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Thema: Tagesgespräch 2015

  1. #26
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    AW: Was mich köstlich amüsierte

    Das ist eine relative Überinterpretierung, lieber Herr Karl.

    1. Es ging Dir vorrangig darum, dich mit Kopfschmerztabletten zu bewaffnen.
    2. Um Dich von Deinen Kopfschmerzen abzulenken, versuchte ich eine Synapsenmassage mit dem Youtube Video über das Zellgedächtnis.
    3. Da die Kopfschmerzen jedoch im Fokus Deiner Aufmerksamkeit blieben, konnten die kohärenzbildenden Maßnahmen nur auf der physischen Ebene zu Wirkungen führen.
    4. Euren Stundengedichtewettbewerb habe ich durchaus verfolgt. Deine diesbezügliche Nachfrage kam nicht über den Wahrnehmungsfilter hinweg. Allerdings selbst beim Bemerken des Informationsgehaltes Deiner ungehörten Worte, wäre mit einer fachkundigen Reaktion nicht zu rechnen gewesen.
    5. Da ich damals eher selten die Schuld besuchte, fehlt mir einfach die Unterscheidungsfähigkeit für eine sachlich kompetente Einordnung der Form.
    6. Ja, mag ich auch der letzte unbelehrbare Optimist in diesem Multiversum sein, mein Vertrauen in Deine Lernfähigkeit ist unerschütterlich.
    7. Ist es wirklich Bosheit, die Destruktivität aus Gewohnheit, nunmehr gewohnheitsmäßig zu negieren? Es könnte Zutrauen in deinen Kohärenzsinn dahinter stehen.
    8. Die abgestuften Konzepte relativer Besonderheit können auf einer rein materialistischen Betrachtung nur mit dem Ego in Resonanz gehen. Daher wundert es mich nicht wirklich, dass mein Gehirn immer besser lernt, mit destruktiver Hoffnungslosigkeit aus Prinzip, recht selektiv umzugehen.
    9. Über Heureka muss ich noch nachdenken. Das mit dem "Tiefenpunkt und den Angeln" haben die wenigsten toten Denker bisher wirklich so verstanden, wie er es gemeint haben könnte. Damals gabs ja noch keine Lernvideos, die Wissen in 2 Minuten vermitteln, für das sie damals hartes Lernen benötigten und doch nur zum Teil verstehen konnten.
    10. Es ist ein Lernzwang, den wir uns selbst geschaffen haben. Dieser Sozialisationsdruck kann nur auf einer Höheren Ebene mit seinem ursprünglichen Tiefenpunkt in Resonanz gehen. Verbinde dann Tiefenpunkt mit innerem Ausloten des physischen, psychischen, mentalen und spirituellen Gleichgewichts, dann begibt du dich auf die Suche nach dem Informationsgehalt der Aussage. Wir würden Staunen, wüssten wir, was es im All alles noch zu lernen gäbe.
    11. Warum regst Du Dich eigentlich darüber auf, dass ich mich nicht mehr aufrege?
    12. Wir regen uns über den Tod auf, wer könnte ein Leben lieben, das mit dem Tod sinnlos endet?
    13. Wer könnte ein Multiversum lieben, dass er für mangelhaft hält? Wer Mangel sucht, wird Mangel finden. Ich traue dem All durchaus zu, sinnhafte Multiversen konzipiert zu haben. Zutrauen schafft Vertrauen.
    IP

  2. #27
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Herrlich! Nur ein Einwand: Hättest Du nicht noch einen Punkt mehr auflisten können? 13 Punkte liest sich so negativ und Du willst doch bestimmt eine positive Resonanz. :)

    Zu den Gedichten. Da muss ich zugeben: Davon habe ich, wie Du, auch keine Ahnung. Ich sehe nur unter 5 bei Dir einen freudschen Verschreiber. (leises, gehässiges Gelächter)

    Eine weitere Schwachstelle meiner Idiotenphilosophie ist: Das Universum dehnt sich vermutlich tatsächlich aus, aber der Platz auf der Erde nicht. Außerdem haben wir Menschen so etwas wie Bewusstsein, können angeblich denken und unser Handeln entsprechend gestalten, egal was Benjamin Libet dazu meint.

    Ich vermute einen Zusammenhang mit der Mär von der Ursünde, die davon ausgeht, dass alles was ist, deswegen automatisch schuldig sei.

    Genau da setzt meine Kritik an. Wir machen uns eine Vorstellung von der Realität und dann versuchen wir die Wirklichkeit den Vorstellungen von davon anzupassen und das ging bislang immer noch schief. Marx hatte ein perfektes Modell, die umfassendsten Erklärungen – es ging grandios daneben. Die Chinesen selber sind auch kaum noch Maoisten – waren es jedenfalls nicht, als ich das letzte Mal nachgeschaut habe. Von den Religionen erzähle ich in diesem Zusammenhang besser nichts, es reicht zu wissen, dass viele Menschen auf unangenehme Weise starben. Für die Wahrheit sollte man aber leben.

    Es war, ist und bleibt ein Jammertal, gelle? Selbst die Juden sind inzwischen Nazis. Seltsame Zeiten, nicht in Formeln zu fassen ...

    Alle Weltzusammenhangerklärer haben bislang noch daneben getippt. Und Paradiesversprechungen waren immer schon Autobahnen zur Hölle.

    Das macht mich sehr misstrauisch, wenn jemand mir versucht die seiner Meinung nach korrelierenden Fakten nahe zu bringen. (Dadurch, das da schon eine Meinung ist, kann dort keine andere sein. Mentaler Archimedeseffekt)

    Ein Jeder lebt in einem eigenen Universum, das sich, ganz praktisch, um den eigenen Kopf dreht.
    IP

  3. #28
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    7

    AW: Was mich aufregt

    Feynman, ein Physiker, der nebenher als Trommler in einem Nachtclub arbeitete, vertrat die Auffassung:

    Es gibt nicht "ein Universum", es gibt ALLE. Wir wählen aus Möglichkeiten, die sich dann im eigenen Universum zeigen. Warum sollte nicht jeder ein eigenes Universum bekommen haben?

    Was auch erklären könnte, warum wir uns immer schneller ausdehnen: Immer mehr bemerken ihr inneres Universum und daher ist das äußere Universum gezwungen, sich immer schneller auszudehnen.

    Den Unterschied im Gleichgewicht von Materie und Antimaterie macht ein einziges von 30 Milliarden Atomen. Daher sehen wir eine Welt. Da sich meine Sichtweise der Welt jedoch ständig ändert, ist es weiterhin ein vorläufiges Urteil. Wer weiß, was nach Jammertal auf dem nächsten Ortsschild stehen wird.

    Den Weg ins Jammertal wählten wir uns selbst. Hilf dir selbst, dann hilfst du dem Multiversum. Solange Du jammerst, ziehst du Kopfschmerztabletten einem synaptischen Gleichklang vor. Dystopien erzeugen nun mal keine liebevolle Welt.

    Daneben spricht aus dem Häuptling die Forderung nach völliger Abstraktion, das Betreten einer Ebene von Formlosigkeit. Da ist kein Jammertal. Denken an sich ist ungefährlich, glaubt der Mensch nicht, irgendwann damit Recht zu haben. Erst das Recht-Haben-Wollen nimmt anderen Dingen den Raum.
    IP

  4. #29
    kls
    Status: ungeklärt
    Versucht es wenigstens.

    Wenn man in Büchern keinen Weg zur Wahrheit findet, da diese ein Prozess ist, warum lesen die Leute dann? Genau. Nicht weil sie sich davon Erkenntnis erhoffen, sondern Kurze Weile. Im günstigsten Fall also: Wirtschaft belebenden Konsum.

    Trifft das nun gerade auf Dich zu, Du Leser Du? Wer bist Du? Gibt es Dich überhaupt? Wirklich? Und wenn ich nachgucken komme? Und umgekehrt? Gibt es mich wirklich? Nun, ich weise Dich vorsichtshalber auf Folgendes hin: Solange Du nicht meine Wohnung betrittst und mich wahrnimmst, kannst Du Dir dessen nicht sicher sein. Vorher bin ich sowohl da als auch nicht. Wegen den Quanten und Schrödinger. Welle oder Teilchen. Klar? Nochmal in langsamen Worten? Der gleichzeitig Hier (im geschlossenen Zimmer) und Woanders sich aufhaltende kls wird erst dann auf einen eindeutigen Zustand festgelegt, wenn Du ihn siehst. Du kannst aber nicht gucken, ob Du mich sehen würdest, denn Du bist ganz woanders, dessen bin ich mir sicher, denn ich bin hier ganz alleine. Bzw. Ich hoffe, dass ich hier bin. Als beobachtendes System als auch als gleichzeitig zu beobachtendes System spreche ich mir in diesem Zusammenhang die gebotene Objektivität ab. Alleine die Gleichzeitigkeit macht mir schon Sorgen, selbst wenn es sie gar nicht gibt.

    Vielleicht entscheide ich mich aber auch dafür, einfach nicht da zu sein. Ha. Dann stehst Du umsonst vor verschlossener Tür und weißt immer noch nicht, ob es mich wirklich gibt. Irgendwann ist auch die letzte Flasche leer, ich werde nüchtern und was soll ich dann noch hier? Dann gibt es mich halt woanders. Das nennt sich Beschränkt Getränkt, im Gegensatz zu Verschränkt Getrennt. Oder so.

    Man findet fast überall Denkmäler von Leuten, die auf irgendeine Weise wichtig waren. Oder sich zumindest dafür hielten. Oder die wenigstens das nötige Kleingeld hatten, bzw. ausreichend situierte Bewunderer, die bereit waren, so eine Materialvergeudung zu finanzieren.

    Grässlich! Ehern reitet August auf dem Bahnhofsvorplatz Hannover. Ein Schild behauptet: „Dem Landesvater sein treues Volk“, die sinnige Bedeutung dieser Inschrift bleibt mir leider verborgen.

    Denkmäler: Kaiser Wilhelm, Bismarck, Goethe, Schiller, Hermann usw. Alles Leute von Bedeutung. Roland – Ein gar grimmiger Haudegen. Der Denker – beeindruckend. Der Leineweber – pittoresk. Die Lorelei – äh … Genderproblematik. Überhaupt. Fast keine Damen. Nur die kleine Nixe von Kopenhagen, welche aber nicht zählt, solange Schweden Ausland ist, ein paar Trümmerfrauen und in Weinsberg steht was für die, welche ihre Männer auf dem Rücken aus der belagerten Burg schleppten, weil sie alles behalten durften, was sie tragen konnten.

    Aber Immerhin.

    Jedoch! Nirgendwo! Steht! Ein! Denkmal! Des! Unbekannten! Versagers!

    Das mopst mich.

    Die meisten Menschen sprechen dem Versagen vorschnell und unüberlegt jedwelche Leistung ab: Ach, was soll daran schon schwer sein. Man unterlässt/vergisst einfach etwas Ausschlaggebendes, und schon scheitert man.

    Ha-ha. (In einem bitteren Tonfall)

    In leistungsorientierter Umgebung ist die Praxis des unbedarften Versagens ziemlich anstrengend. Als leuchtend-lockend Lebensziel schier unerreichbar. In irgendeiner Angelegenheit versagt selbst der größte Versager nicht richtig. Das ist nämlich sein Dilemma: Wenn er im Versagen nicht versagt, ist er kein echter Versager, sondern nur ein Nichtsnutz, der noch nicht einmal als gutes schlechtes Beispiel taugt.

    Na? Habe ich Euch überzeugt? Nein?

    Also hat der Autor schon wieder gekonnt versagt, auf die empörende Diskriminierung seiner geistigen Glaubensbrüder hinzuweisen, einen Volksaufstand anzuzetteln und das Paradies auf Erden für alle Versager auszurufen.

    Ist ja auch was.

    Oh. Mist!
    IP

  5. #30
    andere/dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Welche Frauen fallen dir da (spontan) ein, die mit einem Denkmal zu würdigen wären? Sophie Scholl hat bereits eins - und dann..? Fürs Power -Shopping gibt's keine Denkmäler.
    Und die Trümmer -Frauen haben als solche kein Denkmal verdient, denn mindestens die Hälfte von ihnen sympathisierten mit den Nazis.
    IP

  6. #31
    Mitgestalter
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    AW: Der Versager

    Puuh, ist aber augenfällig im Beta-Gehirnwellenmodus verfasst. Mich zieht das runter, wenn ich lese, wie Du uns arme Menschen "blöde" sprichst. Gehst Du davon aus, wir würden weiterhin nichts lernen wollen, hätten all die unbekannten Versager wohl im Versagen versagt.

    Sich einem mangelhaften Grundparadigma zu "entsagen" ist nicht wirklich Versagen. Etwas "Zer-sagen" führt durch "Zersägen" vorheriger Ganzheiten zum Ver-sägen von wünschenswerten Entwicklungen. Etwas Ver-sagen ist wohl eher eine ungenaue Wiedergabe beim "Sagen" von etwas. Gestörte Wahrnehmung und daher vergebliche Kommunikationsversuche führen zu Informationsdefiziten und in der sozialen Masse zu Spannungen in den jeweiligen Interaktionen.

    Mal schauen, was heute von der delfischen Troika als Marktorakel für Europa vorherversagt werden wird.

    Und: Hätten denn die zeitlosen Größen der Geschichte ihr Licht unter den Scheffel stellen sollen? Hätte Einstein gesagt: Ach, das verstehen "Sie" eh nicht, hätten wir "es" eben nicht verstehen können. Daneben gilt es nur zu verstehen, nichts verstehen zu können. Das ist jedoch eine ganz schöne Leistung. Urteile über den Zustand der Welt können nur versagen. Wir sind keine objektiven Beobachter. Wir können uns nur fragen, was der Nutzen des bisherigen Irrtums letztlich ausmachen könnte. Dann ist Versagen mit einer aufbauenden Wirkung verknüpft. Selbst im Versagen ist Versagen unmöglich. Wir sehen nur die Fäden in der Zeit, nicht die Absicht, die den Raum mit dem Traum verwebt.

    Dein Versagen, einen später möglichen Nutzen, jetzt schon als Versagen der Evolution zu interpretieren, ist anerkennenswertes vorsätzliches Versagen aus Achtung vor der Schönheit aller Dinge. Ein Hilferuf Deines unterdrückten Kohärenzsinns bei der Abstimmung und Koordination. Die allgemein zu verbessernden Formen globaler Bedürfniskommunikation wären damit erneut in den Fokus der Betrachtung zu rücken.

    Wir wissen nur, dass niemand weiß, wie das Kind heißen wird, dass sie heut beschließen. Wer nicht objektiv wahrnimmt, kann sich nicht angemessen verhalten. Mein Paradies beginnt in meinem Geist. Dort liegt die bewusst gewählte Schwäche des Versagens, oder die bewusst gewählte Stärke innerer Zeitlosigkeit. Dort gibt es nichts zu fürchten. Wir erleben eine globale Angststörung, die auf Vertrauensverlust basiert.

    Was ist wann von Bedeutung und sollte ge-sagt werden, nicht zu ver-sagen? Unterscheidungsfähigkeit zu entwickeln, beginnt damit, zu erkennen, wann die Angst unsere Antriebsfeder ist und warum. Vertrauen ist die eigentliche Mangelware auf allen Ebenen. Ohne der Welt vertrauen zu können, ist ein angemessenes Verhalten, das nicht mit Versagen in Verbindung gebracht werden könnte, kaum zu erwarten.

    Versagen zu be-urteilen, ist Ausdruck einer nicht angemessenen Fehlerkultur. Statt das Bemerken eines Irrtums freudig zu begrüßen, wird dieser Fehler der Kultur, ohne Fehlerkultur, selektiv ausgeblendet. Was nicht sein darf, kann eben nicht sein. Wir haben uns nicht geirrt, die anderen schon.

    Als auf einer vormals unbekannten Pazifikinsel, ein für die Bewohner unbekannter Seheindruck, durch ein Segelschiff entstand, hielten es manche für "einen Riss in der Welt". Da ist etwas, was weder in Worten, noch in Bildern, noch mit bekannten Symbolen zu beschreiben ist. Da geht dann ein Riss durch die gewohnte Wahrnehmung, weil etwas ohne Bedeutung offensichtlich nicht sein kann.

    So geht es den heillos mit der Situation überforderten Akteuren wohl heute auch. Gibt Dinge, die hatten wir so - dann doch noch nicht. Das Versagen liegt eher darin begründet, anderen Menschen die Lebensberechtigung graduell, subjektiv und selektiv zu VERSAGEN. Uns wird das Versagen, als ein Versagen von Lebensmöglichkeiten immer deutlicher vom IWF vor Augen geführt. Das doppelte Versagen bestimmter ORganisationen ist doch von daher positiv einzuschätzen.

    Wie hätten wir einen IRR-tum sonst erkennen können? Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Einsicht ist der Nutzen des Fehlers.
    IP

  7. #32
    kls
    Status: ungeklärt

    Versagen ist der letzte falsche Schritt in die richtige Richtung. Oder so ...

    Sophie Scholl ist nur im Doppelpack mit Hans zu loben. Die zählt deswegen auch nur halb. Aber immerhin.

    Die meisten Denkmäler, so scheint es mir, sind sowieso der schlechten Bildhauerkunst gewidmet. Und die Inschriften machen es bloß noch schlimmer.

    WSIB. Du weckst Hoffnung in mir. Vielleicht stehe ich sogar Modell.
    IP

  8. #33
    andere/dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Irgendwann, in ferner Zukunft, wird ein Denkmal an A. Merkel erinnern - da würde ich drauf wetten. Setzt sich die Frauenquote durch, worauf man ebenfalls wetten darf, werden Frauen über Denkmäler entscheiden - und sich selbst dabei nicht vergessen. Ein Denkmal wird nicht jenen gesetzt, die...ihnen auferlegte...Pflichten besonders gut erledigen, sondern denen...
    die sich die Pflichten der Anderen aufbürden - und das ist alles andere ... als eine typisch weibliche Tugend.
    IP

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Der Versager

    Zitat Zitat von kls Beitrag anzeigen



    Jedoch! Nirgendwo! Steht! Ein! Denkmal! Des! Unbekannten! Versagers!
    Vielleicht stand ja mal eines. Wurde vielleicht von Versagern errichtet und ist in der Zwischenzeit zusammengebrochen. Damit kann man das Fehlen auch als Erinnerung an die Vergänglichkeit aller Dinge betrachten.
    IP

  10. #35
    andere/dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Ein von Versagern errichtetes Denkmal für Versager musste zwangsläufig zusammenbrechen - liegt in der Natur der Sache.

    Übrigens würde man ein Denkmal für Versager wohl als Mahnmal bezeichnen
    IP

  11. #36
    kls
    Status: ungeklärt
    Kein Denk- oder Mahnmal? Noch nicht einmal heimlich?

    Möh!

    Horaz sein: 'Monumentum' in 'Exegi monumentum aere perennivs' wird zu: 'Sculptilia defectvs' und 'non aere perennivs' zu 'non manere aes' – dank Google Übersetzer.

    Kein Denk- oder Mahnmal! Haben Versager statt dessen vielleicht einen Schutzheiligen? Nein? Götter? Prometheus oder Tantalos? Die waren doch auch etwas daneben? Nein? Oder wenigstens einen völlig fertigen Schutzengel, der sich ständig die Flügel verrenkt? Nein?

    Von wegen: 'Versagen ist doch einfach.' Man steht da ganz schön alleine vor dieser Aufgabe.

    Zitat: 'Ein Denkmal wird nicht jenen gesetzt, die...ihnen auferlegte...Pflichten besonders gut erledigen, sondern denen... die sich die Pflichten der Anderen aufbürden - und das ist alles andere ... als eine typisch weibliche Tugend.'

    Also, da muss ich als Muschikumpel widersprechen. Erstens verstehe ich den Unterschied nicht zwischen 'die...ihnen auferlegte...Pflichten besonders gut erledigen' und 'die sich die Pflichten der Anderen aufbürden.' Was soll denn eine auferlegte Pflicht sein? Meine Pflichten definiere ich immer noch selber. Und dazu gehören es auch (in Maßen), mich um die Pflichten der Anderen zu kümmern, wenn die aus irgendwelchen Gründen dazu nicht in der Lage sein sollten. Darüber hatten wir hier schon mal eine Diskussion: Muss man für die Anderen mitdenken, wenn die doof sind?

    Und warum Du den Frauen pauschal absprichst, dass sie sich die Pflichten der Anderen aufbürden, ist mir auch ein Rätsel. Viele Frauen, welche ich so kenne sind sehr wohl 'verantwortungsbewusst' (ein anderer Ausdruck für 'bieder und langweilig')– ich befürchte sogar, dass Frauen ganz allgemein 'erwachsener' sind als Männer. Aber da ich keine Pflichten abzugeben habe, kann ich mich in der geschlechterübergreifenden Interaktion voll auf das wahrhaft Existenzielle beschränken.
    IP

  12. #37
    Mitgestalter
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    AW: Selbst beim Versagen gibt es eine Frauenquote?

    Oder werden wir doof, wenn wir andere für uns denken lassen?

    Daneben könnte es auch sein, dass die, die wir als doof betrachten, nur daher so doof sind.

    Dein letzter Satz ist schon wieder bewusst gewählte Dystopie und Du weißt es ja selbst besser. Da kannst Du nix trennen. Immer sind alle Ebenen eigebunden.
    IP

  13. #38
    andere/dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Zitat kls

    Also, da muss ich als Muschikumpel widersprechen. Erstens verstehe ich den Unterschied nicht zwischen 'die...ihnen auferlegte...Pflichten besonders gut erledigen' und 'die sich die Pflichten der Anderen aufbürden.' Was soll denn eine auferlegte Pflicht sein?
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Da ist doch Arminius, ein Bedenkmalter, das beste Beispiel
    IP

  14. #39
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Was mich aufregt

    Denkmäler kann man doch auch privat aufstellen. Im Garten. Das müsste gehen, wenn eine bestimmte Größe nicht überschritten wird. Gibt in Deutschland sicher Vorschriften für so etwas.
    Ich erkläre mich bereit in meinem Garten ein Versagerdenkmal und ein Frauendenkmal aufzustellen.
    Für das Frauendenkmal habe ich einen Vorschlag:
    Dita von Teese im Champagnerglas.
    IP

  15. #40
    andere/dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Gute Idee!

    Ich werde meiner Ex- Schwiegermutter ein Denkmal im Garten setzen. Vielleicht dort, wo der Hund gerne sein Geschäft verrichtet - der, nimmt man es streng, täglich ein Denkmal für Conchita errichtet
    IP

  16. #41
    kls
    Status: ungeklärt

    Treffen der Totalversager

    Jahrestreffen der Versager.
    Dabei wurde viel versprochen.
    Vom Ergebnis her recht mager:
    Ein Entscheid nach 40 Wochen!

    Nulpenbeschluss: So! Wir werden
    uns ein Ehrenmal erbau'n.
    Keine weiteren Beschwerden?
    Also los! Ja, auch die Frau'n.

    Wir taufen unser Monument:
    auf: „Unbekannte Niete“.
    Bis uns jeder Bürger kennt.
    Dann nennen wir's: „Elite“!

    Erwartungsgemäß ging das mal eben
    auch ganz fürchterlich daneben.
    IP

  17. #42
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    AW: Versagende Versager

    Denk-Male für versagende Versager können uns erst nach dem völligen Versagen des Versagens nicht mehr versagt werden. Die doppelte Verneinung enthält insofern Hoffnung. Wir können nicht ewig beim Versagen völlig versagen. Dazu gibt es zu viele Möglichkeiten, doppelt zu versagen. Irgendwann wird das Versagen schon versagen, das kann man wohl schon vor-her-sagen.

    Das Vorsagen ist beim Versagen ein Punkt, der zu bedenken wäre. Ob das Versagen der Totalversager beim Vorsagen wirklich schon total ist, kann jetzt noch niemand genau aus-sagen. Natürlich ist die Chance auf ein völliges Versagen der Vorhersage des Versagens mathematisch, in Anbetracht der Möglichkeiten zu bedauernswerten Entscheidungen, verschwindend gering, doch niemals völlig gleich Null.

    Wenige Nullen, die sich hinter einzelne Versager stellen, können aus einem Versager gleich 1 000 Versager machen. Mehr als neun Versager benötigen schon wieder mindestens eine Null, um größere rationale Versageranzahlen bilden zu können. Stehen die Nullen vor der Anzahl Versager, versagen sie ihre Wirkung. 000 1 potenziert das Versagen nicht merkelig. Erst, wenn wir Nullen voll hinter dem toten Denk-Mal stehen, vervielfacht sich die Wirkung. Gehen wir, als scheinbare Nullen, den versagenden Versagern voraus, könnten wie ihnen das Versagen versagen.

    Solange die Nullen nur den Zahlen blind hinterherrennen, wird sich dieser Ordner wohl füllen. Die gemeine Null scheint nicht viel wert zu sein. Sieht Mensch genauer hin, sind die Nullen äußerst bedeutsam. Nullen stehen für Narren. Ein "Hans-Guck-in-die-Luft", der die Gefahren zwar nicht wirklich bemerkt, dem aber trotzdem niemals wirklich etwas geschieht. Über sich selbst lachen zu können, ist der erste Schritt zur Besserung bisheriger Null-summen-spiele. Als Null bin ich nur in der Kooperation mit anderen Zahlen eine rational bemerkbare Zahl. Ohne Zusammenarbeit mit anderen Zahlen bin ich eher eine irrationale Zahlennull - ich erkenne meinen Wert erst in der Kooperation mit rationalen Zahlen, die im Grunde Ideen verkörpern. Jede Idee war am Anfang nur eine Idee. Ohne die Idee der Null wäre das doppelte Versagen unmöglich.

    All den Schwachsinn mit Null(en) zu multiplizieren, lässt den Schwachsinn zur Null-Größe verschwinden. Wenn alls Null-Bock auf Schwachsinn haben, hat das vorsätzliche Versagen ordnungsgemäß versagt. Als die vorsätzliche Versagenskonstante des Egos die 100 % erreicht hatte, gingen die Möglichkeiten zu versagen aus. Es gab dann nur noch Möglichkeiten, im vorsätzlichen Versagen zu versagen. Die Zeit, in der noch Möglichkeiten besteihen, zu versagen, wird immer knapper. Genießen wir das Versagen, solange es noch möglich ist.

    Auf unser Ego ist insofern Verlass. Fehlerkultur beginnt im abgestimmten Verhalten der scheinbaren Nullen. Das Verhalten von Nullen ist nicht zu planen, es gibt aber Regeln für den Umgang Nullen. Jede Null die dazukommt, verzehnfacht den Wert. Woher nimmt die Null diese Fähigkeit?

    Als Null kann ich auch konstruktiv mit Buchstaben zusammenarbeiten. Null-Bock, oder Null-Ahnung kann mögliche Irrationalitäten auf Worte übertragen. Null-Punkt ist ein abstraktes Wort. Zahlen und Buchstaben sind keine unvereinbaren Gegensätze. Naturgesetze und abstrakte Ideen können Gemeinsamkeiten ab-bilden. Im Versagen (dem Aufstellen eigener Naturgesetze) dauerhaft zu versagen, ist insofern dauerhaft unmöglich, als wir dabei unsere Systemeinbettung vergessen. Wie die Null sich bettet, so schläft sie oder liegt wach. Erst wenn die Null ausreichendes Vertrauen zu anderen Zahlen und Ideen entwickelt hat, kann sie hilfreich und harmlos zugleich sein. Kohärenz zwischen konkreten Zahlengesetzen und ideellen Buchstabensalaten ist insofern eine Grundvoraussetzung für die Nullen, Unterscheidungsfähigkeit darüber zu entwickeln, hinter welchen Zahlenwert sie sich zu stellen wünschen.

    Stellen sich viele Nullen gleichzeitig hinter irrationale Ideenkonstrukte, vermehren sich die Möglichkeiten, zu versagen, sozusagen exponentiell. Könnte Entropie bedeuten. Das Gegenteil ist Negentropie und wäre mit einem ungemischten Kartenspiel zu vergleichen. Ein Zustand höchster Ordnung, jeder weiß, wie die Karten sortiert sind. Fangen wir selbst an, die Karten zu mischen, entfernen wir uns vom ursprünglichen Ordnungszustand und schaffen mit jedem Mischen mehr Mögliichkeiten, falsch oder richtig zu entscheiden. Synergie liegt dazwischen und betrachtet die "sowohl-als auch" Entscheidungsmöglichkeiten.

    Erst wenn wir die Karten offen auf den Tisch legen, können wir aus unserer Perspektive die ursprüngliche Ordnung (im Sinne von Kohärenz des Gesamtsystems) erkennen. Beim Pokern im Fernsehen kann der Zuschauer die Karten von unten betrachten. Dazu wäre die Perspektive auf den Kopf zu stellen. Welche Rollen wir im Spiel auch einnehmen, ein Ass bleibt ein Ass. Eine Herz-Dame ist etwas anderes als eine Pik-Dame. Den Stich bekommt zuletzt immer der Kreuz-Bube. Entscheidend ist zumeist die Verteilung der Asse im Ärmelkanal.

    Solange wir spielen, ist das Spiel nicht verloren. Irgendwann werden alle Karten gespielt - und alle möglichen Rollen gelebt - worden sein. Wenn die Dame erkennt, vor dem König zu stehen, und warum auf den König das Ass folgt, brauchen die Luschen ihre Zahlenwerte nur an den zehn Fingern abzählen. Daher sind die Symbole auf Spielkarten, die können wir ohne Schulbildung an 10 Fingern abzählen.

    Ohne Null hätten wir nicht mal 10 Finger. Ich finde Nullen echt faszinierend. Nullen sind in Buchstabensalaten sozusagen das Tüpfelchen hinter der Quantität bestimmter Qualität. Den Wert von Nullen insofern grundsätzlich in Frage zu stellen, wird der exponentiellen Funktion des Versagens des vorsätzlichen Totalversagens nicht gerecht. Erst, wenn alle Menschen das strukturelle Versagen im vorsätzlichen völligen Versagen erkennen, können wir uns sozusagen ohne Vorsagen des Versagens völlig ent-sagen. ENT!. Enttäusche nur diese Täuschung nicht: Wovon wäre die Täuschung berechtigter Weise enttäuscht?

    Erfolgreiches Totalversagen in der Enttäuschung der Täuschung ist dauerhaft anfänglich unmöglich. Darin werden wir total versagen. "Vorhersagen" führen zum Vollversagen durch Vorsagen versagender Totalversager. Was wär das Leben nur ihne Nullen? Mit der Täuschung ist die Enttäuschungsmöglichkeit entstanden. Mit jedem Problem kommt die Täuschung der Enttäuschung näher. Wir können nicht vor uns selbst davonrennen, auch wenn es uns enttäuschen mag. Eigentlich sind wir gar nicht so schlimm. Wir haben einfach Angst davor, die Täuschung zu enttäuschen. Falsch verstandene Solidarität mit schlechten Gewohnheiten. Eine Illusion aufzugeben, ist eine eher positiv wirkende Enttäuschung.
    IP

  18. #43
    kls
    Status: ungeklärt
    Über Überschriften

    Ausnahmsweise meckere ich jetzt mal total unsachlich und völlig unausgewogen herum, vielleicht sogar gewürzt mit polemischem Hautgout und subjektiven Klischees. Mit dem Ergebnis allerdings ist dann wieder alles in Ordnung und wie gehabt. Es gibt keins! Frugales Meckern als störrischer Selbstzweck bzw. eher Eigensinn und mir gemäße Form sporadisch notwendiger Gemütshygiene. Vielleicht auch, um nicht Gefahr zu laufen als harmoniesüchtig beschimpft zu werden.

    Es geht mir diesmal nicht um das, uns Allen bekannte und schwer gravierende Problem eines jeden Poeten, sein eigenes Werk auch sinnig zu benennen, wo doch schon der Inhalt häufig ziemlich unsinnig erscheint. Nein, diesmal geht es mir um die mental schmerzhaften Auswirkung, welche sich alleine schon bei flüchtigem Überfliegen der Überschriften und hastigem Querlesen von dazugehörigen Artikeln bemerkbar zu machen pflegt. Jawollja! Schon wieder. Immer noch. Schon wieder immer noch. Schon wieder schon wieder immer noch …

    Ich bin ja im Prinzip viel zu faul, mir einen Harnisch überzustülpen, doch manchmal … also nee … echt, also wirklich … wisst Ihr … !!! Manchmal möchte ich einfach als zynischer Don Quijote einen Sancho Panza auf Rosinante setzen und ihn dann einen Narren schimpfen.

    Wenn der Spruch nicht geklaut wäre, würde ich nun schreiben: 'Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte'. Diese Wort gewordene Scheiße (Nachrichten) schlägt mir gar schröcklich auf den Magen. Wie ertragt Ihr nur so etwas? Oder – noch wichtiger: Wie ertrage ich so was? Auf Dauer? Ohne mich zum Misanthropen zu entwickeln. Ohne mich von der Hysterie infizieren zu lassen?

    Wie unglaublich dreist hirnschonend irgendwelche 'Leitfiguren' ständig populistisch anbiedernd an unsere Empörungsbereitschaft appellieren ist doch nur noch schamverletzend. Gibt es Perverseres denn einen gutgekleideten Schnösel, einen Blender und Dieb im Verteidigungsministerium? Ja? Die Nachfolgerin! Hahaha. Moral ist was für Amateure. Profis sind da anders – wie genau weiß ich nicht, schließlich bin ich keiner. Irgendwie kommen mir die Leute in den Nachrichten so vor, als ob sie wichtig wären, weil sie in den Nachrichten kommen.

    Es empört mich, wie unsere schwer verteidigte Naivität plump missbraucht, unser Grips beleidigt und bei den etwas einfacher Gestrickten chronisches Nicken ausgelöst wird.

    Und etwas bleibt ja leider immer auch hängen, wenn man sich damit auseinander setzt, sich einlässt, nicht ausreichend hart und exakt abgrenzt. Dann haben sie einen erwischt. Die Katastrophen sind ansteckend, sie rauben einem den Frieden und die Fähigkeit, die Dinge zu quantifizieren. Ich will nicht von ihnen zu einem ihrer Vasallen degradiert werden.

    Blah as Blah can! Irgend so ein profilierungsgeiler Hinterbänkler prostituiert die Lösung für ein Problem, an welchem er natürlich kräftig Anteil hat, und die 'freie Presse' verblödet sich nicht, diesen manipulativen Schwachsinn als Information zu verkaufen. Mir bleibt nur die Suche nach mentalem Klopapier. Kann mir wer welches mailen?

    Der Link im Ordnereingangstext (http://www.faz.net/aktuell/politik/e...ue#pageIndex_2) bezog sich auf jemanden, der mit büttenkalauernder Argumentation für Atomstrom … äh, argumentierte. Ein Mensch wie ich kennt ja vorrangig eher Atomstromgegner und vergisst dabei immer wieder gerne, dass es jede Menge Leute gibt, die Kernkraftwerke für gelungene Errungenschaften der Zivilisation und menschenfreundliche Beispiele von Fortschritt, Wohlstand und Sicherheit halten:

    Dieses herrliche Argument zu Gunsten von Atomstrom: Damit die indische Frau mit Hilfe einer Waschmaschine entlastet werden kann, denn der Besitz und Gebrauch von Waschmaschine ist ein, wenn nicht gar der, Maßstab für gegebene Chancengleichheit der Frauen und die würde ohne Strom mit den Füssen von Atomstromgegnern getreten. (Softmachoüberlegung: Der elektrisch betriebene automatische Putzlappenauswringer würde die Frauen da unten bestimmt noch mehr befreien und Duftkugeln für die Plumpsklos noch ganz dolle mehr) war mir bislang unbekannt, doch wer die Deutsche Demokratie am Hindukusch verteidigt, kann wohl auch nicht viel anders denken.

    Oder heute morgen dieser Klopfer: De Maizière*will mit Vorratsdatenspeicherung Einbrecherbanden jagen. Das liest man doch gerne: Wir sorgen uns ganz dolle um Euch, – bis man die Details vergegenwärtigt. Reflektiertes Lesen allerdings ist dem repräsentativen Durchschnittsdeutschen reichlich abhold. Das wurde ihm von 'Danke Bild' gründlichst ausgetrieben. Danke Bild. Schmatz!

    Klar doch, wer könnte schon ernsthaft etwas dagegen haben, falls sich die indischen Frauen tatsächlich mal emanzipieren sollten. Nötig haben sie es ja immer noch, selbst wenn die traditionellen Mitgiftmorde angeblich nachlassen. Auch gegen effektivere Bekämpfung von Einbrecherbanden hat kein vernünftiger Mensch irgendwelche Einwände. Ergo: Wer gegen Vorratsspeicherung argumentiert ist vermutlich selber eine Einbrecherbande. Anständige Menschen haben nämlich nichts zu verbergen.

    Ich ziehe mal 'Godwins Law' hinzu und komme auf Hitler zu sprechen: Wenn wir heute diesen Hampelmann in alten Aufnahmen zu sehen bekommen, fragen wir uns doch zu Recht: 'Wie konnte nur ein ganzes Volk diese Witzfigur bewundern?' Nun, wir sind immer noch 'Die Selben Leute', - wenn wir keinen Hitler haben, sehnen wir uns nach einem. Zwischenzeitlich bereiten wir dem nächsten Hitler schon mal das Feld.

    Das Kabinett hatte die Vorratsdatenspeicherung Ende Mai auf den Weg gebracht - auch mit der Zustimmung von Justizminister Heiko Maas, eigentlich lange erklärter Gegner der umstrittenen Speicherpraxis. Da fragt sich der Zyniker natürlich sofort: Wie viel Geld bekam der denn für diese neue innerste Überzeugung?

    Haltet die Mächtigen der Welt etwa die etwas weniger Mächtigen für vollkommen bekloppt? Ja? Zu Recht!

    Wir schaffen die Werkzeuge für einen perfekten Überwachungsstaat, von dem Orwell nur träumen konnte. Und wie wir alle wissen, hat der Mensch schon immer dazu geneigt alle gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen um seine Interessen zu wahren, schlichtweg, weil es durch die neuen Möglichkeiten erst möglich wurde.

    Die Hölle ist leer – alle Teufel sind hier oben.

    Wenn wer etwa so etwas wie Gewinnsucht als treibende Kraft dahinter vermuten sollte, ist garantiert ein potentieller Staatsfeind, das sieht man doch schon an den Suchbegriffen, die er in Google eintippte – ich weiche ab,

    Ich überlege mal wieder, einen Ordner zu erstellen, in dem jeder mal seine Gründe auflisten kann, die sein Schreiben rechtfertigen.

    Die Tochter eines Bekannten hatte Knatsch mit ihrem Vater. Zwei - drei Jahre hatten die Zwei keinen Kontakt zueinander. Gestern ging sie mit Tochter an der Hand gelassen auf mich zu, umarmt mich.

    Ich meinte: "Nett, aber wer bist du?"

    Als ich heute meinem Bekannten davon erzählte sagte der: "Und ich habe netten Smalltalk mit ihr gehalten, das Kind gebührend bewundert - und wusste auch nicht, wer da vor mir steht."

    Damit mir nicht so etwas Vergleichbares passiert, habe ich sofort ein aktuelles Bild von meiner Tochter verlangt und bekommen und hätte sie auch nicht auf Anhieb wiedererkannt. Nach nur drei Jahren. (Ohne Knatsch! Sie war einfach nur mit ihrem Master im Turbostudium und dem Job als Drehbuchübersetzerin beschäftigt.)

    Hoffentlich habe ich niemanden mit dieser Geschichte gelangweilt.
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  19. #44
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was mich belustigte und rührt

    Mich regt auf, dass und fast ganz Europa mit dem Flüchtlingsproblem alleine lässt. Dabei ist dieses Problem, vielleicht noch mehr als Griechenland, die Nagelprobe für ein tragfähiges Europa. Wir Deutsche sind scheinbar nur da um zu bezahlen. Das wird für große Unruhe in unserem Land sorgen und dieses u.U. nachhaltig verändern.
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  20. #45
    kls
    Status: ungeklärt

    Was mich tierisch aufregt

    Du sitzt in einem dunklen Zimmer. Vor dir flackert stroboskopkesk ein Irgendetwas auf. Organisch anmutende Formen hinterlassen Echobilder auf den Innenseiten deiner Augendeckel. Am Rand treiben Pseudoamöben ihr Glühwürmchenspiel und illuminieren die Dunkelheit, damit du sie auch besser siehst.

    Du kannst die Einzelteile nicht deutlich erkennen, aber sie erinnern an Puzzleteilchen. Und keines scheint so richtig irgendwohin zu passen. Einige ändern offenbar auch ständig ihre Form.

    Du klaubst dir sämtliche greifbaren Aspekte zusammen und versuchst daraus ein Bild zu gestalten. Das Ergebnis ist kläglich. Unvollständig, lückenhaft und mit etlichen verdrehten Schnipseln, die in Wirklichkeit ganz woanders hin gehören.

    Manchmal erkennst du passende Relationen, meistens nicht. Die Frage nach den Qualitäten wagst Du nicht zu stellen, du hast nicht genügend Basisdaten, also stellst du die wüstesten Vermutungen an, wie das 'Ganze Bild' aussehen könnte. Aber schon die Suche nach einem Eck- oder wenigstens Randstück gestaltet sich als beschämende Niederlage.

    Problem: Das ganze Puzzle hat überhaupt keinen Rand.

    Und die Teile sind nicht nummeriert. Und manche liegen übereinander. Und die vernünftigeren unter ihnen können sich unsichtbar machen. Und einiges Gedöns versteckt sich sogar in bislang unerforschten Dimensionen. Und manche sind mit anderen verklebt. Und sie bewegen sich, wenn man nicht aufpasst. Tauschen ihre Plätze, fließen ...

    Ist schon ein Elend.
    IP

  21. #46
    Ali Az
    Status: ungeklärt

    Der Descartes Komplex

    Eines Tages hatten einige Leute genug davon, die Wirklichkeit zu erforschen und wandten ihre Aufmerksamkeit der Unwirklichkeit zu und ob diese in Wirklichkeit nicht wirklicher sei als die Wirklichkeit, denn diese sei ja ziemlich unerklärbar, wohingegen die Unwirklichkeit viel mehr Möglichkeiten bietet. Z.B.:

    Kann ein Etwas sicher von sich sagen „Ich bin ein*Ich“ (im Gegensatz zu nur „Ich bin ein Etwas“), bloß weil dieses Etwas denkt? Oder sollte es nicht eher heißen: „Etwas denkt (was auch immer Denken ist)? Können wir beweisen, dass die uns die Wahrnehmung von der Welt nicht durch einen Apparat vorgespielt wird? Lauter so Zeuchs. Illusionen und so.

    Sie machten alles richtig, gaben sich Namen wie: 'InCogito' oder 'Argus', summten leise ihre Mantras vor sich hin, trugen Umhänge mit Gesichter versteckenden Kapuzen, gaben sich unter einander mit geheimen Fingerzeichen zu erkennen und verschwanden hinter irgendwelchen Ecken, wenn man näher kam.

    Sie wollten die Unmöglichkeit beweisen, etwas zu beweisen, was natürlich für viel Frust und lautstarke Auseinandersetzungen sorgte: Ich denke also bin ich … Ja, denkste … Ich denke, also denkste? Klar, nimm dies und das. Nichts ist sicher.

    Doch: Aua, aua.
    IP

  22. #47
    Mitgestalter
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    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Der Descartes Komplex

    Lieber K-ali L-az-s,

    bist ja doppelt. Hast Deine Dissoziation jedoch in Frage gestellt, denn die Urheberschaft identischer Autorenschaft fällt zu sehr in Auge des beobachtenden Beobachters.

    Über das alles im All hinausgehend, fand sich Herr KLS heute zu einer Anweisung an das Universum bereit. Herr K. bestellte Geistesfrieden für jeden.

    Ich bezeuge das hier mal: Der Tag, an Herr K. wieder mit dem Universum sprach, statt toten Ideen von Kaufgelehrten anzuhängen.

    So vermeidet er Herr K. gewöhnlich, sich ins Hirn kacken zu lassen. Manche Bücher nimmt er nicht mal in die Hand, gschweige denn hält er sich in deren Gegenwart auf. Dem Descartes bist du bis heute auf den Leim gegangen.

    Übrigens ist Herr K. überzeugt davon, negative Wirkungen durch Flüche auf sich selbst zu laden. Was ja beinhaltet, Herr K. glaube an die Macht des Geistes über die Materie. Allerdings bisher nur im negativen Sinn.

    Heute wurde eine Annäherungsstrategie gewählt, indem Geistesfrieden für jeden bestellt wurde. Es ist unmöglich, dass Herr K. damit nicht auf die Unterstützung des Universums trifft. Haben die drei Reinemachefrauen doch endlich eine Wirkung hinterlassen. Das obere Stübchen hat wieder offene Wände und volle Hände.

    Daher drücke ich Herrn K. heute mal beide grünen Daumen. Er hat heute merkwürdiger Weise kaum gemeckert ...
    .
    IP

  23. #48
    kls
    Status: ungeklärt
    Moment. Ich reichte dem Universum nur auf Deine Anweisung hin den verständlichen Wunsch weiter: "Sei endlich mal nett", oder so. Ob es denn etwas genutzt hat?

    Dass man bei einer ernst gemeinten Verfluchung sich selber mindestens erheblich mit schadet ist eine Binsenweisheit und hat mehr mit Psychologie denn Metaphysik zu tun.

    Keine Sorge. Noch ist es nicht so weit. Ich halte mich da nur an die Empfehlung von Mark Twain, sich die letzten Worte vorher genau zu überlegen und die Grabrede auch keinem Amateur zu überlassen.

    Nun gut. Ich fange mit meinen letzten Worten an:

    Lieber Gott, wie Du wissen solltest, bin ich nicht religiös aber gläubig, selbst wenn ich Dir - mich betreffend - andere Namen gebe: Schicksal. Universum. Alles. Kismet. Bestimmung … vielleicht …

    Ich danke Dir jedenfalls für ein privilegiertes Leben von (bislang) 65 Jahren ohne Krieg, Hunger, Seuchen, Armut, angeborenen Krankheiten, Geistesschwäche 'Hust-hust' (in einem diskreten Ton), körperlichen Beeinträchtigungen. Ich danke Dir für die Möglichkeiten Wissen zu erwerben, das mich vor Aberglauben schützt – das Bild von Dir in abrahamitischer Gewandung war das erste Opfer. Ich danke Dir für die vielen Länder welche ich globalbetrottelte und für die Menschen, die mir zeigten, dass es auch anders geht, dass meine Prioritätenliste nicht Allgemeingültigkeit besitzt. Ich danke Dir, dass Du mich hast ausreden lassen … (Exitus).

    Nun die Grabrede:

    Mit nur etwas Glück kommt er nicht wieder. Er meinte, ich solle mich kurz fassen und nur betonen, dass er versuchte ein guter Mensch zu sein und dabei bloß versagte, so wie wir alle!
    IP

  24. #49
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
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    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Was mich aufregt

    Nun die Grabrede:

    Mit nur etwas Glück kommt er nicht wieder. Er meinte, ich solle mich kurz fassen und nur betonen, dass er versuchte ein guter Mensch zu sein und dabei bloß versagte, so wie wir alle!
    Ich will keine Grabrede und lasse den Grabstein für mich sprechen:


    Hier liege ich und sage euch:
    "Es wurmt mich!"
    IP

  25. #50
    kls
    Status: ungeklärt

    Der ist gut, aber ....

    'Hier liegen meine Gebeine,
    ich wollt' es wären Deine.
    Heinrich Heine

    ... ist unschlagbar.

    Grabstein von Heine in Paris
    IP

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