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Thema: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

  1. #126
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Regierungsbildung 2017

    Noch was zu Soros und ganz allgemein zu den Spekulationen:

    Du konntest schon zu Jesus Zeiten darauf wetten ob er nun gekreuzigt oder gesteinigt wird. Und je nachdem auf was du gesetzt hast, versuchte man den römischen Stadthalter...der das Urteil fällte...dahingehend zu bestechen. Die Spekulation ist so alt wie die Menschheit selbst...nur Mittel und Wege haben sich geändert. Das wird auch in Zukunft so bleiben - es bringt also gar nichts zu klagen. Die Höhe...in der Spekulationen getätigt werden...hängt alleine von der zur Verfügung stehenden Mittel ab. Wir alle spekulieren...deshalb sollte man immer erst mal bei sich selbst schauen...bevor man andere strafrechtlich oder moralisch verurteilt. Das einzige was Leute wie Soros von anderen unterscheidet....ist die Tatsache...dass sie schneller, cleverer oder stärker sind.

    Ein solches Verhalten ist also Teil der natürlichen Selektion. Und natürlich sagt aus: Von der Natur so gewollt. Es geht also nicht um einen globalen Wahn...sondern um die wahnsinnige Globalisierung - die gilt es zu stoppen....denn sie ist widernatürlich...verstösst gegen alle Naturgesetze.

    Die Natur will, dass die Schwachen und Faulen verrecken. Wir meinen es wäre unser Verstand, der dies nicht zulassen will. Falsch...unsere Emotionen sind dafür verantwortlich...nicht unser Verstand. Die Natur dachte sich etwas dabei...als sie uns die Emotionen in die Wiege legte. Sie sind ein Hilsfmittel..damit wir uns besser um unsere Brut...vielleicht noch um unseren Stamm kümmern können. Sie hat aber nicht vorgesehen...dass sich alle Menschen zum gleichen Stamm zugehörig fühlen. Die Abgrenzung ist ohne jede Alternative, will der Mensch überleben. So beantwortet sich deine Frage zu den Ressourcen von ganz alleine: Lassen wir der Natur ihren Lauf...gibt es auch keine Probleme mit unseren Ressourcen.

    Das ist der gleiche Effekt wie mit dem Schachbrett und den Reiskörnern: Man meint ein wenig Hilfe am Anfang wäre am Ende überschaubar...vergisst aber...dass sich Elend potenziert. Kennst ja mein Beispiel mit den afrikanischen Kindern: ERst rettest du zwei...aus zwei werden acht....aus acht werden zweiunddreissig....usw. Es macht also Sinn die zwei sterben zu lassen...bevor du vor mehreren Millionen stehst...die du dann nicht mehr retten kannst. Für die zwei Tote ist die Natur verantwortlich...aber für die Millionen von Toten trägst Du dann die Verantwortung. Möchtest Du das?

    Übrigens handeln einige der Naturvölker...die immer wieder (und fälschlicherweise) als Positivbeispiel herhalten müssen...genau nach diesem Prinzip...das da heißt...leben und sterben lassen....

    In Somalia bauen sie gerade einen Staudamm. Dieser Damm kostet 14 Milliarden Euro und nicht ein Euro kommt aus dem Westen. Das Geld kommt alleine von Spenden aus der Bevölkerung...und so gut wie alle spenden auch. Man konnte die Menschen vom Nutzen eines solchen Staudammes überzeugen. Als die Verantwortlichen gefragt wurden warum sie denn nicht um Geld aus dem Ausland bitten...antworteten diese...dass sich...würde man das tun...nie wirklich etwas ändern wird. Ein Suchtkranker, ganz gleich welche Sucht, begibt sich erst dann freiwillig und ohne Auffordeung in eine Therapie...wenn er ansonsten keine Hilfe mehr bekommt. Er muss also erst mit dem Rücken zur Wand stehen...um sich aus eigenem Antrieb heraus die Frage zu stellen: Sterben...oder etwas ändern? Macht er die Therapie nur weil andere das wollen...oder weil er ansonsten vielleicht in den Knast musst...hat er so gut wie keine Chance auf Heilung...auch nach zwanzig Therapien nicht.

    In Somalia hat der Suchtpatient erkannt, dass nur er selbst es in der Hand hat etwas zu ändern. Erst aus der Eigenmotivation heraus besteht eine Chance auf Heilung. Der Bau geht zügig voran...und bei den Kosten liegt man unter dem Budget (sollen sich die Berliner mal eine Scheibe von abschneiden). Die Menschen sind hochmotiviert und gehen mit großer Freude an dieses Projekt - nur so lernen sie auch dabei...so dass sie es beim nächsten Projekt noch besser machen. Wenn wir nun alle Afrikaner zu uns holen...so wie Bachblütenteetrinker das gerne hätten...sind wir nichts anderes als Co-Abhängige...die den Süchtigen...wenn auch unbewusst...jede Chance auf Heilung nehmen.

    Und achte auf die Kinder..die jetzt...in dieser kalten Jahreszeit...die Igel nach Hause schleppen. Es sind die gleichen Menschen, die später mal Afrikaner nach Hause schleppen. Sie haben dem Igel schon keinen Gefallen getan...
    Geändert von anderedimension (04.12.17 um 19:31 Uhr)

  2. #127
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    AW: Tagesgespräch 2020

    Ich will dafür keinen Ordner aufmachen. Deshalb kommt das hier rein.


    Anlaß ist ein Artikel in Zeit-Online (https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-...tion-belastung), der dummdreist die Behauptung aufstellt, die Staatsschulden von heute, seien keine Belastung für kommende Generationen, da die Tilgung in der Zukunft ja den künftigen Generationen zugute komme.



    Sag mal, was ist bloß los in der Zeit-Redaktion? Ist das Desinformation pur, ist das Volksverdummung oder bloß Ignoranz bei den Autoren? Der Niedergang der selbsternannten Qualtitätsmedien in der BRD ist erschreckend. Erst der Spiegel, jetzt die Zeit, auch die Süddeutsche driftet immer mehr in die pinkgrüne Moralismusecke ab. Kampagnenjournalismus für eine betuchte Bildungselite, ist das der Journalismus von heute?


    Also, sachlich ist der Unfug schnell durchschaut, dazu muß man kein Ökonomiestudium absolviert haben. Vielleicht muß man aber Zeitredakteur oder Wirtschaftsforscher sein, von der Sorte Fratzscher, Fuest oder Hüther.


    Die Autoren stellen die dreiste Behauptung auf, Zitat: Eines stimmt zwar: Der Staat verschuldet sich jetzt und Schulden müssen bedient und zurückgezahlt werden, das weiß jeder. Klar ist auch: Wenn das in der Zukunft geschieht, dann zahlen Angehörige der heute jungen, künftig alten Generation die Schulden zurück. Aber an wen? Genau: an Angehörige der gleichen Generation, denn eine andere Möglichkeit gibt es nicht.


    Ja, so einfach ist das: der Staat verschuldet sich, d. h. er verkauft Staatsanleihen an Gläubiger mit dem Versprechen, diese in der Zukuft samt Verzinsung zurückzuzahlen. Wer sind die Käufer von Staatsanleihen? In erster Linie sind es Zentralbanken wie die EZB, institutionelle Anleger wie Banken, Pensionsfonds, Lebensversicherer, Hedgefonds und Investmentfonds. Private Käufer sind eher selten und wenn, dann in der Regel eine sehr vermögende Klientel. Die Zinsen sind niedrig, die Sicherheit relativ hoch.


    In der Praxis heisst 'der Staat verschuldet sich', nichts anderes, als dass umverteilt wird von unten nach oben, von allen Steuerpflichtigen auf einige wenige Investoren und Anleger. Denn die Staatsschulden müssen von allen zurückgezahlt werden, von den Steuerpflichtigen und von denen, die aufgrund negativer Verzinsung auf ihr Erspartes oder ihre Rentenansprüche, Lebensversicherungen etc. substanziell Verluste erleiden.


    Das aber verschweigen die Zeit-Staatsschuldenexperten bewusst oder aus Ignoranz. Sie erwecken mit der dämlichen Formulierung, die junge Generation als Ganzes wird durch die höhere Staatsverschuldung gar nicht belastet, den falschen Eindruck, Staatsschulden seien ein Nullsummenspiel für alle, also bloß ein Transfer von der linken in die rechte Tasche. Sie verschweigen, dass ALLE ZAHLEN, NUR WENIGE PROFITIEREN, eben die EZB, Banken, Fonds und Großanleger, also die Besitzer von Staatsschuldtiteln.


    Es geht hier nicht darum, Staatsschulden per se abzulehnen oder gutzuheissen. Es kommt immer darauf an, wofür der Staat sich verschuldet. Investitionen in die Zukunft, in Bildung, Infrastruktur und Nachhaltigkeit, sind sicher gut angelegtes Steuergeld. Staatsanleihen aber, die bloß Löcher stopfen, also alte Schulden tilgen, überkommene Strukturen stützen (Automobilindustrie, Fluggesellschaften etc.) oder Lobbies bedienen, sind nichts anderes als Raub am Steuerpflichtigen.


    Dass sich Zeit-Online für solche Propaganda hergibt, bestätigt ihren Niedergang. Das ist Fake-journalismus pur, Kampagnenjournalismus für Reiche, Leserverarsche unter dem Mäntelchen der Information. Das ist einfach mies.

  3. #128
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    So dumm finde ich diese Überlegungen der ZEIT nicht. Ich mag Schulden nicht, hatte jahrelang welche und bin froh, sie los zu sein. Aber bei einem Staat ist das anders, denn der hat viele Möglichkeiten, sofern er souverän ist:
    1. er kann sich vom eigenen Staatsvolk Geld leihen und es in den Ausbau notwendig zu erneuernder Strukturmaßnahmen stecken, die dem Staatsvolk selber zugute kommen; über erhöhtes Steueraufkommen finanziert sich das a posteriori;
    2. jeder Staat kann die Notenpresse anschmeißen, anders gesagt, er kann eine Inflation herbeiführen und sich so von seinen Schulden befreien;
    3. eine Zentralbank hat jederzeit die Möglichkeit, den Geldfluß so zu gestalten, wie sie es eben für notwendig erachtet;
    4. ein verfügter Währungsschnitt (der sowieso in jeder Generation erfolgen sollte) bei gleichzeitigem Sachwertausgleich kann eine Nivellierung sozialer Ungleichheiten bewirken
    5. ...?

    Kurz gesagt: Wenn ich Staat wäre, würden mir sicherlich noch andere Gründe für "Überschuldung" einfallen, die allesamt keine sind.

    Negativ? Gibt es auch: Wenn sich ein Staat in Abhängigkeit von anderen begibt, anderen Staaten, anderen Banken, anderen Währungen...

  4. #129
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Tagesgespräch 2020

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Ich will dafür keinen Ordner aufmachen. Deshalb kommt das hier rein.


    Anlaß ist ein Artikel in Zeit-Online (https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-...tion-belastung), der dummdreist die Behauptung aufstellt, die Staatsschulden von heute, seien keine Belastung für kommende Generationen, da die Tilgung in der Zukunft ja den künftigen Generationen zugute komme.



    Sag mal, was ist bloß los in der Zeit-Redaktion? Ist das Desinformation pur, ist das Volksverdummung oder bloß Ignoranz bei den Autoren? Der Niedergang der selbsternannten Qualtitätsmedien in der BRD ist erschreckend. Erst der Spiegel, jetzt die Zeit, auch die Süddeutsche driftet immer mehr in die pinkgrüne Moralismusecke ab. Kampagnenjournalismus für eine betuchte Bildungselite, ist das der Journalismus von heute?


    Also, sachlich ist der Unfug schnell durchschaut, dazu muß man kein Ökonomiestudium absolviert haben. Vielleicht muß man aber Zeitredakteur oder Wirtschaftsforscher sein, von der Sorte Fratzscher, Fuest oder Hüther.


    Die Autoren stellen die dreiste Behauptung auf, Zitat: Eines stimmt zwar: Der Staat verschuldet sich jetzt und Schulden müssen bedient und zurückgezahlt werden, das weiß jeder. Klar ist auch: Wenn das in der Zukunft geschieht, dann zahlen Angehörige der heute jungen, künftig alten Generation die Schulden zurück. Aber an wen? Genau: an Angehörige der gleichen Generation, denn eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
    Also selbst Grundschüler dürften heute mehrheitlich wissen, daß Schulden immer an denjenigen zurückgezahlt werden müssen, der das Darlehen gewährt hat. (manchmal werden solche auch an Dritte abgetreten, aber das tut hier nix zur Sache)

    Wenn Zeitungen also solche Lügen verbreiten, dann hat das Gründe! Nenn es Desinformation, nenn es Fehlinformation, nenn es Manipulation - im Endeffekt bleibt es das gleiche, nämlich eine gezielte, bewußte Lüge! Wenn man bedenkt, daß die Mainstream-Medien heute nur noch "Erfüllungsgehilfen" von Obrigkeit und Lobbyisten sind, dann erklärt sich auch das Motiv dafür.

    Je mehr Menschen diese Lügen glauben, umso länger kann man das Lügengebilde aufrecht erhalten und umso mehr Kohle kann man noch aus ihnen herauspressen.

    Wie sagte Andreas Popp mal so schön? "Was nützt uns die Pressefreiheit, wenn wir keine freie Presse mehr haben?"

    @Roberto: da wir de facto keine souveränen Staaten mehr haben auf diesem Planeten, sind Deine Ideen nur nette Platitüden.

    btw: bei einer Gesamt-Weltverschuldung von inzwischen einer Viertel Billiarde (das sind 250 Millionen Millionen oder anders gesagt: 33.333€ pro Mensch!) darf man ja auch mal hinterfragen, bei WEM die Erde überhaupt verschuldet ist? Bei anderen Planeten? Bei Außerirdischen? Oder Gott???

    Daß dabei pro Jahr auch alleine rund 25 Billionen Teuro an Zinsen anfallen - also Geld erschaffen wird, daß eigentlich gar nicht existiert - und somit die Inflation immer weiter antreibt (mit immerhin 3333€ pro Kopf) will ich dabei mal nur am Rande erwähnen Was das für Ausmaße hat? Das sieht man bspw. am Bitcoin. Der US-Dollar hat nämlich in den letzten 10 Jahren über 99,99% seines Wertes verloren (im Vgl. zum BTC)!

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