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Thema: Tagesgespräch 2019

  1. #26
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Als jemand, der nach einigen Negativerfahrungen versucht jeden Arztbesuch zu vermeiden, ist es für mich eine Katastrophe...wenn sich ein unvermeidbarer Gang zum Arzt ankündigt. So wie die Tage, wo ich einen Augenarzt aufsuchen musste, da alle Versuche der Selbstheilung fehlschlugen. Am Telefon von den Schmerzen berichtet, durfte ich auch sofort kommen. Nachdem ich die Eingangstür zur Straße öffnete, stand ich auch schon gleich in der Patienschlange. Nach gefühlt einer Stunde stand ich dann ganz vorne, am Empfang. Name an und Karte abgegeben, wurde ich ins Wartezimmer gebeten. Das war bis zum letzten Platz gefüllt, sodass ich im Stehen nochmal eine Stunde (nicht gefühlt, sondern gemessen) wartete...bis man meinen Namen aufrief. "Klasse", dachte ich, in Anbetracht der vielen Patientien war das nur eine sehr kurze Wartezeit. Aber zu früh gefreut, man ließ mich lediglich wissen, dass meine Karte nicht mehr gültig sei...auch wenn sie laut eingedrucktem Gültigkeitsdatum noch lange nicht abgelaufen ist. Alle Vorschläge meinerseits (bei Krankenkasse anrufen usw) halfen nichts - man gab mir zu verstehen, dass ich ohne gültige Karte keine Chance auf eine Behandlung hätte. Also ab nach Hause und alle Schubladen durchwühlen.

    Tatsächlich fand ich dann eine Karte, deren Gültigkeitsdatum noch weiter in die Zukunft reicht. Zurück zum Arzt und hinten anstellen. "Habe sie gefunden" berichtete ich erleichtert...dann zeigte ich meine Karte vor - und erntete ein Kopfschütteln. "Nein, die ist auch nicht gültig" hörte ich die junge Dame sagen, bevor sie mich abermals fortschickte. Da war ich bereits bedient, aber ich war ja derjenige...der Schmerzen hatte - und so blieb mir nichts anderes übrig als zur Geschäftstelle meiner Krankenkasse zu laufen, denn Autofahren konnte ich da bereits nicht mehr. Beim Laufen nahm ich dann noch einen Mülleimer, einen Laternenpfahl und diverse Passanten mit, denn ich lief inzwischen so gut wie blind durch die Gegend, da mir das Sonnenlicht höllische Schmerzen bereitete. Irgendwann erreichte ich dann mehr tastend als sehend die Geschäftsstelle meiner Krankenkasse. Dort hatte man mich wenigsten freundlich empfangen und nach einer kurzen Zeit festgestellt, dass mir die aktuell gültige Karte...die ich niemals in Empfang genommen hatte...bereits 2016 zugestellt worden ist- zumindest theoretisch, denn in diesem Jahr zog ich beruflich bedingt dreimal um. Die nette, und nebenbei auch sehr attraktive Dame....stellte mir ein zeitlich befristetes Schreiben aus, welches bestätigte, dass ich versichert bin und die Kasse die Kosten für die ärztliche Behandlung begleicht. Also ein dritter Versuch beim Arzt- inwischen aber mit zerrissenem Hemd und einer Platzwunde am Kopf.

    Und tatsächlich, ab sofort war ich ein offizieller und gern gesehener Patient. Nachdem ich eine weitere Stunde im Wartezimmer vor mich hin blutete, wurde ich zur Behandlung aufgerufen - sollte aber erst mal in einem Vorbehandlungsraum Platz nehmen. Dort fragte mich eine Frau mittleren Alters, die nach eigenen Angaben erst vier Tage in der Praxis beschäftigt war...und die aus ihre Inkompetenz auch keinen Hehl machte...wo denn der Schuh drückt. Ich fing meinen Satz gerade erst an, da meldete sich eine weitere Frau...die sich in der Nähe aufhielt zu Wort und sagte zu ihrer Kollegin: "die Symptome sind eindeutig, da müssen wir eine Druckprüfung machen". Und bevor ihre Kollegin antworten konnte...nahm sie zu mir Blickkontakt auf...um zu ergänzen: "das kostet 25 Euro, die sie selbst bezahlen müssen". Um das festzuhalten: beide waren weder Ärztinnen, noch wurde ich bis dahin untersucht. Und von irgendwelchen Symptomen hatte ich bis dato noch gar nicht berichtet. Ich ließ die Damen wissen, dass ich erst mal zum Arzt will, bevor ich mich für irgendwelche kostenpflichtige Leistungen entscheide. Sichtlich angefressen schob mir der Praxisdrachen ein Formular unter, das ich unterschreiben sollte. Ich sollte quasi dafür unterschreiben, dass ich auf eine ihrer Meinung nach notwendige aber kostenpflichtige Untersuchung verzichte. Dafür wird sie, um das vorweg zu nehmen, ein Schreiben von meinem Anwalt erhalten. Zwar ohne jede Aussicht auf Erfolg, aber als eine Art Denkzettel - das ist mir die Sache wert.

    Der Arzt selbst, der war absolut ok. Er war freundlich, kompetent - und er nahm sich sehr viel Zeit. Ein übervolles Wartezimmer ist eben der Preis dafür, den der Patient bezahlt, wenn ein Arzt seinen Job ernst und sich für seine Patienten Zeit nimmt. Das "Problem" sind selten die Ärzte selbst, sondern die Damen um sie herum. In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen abolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchsten bei schwulen Männern.

    Ich werde jetzt nach Büchern wie "Wie amputiere ich mir selbst Glieder", "oder Eigen-Herz-OP mit Hilfe einer VR-Brille" Ausschau halten und mir ausreichend Morphium zulegen, damit ich nie wieder eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen muss.

  2. #27
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Mein Lieber, das sind ja Zustände. Und da raunzen wir über unser Gesundheitssystem. Leider wird es auch systematisch kaputtgespart ...., in ein paar Jahren wird uns hier das Gleiche blühen. Ich bin auch einer, der nur dann zum Arzt geht, wenn Lebensgefahr besteht oder Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind. Ausnahme Zahnarzt. Da geh ich 2-mal im Jahr zur Kontrolle, weil die Zähne leider nicht heilen und auch nicht nachwachsen.

    Gute Besserung!

  3. #28
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Mein Lieber, das sind ja Zustände. Und da raunzen wir über unser Gesundheitssystem. Leider wird es auch systematisch kaputtgespart ...


    https://www.destatis.de/DE/Themen/Ge...n/_inhalt.html

    Kaputtgespart wird es nicht, die Ausgaben steigen stetig.


    Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute. H. Geißler.


    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Gute Besserung!

    Danke.

  4. #29
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    AW: Notizen September 2019

    Das Berliner Urteil gegen Frau Künast von den Grünen macht sprachlos. Man muß sie nicht mögen, wenn aber verbale Beleidigungen der primitivsten Art und untersten Schublade als hinnehmbar gerichtlich ankerkannt werden, dann stimmt was nicht im Staate Deutschland.

    Auf den zweiten Blick aber nur konsequent, was die Berliner Richter da abliefern. Wenn ein selbsternannter Satiriker, ich würd ihn eher eine spätpubertierende Spaßbremse nennen, den sicher kritiwürdigen Erdogan im TV als Ziegenficker preisen kann und wenn eine Alice Weider taxfrei als Nazischlampe deklariert werden kann, dann ist das Künast-Urteil nur konsequent.

    Dann braucht man sich aber auch nicht über Haß im Netz oder einschlägige Sprechchöre auf Demos beklagen. Leute wie Steinmeier, Maas und Gabriel haben die Latte durch ihre Äußerungen entsprechend tief gelegt.

  5. #30
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    AW: Notizen September 2019

    Sehe ich grundsätzlich wie Du, eulenspiegel, interessant ist aber die Begründung des Gerichts. Frei übersetzt sagt das Gericht, dass die Beschimpfungen angemessen sind. Die Beschimpfungen waren eine Antwort auf einen Zwischenruf von Frau Künast...als diese 1986 im Berliner Abgeordnetenhaus Straffreiheit für sexuellen Missbrauch an Kindern forderte, sofern die Täter dabei keine körperliche Gewalt anwenden. In den Augen von Frau Künast war der sexuelle Missbrauch von Kindern eine Bagatelle, die nicht strafrechtlich zu ahnden ist - außer das Kind wird dabei niedergeknüppelt. Mit dieser Meinung stand sie bei den Grünen nicht alleine da. Ich hatte das hier immer wieder mal nebenbei erwähnt.

  6. #31
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    AW: Notizen September 2019

    Ich gestehe, die Begründung und diese unterirdische Aussage von Fr. Künast kannte ich nicht. Fällt für mich auch schon unter strafbare Handlung - leider wohl verjährt. Wie auch immer, das ändert nichts an dem Fehlurteil. Man kann nicht ein Fehlverhalten durch ein anderes aufwiegen.

  7. #32
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Hat ein wenig was von Auge um Auge...

    Man hätte beide, bzw alle bestrafen sollen...denn es war ja nicht nur die Künast, die das forderte. Die Grünen verlangten seinerzeit, dass der Sex mit Kindern straffrei gestellt...und das auch gesetzlich so verankert wird. Viele dieser Grünen, wie zB Trittin, sind heute noch im Amt. Sind die gleichen Leute, die heute mit erhobenen Zeigefingern vor anderen warnen, denen sie "nur" unterstellen etwas im Schilde zu führen, während sie selbst schon längst als Täter überführt wurden. Dennoch halte auch ich das Urteil für falsch - u.a. auch wegen der Signalwirkung, die dieses Urteil haben könnte.

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tagesgespräch 2019

    ein leipziger Händler nahm ein Produkt aus seinem Sortiment, weil der Belieferer in der AfD ist: Quelle

    verstehe die Aufregung nicht, gerade wenn sie aus dem nationalliberalen Lager kömmt
    sollte es nicht jedem Kapitalisten freigestellt sein, mit demjenigen Geschäfte zu machen, mit dem er eben Geschäfte machen will? der Mann wird schon abgewogen haben, ob ihm eine öffentliche Zurschaustellung seiner Beweggründe mehr einbringt oder mehr schadet; ich glaube, so etwas bringt jedem Händler mehr, als es ihm Verluste einbringt. nur keine Werbung ist schlechte Werbung. auch der Belieferer dürfte keinen nennenswerten Schaden davontragen, kann er doch itzt den Konkurrenten beliefern. und wenn der auch dichtmacht, dann sollte sich die AfD überlegen, ob sie nicht eine eigene Kette von der herstellung, über den vertrieb bis zum Verkauf gründet, in der nur Produkte von AfD-Produzenten verkauft werden. und das wiederum dürfte "linke Aktivisten" aufmerksam machen... es wird immer lustiger im Tollhaus BRD. am Ende unterscheiden wir noch nach guten Tomaten und schlechten Tomaten. ich habe mich heute auch dabei ertappt, wie ich die holländischen Tomaten ins Regal zurückstellte und statt dessen die aus Ostfalen nahm. mir ist das eben nicht egal.

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Bei solchen Meldungen:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/...thof-1.4645184
    stellen sich einige Fragen.

    Wie lange kann eine Straftat zurückliegen, dass man noch strafen darf? Schließlich verändern sich Personen im Laufe der Zeit.
    Welche Strafzwecke werden noch erfüllt, wenn es zu einer Verurteilung kommt? Bessern wird man über Neunzigjährige nicht mehr.
    Ist es sinnvoll, Fälle greiser Angeklagter vor Jugendgerichtskammern zu verhandeln?

  10. #35
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Hat "nur" einen symbolischen Charakter. Von den "wahren Schuldigen" hätte man...mit dem dazu notwendigen Willen dahinter...viel mehr...und diese viel früher erwischen können. Ob ein damals Siebzehnjähriger überhaupt die Wahl hatte einen solchen "Job" abzulehnen...ohne harte Konsequenzen befürchten zu müssen...da habe ich meine Zweifel. Nichts desto trotz hatte er sich schuldig gemacht. Und ob Jugend-oder Erwachsenen -Gericht, da werden unsere Gesetze wohl nur wenig Spielraum lassen. Was mich wundert...ist...dass man in Sachen Aufarbeitung von "Stasi -Verbrechen" die gleichen Fehler wieder machte.

  11. #36
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Tagesgespräch 2019

    http://www.bpb.de/izpb/268248/ziele-...afrechts?p=all
    "Die Anwendung des Jugendstrafrechts soll vor allem erneuten Straftaten eines Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegenwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Rechtsfolgen und unter Beachtung des elterlichen Erziehungsrechts auch das Verfahren vorrangig am Erziehungsgedanken auszurichten", heißt es in § 2 Abs. 1 des Jugendgerichtsgesetzes.

    Dementsprechend gilt das Jugendstrafrecht traditionell als Erziehungsstrafrecht. Dem oder der Jugendlichen soll – in Abweichung vom Erwachsenenstrafrecht – im Hinblick auf die Entwicklung zum Erwachsenen jugendadäquat begegnet werden. Dies erfordert sowohl ein pädagogisch befähigtes Personal, ein besonderes Verfahren als auch entsprechende Reaktionen. Abschreckende Wirkungen dürfen mit dem Jugendstrafrecht nicht verfolgt werden.
    Das verdeutlicht die Absurdität derartiger Prozesse. Ganz abgesehen davon, dass man den damaligen Reifegrad des Angeklagten nicht mehr feststellen wird können.

  12. #37
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Der Erziehungsgedanke ist hier der falsche, das stimmt-aber nicht (nur) weil die Tat so weit in der Vergangenheit liegt, sondern weil sich nur dann ein Erziehungserfolg einstellen kann...wenn derjenige, der erzogen werden soll, jene Alternativen auch tatsächlich hat...die man ihm aufzeigt. Für mich wäre das die entscheidende Frage..."hatte der junge Mann überhaupt die Möglichkeit sich anders zu entscheiden, ohne sich selbst oder seine Familie in ernsthafte Gefahr zu bringen?".

  13. #38
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Das mit der "Aufarbeitung" der Stasi-Verbrechen ist politisch nicht gewollt. Dafür hat die Stasi zu viele Westpolitiker und Industrielle ausspioniert und kennt deren Leichen im Keller. Bei der Bestrafung von Besiegten gibt es einen Rechtsgrundsatz - nulla poena sine lege -, der nur von einem Hinweis aufs Völkerrecht durchbrochen wird, was immer auf schwachen Füßen steht, denn, so gesehen, müßte dann beinahe jeder Luftwaffeneinsatz bestraft werden.

    Heute bewegt mich aber was anderes: Die CDU-Chefin AKK regte eine durch die BRD sicherzustellende Schutzzone in Nordsyrien an und stieß damit ein Türchen für all diejenigen auf, die die BRD in Fahrwasser der USA bringen wollen, allerdings unter dem Deckmantel europäischer Interessen, was immer das auch sein mag.

    Ich halte aus drei Gründen nichts davon:
    1. wir sind keine Weltpolizisten und haben militärisch im Ausland nichts zu suchen - es ist kein Fall bekannt, daß internationale Schutztruppen irgendwo zur Befriedigung beigetragen hätten -; haben diese Leute denn nie star trek geguckt?
    2. die Bundeswehr ist militärisch nicht in der Lage, diesen Schutz zu gewährleisten und
    3. eine solche Politik spielt Putin in die Hände, der nun mit Erdogan seine Politik durchsetzen kann, zudem bleibt die BRD politisch durch die Türkei erpreßbar, da die Türkei jederzeit die sich stauenden Migrantenströme durchlassen kann.

  14. #39
    Saulchen
    Laufkundschaft

    AW: Tagesgespräch 2019

    an alle reformierten: heil
    kann mir hier jemand voller güte gute texte zum sängerkrieg empfehlen? Das Thema, speziell der klingsor scheint mir besonders interessant. vielleicht überlieferte noten, texte und ähnliches...

    Gruß,

    saulchen

  15. #40
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Empfehle Dir Novalis: Heinrich von Ofterdingen. Im übrigen empfehle ich Dir, Dich mit der Burgherrin von der Neuenburg in Verbindung zu setzen. Der Sängerkrieg fand nämlich nicht auf der Wartburg statt, sondern dort. Sie weiß da einiges zu erzählen, sofern es sie noch gibt. Ich traf sie 1994. Ist ne Weile her, ich geb es ja zu.

  16. #41
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Tagesgespräch 2019

    hab es bei abebooks für 90 cents bestellt. schaun wa ma. wenn es mir sinnvoll erscheint, soll ich das hier mal rezensieren? wird zwar schwierig, weil ich es nicht als ebook habe, und mir auch nicht doppelt kaufen werde, aber dann eben auf wesentliches konzentriert. gruß und danke für den tip,

    saul

  17. #42
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Dümmer geht nimmer, ging mir durch den Kopf, als ich die Schlagzeile las. Dann korrigierte ich mich, denn dümmer geht offenbar immer! Wie der Dresdner Stadtrat bewies. Eine Koalition aus Dummköpfen, Schwachköpfen und Scheinheiligen hat den 'Nazinotstand' ausgerufen! Das ist nicht nur rechtlich totaler Unfug und fahrlässiger Umgang mit einem sensiblen Rechtsmittel, das ist politischer Offenbarungseid völliger Hilflosigkeit. Dass der Antrag für diesen Knieschuß vom Vertreter der 'Partei' stammt, macht den Wahnsinn nicht besser.

    Wenn tatsächlich Notstand herrschte, dann müssten konkrete, sofort geltende Maßnahmen wie Ausgangssperren, Demonstratinsverbote, ausgeweitete Polizeibefugnisse etc. ergriffen werden! So aber ist das ein dem Ruf der Stadt schädlicher politischer Schabernack, der das tatsächliche Problem mit rechten Umtrieben verharmlost und einer Kapitulation davor gleichkommt.

    Offensichtlich verkommt die Politik in Deutschland aus Hilflosigkeit und Ratlosigkeit immer mehr zur Farce. Das ist gefährlich, nicht nur für D, sondern für ganz Europa.

  18. #43
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Das ist, muss man leider so sagen, typisch deutsch. Ganz nüchtern betrachtet sind in fast allen europäischen Ländern die Rechten stärker vertreten als in Deutschland. Ein Macron, von den Deutschen verehrt und gefeiert, machte die Tage eine rassistische Aussage...für die man ihn bei uns sofort abgesetzt hätte. Ebenso Fakt ist: seit vielen Jahren ist die Zahl der Rechtsradikalen in Deutschland konstant. Freital, NSU usw...das gab es alles schon lange vor der AfD. Ich behaupte: alleine der AfD ist es zu verdanken, dass nicht noch viel mehr passiert ist. Klimanotstand, Nazinotstand...das alles ist dem Willen zum Machterhalt geschuldet. Da versucht einer den anderen zu überbieten. In zwei Jahren sind Wahlen - und wer geht da, viele zum ersten Mal, wählen? Genau...die Vertreter der FfF Bewegung. Aber: ich will den aufkommenden Faschismus nicht verharmlosen...da besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Aber sowohl Medien als auch Altparteien müssten doch langsam mal merken, dass sie mit ihrer Vorgehensweise alles nur noch verschlimmern. Die Spaltung des Landes haben Medien und Altparteien zu verantworten...aber gewiss nicht die AfD. Die bietet den Frustrierten "nur" ein Forum - das haben sich Medien und Altparteien aber auch "verdient".

  19. #44
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Es gibt eine konkrete Gefahr von rechts, ja. Es gibt mehr und mehr Grenzüberschreitungen von den extremen Rändern, die uns alle betreffen. Von Islamisten, nahöstlichen Clans über organisierte Kriminalität bis zu den rechten Gewalttätern. Was da aber in Dresden geschah, ist reine Symbolpolitik und ein Beleg für die Ratlosigkeit und Angst der sog. Mitte. Wenn denen nicht mehr einfällt, ist das ja geradezu eine Einladung an die Wirrköpfe und Gewaltbereiten aller Lager.

  20. #45
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Diese Gefahr will ich auch gar nicht wegdiskutieren. Ich kann aber nicht verstehen...warum man nicht erst mal eine NPD verbietet, die nachweislich eine faschistische, von Neo-Nazis geführte Partei ist, statt sich mit der AfD aufzuhalten. An die AfD geht man doch nur deshalb...weil diese sehr erfolgreich ist und bei den anderen Parteien wildert. Combat 18, blood an honour und andere Verbindungen, die nachweislich nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehen...die maßgeblich für Gewalttaten von rechts verantwortlich sind...werden alle von der NPD finanziert...arbeiten eng mit dieser Partei zusammen. Diesen Sumpf muss man austrocknen...das kann doch nicht so schwer sein...dann ist viel gewonnen. Was dann noch übrig bleibt, das hat auch seine Daseinsberechtigung. Man darf gegen gewisse Gruppen von Ausländern sein...siehe Macron....das ist nicht verboten...auch wenn das vielen nicht passt. Das auszuhalten und auszudiskutieren gehört zu einer gesunden Demokratie mit dazu. Ich persönlich will keine Diktatur von rechts...aber auch keine von links. Und was wir momentan erleben...könnte sich zu einer linken Diktatur entwickeln.

  21. #46
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Hier ein link zu einem Interview von Carola Rackete im österreichischen TV:
    https://kurier.at/kultur/medien/oeko...ment/400662788

    Ich bin zwar mit Frau Rackete mit fast allem, was sie so sagt und tut, nciht einverstanden, doch im Grunde hat sie recht. Vorausgesetzt, die Klimakrise kommt, so wie von den meisten Wissenschaftern vorausgesagt, dann gibt es auf demokratischem Weg keine Rettung aus der Katastrophe. Da aber eine globale Ökoditatur nicht durchsetzbar ist, bzw. in einen Weltkrieg münden würde, gibt es imho keine Rettung mehr aus der Klimakatastrophe. Wie in einer griechischen Tragödie tun wir traurigen Helden alles, was die Tragödie befördert. Genauer gesagt, alles, was wir tun, führt nur schneller und tiefer in die Katastrophe.

    Das mag keiner hören. Ich bin mir aber bei wenigem so sicher, wie in diesem Fall.

  22. #47
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Ich habe da einen anderen Gedankenansatz...weshalb es für mich fast unerheblich ist...ob die Wissenschaftler richtig liegen.

    Wen Du die gleichen Wissenschaftler fragst...ob die Erde ewig von Menschen bevölkert wird...auch wenn sich das Klima nicht verändert...werden 100% diese Frage mit "Nein" beantworten. Also irgend eine Generation wird so oder so die letzte sein. Und wo ist da der Unterrschied... ob wir das sind...oder eine Generation 10 Millionen Jahre in der Zukunft?!? Den Ungeborenen wird es nichts ausmachen...weil sie davon nie erfahren werden. Also wovon reden wir überhaupt? Wir wollen eine Lebensqualität a zu einem Preis b. Wenn wir daran etwas ändern...dann haben wir einen Lebensqualität x zu einem Preis y. Wir wollen unsere Kinder retten (natürlicher Instinkt)...und wenn uns das gelingt...dann wollen die Geretteten ebenso ihre Kinder retten...usw. Irgendwann geht die Rechnung nicht mehrauf...das ist Fakt. Und wann sollte das deiner Meinung nach sein?

  23. #48
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Ich sehe das auch so. Irgendeine Generation wird die Letzte sein. Blöd halt, wenn wir selbst die Ursache für unsere Auslöschung sind und kein Meteorit oder sonst ein von uns unabhängiges Ereignis. Aber auch das ist nur ein Unterschied, den wir als Menschen machen. Kosmisch gesehen sind wir sowieso völlig unerheblich und insignifikant.

  24. #49
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Stelle Dir mal vor wir bekommen die Erde tatsächlich blitze blank sauber...dann kommt ein Meteorit und aus die Maus...

    Wenn alles optimal und zu unseren Gunsten läuft...gibt es auf der Erde noch maximal fünf Milliarden Jahre Leben (dann erlischt die Sonne). Viel viel wahrscheinlicher jedoch...dass es uns in hunderttausend Jahren schon nicht mehr gibt. Bis dahin ist zB der Yellowstone Vulkan mindestens einmal ausgebrochen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 99,9%, dass das bereits innerhalb der nächsten 1000 Jahre passiert - und bei 90%, dass uns dieses Schicksal bereits innerhalb der nächsten 100 Jahre ereilt. Nur eine von sehr vielen Gefahren. Aber macht es Sinn sich damit groß zu befassen? Machen wir uns es doch lieber im Hier und Jetzt gemütlich, statt uns selbst die Hölle auf Erden zu bereiten. Nüchtern betrachtet sorgen wir uns um die Zukunft derer, die wird huete noch als Sperma in den Hoden spazieren tragen. Und ob ich die nun in der Gegend verschieße und im Taschentuch entsorge....oder ob ich eine Welt zerstöre...die sie neimals betreten werden...das macht für das Sperma wohl keinen großen Unterschied.

  25. #50
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    AW: Tagesgespräch 2019

    So, so. Der dt. BP Steinmeier warnt davor, dass Klimaaktivismus die Demokratie gefährde. Das mag ja durchaus sein. Es bleibt aber die Frage, ob der drohende Klimakollaps - mal angenommen, die Szenarien der Wissenschafter würden sich bewahrheiten - mit den bisherigen Mitteln der Politik überhaupt abgewendet werden kann. Unabhängig davon, welche Position man einnimmt, sei Herrn Steinmeier und allen Followern mal Folgendes ins Stammbuch geschrieben:

    Die Natur verhandelt nicht und schließt keine Kompromisse.
    Die Natur kennt keine Verjährungsfristen.
    Die Naturgesetze kann man nicht abwählen.
    Die Natur entzieht sich jedem Gerichtshof.
    Die Natur kennt weder Menschenrechte noch Nächstenliebe.
    Die Natur handelt nach ihren Gesetzen ohne Ansicht der Person.
    Chemie und Physik kennen weder Demokratie noch Diktatur, weder Moral noch Gut und Böse.
    Chemie und Physik sind keine Ideologie, weder links noch rechts.
    Der Natur ist es egal, ob sie einer faschistoid, linksextrem, terroristsich oder gutmenschlich nennt.
    Der Mensch ist nur ein unbedeutender Faktor in den Naturgesetzen. Eigentlich keiner.

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