+ Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 25 von 126

Thema: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    27.July 2000
    Ort
    Freiburg im Breisgau
    Beiträge
    467
    Renommee-Modifikator
    20

    Post Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    was es alles gibt:
    "1680 war die Stadt Halle endgültig zur preußischen Krone gekommen. Wie die meisten deutschen Städte war auch Halle vom Dreißigjährigen Kriege her tief verschuldet. Bis dahin hatte aber keine Stadtverwaltung den Mut gefunden, die Höhe der Gesamtschulden festzulegen. Die preußische Regierung nahm diese Arbeit sofort und gründlich auf. 1688 gab sie die Schuldsumme bekannt. Sie betrug 4.692.817 Taler, und die Stadt Halle hatte damals 15000 Einwohner. Es ergab sich, daß es der Stadt unmöglich war, jemals diesen Betrag aufzubringen. 1717 wurde die Summe durch eine Verfügung des Königs von Preußen auf 10 von Hundert ermäßigt. Der Tilgungsplan, den die Stadt Halle zugleich mit der Verfügung erhielt, war unerbittlich."

    (fand ich bei Schenzinger, Metall)

  2. #2
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8

    Post Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Die Griechen, sie siechen - und das ist gut so!

    Mich ärgert, dass bei der ganzen Debatte um den Grexit das griechische Volk so billig davon kommt - aber auch, dass man grundsätzlich zwischen Volk und Politiker unterscheidet, wenn letztere von eben jenem Volk demokratisch gewählt wurden. Das griechische Volk soll/muss leiden, sonst wird es aus seiner Dummheit nichts lernen. Souflaki und sein Finanzminister Gastritis sind Gesandte ihres Volkes, also sollen sie das auch gemeinsam ausbaden. Die Alliierten zerbombten Deutschlands Städte nicht aus einer militärischen Notwendigkeit heraus, sondern um den Deutschen für die Zukunft einen Denkzettel zu verpassen - und das war richtig so! Wir müssen den Griechen keine Bomben schicken, aber Hunger und Elend - man sollte sie, so wie man das mit Hunden macht, in ihre eigene Scheiße tunken.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.557
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    Verwarnung

    Etliches von Dir lese ich gern, anno, aber zuweilen verwirft Dein Haß Deinen guten Geschmack. Die letzte Mitteilung führt zu einer Premiere beim neuen Wolkenstein: eine Verwarnung. Es ist Deine erste, die sich bei verbessertem Verhalten in zehn Tagen im Ichts auflöst. Das ist ein Denkzettel. Systematisch durchgeführter Völkermord ist es nicht.

  4. #4
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Verwarnung

    Ist es wirklich kein global organisierter Völkermord?

    Wer hätte die Macht dazu?
    Was wäre die Motivation der Machthabenden?

    Welche Interessen besitzen welche Schnittmengen?
    Welche Interessen werden vertreten?
    Ist dieses Interesse auch in unserem Interesse?

    Welche Normen ergeben noch Sinn?
    Welche Normen verteidigen wir?
    Haben wir diese selbst eingehalten? (NEIN!)

    Welche Organisationen besitzen die Kontrolle?
    Ist diese Organisationsform sinnvoll und ohne globale Eskalation umsetzbar?
    Welche Organisationsform würde keinem Völkermord entsprechen?

    Wie sollen die definierten Normen umgesetzt werden, wenn sie niemand versteht?
    Was ist der Zielzustand, den diese Normenkontrolle verfolgt?

    Daher finde ich, der Beitrag von anderedimension liegt noch im Bereich dessen, was Satire dürfen muss. Denn der Beitrag löst bestimmte Gedankenfolgen aus.

    Ist es kein Völkermord für Kapital? Auf diese Frage kam ich erst durch eure Beiträge.

    Damals wurde das Saarland besetzt, als wir nicht mehr zahlen konnten. Besetzt jetzt der IWF die Akropolis? Wer ist die Siegermacht?

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8
    Es ist auf alle Fälle so, dass sich ein Volk nicht hinter seiner eigenen, demokratisch gewählten, Regierung verstecken darf. Ist doch vollkommen egal wie das Referendum ausgeht, Europa wird nochmal zig Milliarden in dieses Land pumpen (müssen/dürfen..), nur heißt das dann nicht Kredit, sondern humanitäre Hilfe. Es ändert sich nur der Name des Kindes, das Ergebnis bleibt das gleiche. Ich sehe das eben nicht so, dass wir hier von einem armen, unschuldigen Volk sprechen. Niemand hat den kleinen Mann gezwungen mit 50 in Rente zu gehen, aber er hat das Angebot dankend angenommen - dafür darf der Deutsche dann bis 70 arbeiten, denn irgendwie muss ja der (europäische) Haushalt wieder ins Gleichgewicht kommen. Der Grieche lebt schon seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse - und das unter verschiedenen Regierungen. Das alleine zeigt doch, dass das nicht nur ein politisches Problem ist, sondern auch ein moralisches. Und ich bleibe dabei; das Volk soll und muss die Auswirkungen seines falschen Handelns deutlich zu spüren bekommen, ansonsten wird es aus seinen Fehlern nichts lernen.

    es gibt zwei Gruppierungen...die den sozialen Frieden unmöglich machen.

    1. die Linken
    2. die Gutmenschen

    Griechenland ist die Spitze des Eisberges, der auf einem Fundament von Egoismus und Vorteilsnahme immer höher in den Himmel wächst. Um im eigen Land zu bleiben; da ist für mich die Möglichkeit zur Privat-Insolvenz ein Synonym dafür, dass der Egoismus kein Phänomen der Großköpfigen ist - er wurzelt vor der Tür des "Kleinen Mannes". Schulden zurückzahlen? Ich bin doch nicht blöd! Der Staat rekrutiert seine Bürger und bildet sie säumigen Schuldnern aus. Jene, die ein Moralgefühl haben und zu ihren Schulden stehen, sind dabei die Dummen.

  6. #6
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Was mich aufregt

    Ja, wir haben ein Problem im eigenverantwortlichen Umgang mit Schuld und Schulden. Ob privat oder als Staat, alles Verrechnungs- und Machtspiele um Energie. Geld gilt als Lebenselixir und dafür gehen wir über Leichen. Daher wird das Geld beschützt, nicht das Leben.

    Was für ein letaler Irrtum. Werbung ist die Tür zur kollektiven Unzufriedenheit. Bedürfnisse, die niemals aufzufüllen sind, führen zur dauerhaften und organisierten globalen Unzufriedenheit. Das ist der Motor bisheriger Anreizsysteme. "Wachse oder weiche" verkündet das marktreligiöse System.

    Griechenland wurde von Goldmann-Sachs beim Bilanz fälschen geholfen. Es ist ein großer Insolvenzverschleppungsbetrug. Der Geldadel schafft sich durch gierige Politiker die Möglichkeit, Staaten zu melken. Machiavelli lässt grüßen. Da nutzt es wirklich nichts, sich hier unten im Futterneid die Suppenschüsseln aus der Hand zu schlagen. Wir alle werden eine Suppe auslöffeln müssen, die wir uns im Ringen um Besonderheiten selbst eingebrockt haben.

    Um das Teilen lernen werden wir dabei wohl nicht herumkommen. Abwehrmechanismen dominieren rund 90 % unserer Gruppendialoge, kein Wunder, wenn die Abwärtsspirale innerer Korruption immer weitere Kreise zieht. Das Fundament des Turmes ist eine gemeinsame Sprache im Sinne sich ergänzender gemeinsamer Zielvorstellungen. Babylon war eine internationale Baustelle im Nahen Osten. Das Babylon-Syndrom ist der Verlust von Sinnführung, aus der sich eine innere Ethik ableitet.

    Der Linke und die Gutmenschen folgen ebenso einer Abwehrstrategie, sie lehnen das an sich ab, von dem sie annehmen, dass es andere (im jeweiligen sozialen Kontext) ablehnen. Die Annahme der Dunkelheit (unserer [karmischen] Schuldenstände) löst den Schleier auf. Mit all den Abwehrmechanismen wird die Situation nur stressiger.

    Was diesen Stress besonders stressig macht, ist jedoch der Umstand, dass es noch keine juristische Handhabe gibt, Geldsüchtige zwangsweise zu berichtigen, indem sie zu einem "kalten Gel(d)tungsentzug" verpflichtet werden. Es sind gierige Psychopathen, die mit der Welt Monopoly spielen. Daher ist es ungerecht, ein Urteil zu fällen, wird die globale Sklaverei dabei ausgeblendet.

    Denk mal an den Spruch damals: "Entweder die DM kommt in die DDR, oder wir machen rüber." Wenn die Griechen zusammen mit den Afrikanern rübermachen, taucht etwas mehr vom Eisberg auf. Unter der Wasseroberfläche ist der Bereich des Unbewussten anzusiedeln. Zu 90 % völlig unbewusste Handlungsfolgen, die wir betrachten müssen. Das erzeugt die Angststörung mit der "nach mir die Sintflut-Mentalität". Die Flut an Gewinnen für die Großen Fische ist aus einem kollabierenden und ausgebluteten Lebenssystem nicht mehr zu erzeugen.

    Keine Wirklichkeit kann mit Psychopathen an den Schnaltstellen der Macht gedeihen. Das Wesen der Macht in Anbetracht der vorherrschenden UN-Ethik eines durch und durch korrupten Gemeinwesens ist eine Spirale, die nicht leicht zu schließen ist. Wir sehen nicht, was aus energetischer Sicht auf den jeweiligen Ebenen wirksam ist.

  7. #7
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Was mich aufregt

    Zitat WirSindIchBin

    Ja, wir haben ein Problem im eigenverantwortlichen Umgang mit Schuld und Schulden.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Schuld und Schulden"

    Eine schöne Überschrift - und genau darum geht es.

    Wir reden ja gerne von "unverschuldet" in Not gekommen - das gibt es, klar, und diesen Menschen soll auch geholfen werden, wer aber einen 55 Zoll LED und einen 5er BMW auf Pump kauft, seine drei Handy-Verträge nicht mehr bezahlen kann und mit der Miete 8 Monate im Rückstand ist, der ist alles andere als unverschuldet in Not gekommen - der hat einfach nur üb er seine Verhältnisse gelebt. Diesen Menschen aber bietet man die Möglichkeit in die Privatinsolvenz zu gehen - eine Riesensauerei ist das. 115000 Privatinsolvenzen in 2014 heißt auch ca. 600000 Gläubiger die auf ihre Forderungen verzichten müssen. Diese Forderungsausfälle werden a. abgeschrieben und b. umgelegt, kommen also der Allgemeinheit teuer zu stehen.
    Wer Schulden macht, der soll gefälligst auch dafür aufkommen. Die meisten Schulden werden mit böser Absicht gemacht - also im Wissen dieses niemals begleichen zu können. Die Faulen und die Nichtsnutze werden belohnt, die Fleißigen bestraft - das ist im doppelten Sinne linke Politik.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.557
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Was mich aufregt

    War es jemals anders?
    Ich glaube nicht, daß es die Gutmenschen oder Linken sind, die für die ungerechte Welt verantwortlich sind. Nicht nur. Natürlich sind sie beteiligt, v.a. durch ihre hysterische Art, eben für Gerechtigkeit sorgen zu wollen, was nichts anderes als Klientelismus bedeutet. Und noch mal: war es jemals anders?
    Nein, nur ändern sich die Gesichter und politischen Programme derjenigen, die den Kropf bilden und das Sagen haben. Am Ende aber wirtschaften sie denen in die Tasche, die sie an die Futterquellen brachten und lassen sich von denen hofieren, denen sie die Futterquellen nun bereitstellen müssen, den Großkopferten. Der LINKE und LINKSLIBERALE heute ist an der Macht; er hat das Sagen und bestimmt die gesellschaftlichen Richtlinien. Hoppla, es ist doch die CDU an der Macht?
    Tja, Mädelz, die ist aber noch nie eine konservative Partei gewesen und übt heutzutage schon mal das Überholmanöver links an der SPD vorbei.

    Für eine gerechte Welt bin ich auch. Wer nicht? Ich glaube allerdings nicht, daß sie auf der Basis einer Gleichheit hergestellt werden wird können. Womit ich beim Griechenland-Problem bin. Man kann in Griechenland keine Sozialmaßstäbe anlegen wie bei uns oder in Skandinavien. In Griechenland bestehen andere Verhältnisse. Meiner Meinung nach kann man es dem Griechen nicht verübeln, daß er eben mitnimmt, was er kriegen kann. Ebensowenig kann man den Vollpfosten in der EU aber es jetzt verübeln, wenn sie den Griechen den Hahn zudrehen. Ich fände das gerecht. Doch was gäbe es für Folgen?`Schlimmere als dieses Geschangel jetzt?

  9. #9
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Was mich aufregt

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    War es jemals anders?


    Für eine gerechte Welt bin ich auch. Wer nicht? Ich glaube allerdings nicht, daß sie auf der Basis einer Gleichheit hergestellt werden wird können. Womit ich beim Griechenland-Problem bin. Man kann in Griechenland keine Sozialmaßstäbe anlegen wie bei uns oder in Skandinavien. In Griechenland bestehen andere Verhältnisse. Meiner Meinung nach kann man es dem Griechen nicht verübeln, daß er eben mitnimmt, was er kriegen kann. Ebensowenig kann man den Vollpfosten in der EU aber es jetzt verübeln, wenn sie den Griechen den Hahn zudrehen. Ich fände das gerecht. Doch was gäbe es für Folgen?`Schlimmere als dieses Geschangel jetzt?
    1. Gleichheit ist das Fehlen relativer Besonderheit. Es ist immer das Ego, das sich in relative Besonderheiten verfängt - alle anderen sollen sich gefällligst an "Spielregeln" halten. Dumm dabei ist eben nur, dass wir vergaßen, globale Spielregeln aufzustellen, die es erlauben würden, eigenverantwortliches Handeln langfristig erfolgreich als sinnvoll zu betrachten. Diese abgestufte, relative Besonderheit ist es, die Menschen annehmen lässt, es sei in Ordnung, Gläubiger auf ihr Geld warten zu lassen und den Spieß umdrehen:

    Ein eigenverantwortliches Verhaltensangebot (ich zahle wie abgesprochen) wird mit einem "wenn" verknüpft und wir betrachten das psychopathische Machtspiel dahinter:

    "Wenn du mit einen Teil erlässt." (Bedingungsformulierung vor damit verknüpfter Kooperation zur Einhaltung des (nunmehr Emotional-) Vertrages)

    2. Würden wir die juristischen Maßstäbe einer Privatinsolvenz anlegen, müsste tatsächlich von sittenwidrigen Kreditgeschäften gesprochen werden, da die Bonität der Schuldner offensichtlich mangelhaft geprüft wurde. Sittenwidrig bedeutet, wenn jemand dauerhaft, vorhersehbar und vorsätzlich in eine Lage gebracht wird, die eine völlige Diskrepanz zwischen Einnahmensituation, Kostenentwicklungen und Zahlungsverpflichtungen ersichtlich werden lassen, die den Kreditgeber verpflichtet hätte, die Gewährung eines Kredites abzulehnen.

    Wird bei der Gesamtbetrachtung "Bonitätsprüfung" Vorsatz und Täuschungsabsicht ersichtlich, wird, wenn der Schuldner nachweisbar und vorsätzlich "gelogen" hat, berechtigt sein schuldhaftes Verhalten festgestellt. Ohne Zahlung droht Erzwingunghaft zum Tagessatz. Oder die von anderedimension angesprochene Privatinsolvenz.

    Das schuldhafte Verhalten, an insolvente Staatengemeinschaften sittenwidrige Kreditlinien zu vergeben, ist dem Zinseszins- und Wachstumsdilemma geschuldet. Bei ordnungsgemäßer Prüfung von Einnahmen- und Ausgabensituationsentwicklungen hätte jedem Banklehrling klar werden müssen, dass der Antragsteller Staat offensichtlich nicht weiß, dass er in die Schuldenfalle tappt.

    3. Was wären die Folgen, allein dem Schuldner Griechenland erneut einen Schuldenschnitt einzuräumen?

    a: andere zum Teil noch höher verschuldeten Staaten würde dieses äußerst ungerecht erscheinen und der IWF als globaler Schuldeneintreiber könnte seine Funktion verlieren. Es zahlt nur zurück, wer noch keine "Staatsprivatinsolvenz" innerhalb der Globalinsolvenz angemeldet hat.

    b: die Sittenwidrigkeit aller Globalschuldenstände wird erkannt und ALLE Schulden werden gestrichen.

    Begründung für b:

    1. Es ist nur virtuelles Buchgeld, juristisch einklagbar sind lediglich die Krediteinlagen bei der EZB von einem Prozent, ansonsten sind es bilanzverlängernde Buchungssätze ohne Gegenwert, da ohne Goldbindung, und daher kann nicht von einem Vermögensschaden gesprochen werden. Virtuelle Buchungssätze stellen kein Vermögen dar.

    2. Für virtuelles Buchgeld reale Sicherheiten zu pfänden, ist das Geschäftsmodell; auch des IWF. So steht dann die Weltbank in allen Wohnzimmern der verschuldeten Staaten und fordert für Buchgeld real verknüpfte Sicherheit. Der Ausverkauf zum "Schnäppchenpreis" beginnt, was die Privatisierungsforderungen verdeutlichen. Bei der Privatstaatsinsolvenz bedeutet Privatisierung, dass ein Kuckuck auf die Eule geklebt wird. China gibt Kredite und Infrastruktur gegen langfristige Rohstofflieferungen - das ist das Konkurrenzmodell zum IWF - siehe Nicaragua Kanal.

    3. "Pump und dunk" wird diese Blasenbildung des "Aufpumpens und Platzen-lassens" im neoliberalen Kriegslager genannt.

    4. China und Russland versuchten, mit einigen Brics-Staaten, ein Gegengewicht zur Weltbank und dem IWF zu bilden. Alle Fäden laufen bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zusammen, die in der Schweiz ansässig ist, wie auch die europäische Investitionsbank. Es könnte daher von drei Interessengruppen ausgegangen werden.

    5. Allen gemeinsam geht jedoch der Planet aus. Gibt jetzt schon Inseln bei Tschobi, passend zum Privatkaffee.

    6. Staaten sind ein Auslaufmodell, Start-Up-Unternehmen werden die Krisen nutzen, die drei Interessenblöcke weiter gegeneinander auszuspielen. Nicht wirklich, weil sie böse sind. Einfach, weil sie es können, ohne dass sie daran gehindert werden könnten. Staaten denken zu langsam, insofern ist Denken die Fähigkeit, aus der Entropie des Chaos lebensförderliche und aufbauende Gesamtkohärenz im Sinne von Zukunftshorizont zu gewinnen.

    7. Was könnte der Nutzen der Situation sein?

    Es könnte erkannt werden, dass die Barbarei der privaten Besonderheit darin besteht, die vitalen Lebensinteressen und Bedürfnisse des Gegenübers selektiv auszublenden. Immer sind es die eigenen Bedürfnisse, die im Zentrum der Klientelpolitik des HABEN-WOLLENS steht. Gier als Prinzip von Annäherungsstrategien, also den bewussten 10 % unserer "attraktiven" Entscheidungsansätze, macht uns zum Tier.

    90 % Abwehr und 10 % berechtigtes Misstrauen in die tierischen Motivationsansätze - ein positives Vorstellungsbild fehlt völlig. Wie würde es sich anfühlen, erreicht zu haben, was als Ende des ewigen Kampfes von Raubtieren in unserem Kopf beschrieben werden könnte?

    Ambivalenz ist die Fähigkeit, sich wie ein Engelchen verhalten zu können, meist, wenn wir uns etwas annähern wollen. Und wenn wir nicht bekommen, was unser EGO-Wille ist, zeigen wir, wie schnell wir zum Teufelchen werden können.

    Wir verhalten uns wie kleine Teufelchen, weil wir vergaßen, dass die Engelchen uns auf Händen durch die Welt tragen würden, blickten wir nicht immer auf die Schuld der"Teufelchen" im Gegenüber. Wir alle machen uns derzeit regel-gerecht fuchsteufelswild. Das enttarnte Teufelchen geht in die Luft, das Engelchen reicht uns Nachsicht. Dem kollektiven Ego geht die Puste beim Versuch aus, uns lieber umzubringen, als einen Irrtum einzugestehen. Damit wir nicht bemerken, wie kraftlos das Teufelchen der Gruselgarde, als Gruppengeist des "Gemeinstwesens", schon ist, verstricken sie uns in scheinbar unauflösbare Konflikte.

    Wir füttern die Garde kleiner Teufelchen mit zunehmender Aufmerksamkeit und machen die Welt fuchsteufelswild. Es sind unsere Gedanken, die diese Welt erzeugen. So tanzt das Ego um ein totes goldenes Kalb und kann sich nicht eingestehen, langsam die Herrschaft über unser Bewusstsein zu verlieren.

    Ist die Welt dem Ego von einigen wenigen gierigen Psychopathen untertan?


    Oder können wir Gedanken verändern, bzw, andere Gedanken wählen?

    Welche Erfahrung machen aus Psychopathen wieder Menschen? Bedingunslose Liebe.

    Es sind Hilferufe von Menschen, die mit der Macht (Kredite aufzunehmen), auch die Last tragen, die Lasten der Geschichte zu tragen. Untragbare Lasten für den Bestand der Demokratie (vorsätzlich zu erzeugen) ist sitten- und verfassungswidrig, daher wird eine globale Schadschöpfungsverrechnung historisch und juristisch unumgänglich werden.

    Nicht nur Schuldenschnitt, sondern auch anteilige Rückzahlung der sittenwidrigen Zinseszinsen, um damit die Schäden zu beheben, die durch die Erwirtschaftung der Profite entstanden sind.

    Beispiel: Das Bienensterben kostet global jährlich 300 Milliarden, und zwar so lange, bis der Ursprungszustand wiederhergestellt ist. Der Zukunftswert dieser Forderung über X000 Jahre mit Zins- und Zinseszins hängt davon ab, wie lange es brauchen wird, die Ursachen zu beheben. Die Gewinne, die Bayer, BASF, Dow Chemical und all die anderen vorsätzlichen Bienenmörder gemacht haben, sind ein Katzenschiss gegen die Kosten, die das Problem nun dauerhaft (bis zur kostenintensiven Beseitigung) verursachen wird. Wenn wir global nun 300 Milliarden pro Jahr an Verlusten haben, ist die Gewinnererwartung geschmälert.

    So müssen die Schäden behoben werden, indem ihr ZUKUNFTSWERT vor einer einzurichtenden Globaljustiz den Verursachern in Rechnung gestellt wird. Die Schäden sind höher als die Gewinne aus dem Ausverkauf unseres Planeten.

    Geltungssüchtige und Geldsüchtige Menschen sind krank. Ihnen muss dringend geholfen werden, doch wir dürfen uns nicht weiter zum Opfer ihrer Kinderspiele machen. Sieben Milliarden Schreikinder, die, von ihren Eliten alleingelassen, ihren Mangel an Eigenverantwortung als Schuld in das Außen projizieren.

    Ohne Verursacherprinzip ist es globale Kinderkacke. Ohne Planetenwertberechnung nur hohle Augenwischerei. Ohne Zukunftshorizontsberechnungen kann keine Entscheidung in einen Ursache- und Wirkungskontext gesetzt werden. Wir wissen eben nicht, was wir tun. Dazu müssten wir die stumpfe Gier überwinden.

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.557
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Was mich aufregt

    Ja, WSIB, dem Gedanken, daß im Schuldner-Gläubiger-Verhältnis der Gläubiger v.a. die Pflicht besitzt, VOR der Vergabe von Krediten zu prüfen, ob der Schuldner die Schulden PLUS Zinsen wird aufbringen können, stimme ich zu. Offenbar muß wohl da der Grundsatz "Ein Staat KANN nicht pleite gehen" fröhliche Urständ gefeiert haben. Daß der IWF dem geschäftsmodell des Zinses folgt und so per se alle in die Schuldknechtschaft zwingt, liegt in der Natur der Sache "Zentralbank". Deshalb sollte man dieses Modell auch abschaffen. Aber damit sind wir nahe beim springenden Punkt: Ist der IWF nicht ein Produkt kapitalistischen Wirtschaftens?

  11. #11
    Bernd Nobremer
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von abartigedimension Beitrag anzeigen

    Wir müssen den Griechen keine Bomben schicken, aber Hunger und Elend - man sollte sie, so wie man das mit Hunden macht, in ihre eigene Scheiße tunken.

    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.557
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    Der Grexit als Chance

    mal von der fäkalsprache abgesehen, fehlt es dieser sentenz auch an wirklichkeitsbezug. ich erkenne hier ein gutteil arroganz, ganz so, als ob es in griechenland VOR der einführung des € kein auskommen gegeben habe.
    was wird geschehen, wenn griechenland den €-raum verlassen muß?
    erst einmal wird es weiter bestandteil des europäischen wirtschaftsraumes bleiben. es wird eine neue währung eingeführt werden müssen, die neue preise machen wird. diese neue währung (wahrscheinlich wird sie drachme oder talent heißen) wird gegenüber dem € gering bewertet werden. das bedeutet günstige exportchancen und schlechte importchancen für die griechen. das aber wäre genau das, was die griechen brauchen, nämlich eine hinwendung zu einer wirtschaftsform, bei der sie selbst für das sorgen müssen, was sie eben brauchen. zudem würde das die kleingewerbe fördern, autarkes wirtschaften und den handel befördern, der dann nicht mehr von den multinationalen konsortien bestimmt werden würde, weil die einfach wenig verdienen können mit dem neuen geld.
    die belastung für die gläubiger dürfte überschaubar bleiben, denn sie ist auf viele schultern verteilt. es wäre ein sauberer schnitt, in dem ich für griechenland mehr vor- als nachteile erkenne.

  13. #13
    Jule
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von Bernd Nobremer Beitrag anzeigen
    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.
    Wieso "Getiere"? Was soll das sein? Tiere reicht vollkommen aus. Tierquäler aus anderen Dimensionen.

  14. #14
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.
    ---------------------------------------------------------------

    Ich kenne das, praktiziere es aber nicht - ich werfe ja auch keine Bomben...

    bin jedoch sicher, dass die Metapher verstanden wurde

  15. #15
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Eines gebe ich zu bedenken: Wer mit rund 2 500 000 000 000 wie Deutschland in der Kreide steht, sollte mal Kopfrechnen üben:

    Ein Prozent Zinsen bedeuten 25 Milliarden im Jahr, die im Bundeshaushalt einzuplanen sind. Bei Spanien und Portugal lagen wir zeitweise bei 5-7- %, in Griechenland betrugen die "Dispo-Zinsen" zum Teil 17 - 21 %.

    Wir sitzen im Glashaus und werfen mit Kinderkacke umher.

    Jeder Kreditantrag von Staaten wird in seiner Laufzeit ausgeschrieben und von einem Konsortium bestimmter Banken werden dann Angebote abgegeben. So sind die Fristigkeiten des ersten Rettungspakestes bis 2040, die des zweiten bis 2060 in unserem Haushalt wirksam.

    Dumm ist nur, dass die Konditionen ein fließendes Kontinuum abbilden, auch wir haben noch frühere Kreditlinien mit höheren Zinsen im Bestand. Wovon unsere künftigen Zinshöhen bei der Staatsfinanzierung abhängig sind, ist das "Rating", das aus dem Verhalten des Staatskonsumenten, bzw. der Konsumentengruppe von Staaten, Rückschlüsse auf die zu erwartende Rückzahlungsmentalität und Möglichkeiten abzuleiten versucht.

    Durch unsere offensichtliche Tendenz, die Konsumentengruppe nicht zu eigenverantwortlichem Umgang mit Forderungen aus Verträgen der Vergangenheit bewegen zu können, wird in Zukunft mit höheren Staatsfinanzierungskosten zu rechnen sein.

    Wenn wir uns in der Masse am Konsum als Indikator für Lebensqualität orientieren, und zudem Persönlichkeit mit "Produktidentitäten" verwechseln, führt ein Teilhabeentzug zum Verlust der künstlichen "Arbeitspersönlichkeit". Die weiter oben angesprochene Zunahme der Privatinsolvenzen ist dem Versuch geschuldet, weiter zur konsumierenden Gesellschaft zu gehören. Die Griechen wollten nur dazugehören.

    Allerdings beginnt erneut, der Hass zu wachsen. Vergleichen wir die Möglichkeiten, die uns bleiben, wäre zu sagen, dass offensichtlich keine Möglichkeit besteht, unsere historisch emotional verletzten griechischen Göttergatten, auf mentaler Ebene von weiteren Machtspielchen abzuhalten.

    Menschen und Nationen in die Schuldenfalle tappen zu lassen, ist ein sittenwidriges Verhalten. Sittenwidrig, weil der Buchgeldschöpfung aus dem Nichts, wie derzeit praktiziert, einzig die bilanzverlängernde Forderung gegenübersteht. Ein Grexit brächte daher europaweit Bilanzen, Staatshaushalte und Rentensysteme durcheinander.

    All die "toxischen Papiere" wurden bei der Bad-Bank EZB ausgelagert, die fleißig Geld zum Nulltarif an die Banken vergibt, die dann die "Konsortien der Staatsfinanzierung" abbilden. 1945 lag der Idee des IWF die Absicht zu Grunde, einen Totalzusammenbruch des globalen Währungskonstruktes künftig verhindern zu können. Wie bei der UN wurde bestimmten Industrieländern, im Verhältnis größere Quoten zugesprochen. Ein Gouverneursrat wird aus allen Mitgliedsländern gebildet, die jedoch abgestufte Stimmrechte besitzen. Unlängst wurde zugunsten der BRICS-Staaten zwar eine Änderung vorgenommen, zufrieden sind gerade Russland und China mit der Situation nicht wirklich.

    Doch aus dem Währungskonstrukt ist eine Investmentvertretung geworden, die zusammen mit der Weltbank den Finger auf die zu privatisierenden "Sahnestücke" (Rohstoffe, Häfen, Konzessionen usw.) einer Volkswirtschaft legen. Es ist sinnlos, die Griechen für die globalen Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen. Argentinien drückte Solidarität aus, sie kennen die leidvolle Erfahrung, den globalen Hedgefonds vor UN-Gerichtstribunalen zu unterliegen. Heute wird das Saargriechenlandland nicht mehr besetzt, es wird an Verträge gebunden und eingeklagt. Eine Neuordnung, wie von Aerolith oben gefordert, wurde von den Russen und den anderen BRICS Staaten eingeleitet, um die Abhängigkeit von IWF und Weltbank zu brechen, die den Finger auf die Zukunft der Welt legen.

    Weiterhin vergessen wir, all die Zwangsmaßnahmen der Troika in einen Kontext mit dem Faktor Arbeit zu setzen. Die Entwertung der Arbeit durch ein globales Überangebot an Arbeitskräften ist ursächlich für die Turbulenzen. Ein globaler Unterbietungswettbewerb von Volkswirtschaften im Kuttenlecken um Arbeitsplätze bei den Rating-Agenturen.

    Wohin wollen wir wachsen, um die notwendige Menge an Arbeitsplätzen zu benötigen?

    In Babylon Zwei, also Dubai, bekommt ein indischer Arbeiter 5 Dollar am Tag. Die Türme wachsen über 800 Meter in den Himmel und 90 % der Menschen sind globale Wanderarbeiter. Was kratzt es das Kapital, wenn die Menschen hungern. Sollen sie halt Kuchen essen, hat sie damals wohl nicht gesagt.

    Was kratzt "Babylon Zwei" die Armut der Welt? Globale Gewinnmitnahmeeffekte sind die Ursache, da brauchen wir uns nicht wie Ende der Zwanziger, wieder gegenseitig die Butter vom Brot klauen. Es nutzt niemandem, den kausalen Irrtum in die Zukunft zu tragen.


    Ohne globalen Mindestlohn und definierte Menschenrechte, die global eingehalten werden, ist den Mangelkonflikten nicht zu entkommen. Sie machen eben rüber. Soziales Diffusionsgefälle führt zu Völkerwanderungen, die den vorhandenen Sozialisationsdruck weiter verschärfen. Die damit einhergehende Verlagerung von Produktion und Konsum führt zum völligen Ausbluten einer Volkswirtschaft. So, wie es die Treuhand mit den lästigen Ost-Konkurrenten machte, wird nun erneut ein Landstrich in die Hände der Händler gegeben. Die Pleitegeier kreisen als lachendes globales Konstrukt von Dritten über dem Schlachtfeld und bereiten sich auf Pfändung der Beute vor.

    Insolvenzen sind Gewinnmitnahmen, die reale Sicherheiten (Häuser, Länder(-eien), Ressourcen) für wertloses Buchgeld einbringen. Fiat Money genannte Geldschöpfung aus dem Nichts, durch einen Buchungssatz, darf nicht mehr den globalen Schuldturm zur Folge haben - das ist eine emotionale Qualität des Mittelalters, die Humanität unter Kapitalinteressen ansiedelt. Geld aus einem Buchungssatz kann nicht wichtiger sein, als die Errungenschaften der bisherigen Menschheitsgeschichte.

    Wenn alle intelligenten Europäer lange nach "Dubai rübermachten", brechen die Sozialsysteme der selektiv "Verlassenen Staaten von Europa" völlig zusammen. In wessen Interesse könnte diese Entwicklung denn sein?

    Zeit für die Vereingten Staaten von Menschen. Unser Getier im Kopf ist die Gier.

  16. #16
    Klaus Zinser
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Ich bin dafür, daß die Griechen die DM als neue Währung einführen. Aus Kreisen der Bundesbank ist bekannt geworden, daß sehr viele alte Noten und Münzen nicht vernichtet wurden, damit zur temporären Verfügung stehen. Wenn die Bestände nicht ausreichen sollten, könnte man noch die DDR-Mark dazunehmen, etwa 1:200.

    Lachen Sie jetzt nicht, ich habe mehrere Jahrzehnte eine Volksbank geführt.

  17. #17
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von Klaus Zinser Beitrag anzeigen
    Ich bin dafür, daß die Griechen die DM als neue Währung einführen. Aus Kreisen der Bundesbank ist bekannt geworden, daß sehr viele alte Noten und Münzen nicht vernichtet wurden, damit zur temporären Verfügung stehen. Wenn die Bestände nicht ausreichen sollten, könnte man noch die DDR-Mark dazunehmen, etwa 1:200.

    Lachen Sie jetzt nicht, ich habe mehrere Jahrzehnte eine Volksbank geführt.
    Hallo, lieber Herr Zinser,

    könnten Sie mir bitte ein paar Fragen zum Rationalprinzip in obigem Kontext beantworten? Auch wenn keine Drachmen-Pressen mehr zur Verfügung stehen, ist die Analogie zur Währungsumstellung vor 25 Jahren nicht zu übersehen. Der kriminelle Schaden bei den damaligen "Mitnahmeeffekten" vielfältiger und einfallsreicher Natur wird mit offiziellen 25 Mrd. Euro angenommen.

    (1) Rationalprinzip

    "Jedes auf Zwecke ausgerichtete Handelns des Menschen unterliegt dem Rationalprinzip (= allgemeines Vernunftprinzip), demzufolge ein bestimmtes Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erreichen ist."

    "Das überlegende, planvolle Abwägen, Wählen und Entscheiden, die Wahlhandlungen, um auf die Dauer Bedarf und Deckung so in Einklang zu bringen, dass ein möglichst großes Maß an Bedürfnisbefriedigung erreicht wird, nennt man Wirtschaften." (Köppen, 1993, Deutscher Sparkassenverlag GmbH, Stuttgart, Seite 66)
    0. Hatte der Deutsche Bank Chef Herrhausen nicht auch eine Art globalen Schuldenschnitt gefordert?
    1. Könnte ein europäischer Zukunftsfond (Dirk Müller, Prof. Hörmann etc.) helfen, dem globalen Finanzdesaster eine sinnvolle Richtung zu geben?
    2. Könnte ein globaler Zukunftsfond nicht den Anlage- und Spekulationsdruck vermindern?
    3. Könnte ein Plan zur Planetenbegrünung nicht die wirtschaftlichen Bedarfe schaffen und erfüllen, die auf einem global betrachteten Arbeitsmarkt zur Unterbietungsspirale einzelne (Gruppen von) Volkswirtschaften führen?
    4. Wäre nicht eine globaler Schuldenschnitt die einzige Lösung, die Diskrepanz zwischen Buchwert und Realwerten zu bereinigen?
    5. Wäre die Umsetzung eines globalen Rationalprinzips nicht davon abhängig, bei der Bilanzierung von einem Planetenwert als Anfangsbestand einer zeitlichen, stofflichen und sozialen Veränderungswirkung auszugehen? Da ohne die Gegenüberstellung von Schad- und Wertschöpfung einer Verhaltensentscheidung (hier: der sozialen Folgekosten der Griechenland-Krise für alle Menschen in Europa) die Gesamtwirkung auf den tatsächlichen kulturellen Zivilisationswert in seiner natürlichen Reproduktionsleistung nicht gesehen wird, ist diese Form der globalen Unternehmensführung irrational. Solange die Natur als freies Gut gilt, der Mensch keinen Bilanzwert besitzt, und die Ressourcen begrenzt sind, wird dem Rationalprinzip (1) nicht Rechnung getragen.
    6. Stehen hinter dem Buchgeldbesamtbestand nicht anteilge Währungsreserven?
    7. Ist es richtig, dass die Banken in Europa etwa ein Prozent der jeweiligen Kreditsummen bei den Zentralbanken zur Kreditsicherung hinterlegen müssen?
    8. Ist die EZB mit Draghi als Ex-Goldmann-Sachs Mitarbeiter nicht der Bock, den wir zum Gärtner machten?
    9. War der Euro nicht ein trojanisches Pferd im Angriff auf den Dollar als globaler FED-LEIDwährung?
    10. Ist der Zinsanzteil jemals in der Globalgesamtgeldmenge enthalten?
    11. Haben Sie eine konstruktive Idee?
    12. Sandro Gesell hat ein Flussgeldsystem entwickelt, dass auf Abzinsung dessen basierte, was auf der hohen Kante lag. Wo ist Ihrer Meinung nach noch der Unterschied zwischen dem Hörmann System der freien Buchungsteilhabe und dem derzeitigen EZB PRinzip?
    13. Wie wirkt sich die Geldmengenausweitung auf die Substanz von Renten- und Sozialversicherungssysteme aus?
    14. Sind nicht die Lebens- und Rückversicher ebenso an Investitionssicherheit interessiert, die Klimaziele zwingend umzusetzen erfordert?
    15. Könnte ein Global-Greening-Projekt nicht einerseits Investitionsmöglichkeiten mit sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen verbinden, ARbeitsplätze schaffen und langfristig eine globale Infrastruktur aufbauen, die positve Skaleneffekte entfaltet?
    16. Wie fühlt sich eine Staatengruppe, die im Durchschnitt mit mehr als einem Jahresgehalt verschuldet ist, wenn sie einem Bankenkonsortium gegenüber versuchen, weitere KRedite zu erlangen? Anders: Sind die Griechenland Zinszahlungen nicht im Grunde sittenwidrig?
    17. Wie ist der Versuch der BRICS Staaten zu sehen, einen eigenen "IWF" ins Spiel zu bringen?
    18. Wäre eine Schadschöpfungsquote auf bestehende Vermögen eine denkbare Alternative?
    19. Wie sehen Sie die Rolle von China im globalen Schuldendrama?
    20. Was brächte allen Nationen einen Nutzen?
    21. Stimmt es, dass rund 3,2 Billionen Dollar im Jahr an Zinsen für die globalen Schulden anfallen?
    22. Welche Schnittmenge könnte ein tragfähiges Währungskonzept finden, um Krisen, die mit der Gründung des IWF an sich verhindert werden sollten, künftig ursächlich ausschließen?

    Sorry, lachen Sie bitte jetzt nicht: Ich wollte immer schon jemanden fragen, der sich da auskennt. Vielen Dank im Voraus für mögliche Antworten.

  18. #18
    K. Zinser, Ex-Kapitalist
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von WirSindIchBin Beitrag anzeigen

    Hallo, lieber Herr Zinser,

    könnten Sie mir bitte ein paar Fragen zum Rationalprinzip in obigem Kontext beantworten?

    ...

    Sorry, lachen Sie bitte jetzt nicht: Ich wollte immer schon jemanden fragen, der sich da auskennt. Vielen Dank im Voraus für mögliche Antworten.


    Guten Abend,
    lieber Herr WirSindIchBin!


    Ich nehme nicht mehr an den Spekulationen teil.
    Vermengen Sie technische Abläufe des Bankbetriebes mit Ihren moralischen Wünschen?


    Lachen Sie jetzt nicht unbedingt, ich meine das ernst.

  19. #19
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat von Herrn Zinser:

    "Vermengen Sie technische Abläufe des Bankbetriebes mit Ihren moralischen Wünschen?"

    1. Sind die technischen Abläufe nicht in Genossenschafts-, Geschäfts-, Privat-, und Investmentbanken aufzuteilen?

    2. Banker tun, was von ihnen verlangt wird. Wie andere Berufsgruppen auch. Daraus entsteht keine persönliche "Schuld".

    3. Ich bin nicht davon ausgegangen, Sie hätten an Spekulationen teilgenommen.

    4. Ich beklage das allgemeine Versagen der Menschheit. Gier ist immer eine persönliche Entscheidung, die dann im Kollektiven wirkt.

    5. Ich beklage insofern die Entscheidung der Menschen, zu glauben, Geld sei unsere Religion.

    6. Nicht die Banker tragen Verantwortung für die Entscheidungen der Menschen.

    7. Es ist das fehlerhafte Grundparadigma des Monetariats, anzunehmen, dass Reichtum angenehm sein könnte, fehlt uns eine liebenswerte und friedliche Koexistenzabsicht.

    8. Ich beklage insofern die Psychologie der Gier: die organisierte kollektive Unzufriedenheit- den Rückzug in die "private Barbarei".

    9. Es gibt keine Schuld: Wir alle haben uns diese "Schicksalsbelehrung" selbst ausgesucht.

    10. Ich will nicht spekulieren, ich fragte, was möglich wäre, würden sich Menschen anders entscheiden. Finanzwirtschaft ist eine Säule einer Gesellschaft, insofern beklage ich die Funktionalisierung der Finanzwirtschaft durch das Monetariat. Gier ist eine Krankheit des Geistes..

  20. #20
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    Europa nach einem Referendum

    In gut zwei Stunden wird das Egebnis der Griechen vorliegen. Ob die Vorschläge noch existieren, über die abgestimmt wird, ist die zweite Frage.

    3. Frage: Warum dürfen die Griechen abstimmen, ob sie den Kapitaol(t?)Error- Ismus beenden, wenn die anderen Europäer als Völker nicht gefragt werden, ob wir das WOLLEN?

    4. Frage: Europa ist an der fehlenden Verfassung gescheitert. Die Irischen Irren stimmten damals gegen eine Verfassung. Wäre es nicht Zeit, über eine europäische Verfassung nachzudenken?

    5. Frage: Sind die Griechen wirklich gleicher oder darf der Rest von Europa jetzt mal entscheiden, ob wir diese Form griechischer Kinkerkacke überhaupt wollen? Mit Fäkalien um sich zu werfen, verbessert nicht die Verhandlungsatmosphäre.

    6. Frage: Alles andere als ein globaler Schuldenschnitt ist europaweit und global verfassungswidrig, da es dem Gleichbehandlungsgrundsatz widerspricht.

    7. Frage: Begreift jemand, dass die chinesichen 'Investoren sich schon die Hände reiben, bei dem kakophonischen Gelalle, das aus Europa zu hören ist?

    8. Frage: Wie wollen wir verhindern, dass die ganzen "Verschuldeten Staaten von Europa" aus das Nieveau von Schwellenländern zurückfallen, indem wir für einen "Apfel und ein Ei" von Frau Merkel an die Chinesen verschachert werden?

    9. Frage: ISt es nicht die unbewusste und stille Sehnsucht unserer Kanzlerin nach einem globalen Sozialismus?

    10. Frage: Wird nicht detailsgetreu versucht nachzu7stellen, was in der Offenbarung der Bibel beschreiben wird?

    Dabei ist eine Offenbarung nur die Berichtigung früherer Irrtümer. Erkenntnis ist Prozessbeobachtung.

    Wahrnehmung ist selektiv. Erkenntnis ist total.

    Wir schreien nach dem totalen Wirtschafts- und Währungskrieg. Sieg Arbeit, Sieg Wachstum, Sieg Versklaung. Heil dem totalen Frieden.

    Wir schlagen uns für wertloses Papiergeld Geld die Fresse ein. Wie wollen wir - derart dämlich - daher als spätere europäische Armutsregionen von unseren Shareholdern und Start Up´s Mitgefühl erwarten?

    Lasst uns mal darüber abstimmen, ob wir den globalen Kapit-AOL-ERROR- ISMUS wirklich wollen. Eine globale Regierungsform, die gegen die vitalen Lebensinteressen der Bevölkerung antritt, kann nur als Terrordiktatur bezeichnet werden.

    Diese Form des Monetarismus tötet die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten und ist daher eine Straftat globalen Ausmaßes.

    Die früheren Psychopathen an der Macht können therapiert werden. Ohne europäische Verfassung und einen geeinten Willen freuen sich die "Dritten". Globale Gewinnmtnahmen von Psychopathen sind gesetzeswidrig, wir verklagen die Vollpfosten auf entgangenen ZUKUNFTSHORIZONT.

    Dazu bräuchte diese Bananenrepublik jedoch eine Justiz, die Eier hat. Den Apfel sollten wir ablehnen, da er zu weit vom Stamm abgefallen ist.

    Aus welche der beiden Schlangenstimmen (in unserem Kopf) werden wir hören? Egoismus oder Altruismus, ist das hier die Frage?

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.557
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Europa nach einem Referendum

    Die Schnurzel haben gewonnen.

    Mein Gefühl sagt mir, daß ein Ja besser, aber nicht die Lösung für Griechenland gewesen wäre. An der Korruption wird das Nein nichts ändern, an der desolaten Wirtschaftslage der Griechen auch nichts. Vielleicht gibt es ein Zurück zur Kleinwirtschaft. Ist dann wahrscheinlich eher griechisch, wird aber kaum den Wohlstand erhöhen. Daß heute die Linken das feiern, ist völliger Blödsinn. Denn die historische Mission des Proletariats verwirklicht sich nicht mit vielen Kleinunternehmen, sondern mit dem Proletariat der Großunternehmen, die es jetzt bald in Griechenland nicht mehr geben wird.

  22. #22
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8
    Ich würde auch für "Nein" stimmen...wenn mich jemand fragt ob ich meine Schulden zurückzahlen möchte. Nur, mich fragt niemand. Bilder, die zeigen wie griechische Rentner in Suppenküchen anstehen, könnten auch in Deutschland aufgenommen sein - in jeder deutschen Stadt sind solche Bilder zu sehen. Die Griechen sind nicht unverschuldet in Not gekommen, sie haben sich dieses Schicksal "verdient". So zu tun, als wären daran nur die Reeder, Banken, Politiker und Superreichen schuld, ist absoluter Blödsinn. Jeder "normale" Grieche hat sich aus diesen Schuldenkassen bedient und nicht danach gefragt woher das Geld kommt. Die Griechen haben meinetwegen die Demokratie erfunden (was ich bezweifle), aber dafür treten sie diese heute umso mehr mit Füßen. Alleine die Wahl zu haben, ist noch lange keine Demokratie. Ein echter Demokrat entscheidet nicht nur für sein eigenes Wohl, sondern er fühlt sich auch dem Allgemeinwohl verpflichtet - und er berücksichtigt die Nachhaltigkeit einer Entscheidung. Ein echter Demokrat informiert sich vor der Wahl über die Tragweite einer möglichen Entscheidung. Ein Staatshaushalt entwickelt sich temporär und dynamisch, ist keine Momentaufnahme - deshalb sollten sich auch die Deutschen nicht täuschen lassen. Momentan sind unsere Kassen voll und es wird so getan ... als wären all die Zahlungen und Zahlungsausfälle kein Problem für uns. In ein paar Jahren, da gehe ich jede Wette ein, haben wir wieder eine Diskussion...ob wir nicht doch bis 70 arbeiten sollten...damit die Rente sicher bleibt. Als Deutschland jüngst die Rente mit 63 angeboten hatte...war man dann doch überrascht wie viele Bürger davon Gebrauch machten. Das zeigt, dass die Menschen inzwischen verstanden haben was "Lebenszeit" wert sein kann. Von diese Lebenszeit haben uns die Griechen sukzessive ein paar Jahre abgeluchst. Als Dank, dürfen wir uns von den Griechen nun beschimpfen und verhöhnen lassen. Wie wäre es, stellte man Demokratie gegen Demokratie?...ließen wir in Deutschland ein Referendum stattfinden über die Frage: "Den Griechen weiterhin unsere Kohle in den Rachen werfen oder sie ihrem Schicksal überlassen?" Ich tippe mal auf ein Ergebnis 80:20 gegen die Griechen. Wünschen würde ich mir und den Griechen ein 100:0

    Wenn 18 Staatsoberhäupter und 1000 Banker den Griechen nun erklären was sie tun sollen, dann ist das mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich bin dafür, dass man Peter Zwegat nach Griechenland schickt und dieser anhand einer Flipchart den Griechen zeigt, dass man auf Dauer nicht mehr ausgeben kann als man einnimmt. Wenn die Griechen allerdings die Hilfen der Europäer als Einnahmen verbuchen, dann geht ihre Rechnung sogar auf. Die Griechen sind wie ein Kind dem ich jeden Monat das Taschengeld verdopple, weil es mit dem Geld nicht auskommt, anstatt es Zeitungen austragen zu lassen. Die Griechen tragen keine Zeitungen aus, solange sie es nicht müssen. Es ist gerade in Deutschland verpönt so etwas auszusprechen, ich sage es aber trotzdem: Die Griechen haben ein Charakter und Mentalitätsproblem!

    Ich habe vorhin im Radio gehört, dass laut einer Umfrage viele Griechen eingestehen Fehler gemacht zu haben und nicht immer mit der nötigen Einstellung bei der Arbeit gewesen zu sein. Ich begrüße diese Einsicht und sehe sie als ersten konstruktiven Schritt, seitens der Griechen, in die richtige Richtung. Darauf lässt sich aufbauen.

  23. #23
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Europa nach einem Referendum

    Es könnte eher gesagt werden, dass das Kapital ein Problem mit der Eigenveratnwortung besitzt.

    Global agierendes Kapital ist nationalen Interessen weit überlegen.

    Unsere europäische Schreikindkrabbelgruppe besitzt insgesamt ein Identitätsproblem: Eine Horde von Opportunisten, die zur Einstimmigkeit verdammt sind, und nur minimale Schnittmengen besitzen.

    Ohne unsere Identität erkannt zu haben, ist mit Charakter und Mentalitätsentwicklung in diese Richtung nicht zu rechnen.

    Wir haben ein Messproblem: Da wir die Schäden unseres kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolges an die betroffenen Solidargemeinschaften auslagern, ziehen sich multinationale Konzerne aus jeglicher Eigentumsverantwortung zurück. In unseren Staatsbilanzen sind die Folgen jedoch dauerhaft wirksam, mit Ausgaben die der Staat nicht umgehen kann.

    Zum Beispiel zahlen die Amerikaner und die Europäer für die Reaktorsamierung in der Ukraine, wobei wir, völlig unbedarft der möglichen Folgen, Krieg in einem Land mit 15 weiteren Kernreaktoren spielen.

    Daher gilt im Fall von Europa: Wir haben die Verantwortung für die Kosten ohnehin übernommen. Es bleibt uns nur, jetzt Möglichkeiten zu schaffen, Zeitungen austragen zu können. Ohne über die Gewährung von Möglichkeiten zur Teilhabe Griechenlands an Europa nachzudenken, kann der Schulden-Peter auf der Einnahmenseite wenig bewirken.

    Ohne über eine globale Eigentumsverantwortung nachzudenken, schieben wir den Griechen einen schwarzen Peter zu, der bald weitergereicht werden könnte. Unverstandener Eigennutz ist wie ein Bummerang: Er kommt immer zu Demjenigen zurück, der den Irrtum in die Welt warf.

    Das Problem ist die nationale Illusion, in Unterbietungsgesten gegenüber dem Kapital einen Vorteil zu finden. Global ist es für alle Nationen von Nachteil:

    - pro Jahr 3 000 Mrd. $ an Zinsen zahlen zu müssen
    - p.a. 1 800 Mrd. $ an Rüstungsausgaben aufzuwenden
    - zur "Terrorabwehr" die Bevölkerung kostenträchtig überwachen zu müssen
    - die Preise für Arbeistkraft gegenseitig zu unterbieten
    - die globalen Wertschöpfungsmöglichkeiten zu privativisieren
    - die Schäden jedoch zu sozialisieren (Beispiel Schulden Griechenland oder Reaktor Tschnernobyl)

    Die Verursacher der geplanten Krise wissen eben, dass die Schäden von der europäischen Allgemeinheit übernommen werden müssen. Neue Formen von Geldwirtschaft sind daher dringend zu durchdenken. Ein Schuldner ohne Hoffnung, sich jemals aus dieser Situation befreien zu können, wird durch diese Last gelähmt.


    Die Welt krankt an der Sozialisierung dieser externen Lasten. Keiner Nation wird es möglich sein, dauerhaft den Schwarzen-Schulden-Peter von sich zu weisen. Ein globales Verursacher- und Versicherungsprinzip im Rahmen einer Globalbilanzierung wäre notwendig, Schadschöpfung und Wertschöpfung in einen Kontext zu bringen. Wenn es gerade solchen Spaß macht, mit der Welt Monopoly zu spielen, warum sollten die Gewinner zum Abbruch des Spiels auffordern?

  24. #24
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.314
    Renommee-Modifikator
    8
    Legen wir mal den ganzen Finanzkram zur Seite. Kein Banker ist besser als der andere. Fakt ist: Griechenland hat uns beschissen, betrogen und belogen! Solchen Leuten hilft man nicht, denen dreht man den Rücken zu und zeigt ihnen vorher noch den Stinkefinger - den haben sie uns auch gezeigt. Ich wehre mich vehement dagegen, dass man ständig einen Unterschied zwischen Volk und Regierung macht...wenn die Regierung demokratisch vom Volk gewählt wurde. Da macht man es sich zu einfach. Diese Regierung hatte all das schon im Wahlprogramm angekündigt - das Volk wusste also wen oder was es da wählt - also muss es auch in die Verantwortung genommen werden. Wenn die Griechen nicht bluten müssen, dann werden sie auch nichts lernen. Die bauen seit Jahrzehnten Scheiße und nicht erst seit 5 Monaten. Die Deutschen sollen sich auch nicht für dumm verkaufen lassen und glauben die 90 Milliarden würden wir nicht spüren. Das Geld ist weg/fort/futsch...das ist Fakt! Es wird bei uns Kürzungen geben, die aber niemand mit Griechenland direkt in Verbindung bringt. In zwei, drei, vier oder fünf Jahren werden bei uns Projekte gestrichen weil das Geld fehlt - bis dahin denkt niemand mehr an Griechenland. Aussitzen war schon immer eine bevorzugte Strategie der Politiker. Bei den 90 Milliarden bleibt es aber nicht - es werden weitere Milliarden fließen und Deutschland wird weiterhin der größter aller Gläubiger sein. Man hätte mit diesen Kaspern gar nicht reden dürfen - Hauptargument für die Gespräche: "Die Regierung wurde demokratisch gewählt". Ich erinnere; auch die A. Hitler wurde demokratisch gewählt. Was ist denn solch eine Demokratie wert? Gar nichts!

    Auch die Medien kotzen mich mittlerweile an; da werden Berichte gezeigt wo kranke Griechen ehrenamtlich von Ärzten versorgt werden. In Deutschland werden täglich tausende von Menschen kostenlos ärztlich versorgt, weil sie keine Krankenversicherung oder ähnliches haben - da könnte man auch einen dramatisch wirkenden Bericht zusammenschneiden - ist also nur eine Frage des "Schnitts". Mit objektiver Berichterstattung hat das überhaupt nichts zu tun. Dieses Europa und der Euro waren eine beschissene Idee und es war von vornherein klar, dass wir für all die faulen Säcke bezahlen müssen. Dreimal kluge sagen natürlich, dass wir vom Euro profitieren - selbst wenn es so wäre, dann profitieren wir eben nicht mehr. Ich verzichte freiwillig auf 10% meines Gehalts, wenn wir dafür solche Länder nicht mehr unterstützen. Der Mensch kam aus Afrika besiedelte die ganze Welt. Gleich und Gleich gesellten sich zueinander und grenzten sich von den Anderen ab. Erst waren es Siedlungen, dann Dörfer, Städte, Länder. Grenzen sind das natürlichste der Welt. Das was natürlich auseinander gewachsen ist nun künstlich zusammenzuführen ist einfach nur krank!

    Da muss man sich nicht wundern, dass die großen Philosophen der Antike fast allesamt aus Griechenland kamen. Klar, die sind den ganzen Tag am Strand spazieren gegangen und haben sich über Gott und die Welt Gedanken gemacht, während andere Völker 20 Stunden am Tag auf dem Acker standen um ihr Brot zu verdienen. Nur hatten die Griechen damals das (geographische) Glück bedeutende Handelshäfen zu besitzen - so sind ihnen Milch und Honig von alleine in den Mund geflossen. Heute heißen diese Häfen Bremen und Rotterdam, aber der Grieche geht immer noch am Strand spazieren und lässt Gott einen guten Mann sein. Für Milch und Honig sind jetzt die Europäer zuständig. Und genau das ist das Problem!

    Ich bin von Haus aus bestimmt kein "Rechter", aber auf dem besten Wege einer zu werden. Ich glaube man mutet den Deutschen inzwischen zu viel zu. Unsere historisch bedingtes Schuldgefühl wird inzwischen ausgenutzt. Mein Lieblingssee war die Tage gesperrt, warum weiß ich nicht - also bin ich kurzerhand in das örtliche Schwimmbad ausgewichen, obwohl ich Schwimmbäder hasse. Meine schlimmsten Vorahnungen hatten sich bewahrheitet. Alle Bademeister waren permanent damit beschäftigt Ausländer zu ermahnen und auf die Regeln hinzuweisen. Und wenn ich Ausländer sage, dann rede ich nicht von Franzosen, Italienern, Spaniern oder Schweizern, die sind dort auch haufenweise (da Universitätsstadt) anzutreffen - nein, ich rede von den Ländern, die überwiegend von Muslimen bevölkert werden. Und ich rede von einer ansonsten zivilisierten, idyllischen Kleinstadt (50.000 Einwohner). Ich weiß, dass es in Berliner Schwimmbädern noch größere Probleme gibt - in manchen ist sogar von morgens bis abends Polizei im Einsatz. Solche Wahrheiten müssen ausgesprochen werden dürfen, ohne dass man gleich in die rechte Ecke gestellt wird.

  25. #25
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Europa nach einem Referendum

    Zitat von anderedimension:

    "Fakt ist: Griechenland hat uns beschissen, betrogen und belogen"

    Nee, das waren alle damaligen Finanzminister, die wussten, dass es sich nur um Bilanzfälschung handeln kann. Geholfen hat nachweislich GOLDMANN-SACHS.

    Beweis: Filmbericht über "Zeit ist Geld - Eine Chronik der Euro-Krise.

    Gestern sagte der "Finanzexperte" Fuest sinngemäß dasselbe: "Allen war bekannt, dass die Staatsbilanzen nicht stimmen können. Es war eine politische Entscheidung."

    Was uns "zugemutet" wird, ist, eine globale Finanzdiktatur, eine Kleptokratie. Globalisierung ist doch nur die Privatisierung des Propagandaministeriums.

    Was auf uns zukommt, machen erst alle Griechen mit den afrikanischen Flüchtlingen zusammen rüber, ist dann die Fortsetzung.

    Es ist jetzt belanglos, darüber zu sprechen, wie wir in diese Lage kamen, es wäre nun von Belang, nach angemessenen Lösungen zu suchen.

    Das Wachstum kleptokratischer Tumorzellen auf globaler Ebene ist das Problem. Da ist der Schwimmbad Tumor recht harmlos.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Vereinigte Staaten von Europa
    Von anderedimension im Forum Politik.
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 03.02.18, 11:56

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •