weil einer der beiden Beteiligten sich retten musste, sie haben alle Energie aus uns gezogen und wir haben sie gemeinsam verbrannt. Was zurückblieb war eine Leere. Wirkliche Leidenschaft beinhaltet immer sehr viel Unglück. Romeo und Julia ließ man sterben. Die Frage ist wohl eher ist Leidenschaft lebbar und erstrebenswert? Ist sie nicht immer zum Tode verurteilt? Es geht mir dabei nicht darum zu sagen, eine Beziehung ist nur dann etwas Wert, wenn sie Jahre, Jahrzehnte hält. Aber ist eine leidenschaftliche Beziehung nicht von vorneherein zum Scheitern angelegt? Weil dabei jeder seine Gefühle nur selber verbraucht? Es keinen Austausch gibt - obwohl man es so verzweifelt versucht? Ich bitte darum Leidenschaft nicht mit intensiver Erotik zu verwechseln. Hängen Leidenschaft - Unerreichbarkeit und Schmerz nicht immer zusammen? Und dann "verzichtet" einer, aus edelen Gründen oder aus Kraftlosigkeit oder weil er sich umbringt. Hat Leidenschaft nicht den gleichen destruktiven Charakter wie Fanatismus? Ist sie statt eines religiösen Fanatismus einer der Liebe?
    Sind die Leidenschaftlichen die Selbstmordattentäter der Liebe....

  17. #17
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    AW: Leidenschaft

    Frau Doktor Prügelpeitsch mit Ferndiagnose. Mit meinem Etikette bin ich zufrieden. Wahr muß es ja nicht sein. Der Wein wird besser geschmeckt haben, wenn Du ihn gekostet hast.


    Leidenschaft schafft Leiden. Ich liebe Leidensfähige, aber dumpf darf's nit sein. Ich halt's mit Sympathetie. Die Unterscheidung von Temperament und Leidenschaft ist richtig; es sind nicht nur unterschiedliche, sondern sogar verschiedene Dinge. Allerdings findet sich sicherlich ein Verbindungsteil.


    Mal sehen, was hier so wächst. Bin auf den ersten Niesprim gespannt.

    Das Thema ist bestens dazu geeignet, Verdruß zu erzeugen. Wer will schon aus der Ferne diagnostiziert werden? Und wer möchte das nicht? Fehlt jemand, fühlt er sich übergangen. Fehlt jemand nicht, fühlt er sich falsch bewertet. Ist der eine gut bewertet worden, fühlt sich ein anderer verkannt oder geschmäht. - So oder so führt ein solches Thema, zumal in Erwägung, daß wir hier immer von Nicks sprechen - also keineswegs von Personen bürgerlichen Rechts - zu Spannungen innert der Forumgemeinde. Soll mir recht sein, würde Nietzsche sagen, das schärft die Konflikte und kann zu produktiven Lösungen führen. Allerdings kenne ich meine Wolkensteiner und glaube, es wird nur dazu führen, daß sich der eine oder andere zurückzieht, maulend in einer Ecke weiterwest.

  18. #18
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    lieber kls, Du schriebst:


    Nichts GROSSES wird OHNE Leidenschaft vollendet. Das nur mal am Rande bemerkt.


    Das ist ein häufig gedachter Irrtum. Ich kenne einige gute Künstler. Was sie treibt ist Intensität. Grosses entsteht nicht aus Leidenschaft, es hat viel mit intensiver Arbeit zu tun. Auch wenn es sich sehr profan anhört. Was irgenwann einmal genial wirkt, wurde mit schlichter Arbeit erreicht. Es ist ein Bild des Künstlers, daß gerne gepflegt wird. Die Leidenschaft. Wenn Du in die Ateliers gehst, siehst Du, es ist ein wenig leidenschaftliches Ringen um Form und Inhalt. Kunst entsteht im Kopf. Es ist ein intellektueller Prozeß, kein leidenschaftlicher. Du selber hast ja mal geschrieben "Liebe ist ein Prozeß - kein Zustand". Und Leidenschaft ist ein Zustand.


    PS.
    Nichts GROSSES wird OHNE Leidenschaft vollendet.


    Das sehe ich genau umgekehrt. Leidenschaft ist fast ein Synonym für Nichtvollendetes.
    Immer Neues anfangen. Nichts vollenden.



    was ist das - Niesprim?


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 19. August 2002 editiert.]

  19. #19
    rodbertus
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    AW: Leidenschaft

    PZ, Du würdest staunen, wenn Du wüßtest, wie viele Frauen hier so rumschwirren. Die meisten sind nur nicht sehr leidenschaftlich in bezug auf die Literatur. Männer haben da in der Regel eine höhere Absistenz, weil sie bei dem, was sie freiwillig betreiben, mit dem Herzen dabei sind. Aber Frauen haben diese Ahnungen, die sie immer wieder zurückführen in den Schoß, aus dem alles (geistige) Leben quillt.

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Leidenschaft

    gut, daß ich nicht dabei bin, da brauch ich nichts dazu zu sagen. bin nämlich heute leidenschafftslos, ich leide schon, da muß nichts geschaffen werden.

  21. #21
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Leidenschaft

    Liebe Kyra,


    dass du mich nicht für einen Neurotiker hältst, will ich dir glauben. Du hast aber in mir einen klassischen Fall beschrieben, der seine kindl. Triebwünsche wegen starker, mit Bedrohung verbundener Widerstände (sozialer, gesellschaftlicher Art) nicht ausleben kann, sondern sie durch andere Persönlichkeitsanteile abwehrt und ins Unterbewusste verdrängt; also eine "fruchtbar bedeckte Art der Zügellosigkeit". Trotzdem danke ich für das hübsche Kompliment.


    Im übrigen weiß ich auch nach dem Studieren dieses Ordners noch nicht, was du eigentlich unter Leidenschaft (Fanatismus?) verstehst.


    So, und jetzt muss ich leidenschaftlich Teppiche verlegen.


    Gruß, Klammer

    ...übrigens:
    Der flexible Fliesenkleber von Knauf ist zwar teuer, aber bei dem bleiben die Dinger wenigstens an der Wand. Und wenn man beim Praktiker das Stichwort "Hochwasser" benutzt, kriegt man 15 %.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  22. #22
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Jesus Sirach 6,2 ff


    "Stürze nicht in die Gewalt der Leidenschaft; sie weidet deine Kraft ab wie ein Rind. Sie frißt dein Laub, raubt deiner Frucht die Wurzel und läßt als dürren Baum dich dann zurück. Jaaaaaaah, freche Leidenschaft vernichtet ihre Opfer, und des Gegners Schadenfreude trifft sie obendrein."


    Die Kirche und Quoth wissen schon, was zu verbieten, weil es schadet. Wem? Große Gefühle, Leidenschaft, stammen von Gott. Ich lebe lieber in Himmelshöhen und Höllentiefen, als im Flachen zu kriechen.

  23. #23
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Aber ist es nicht vielmehr die Sehnsucht nach der Leidenschaft, die den Antrieb gibt, etwas zu schaffen?
    Erreichst Du die Himmelhöhen und Höllentiefen nicht eher durch den Wunsch nach Leidenschaft, als durch sie selber?

  24. #24
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Ich mag Reales, mit Leidenschaft dabei und nicht die graue Theorie. Allerdings ist es durchaus möglich, auch die lodernste Leidenschaft totzuquatschen.

  25. #25
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Leidenschaft

    Ja, hier zeigt Frau durchaus Talent. Schickt Frauen zu den Flächenbränden.

    @ Philozicke


    habe nachgedacht über Dich. Du scheinst im sogenannten Alltag recht bodenständig zu sein. Aber als Januskopf mit einer gesegneten Portion von leidenschaftlichem Glückswillen ausgestattet. Also Leidenschaft vorhanden. Wen versuchst Du zu erobern? Verheiratete Männer, unschuldige Knaben oder einfach solche Kerle die sich nicht für Dich interessieren? Alles gute Voraussetzungen für schwere Leidenschaft. Verwende die Energie darüber zu schreiben.

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