+ Antworten
Ergebnis 1 bis 12 von 12

Thema: Expose für einen tausendseitigen Roman

  1. #1
    kls
    Status: ungeklärt

    Post Expose für einen tausendseitigen Roman

    Der alte Mann und das ewig Gleiche.


    Ich bin hinreichend über Magie informiert. Ich bin mir bewusst, dass eine Niederschrift meiner Seelenwundheit unerwünschte Geister wecken kann. Unerwünscht? Wenn es nur so einfach wäre. Alleine die Beschäftigung mit dem Thema verleiht der Sache doch schon unangemessene Masse und Bedeutung. "Aha, so funktioniert das also", denkt da der Leser und erwartet Tipps zur Bewältigung von Alltagsproblemen. Pustekuchen, denkt da der Autor.


    Es juckt wie ein Mückenstich und will in passende Worte gekleidet werden. Es ist omnipräsent und alle Spuren weisen in die selbe Richtung. Es zeigt sich hinter den Zweitbedeutungen der Worte, welche Belangloses formen. Ich bin förmlich umgeben von lodernden Dornenbüschen und überdimensionierten Zeigefingern.


    Und ich höre mich ihren Namen laut denken. Regelmäßig wie ein Metronom und genau so zermürbend. Ich ertappe mich dabei, wie ich Selbstgespräche führe und ihr die Rolle meines Gesprächspartners zuschustere. Das ist doch nicht normal. In ihrer Gegenwart fängt der Höhlenmensch in mir an zu trommeln und meine Rhetorik erlebt Sternstunden. So was von originell aber auch...


    Das alles passiert mit mir in einem Bereich, den ich nicht kontrollieren kann. Ich bin auf die Rolle eines Zuschauers meiner Selbst reduziert. Das finde ich nicht gut. Nein! Das macht mich richtig zornig. Es ist so schöööön.


    Früher konnte ich tagelang im "Blöden Egon" sitzen und mich einfach nur wohl fühlen. "Selbstgespräche mit einem intelligenten Menschen führen." So nannte ich es immer. "Ich lausche dem Knirschen der Erdachse", war meine liebste Antwort, wenn mich wer fragte, was ich gerade so treibe. Schade, dass man diese Antwort nicht öfters als ein mal täglich verwenden kann, ohne sich dabei zu langweilen.


    Sie sieht mich in letzter Zeit so seltsam an. Immer wenn ich während eines Gespräches nachsehe, guckt sie mir gerade mit ihren waffenscheinpflichtigen Augen hinter meine Pupillen. Oder bilde ich mir das nur ein? Und selbst wenn, ich WILL nicht. Mein Gott, und wie ich will....


    Niemand manipuliert mich ohne meine Einwilligung. Am allerwenigsten die, mir persönlich unterstellten Hormone. Aber es kribbelt so schön. Mein Mittelpunkt wandert nach aussen. Hilfe. Nein! Ist das schön!


    Es ist das Mysterium des Teilens. Das Verschmelzen. Da klebt mein ganz persönliches Lorbeerblatt auf der Schulter.



    "Geh weg - komm her, geh weg - komm her..."
    Will Dein Herz von innen sehn!
    Verdammt noch mal, das ist nicht fair.
    Find Dich wirklich wunderschön!!!
    Wenn ich dürfte, wie ich könnte, wenn ich wollte...
    verdammt noch mal, es ist nicht fair!
    Bist ein Traum und Niemand sollte
    fühlen wie: "Komm weg - geh her...!"


    Bitte, wo geht es hier zur nächsten Gummizelle?

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    953
    Renommee-Modifikator
    21

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Der kalte Mann will das Gleiche,

    nur, was hat das mit Magie zu schaffen? Du brennst und pennst nicht, das ist gut, dann schreib auch schön. Schreib Deinen Roman, auf den die Welt (nach meinem) gewartet.
    Du hast gesammelt, Dein Inneres mit vielen amüsanten Gedanken aufgeblüht, die wollen ans Licht.
    Viel Spaß dabei, bei mir hat es fünf Jahre gedauert. Mein Brennen demnächst in diesem Theater.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    23.June 2002
    Ort
    Wiehl
    Beiträge
    341
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Unter jedem Grabstein ruht eine Weltgeschichte - in jeder Existenz ein Roman - aber wie du den deinen aus der deinen herauszuspinnen gedenkst, das verrät dieses Stimmungsbild nicht, das alles ist, aber kein Expose.


    Gruß Quoth

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    13.May 2000
    Ort
    Köln
    Beiträge
    671
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Lass mich erst mal dieses Tohubahowu hier in den Griff kriegen, ich durchlaufe eine äußere und innere Achterbahn, - heiliges Ding-Dong aber auch.


    Soll das heißen, Du beantragst eine Auszeit?
    Das ist eben manchmal so. Aber mach dann auch nichts literarisch Halbes.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    27.January 2002
    Ort
    Paris (Frankreich)
    Beiträge
    127
    Renommee-Modifikator
    18

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    "Der alte Mann und das ewig Gleiche" auf tausend Seiten. Das erscheint mir wie Hesses "Glasperlenspiel" auf 10.000 Seiten. Schon den Originaltext hätte man auf 20% herunter kürzen können. DANN wär's spannend gewesen ...

  6. #6
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Komm, gib Küsschen und gut. Sonst beschäftige ich mich mal mit DEINEN Texten. Das wäre nicht schön. Nicht wirklich, wie Du Dir unschwer vorstellen kannst.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    27.January 2002
    Ort
    Paris (Frankreich)
    Beiträge
    127
    Renommee-Modifikator
    18

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Na hoppla - fühlt sich da jemand auf den Schlips getreten? Wenn Du nur auf Beifall heischst, bist Du wohl im falschen Forum.

    Und - halte mit Deiner Meinung zu meinen Texten nicht hinterm Berg - ich kann's vertragen ...

  8. #8
    kls
    Status: ungeklärt

    Post Mein Name

    Geht doch in Ordnung, wenn ich noch ein wenig übe, bevor ich Weltliteratur erschaffe?


    Karli


    Also ich heiße Karl-Ludwig Saligmann und das kam so: Mein Großvater hieß zwar Karl, mein Vater hingegen Ludwig, genauso wie mein Urgroßvater. Ratet mal, wie mein Ur-Urgrossvater hieß. Genau: Karl. Den Nachnamen hatten wir alle gemeinsam gleichlautend, sogar die Frauen. Damit kam ich prima klar.


    Womit ich nicht klar kam war der Bindestrich zwischen Karl und Ludwig. Der hat mir das Leben versaut.


    Meine Geschwister kamen auch nicht mit meinem Bindestrich klar. "Kauti, Kludwig, Kalu, KaEl", - sämtliche Wortmalereien die man von meinen Vornamen ableiten kann wurden an mir ausprobiert - das hatte traumatisierende Folgen. Welche? Keine Ahnung, aber ich bin mir sicher, dass mein Leben ohne Bindestrich anders verlaufen wäre. Am sympathischten war mir noch "Carolus Lutvikus Saligmannakis", das hört sich an, wie geharzter Wein und Lamm, Strippoker mit anschließendem ..., aber das gehört hier nicht hin, schließlich hat man auch als Schreiber eine gewisse Verantwortung der jüngeren Leserschaft gegenüber.


    Selbst meine Mutter kam mit dem Bindestrich nicht klar und rief mich "Karli", trotz obwohl des harten Konsonanten am Anfang, ein Wort, welches mich selbst mit 52 auf der Stelle ganz schrecklich regressiv werden lässt. Mit diesem Wort hängen Majonäsestullen im Winter, selbstgekochter Quittengelee und ganz allgemein Geborgenheit und Liebe zusammen. Es ist ein Schlüsselwort, - wer mich Karli nennt kann kein gänzlich schlechter Mensch sein.


    So einen Bindestrich wird man auch nicht so einfach wieder los, wenn man ihn sich einmal eingefangen hat. Nein, keine Sorge, er ist nicht ansteckend. Er ist nur ein horizontaler Ausdruck tiefster Verbundenheit zwischen den Generationen, schade dass man ihn nicht zum Gedankenstrich uminterpretieren darf, dann hätte ich bestimmt weniger Probleme mit damit: Karl (grübel...) Ludwig Saligmann? Hm, kann man auch nicht erwarten, dass sich wer dran hält. Karl (äh..) Ludwig? Stottert mich bitte nicht so an, Leute.


    Möchte wer einen Bindestrich kaufen? Geschenkt kriegen? Nein? Und wenn ich ihn als Minuszeichen deklariere? Karl (minus) Ludwig? Auch nicht? Seht ihr?


    Schnüff...

  9. #9
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    der semantische Teil: Es schwippt, aber es tanzt nicht. Karl muß (heißt Mann, soviel ich weiß) in die Spielereien eingreifen und sich ganz zeigen. Das Halbe des Ganzen zeigen, das Halbe des Ganzen zeigen. Spielen mit den Vorurteilen und den Vorzeichen! Ich bin ein Mann, vorne und hinten. Karl...mann. Ich bin Kaiser! Amen.

    karl übte 2002, 2012 und wird 2022 üben. aber er bringt es nicht fertig.
    man kann sich auch zu tode üben.

  10. #10
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Darf ich hier ein überzeugtes "Garnuffel-Grüh!" anbringen? Weiß ein Aerolith denn nach über 10 Jahren immer noch nicht, wie kls funzt?

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    22.September 2008
    Ort
    Regensburg
    Beiträge
    31
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    manche sachen ändern sich herrlicherweise nie
    womit ich nicht sagen will, dass sich manche nicht aufs glücklichste ändern
    so oszilliert das leben, man kanns einfach nicht lassen

  12. #12
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Expose für einen tausendseitigen Roman

    Das ist kein Expose, nur eine Ansammlung von Gedankenfetzen. Zu einem Expose gehört eine Geschichte, ein plot, eine runde Sache. Ein Expose soll beim Leser erahnen lassen, worum es geht, welche Themen innert eines geschlossenen Handlungsrahmens verhandelt werden sollen usw.

    Ich habe aus diesem Ordner etlichen chat gestrichen, nur den Wortwechsel zwischen kls und Griffon stehenlassen. Ich hatte mir seinerzeit von kls gewünscht, daß er die Geschichten um Opa Pscht zu einem Ende hätte führen wollen. Hatter nich.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Suche fröhlichen Roman
    Von Kyra im Forum Buch- und Autorenforum
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 17.07.19, 10:21
  2. Für einen Freund
    Von kls im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 26.04.19, 19:08
  3. Notiz über einen Fluch
    Von Kyra im Forum Notizen-Ordner
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 11.07.18, 11:19
  4. Wir schreiben einen Aufsatz
    Von rodbertus im Forum Leiden schafft
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 21.01.18, 09:47
  5. des einen freud, des andern leid
    Von eulenspiegel im Forum Lyrik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 16.03.02, 14:19

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •