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Thema: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

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  1. #1
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Post Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Die Griechen, sie siechen - und das ist gut so!

    Mich ärgert, dass bei der ganzen Debatte um den Grexit das griechische Volk so billig davon kommt - aber auch, dass man grundsätzlich zwischen Volk und Politiker unterscheidet, wenn letztere von eben jenem Volk demokratisch gewählt wurden. Das griechische Volk soll/muss leiden, sonst wird es aus seiner Dummheit nichts lernen. Souflaki und sein Finanzminister Gastritis sind Gesandte ihres Volkes, also sollen sie das auch gemeinsam ausbaden. Die Alliierten zerbombten Deutschlands Städte nicht aus einer militärischen Notwendigkeit heraus, sondern um den Deutschen für die Zukunft einen Denkzettel zu verpassen - und das war richtig so! Wir müssen den Griechen keine Bomben schicken, aber Hunger und Elend - man sollte sie, so wie man das mit Hunden macht, in ihre eigene Scheiße tunken.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Verwarnung

    Etliches von Dir lese ich gern, anno, aber zuweilen verwirft Dein Haß Deinen guten Geschmack. Die letzte Mitteilung führt zu einer Premiere beim neuen Wolkenstein: eine Verwarnung. Es ist Deine erste, die sich bei verbessertem Verhalten in zehn Tagen im Ichts auflöst. Das ist ein Denkzettel. Systematisch durchgeführter Völkermord ist es nicht.

  3. #3
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    AW: Verwarnung

    Ist es wirklich kein global organisierter Völkermord?

    Wer hätte die Macht dazu?
    Was wäre die Motivation der Machthabenden?

    Welche Interessen besitzen welche Schnittmengen?
    Welche Interessen werden vertreten?
    Ist dieses Interesse auch in unserem Interesse?

    Welche Normen ergeben noch Sinn?
    Welche Normen verteidigen wir?
    Haben wir diese selbst eingehalten? (NEIN!)

    Welche Organisationen besitzen die Kontrolle?
    Ist diese Organisationsform sinnvoll und ohne globale Eskalation umsetzbar?
    Welche Organisationsform würde keinem Völkermord entsprechen?

    Wie sollen die definierten Normen umgesetzt werden, wenn sie niemand versteht?
    Was ist der Zielzustand, den diese Normenkontrolle verfolgt?

    Daher finde ich, der Beitrag von anderedimension liegt noch im Bereich dessen, was Satire dürfen muss. Denn der Beitrag löst bestimmte Gedankenfolgen aus.

    Ist es kein Völkermord für Kapital? Auf diese Frage kam ich erst durch eure Beiträge.

    Damals wurde das Saarland besetzt, als wir nicht mehr zahlen konnten. Besetzt jetzt der IWF die Akropolis? Wer ist die Siegermacht?

  4. #4
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Es ist auf alle Fälle so, dass sich ein Volk nicht hinter seiner eigenen, demokratisch gewählten, Regierung verstecken darf. Ist doch vollkommen egal wie das Referendum ausgeht, Europa wird nochmal zig Milliarden in dieses Land pumpen (müssen/dürfen..), nur heißt das dann nicht Kredit, sondern humanitäre Hilfe. Es ändert sich nur der Name des Kindes, das Ergebnis bleibt das gleiche. Ich sehe das eben nicht so, dass wir hier von einem armen, unschuldigen Volk sprechen. Niemand hat den kleinen Mann gezwungen mit 50 in Rente zu gehen, aber er hat das Angebot dankend angenommen - dafür darf der Deutsche dann bis 70 arbeiten, denn irgendwie muss ja der (europäische) Haushalt wieder ins Gleichgewicht kommen. Der Grieche lebt schon seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse - und das unter verschiedenen Regierungen. Das alleine zeigt doch, dass das nicht nur ein politisches Problem ist, sondern auch ein moralisches. Und ich bleibe dabei; das Volk soll und muss die Auswirkungen seines falschen Handelns deutlich zu spüren bekommen, ansonsten wird es aus seinen Fehlern nichts lernen.

    es gibt zwei Gruppierungen...die den sozialen Frieden unmöglich machen.

    1. die Linken
    2. die Gutmenschen

    Griechenland ist die Spitze des Eisberges, der auf einem Fundament von Egoismus und Vorteilsnahme immer höher in den Himmel wächst. Um im eigen Land zu bleiben; da ist für mich die Möglichkeit zur Privat-Insolvenz ein Synonym dafür, dass der Egoismus kein Phänomen der Großköpfigen ist - er wurzelt vor der Tür des "Kleinen Mannes". Schulden zurückzahlen? Ich bin doch nicht blöd! Der Staat rekrutiert seine Bürger und bildet sie säumigen Schuldnern aus. Jene, die ein Moralgefühl haben und zu ihren Schulden stehen, sind dabei die Dummen.

  5. #5
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    AW: Was mich aufregt

    Ja, wir haben ein Problem im eigenverantwortlichen Umgang mit Schuld und Schulden. Ob privat oder als Staat, alles Verrechnungs- und Machtspiele um Energie. Geld gilt als Lebenselixir und dafür gehen wir über Leichen. Daher wird das Geld beschützt, nicht das Leben.

    Was für ein letaler Irrtum. Werbung ist die Tür zur kollektiven Unzufriedenheit. Bedürfnisse, die niemals aufzufüllen sind, führen zur dauerhaften und organisierten globalen Unzufriedenheit. Das ist der Motor bisheriger Anreizsysteme. "Wachse oder weiche" verkündet das marktreligiöse System.

    Griechenland wurde von Goldmann-Sachs beim Bilanz fälschen geholfen. Es ist ein großer Insolvenzverschleppungsbetrug. Der Geldadel schafft sich durch gierige Politiker die Möglichkeit, Staaten zu melken. Machiavelli lässt grüßen. Da nutzt es wirklich nichts, sich hier unten im Futterneid die Suppenschüsseln aus der Hand zu schlagen. Wir alle werden eine Suppe auslöffeln müssen, die wir uns im Ringen um Besonderheiten selbst eingebrockt haben.

    Um das Teilen lernen werden wir dabei wohl nicht herumkommen. Abwehrmechanismen dominieren rund 90 % unserer Gruppendialoge, kein Wunder, wenn die Abwärtsspirale innerer Korruption immer weitere Kreise zieht. Das Fundament des Turmes ist eine gemeinsame Sprache im Sinne sich ergänzender gemeinsamer Zielvorstellungen. Babylon war eine internationale Baustelle im Nahen Osten. Das Babylon-Syndrom ist der Verlust von Sinnführung, aus der sich eine innere Ethik ableitet.

    Der Linke und die Gutmenschen folgen ebenso einer Abwehrstrategie, sie lehnen das an sich ab, von dem sie annehmen, dass es andere (im jeweiligen sozialen Kontext) ablehnen. Die Annahme der Dunkelheit (unserer [karmischen] Schuldenstände) löst den Schleier auf. Mit all den Abwehrmechanismen wird die Situation nur stressiger.

    Was diesen Stress besonders stressig macht, ist jedoch der Umstand, dass es noch keine juristische Handhabe gibt, Geldsüchtige zwangsweise zu berichtigen, indem sie zu einem "kalten Gel(d)tungsentzug" verpflichtet werden. Es sind gierige Psychopathen, die mit der Welt Monopoly spielen. Daher ist es ungerecht, ein Urteil zu fällen, wird die globale Sklaverei dabei ausgeblendet.

    Denk mal an den Spruch damals: "Entweder die DM kommt in die DDR, oder wir machen rüber." Wenn die Griechen zusammen mit den Afrikanern rübermachen, taucht etwas mehr vom Eisberg auf. Unter der Wasseroberfläche ist der Bereich des Unbewussten anzusiedeln. Zu 90 % völlig unbewusste Handlungsfolgen, die wir betrachten müssen. Das erzeugt die Angststörung mit der "nach mir die Sintflut-Mentalität". Die Flut an Gewinnen für die Großen Fische ist aus einem kollabierenden und ausgebluteten Lebenssystem nicht mehr zu erzeugen.

    Keine Wirklichkeit kann mit Psychopathen an den Schnaltstellen der Macht gedeihen. Das Wesen der Macht in Anbetracht der vorherrschenden UN-Ethik eines durch und durch korrupten Gemeinwesens ist eine Spirale, die nicht leicht zu schließen ist. Wir sehen nicht, was aus energetischer Sicht auf den jeweiligen Ebenen wirksam ist.

  6. #6
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was mich aufregt

    Zitat WirSindIchBin

    Ja, wir haben ein Problem im eigenverantwortlichen Umgang mit Schuld und Schulden.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Schuld und Schulden"

    Eine schöne Überschrift - und genau darum geht es.

    Wir reden ja gerne von "unverschuldet" in Not gekommen - das gibt es, klar, und diesen Menschen soll auch geholfen werden, wer aber einen 55 Zoll LED und einen 5er BMW auf Pump kauft, seine drei Handy-Verträge nicht mehr bezahlen kann und mit der Miete 8 Monate im Rückstand ist, der ist alles andere als unverschuldet in Not gekommen - der hat einfach nur üb er seine Verhältnisse gelebt. Diesen Menschen aber bietet man die Möglichkeit in die Privatinsolvenz zu gehen - eine Riesensauerei ist das. 115000 Privatinsolvenzen in 2014 heißt auch ca. 600000 Gläubiger die auf ihre Forderungen verzichten müssen. Diese Forderungsausfälle werden a. abgeschrieben und b. umgelegt, kommen also der Allgemeinheit teuer zu stehen.
    Wer Schulden macht, der soll gefälligst auch dafür aufkommen. Die meisten Schulden werden mit böser Absicht gemacht - also im Wissen dieses niemals begleichen zu können. Die Faulen und die Nichtsnutze werden belohnt, die Fleißigen bestraft - das ist im doppelten Sinne linke Politik.

  7. #7
    Bernd Nobremer
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von abartigedimension Beitrag anzeigen

    Wir müssen den Griechen keine Bomben schicken, aber Hunger und Elend - man sollte sie, so wie man das mit Hunden macht, in ihre eigene Scheiße tunken.

    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Der Grexit als Chance

    mal von der fäkalsprache abgesehen, fehlt es dieser sentenz auch an wirklichkeitsbezug. ich erkenne hier ein gutteil arroganz, ganz so, als ob es in griechenland VOR der einführung des € kein auskommen gegeben habe.
    was wird geschehen, wenn griechenland den €-raum verlassen muß?
    erst einmal wird es weiter bestandteil des europäischen wirtschaftsraumes bleiben. es wird eine neue währung eingeführt werden müssen, die neue preise machen wird. diese neue währung (wahrscheinlich wird sie drachme oder talent heißen) wird gegenüber dem € gering bewertet werden. das bedeutet günstige exportchancen und schlechte importchancen für die griechen. das aber wäre genau das, was die griechen brauchen, nämlich eine hinwendung zu einer wirtschaftsform, bei der sie selbst für das sorgen müssen, was sie eben brauchen. zudem würde das die kleingewerbe fördern, autarkes wirtschaften und den handel befördern, der dann nicht mehr von den multinationalen konsortien bestimmt werden würde, weil die einfach wenig verdienen können mit dem neuen geld.
    die belastung für die gläubiger dürfte überschaubar bleiben, denn sie ist auf viele schultern verteilt. es wäre ein sauberer schnitt, in dem ich für griechenland mehr vor- als nachteile erkenne.

  9. #9
    Jule
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von Bernd Nobremer Beitrag anzeigen
    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.
    Wieso "Getiere"? Was soll das sein? Tiere reicht vollkommen aus. Tierquäler aus anderen Dimensionen.

  10. #10
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Ich kenne das nicht, Getiere in ihre Fäkalien zu zwingen.
    ---------------------------------------------------------------

    Ich kenne das, praktiziere es aber nicht - ich werfe ja auch keine Bomben...

    bin jedoch sicher, dass die Metapher verstanden wurde

  11. #11
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    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Eines gebe ich zu bedenken: Wer mit rund 2 500 000 000 000 wie Deutschland in der Kreide steht, sollte mal Kopfrechnen üben:

    Ein Prozent Zinsen bedeuten 25 Milliarden im Jahr, die im Bundeshaushalt einzuplanen sind. Bei Spanien und Portugal lagen wir zeitweise bei 5-7- %, in Griechenland betrugen die "Dispo-Zinsen" zum Teil 17 - 21 %.

    Wir sitzen im Glashaus und werfen mit Kinderkacke umher.

    Jeder Kreditantrag von Staaten wird in seiner Laufzeit ausgeschrieben und von einem Konsortium bestimmter Banken werden dann Angebote abgegeben. So sind die Fristigkeiten des ersten Rettungspakestes bis 2040, die des zweiten bis 2060 in unserem Haushalt wirksam.

    Dumm ist nur, dass die Konditionen ein fließendes Kontinuum abbilden, auch wir haben noch frühere Kreditlinien mit höheren Zinsen im Bestand. Wovon unsere künftigen Zinshöhen bei der Staatsfinanzierung abhängig sind, ist das "Rating", das aus dem Verhalten des Staatskonsumenten, bzw. der Konsumentengruppe von Staaten, Rückschlüsse auf die zu erwartende Rückzahlungsmentalität und Möglichkeiten abzuleiten versucht.

    Durch unsere offensichtliche Tendenz, die Konsumentengruppe nicht zu eigenverantwortlichem Umgang mit Forderungen aus Verträgen der Vergangenheit bewegen zu können, wird in Zukunft mit höheren Staatsfinanzierungskosten zu rechnen sein.

    Wenn wir uns in der Masse am Konsum als Indikator für Lebensqualität orientieren, und zudem Persönlichkeit mit "Produktidentitäten" verwechseln, führt ein Teilhabeentzug zum Verlust der künstlichen "Arbeitspersönlichkeit". Die weiter oben angesprochene Zunahme der Privatinsolvenzen ist dem Versuch geschuldet, weiter zur konsumierenden Gesellschaft zu gehören. Die Griechen wollten nur dazugehören.

    Allerdings beginnt erneut, der Hass zu wachsen. Vergleichen wir die Möglichkeiten, die uns bleiben, wäre zu sagen, dass offensichtlich keine Möglichkeit besteht, unsere historisch emotional verletzten griechischen Göttergatten, auf mentaler Ebene von weiteren Machtspielchen abzuhalten.

    Menschen und Nationen in die Schuldenfalle tappen zu lassen, ist ein sittenwidriges Verhalten. Sittenwidrig, weil der Buchgeldschöpfung aus dem Nichts, wie derzeit praktiziert, einzig die bilanzverlängernde Forderung gegenübersteht. Ein Grexit brächte daher europaweit Bilanzen, Staatshaushalte und Rentensysteme durcheinander.

    All die "toxischen Papiere" wurden bei der Bad-Bank EZB ausgelagert, die fleißig Geld zum Nulltarif an die Banken vergibt, die dann die "Konsortien der Staatsfinanzierung" abbilden. 1945 lag der Idee des IWF die Absicht zu Grunde, einen Totalzusammenbruch des globalen Währungskonstruktes künftig verhindern zu können. Wie bei der UN wurde bestimmten Industrieländern, im Verhältnis größere Quoten zugesprochen. Ein Gouverneursrat wird aus allen Mitgliedsländern gebildet, die jedoch abgestufte Stimmrechte besitzen. Unlängst wurde zugunsten der BRICS-Staaten zwar eine Änderung vorgenommen, zufrieden sind gerade Russland und China mit der Situation nicht wirklich.

    Doch aus dem Währungskonstrukt ist eine Investmentvertretung geworden, die zusammen mit der Weltbank den Finger auf die zu privatisierenden "Sahnestücke" (Rohstoffe, Häfen, Konzessionen usw.) einer Volkswirtschaft legen. Es ist sinnlos, die Griechen für die globalen Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen. Argentinien drückte Solidarität aus, sie kennen die leidvolle Erfahrung, den globalen Hedgefonds vor UN-Gerichtstribunalen zu unterliegen. Heute wird das Saargriechenlandland nicht mehr besetzt, es wird an Verträge gebunden und eingeklagt. Eine Neuordnung, wie von Aerolith oben gefordert, wurde von den Russen und den anderen BRICS Staaten eingeleitet, um die Abhängigkeit von IWF und Weltbank zu brechen, die den Finger auf die Zukunft der Welt legen.

    Weiterhin vergessen wir, all die Zwangsmaßnahmen der Troika in einen Kontext mit dem Faktor Arbeit zu setzen. Die Entwertung der Arbeit durch ein globales Überangebot an Arbeitskräften ist ursächlich für die Turbulenzen. Ein globaler Unterbietungswettbewerb von Volkswirtschaften im Kuttenlecken um Arbeitsplätze bei den Rating-Agenturen.

    Wohin wollen wir wachsen, um die notwendige Menge an Arbeitsplätzen zu benötigen?

    In Babylon Zwei, also Dubai, bekommt ein indischer Arbeiter 5 Dollar am Tag. Die Türme wachsen über 800 Meter in den Himmel und 90 % der Menschen sind globale Wanderarbeiter. Was kratzt es das Kapital, wenn die Menschen hungern. Sollen sie halt Kuchen essen, hat sie damals wohl nicht gesagt.

    Was kratzt "Babylon Zwei" die Armut der Welt? Globale Gewinnmitnahmeeffekte sind die Ursache, da brauchen wir uns nicht wie Ende der Zwanziger, wieder gegenseitig die Butter vom Brot klauen. Es nutzt niemandem, den kausalen Irrtum in die Zukunft zu tragen.


    Ohne globalen Mindestlohn und definierte Menschenrechte, die global eingehalten werden, ist den Mangelkonflikten nicht zu entkommen. Sie machen eben rüber. Soziales Diffusionsgefälle führt zu Völkerwanderungen, die den vorhandenen Sozialisationsdruck weiter verschärfen. Die damit einhergehende Verlagerung von Produktion und Konsum führt zum völligen Ausbluten einer Volkswirtschaft. So, wie es die Treuhand mit den lästigen Ost-Konkurrenten machte, wird nun erneut ein Landstrich in die Hände der Händler gegeben. Die Pleitegeier kreisen als lachendes globales Konstrukt von Dritten über dem Schlachtfeld und bereiten sich auf Pfändung der Beute vor.

    Insolvenzen sind Gewinnmitnahmen, die reale Sicherheiten (Häuser, Länder(-eien), Ressourcen) für wertloses Buchgeld einbringen. Fiat Money genannte Geldschöpfung aus dem Nichts, durch einen Buchungssatz, darf nicht mehr den globalen Schuldturm zur Folge haben - das ist eine emotionale Qualität des Mittelalters, die Humanität unter Kapitalinteressen ansiedelt. Geld aus einem Buchungssatz kann nicht wichtiger sein, als die Errungenschaften der bisherigen Menschheitsgeschichte.

    Wenn alle intelligenten Europäer lange nach "Dubai rübermachten", brechen die Sozialsysteme der selektiv "Verlassenen Staaten von Europa" völlig zusammen. In wessen Interesse könnte diese Entwicklung denn sein?

    Zeit für die Vereingten Staaten von Menschen. Unser Getier im Kopf ist die Gier.

  12. #12
    Klaus Zinser
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Ich bin dafür, daß die Griechen die DM als neue Währung einführen. Aus Kreisen der Bundesbank ist bekannt geworden, daß sehr viele alte Noten und Münzen nicht vernichtet wurden, damit zur temporären Verfügung stehen. Wenn die Bestände nicht ausreichen sollten, könnte man noch die DDR-Mark dazunehmen, etwa 1:200.

    Lachen Sie jetzt nicht, ich habe mehrere Jahrzehnte eine Volksbank geführt.

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Das einstige AfD-Gründungsmitglied Lucke spekuliert dieser Tage im FOCUS über Schuldenstände innert des Euro-Raumes. So soll Italien mit 750 Milliarden € bei der Bundesbank verschuldet sein. Er spekuliert weiters, daß es eine Ausstiegsoption der BRD gäbe, also einen Ausstieg aus dem Euro, denn die kleineren Staaten würden aufgrund der damit einhergehenden Entwertung des Euro profitieren.

    Ich glaube, Lucke hat nicht begriffen oder will es nicht akzeptieren, daß es bei den Eliten kein Interesse an einer nationalstaatlichen Rückwärtsbewegung gibt.

    Abzuwarten bleibt allerdings, ob das Ungleichgewicht in Hinsicht auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht doch dazu führen muß, den Währungsverbund aufzulösen, zumindest aber so zu reformieren, daß nicht das Band einer gemeinsamen Währung, sondern das der ungefähren Leistungsgleichheit auch eine gemeinsame Währung rechtfertigt. Ich befürchte, daß die Klammer der gemeinsamen Währung als verbindlicher angenommen werden wird.

  14. #14
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Sollte Le Pen die Wahl in Frankreich gewinnen, was ich allerdings nicht glaube...da sich wohl eine der beiden anderen Partein opfert, wird das Kartenhaus EU zusammenfallen...und alle Schuldenfragen müssen neu verhandelt werden. Ich würde das begrüßen...halte die "alte" EG für das bessere und gerechtere Modell.

  15. #15
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Die Tsipras-Regierung hält ihre Versprechen nicht...so so...wer denn da so naiv und glaubte etwas anderes? War doch klar, dass die sich an keine Abmachung halten. Hallo, es sind Griechen...die da in Griechenland wohnen!

  16. #16
    Lothar Loewe
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Zitat Zitat von andere-dimension Beitrag anzeigen

    Die Tsipras-Regierung hält ihre Versprechen nicht...so so...wer denn da so naiv und glaubte etwas anderes? War doch klar, dass die sich an keine Abmachung halten. Hallo, es sind Griechen...die da in Griechenland wohnen!

    Ein rassistischer Beitrag des Beiträgers andere-dimension.

  17. #17
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    war klar, dass das kommt. nein, ein realistischer beitrag...ein tatsachenbericht. aber im prinzip egal wie man die wahrheit nennt...man muss sie nur aussprechen dürfen. DIE deutschen (auch die waldorfschüler) müssen für DIE griechen bezahlen.

  18. #18
    Mitgestalter
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    AW: Der Grexit, die Schuldenfalle und die Privatinsolvenz für Staaten (II)

    Uff, nee. Wenn die Griechen nicht ihre letzten Groschen in Flüchtlingsunterbringung investieren würden,

    könnte Tsipras auch "sparen". Hätte er sie alle weiterwinken sollen?

    Türkei bekam Flüchtlingsbetreuungsgeld, Griechenland nicht.

    Käme Griechenland in die Lage, sein vor der Küste befindliches Gasfeld zu erschließen,

    hätten andere Öl- und Gaserzeuger noch mehr Probleme, ihre Staaten zu kapitalisieren.

    Und wirklich eine Chance hatten die Griechen niemals, dem Schuldensumpf zu entkommen.

    Wäre der IWF ausgestiegen, liebe andere-dimension, dann wäre Europa sofort zerbrochen.

    Doch gerade wir mit einem Exportüberschuss von zwei Dritteln unseres Staatshaushaltes, sollten die EU-Klagen erstmal abwarten.

    Unser Überschuss ist das Defizit eines anderen Staates.

    Glauben wir denn, wir sind "unschuldig" am griechischen Staatsbankrott?

    Für diesen Bilanzbetrug zeichnet eine bekannte Großbank verantwortlich.

    ALLE wussten davon, niemand kann ernsthaft behaupten, die getürkte Einstiegsbilanz nicht bemerkt haben zu können.

    Sagen doch alle "Entscheider" von damals auch ganz offen.

    Geht es Venezuela anders: Energiereich und bitterarm. Es geht immer nur um Gier..

    Die Verteilung der grassierenden Armut, die aus der Gier resultiert,

    ist nun jedoch an einem Punkt, an dem das globale Bewusstsein über die Ursachen nicht mehr hinwegblicken kann.

    Ohne Planet kannste nix kaufen. Ende im Gelände schon zur Schulzeit deiner Enkel.

    So streiten sie um Geld, während zeitgleich der Planet völlig ausgeblendet wird.

    Mit Flüchtlingsobergrenzen ist der Treck der Heimatlosen nicht aufzuhalten.

    Gierobergrenzen wären wichtiger. Geldbesitz sollte limitiert werden.

    Es wird weiter nur Zeit gekauft. Niemand glaubt, dass die "Rechnungen" diesmal aufgehen können.

    Niemals kann diese Milchmädchenrechnung aufgehen.

    Noch weniger, wenn Griechenland weiter zur unfreiwilligen Pufferzone ausgebaut wird.

    Platzen die Lager in der Türkei, weil auch dieser Staat sich selbst damit übernommen hat,

    bauen wir halt wieder neue Bettenburgen in Spanien und Portugal.

    Nee, wir und China haben die größete Verantwortung dafür zu tragen, dass unsere Handelspartner verarmten.

    Die USA sollen fast 300 Milliarden mehr in China einkaufen, als China in den USA.

    Es ist einfach keine gerechte Weltordnung, da sind die früher Gefressenen nicht die letzten Beutestücke.

    Sie sind Opfer der Gier multinationaler Interessen. Ein globales Bürgerparlament wäre ein Anfang.

    Eine Interessenvertretung von Menschen für Menschen, die leben wollen.

    Das Ego will nur auf alles schießen, was sich noch bewegt.

    Ob wir dem Ego weiter folgen, ist unsere Entscheidung.

    Doch bei einer Wahl steht dieses nicht zur Wahl.

    Kein Staat besitzt dazu noch die Macht.

    Staaten sind geknechtet und machtlos geworden.

    Mit dieser Weltfinanzordnung ist keine "Stabilität" oder gar eine global angemessene Reaktion auf bestimmte Notwendigkeiten mehr möglich.

    Alle globalen Organisationen müssen dringendst auf den Prüfstand einer globalen Interessenvertretung von Menschen.

    Es ist der globale Korruptionssumpf, der die grassierende Armut in allen Staaten bewirkt.

    Mit dem einzelnen Gruppenego kommen wir da echt nicht mehr weiter.

    Und im Kampf der individuellen Vorteilsnahme ebenso wenig.

    Es wird bald verstanden werden, denn sie sind schon lange ratlos.

    Wir lernen zwar langsam, aber doch Stück für Stück.

    Die Angst des rasenden und verängstigten Egos ist jedoch die Ursache für viele noch dazukommenden Probleme.

    Wie wolltest Du denn denn die Horden der Gierigen jemals "satt" machen?

    Wenn wir unersättlich sind, dann decken wir uns halt selbst ab.

    Wenn wir aufhören, das Glück im Außen zu suchen, wird es sich im Inneren einfinden.

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